Jarmen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Jarmen
Jarmen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Jarmen hervorgehoben
53.92385213.3372917Koordinaten: 53° 55′ N, 13° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Jarmen-Tutow
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 30,64 km²
Einwohner: 3044 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17126
Vorwahl: 039997
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 054
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Dr.-Georg-Kohnert-Str. 5
17126 Jarmen
Webpräsenz: www.jarmen.de
Bürgermeister: Arno Karp
Lage der Stadt Jarmen im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Jarmen ist eine Kleinstadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Stadt ist Verwaltungssitz des Amtes Jarmen-Tutow, dem weitere sechs Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Jarmen liegt direkt am Südufer der Peene und ist mit dem nördlichen Ufer durch die Autobahnbrücke der A 20 und direkt am Ort durch die neue Peenebrücke der L 35 - früher B 96 verbunden. Die L 35 (B 96 alt) und die B 110 kreuzten sich früher im Ort, jetzt 1 km südlich an der Anschlussstelle "Jarmen" der A 20. Nördlich von Jarmen liegen Greifswald (19 km) und Grimmen (33 km), östlich Gützkow (6 km) und Wolgast (34 km), südlich Altentreptow (27 km) und Neubrandenburg (43 km) und westlich Loitz (19 km) und Demmin (21 km).

Ortsteile[Bearbeiten]

Eingemeindungen

Müssentin gehört seit dem 23. März 1970 zu Jarmen.[2] Groß Toitin kam am 1. Juli 1973 hinzu.[2] Am 13. Juni 2004 wurde Plötz eingemeindet.[3]

Geschichte Jarmen[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Im Jahr 1269 wurde Jarmen als Germin, auch 1277 Germin und 1290 als Jermyn urkundlich genannt. Das könnte als eifrig oder kühn übersetzt werden.[4] Erst mit der Herzogsurkunde von 1340 hieß es niederdeutsch Jarmen.

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Stadtplan von Jarmen im Jahr 1760

Stein- und bronzezeitliche Funde wurden im Zuge des Baues der Autobahn A20 gemacht. Darunter sind eine Siedlung und ein auf 830 v. Chr. datierter Feuerstellenplatz. Ab 690 n. Chr. begann die slawischen Besiedlung der Gegend. Im 8. Jahrhundert erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Umgebung von Jarmen. Von 1186 bis 1227 war Pommern mit Jarmen unter dänischer Lehns-Herrschaft. Nach 1250 entstand eine planmäßige Stadtanlage am alten Peeneübergang. Am 13. August 1269 wurde die Stadt als Germin erstmals in einer Urkunde erwähnt. Um 1277 gehörten Ort und Land Germin mit den Gemarkungen Bentzin, Zemmin, Müssentin, Zarrenthin und Toitin dem Bistum Cammin. Die in Germin ansässige bischöfliche Vertretung erhielt vom Kloster Eldena eine Jahreslast von 7 Pfund Salz.[5] Im Jahr 1290 wurde der Ort als oppidum genannt. 1305 erhielt Herzog Otto I. von Pommern Jarmen vom Bischof Heinrich von Cammin als Lehen.[5]

1631 wurde Jarmen Amtsstadt des pommerschen Amtes Ueckermünde. Jarmen entwickelte sich auf Grund seine Lage an der Peenefähre zum Verkehrs- und Handelsknotenpunkt. Nach dem Dreißigjährigen Krieges gehörte Jarmen von 1648 bis 1720 zu Schwedisch-Pommern. Mit Beendigung des Großen Nordischen Krieges 1720 wurde Jarmen eine preußische Grenz-Stadt. Erst 1815 gehörten dann auch die nördlich der Peene gelegenen Gebiete Vorpommerns zu Preußen.

532 Einwohner hatte Jarmen 1777. Durch mehrere Stadtbrände, unter anderem 1742 und 1839, wurde ein Teil des historischen Häuserbestands zerstört.

Ab 1800[Bearbeiten]

1816 hatte Jarmen erst 615 Einwohner. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. besuchte 1856 Jarmen, wobei er 2000 Taler für den Neubau der Stadtkirche übergab. Eine Fähre über die Peene bei Jarmen wurde erstmals 1368 erwähnt. Der Fährbetrieb wurde 1863 nach der Errichtung einer hölzernen Klappbrücke – Brücke eingestellt.

1862 hatte Jarmen 1695 Einwohner, 1 Kirche, 2 Schulen, 1 Armenhaus, 1 Rathaus, 172 Wohnhäuser und 308 Wirtschaftsgebäude.

1893 wurde der Jarmener Hafen mittels der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn (MPSB) mit Friedland und Anklam verbunden. Von Schmarsow aus wurde Jarmen 1897 an die Demminer Kleinbahn Ost (DKBO) angeschlossen, deren Strecke von Demmin nach Treptow (heute: Altentreptow) verlief. Die DKBO teilte sich in Jarmen mit der Greifswald–Jarmener Kleinbahn (GJK) Bahnhof und Werkstatt. Über die GJK, die eine eigene Eisenbahnbrücke über die Peene besaß, konnten Greifswald und Züssow erreicht werden. Die erste Betonbogenbrücke über die Peene wurde 1910 fertiggestellt.

Die Eisenbahnstrecken wurden 1945 stillgelegt und Gleisanlagen und rollendes Material als Reparationsleistungen an die Sowjetunion geliefert.

Die Innenstadt wurde im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert. Die bisher durch die Stadt verlaufende Bundesstraße 110 wurde über eine Ortsumgehung geführt.

Die Ortsteile[Bearbeiten]

Schloss Plötz von 1860
Erbbegräbnis der Familie Heyden in Plötz
Plötz

Genannt wurde Plötz urkundlich 1282. Dort befand sich die Plossekenburg oder Plötzenburg, der Herrschaftssitz des Landes Plote. Bereits im 13. und 14. Jahrhundert hatten (vgl. Kneschke und auch Ledebur) Henning v. Winterfeld und danach Martin v. Winterfeld die Burg inne. Zeitweise gehörte diese Provinz mit der Plötzenburg zur Kastellanei Gützkow. Die Plötzenburg wurde auch als Sitz der Schwertritter von Appeldorn genannt.

Plötz wurde ein Lehn-Rittergut und gehörte in den ersten Nachweisen in Teilen den Familien von Speckin und von Maltzahn, dann folgten die von Mardefeld. Der Regierungsrat Gustav von Mardefeld verkaufte das Gut 1701 an Hans Gotthilf von Kirchbach. 1719 ging der Besitz dann an Friedrich Ehrenreich von Ramin, dieser vererbte es seinen drei Söhnen, die es nacheinander an den jüngsten Bruder abgaben. Der hatte als Nachkommen drei Töchter. Zwei verzichteten später mit Abfindungen, es blieb Charlotte Elisabeth Christine von Ramin, die mit Oberst Hans Friedrich Wilhelm von Trebra verheiratet war. Deren Kinder erhielten 1793 das Lehn auf Plötz, gaben es dann aber auch ab.

Ab 1793 war dann die Familie von Heyden mit Wichert Wilhelm († 1836) im Besitz der Güter. Ihm folgte der jüngste Sohn Carl Ludwig Wilhelm Wichert von Heyden (* 16. November 1823), der noch 1865 beim Bericht von Berghaus Besitzer war. Plötz hatte 1865 142 Einwohner bei 5 Feuerstellen und 1 Windmühle. Insgesamt hatte Gut Plötz mit Vorwerken 1 Besitzer, 3 Verwalter, 52 Gesindeleute, sowie 41 Tagelöhner.

Das Gutshaus im Tudorstil wurde 1866 erbaut, Besonderheit ist der quadratische Turm. Bauherr war Carl Ludwig Wilhelm Wicherd von Heyden (1823-1882).[6]

Letzter Besitzer auf dem 1000 ha großen Gut Plötz war bis 1945 Detloff von Heyden. Er wurde wie alle Gutsherren nach 1945 in der Bodenreform enteignet.

Nach 1945 wurde das Gutshaus als Wohnhaus für Flüchtling genutzt, später war es Lehrlingswohnheim. 1990 leergezogen, war es dem Verfall preisgegeben, wie viele der Gutshäuser. Erst viele Jahre später wurde es privatisiert und seitdem restauriert.

Neu Plötz und Wilhelminental

Beide Orte wurden als Vorwerke zum Gut Plötz um 1800 angelegt. Die Vorwerke wurde aus 6 gelegten Bauernwirtschaften gebildet.

Neu Plötz liegt südlich von Plötz und hatte 1865 78 Einwohner mit 4 Feuerstellen. In Wilhelminental (nördlich vom Gut) gab es 70 Einwohner mit ebenfalls 4 Feuerstellen.

Groß Toitin

Der Ort wurde 1305 als "Deutsch-Toyemtin" genannt. Besiedelt wurde der Ort wohl zu frühdeutscher Zeit, darauf verweist eine Turmhügelburg knapp westlich des Ortes. Das Gut Groß Toitin hatte dort in älteren Zeiten auch einige Wirtschaftsgebäude, die dann aber nach östlich des Dorfes zum Hauptgut verlegt wurden. Das Anwesen gehört der Familie von Heyden-Linden auf Tützpatz, wechselte aber 1846 innerhalb der Familie zum Zweig Heyden auf Kartlow. Kartlow mit der Pertinenz Groß Toitin hatte 4500 ha und gehörte damit zu den größten Gütern.

Das Dorf hatte 1865 73 Einwohnern und 5 Feuerstellen, 1 Kirche, 1 Schule und 1 Peene-Fischerei. Das Gut gehörte zu der Zeit General-Landschaftsrat Woldemar von Heyden auf Kartlow. Es wurde vor Ort durch einen Inspektor bewirtschaftet.

Um 1897 erhielt Groß Toitin einen Anschluss an die Kleinbahn, die leicht westlich des Ortes von Jarmen kommend verlief. Die Strecke wurde, wie alle der Region 1945 als Reparationsleistung an die Sowjetunion geliefert.

1939 ging dann Groß Toitin an eine Erbengemeinschaft mit dem Pächter Meiering.[7]

In den 1970er Jahren wurde eine Umgehungsstraße für die B 110 gebaut, damit wurde der Ort entlastet.

1995 wurde gemeinsam von den Städten Jarmen und Gützkow nordwestlich des Ortes ein größeres Abwasserklärwerk errichtet.

Klein Toitin

Klein Toitin wurde als slawisches oder wendisches Toitin ebenfalls um 1305 bezeichnet. 1515 gehörte "Lütken Toitin" Henning von Parsenow, der auch auf Bentzin saß. Nach dem Aussterben der Familie fiel das ritterschaftliche Lehn-Gut an den Staat, aber der verzichtete und verkaufte an die von Heyden.

Klein Toitin hatte 1865 93 Einwohnern mit 5 Feuerstellen. Zwischen 1835 und 1880 wurde Klein Toitin abgerissen und zwischen 1843-1846 ca. 1000 Meter weiter westlich auf der Feldmark neu erbaut. Es entstand eine vollkommen neue moderne Gutsanlage mit 357 ha Nutzfläche.

Das Gut gehörte, wie Groß Toitin, 1865 Woldemar von Heyden auf Kartlow, wurde aber vor Ort von einem Inspektor bewirtschaftet.

Kronsberg

Der Ort war Vorwerk zum Gut Kartlow und gehörte der Familie von Heyden. Kronsberg war 1835 nur eine Schäferei mit einem Stallgebäude und wurde erst bis 1865 als vollständiges Vorwerk mit Gutshof einschließlich Herrenhaus und kleinem Park ausgebaut.

1865 hatte der Ort dann schon 96 Einwohner in 5 Wohngebäuden, darunter 1 Verwalter mit Familie und 14 Tagelöhnerfamilien. Besitzer war zu der Zeit General-Landschaftsrat Wichert Wilhelm Woldemar von Heyden auf Kartlow.

Müssentin

Nach Kneschke und Ledebur befand sich der Ort schon Anfang des 14. Jahrhunderts und wahrscheinlich bereits früher im Besitz der Herren v. Winterfeld, die möglicherweise den Ortsnamen von ihrem Besitz Müssenthin in der Altmark nach Pommern mitbrachten. Müssentin war später ein Lehn-Rittergut. Dann wurde ein Hasse von Schulenburg geführt, es folgte um 1515 Henning von Parsenow. 1523 war es dann die Familie von Horn und danach die von Mardefeld. Bis 1793 war dann wieder die Familie von Parsenow als Besitzer geführt. In diesem Jahr kaufte Familie von Heyden das Gut, die dann auch die Feldmark beim späteren Kronsberg 1836 erwarb.

1865 bestand Müssentin aus dem adligen Hof, 5 Bauern, 1 Schulmeister und 1 Schäferei auf der Feldmark (Kronsberg). Es hatte 1 Schule, 12 Wohn- und 10 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Windmühle. Dort wohnten 142 Einwohner in 28 Familien, darunter 12 Tagelöhner mit ihren Familien.

Südlich des Dorfes gab es später am so genannten Heyden-Holz ein Forsthaus, das zum Ort gehörte. Das Mühlengehöft bestand noch bis 1945, die Mühle verschwand aber schon vor dem ersten Weltkrieg.

Nach 1990 wurde ein großes Kiesvorkommen knapp nordwestlich des Dorfes durch das Kieswerk Zarrentin genutzt.

Politik[Bearbeiten]

Historisches Wappen von Jarmen 1850
Luftbild Jarmen um 2002
Zuckerfabrik Jarmen 1900

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde unter der Nr. 130 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit geschlossenem golden Tor im blau bedachten, mit drei Dachfenstern versehenem Mittelbau und zwei äußeren blau bedachten, mit je einem Rundbogenfenster versehenen Kuppeltürmen, der rechte Kuppelturm besteckt mit einem goldenen Patriarchenkreuz und einer goldenen Wetterfahne darunter, der linke besteckt mit einem goldenen lateinischen Kreuz und einer goldenen Wetterfahne darunter; zwischen den Kuppeltürmen ein aufgerichteter, gold bewehrter roter Greif.“

Das Wappen wurde 2001 von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick neu gezeichnet.

Das früheste Wappen mit Burg und Greif ist ab 1846 belegt. Auf den Türmen befinden sich statt der Kreuze – Fahnen. Die Dreitürmige Mauerkrone ist für Städte unter 25.000 Einwohner.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1997 ist Susz in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Powiat Iławski in Polen Partnergemeinde von Jarmen.[8]

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Peenebrücke Jarmen

Umliegende Städte sind Greifswald, Anklam, Demmin, Gützkow, Loitz, Altentreptow und Grimmen.

Am Stadtrand verlaufen die BAB 20, die L 35 (bis 2006: B 96) und die B 110. Die alte Magistrale B 110 beginnt in Rostock, berührt Tessin, Gnoien, Dargun, Demmin, Jarmen, Anklam, Usedom-Stadt und endet an der Grenze zu Polen. Sie kreuzt sich bei Jarmen mit der ehemaligen B 96 und der BAB 20. Die Peenebrücke Jarmen L 35 (B 96) und die parallele A 20 (Peenetalbrücke) überqueren dabei die Peene. Jarmen liegt direkt an der Peene, hier ist die schmalste Stelle des Peenetales. Deshalb wurde für die Querung des Flusses durch die BAB 20 diese Stelle ausgewählt. Der 1996 aufwändig sanierte Jarmener Hafen dient vorrangig als Umschlagplatz für Getreide. 1967 war eine Stahlbrücke über die Peene errichtet und gleichzeitig die Straßenführung der damaligen F 96 aus der Stadt nach Osten verlegt worden. Diese Brücke musste mehrmals saniert werden, weil die Fundamentgründung im Torf nicht tief genug war. Deshalb wurde die Peenebrücke Jarmen der L 35 2011 gänzlich abgerissen, abgetragen und 2012 als Stahlbogenbrücke neu aufgebaut, sowie mit Betonrampen an die alte Straßenführung von 1967 angeschlossen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Kunstmühle Jarmen am Hafen, erbaut 1907, ist die letzte in Betrieb befindliche Großmühle Mecklenburg-Vorpommerns.[9] Daneben am Peenekai die alten Hafenspeicher und die neueren Getreidesilos. Einer der wichtigsten Betriebe war die Zuckerfabrik, die über 100 Jahre größter Arbeitgeber der Stadt war. Sie wurde nach 1990 geschlossen und wurde seitdem bis auf wenige Ausnahmen abgerissen und platt gemacht. Von 1897 bis 1945 befanden sich hier auch die Zentralwerkstatt und der Lokschuppen für die drei Kleinbahngesellschaften der Kreise Anklam, Greifswald und Demmin. Jetzt sind nur noch Relikte erkennbar. Der Discounter Aldi Nord betreibt im Gewerbegebiet Jarmen-Ost ein großflächiges Zentrallager. Daneben ein weiteres Logistikzentrum. Beide nutzen hierbei die oben erwähnte günstige Verkehrslage.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Marien-Kirche Jarmen
Rathaus Jarmen

→ Siehe Liste der Baudenkmale in Jarmen

  • Die neogotische St.-Marien-Kirche wurde 1863 eingeweiht. Ihr Bau wurde durch eine Spende Friedrich Wilhelm IV. von Preußen unterstützt. Friedrich August Stüler soll die Baupläne überarbeitet haben. Der Chor besitzt drei Fenster mit bemerkenswerten Glasmalereien.
  • Das Rathaus mit Stadtchronik am Giebel wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut und um 1966 saniert.
  • Der dreieckige Alte Markt nahe der Kirche stellt ein beschauliches kleinstädtisches Ensembles dar. Über ihn lief bis 1967 der gesamte Verkehr der damaligen F 96 von der Peenebrücke.
  • In der Mitte des ebenfalls dreieckigen Neue Markts befindet sich ein Kriegerdenkmal von 1866-1871 mit einer sanierten Anlage. Am Neuen Markt kreuzte sich bis 1967 die F 96 mit der F 110 nach Demmin und Anklam.
  • Das Haus Waterstraat am Neuen Markt 5 stammt von 1912. Es hat unverkennbare Jugendstilelemente. Hier war einmal das HO-Kaufhaus; heute ist im Gebäude die Volksbank untergebracht.
  • Im ehemaligen Landambulatorium befindet sich heute ein Seniorenpflegeheim. Das Gebäude wurde 1923 als Hauptsitz des Landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufs-Vereins (LEVV) errichtet.
  • Im Hotel zum Brunnen steht der älteste Brunnen der Stadt, er befindet sich heute innerhalb des Speisesaals.
  • Am neuen Markt befindet sich auch das alte, inzwischen veränderte Pfarrhaus mit viersäuligem Portikus.
  • Am westlichen Ortsausgang in Richtung Demmin befindet sich der Stadtpark mit dem Denkmal Erster und Zweiter Weltkrieg, sowie das Motoball-Stadion.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 237-239 (Volltext)
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen, II. Teils – Band I., Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ückermünde, Anklam 1868, S. 36 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jarmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Ernst Eichler: Städtenamenbuch der DDR. Leipzig 1988, S. 140
  5. a b Friedrich Salis: Forschungen zur älteren Geschichte des Bistums Kammin. In: Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Baltische Studien. Neue Folge Band 26, Léon Sauniers Buchhandlung, Stettin 1924, S. 148–149
  6. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 148, ISBN 3-88042-636-8
  7. Hubertus Neuschäffer, Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser, Verlag Husum, 1993, S. 74
  8. Rosenberg – Geschichte der Stadt, Kulturzentrum Ostpreußen, Ellingen 2010
  9. http://www.ausbildung-muehle.de/jarmen.html