Liepen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Liepen (Begriffsklärung) aufgeführt.

53.88333333333313.46666666666712Koordinaten: 53° 53′ 0″ N, 13° 28′ 0″ O

Liepen
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 18 km²
Einwohner: 315 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Eingemeindet nach: Neetzow-Liepen
Postleitzahl: 17391
Vorwahl: 039721
Liepen (Mecklenburg-Vorpommern)
Liepen

Lage von Liepen in Mecklenburg-Vorpommern

Liepen ist eine Ortsteil der Gemeinde Neetzow-Liepen im Landkreis Vorpommern-Greifswald westlich von Anklam, südlich der Peene gelegen.

Neetzow-Liepen ist der Name der neuen Gemeinde, die zum 1. Januar 2014 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Neetzow und Liepen entstanden ist. Die Gemeinde wird vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Liepen liegt am Südufer der Peene an der Bundesstraße 110. Die Bundesautobahn 20 ist über den Anschluss Jarmen (10 Kilometer) erreichbar. Die Stadt Anklam liegt 15,8 km östlich, die Kleinstadt Jarmen 11 Kilometer westlich des Ortes.

Ortsteile der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten]

Bis zum 1. Januar 2005 gehörte die ehemalige Gemeinde zum Amt Krien.

Geschichte Liepen[Bearbeiten]

Die Hügelgräber der Umgebung lassen auf eine Besiedlung seit der Bronzezeit schließen, die sich in der slawischen Zeit fortsetzt.

1222 wurde Liepen als Lipz im Burgward Meseritz urkundlich genannt, als Herzogin Ingardis als Witwe von Herzog Kasimir II. das Dorf dem Kloster Stolpe verlieh. Später wurde der Ort auch Lype genannt.

1865 bestand der Ort aus zwei Teilen, der Domäne, die 1534 aus dem säkularisierten Klostergut entstand und dem Bauerndorf. Die Domäne war an Pächter Rossow vergeben und bestand aus 7 Wohn- und 13 Wirtschaftsgebäuden, einem Armenhaus sowie einer Windmühle. Die Domäne hatte 107 Einwohner in 15 Familien.

Am Hochufer der Peene entstand für den Eigenbedarf des Gutes und des Dorfes eine Ziegelei, die die Tonvorkommen am Peenetal nutzte.

Das Bauerndorf hatte 168 Einwohner in 36 Familien. An Gebäuden waren vorhanden: 1 Kirche mit 1 Prediger-, 1 Küster- und Schulhaus, sowie 1 Predigerwitwenhaus. Darüber hinaus gab es 20 Wohn- und 25 Wirtschaftsgebäude, 2 Windmühlen, 1 Schmiede und 1 Krug. Die Gebäude gehörten zu 6 großen und 5 kleinen Bauernwirtschaften.

Die Kirche von Liepen war Mutterkirche zu Preetzen und Priemen, sowie Kagenow.

Die noch gegenwärtig relativ gut erhaltene Gutsanlage wurde nach 1990 privatisiert und renoviert, geriet aber später in die Insolvenz und wurde um 2010 erneut privatisiert und umfassend modernisiert. Im Herrenhaus befindet sich ein Hotel, in den angrenzenden ehemaligen Wirtschaftsgebäuden wurde eine Gaststätte mit Konferenzräumen und ein Hofladen ausgebaut. Die Innenräume sind rustikal gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Neetzow-Liepen

  • Kirche Liepen, Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert
  • Gerichtsberg, bronzezeitliches Hügelgrab zwischen Priemen und Kagenow und weitere Hügelgräber
  • Restaurierte Gutsanlage Liepen mit Hotel und Gaststätte

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Liepen wurde 1739 der Stammvater des bedeutenden mecklenburgischen Orgelbauergeschlechts Friese Matthias Friese geboren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865 (Online)
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 105

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liepen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien