Peene

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Fluss in Mecklenburg-Vorpommern. Zum Fluss in Nordfrankreich, siehe Peene Becque.
Peene
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Die Peene zwischen Verchen und Demmin

Die Peene zwischen Verchen und Demmin

Daten
Gewässerkennzahl DE: 966
Lage Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Flusssystem Peene
Flussgebietseinheit Warnow/Peene
Quelle bei Gnoien
53° 56′ 0″ N, 12° 41′ 1″ O53.93345412.68354428
Quellhöhe 28 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Bei Anklam in den Peenestrom53.85555555555613.8083333333330Koordinaten: 53° 51′ 20″ N, 13° 48′ 30″ O
53° 51′ 20″ N, 13° 48′ 30″ O53.85555555555613.8083333333330
Mündungshöhe m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 28 m
Länge 136 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 5110 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Anklam-Straßenbrücke[1] (negative Abflüsse wegen Umkehr der Fließrichtung)
AEo: 5012 km²
NNQ (1996)
MNQ 1996-2003
MQ 1996-2003
Mq 1996-2003
MHQ 1996-2003
HHQ (2002)
-87,5 m³/s
-68,3 m³/s
18,9 m³/s
3,8 l/(s km²)
91,7 m³/s
239 m³/s
Linke Nebenflüsse Röcknitzbach, Trebel, Schwinge, Swinow, Libnower Mühlbach
Rechte Nebenflüsse Tollense, Kuckucksgraben, Stegenbach
Kleinstädte Teterow, Malchin, Neukalen, Demmin, Loitz, Jarmen, Gützkow, Anklam
Häfen Malchin, Demmin, Loitz, Jarmen, Anklam
Schiffbar ab Hafen Malchin km 0,00
Größtes zusammenhängendes Niedermoorgebiet Europas im Bereich der unteren Peene.
Peene mit Nebenflüssen, anschließende Kanäle, Peenestrom

Peene mit Nebenflüssen, anschließende Kanäle, Peenestrom

Das Peenetal mit seinen Naturschutzgebieten. Dank ihrer intakten Naturräume wird die Peene auch als „Amazonas des Nordens“ bezeichnet.

Die Peene ist ein Fluss in Mecklenburg-Vorpommern. Der Name stammt aus dem Slawischen Pěna und bedeutet „Schaum“, bzw. „der schaumige (Fluss)“.[2]

Sie mündet nahe der Stadt Anklam in den nach ihr benannten Peenestrom, einem der drei Mündungsarme der Oder. In ihrem Oberlauf ist die Peene in mehrere kleinere Flüsse gegliedert, die alle den Namen „Peene“, jeweils mit einem Zusatzwort versehen, tragen. In ihrem Unterlauf fließt die Peene mit geringem Gefälle durch ein breites weichselkaltzeitliches Urstromtal, in dem sich heute mehrere Natur- und Landschaftsschutzgebiete befinden. Das Peenetal ist das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Europas. Auf Grund der unberührten Naturräume entlang der Peene wird der Fluss auch als „Amazonas des Nordens“ betitelt.[3]

Die Peene (Pe) ist von km 2,50 (Einmündung des Malchiner Peenekanals in die Westpeene) bis zur Mündung durch den Richtgraben in den Peenestrom (km 98,16)[4] eine Bundeswasserstraße[5], die seit 2010 neu kilometriert ist. Zu ihr gehört auch die Mündungsstrecke neben dem Richtgraben. Zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Im Zuge einer Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der damit verbundenen Neukategorisierung der Bundeswasserstraßen ist allerdings geplant, die Peene zu einer „sonstigen Wasserstraße“ zurückzustufen.[6]

Von ihrer Mündung bis Demmin ist die Peene als Schifffahrtsweg der Binnenwasserstraßenklassifikation IV ausgewiesen. Oberhalb Demmins, bis Malchin, ist die Peene Binnenwasserstraße der Klasse III. Die Fahrrinnentiefe beträgt von der Mündung bis zum Nordostende des Kummerower Sees 2,5 m, von dort bis km 2,50 sind es 2 m[7].

Die Peene war schon von altersher wegen ihrer relativ großen Querschnittsverhältnisse, des sehr geringen Gefälles und der damit kaum wahrnehmbaren Fließgeschwindigkeit eine viel genutzte Wasserstraße. Außer einigen Durchstichen und Baggerungen gab es keine wasserbaulichen Veränderungen. Eine Beeinträchtigung für die Schifffahrt gibt es nur durch drei Brückendurchfahrten (bewegliche Brücken in Anklam, Demmin und Loitz)[8].

Quellflüsse[Bearbeiten]

Peene[Bearbeiten]

Die „eigentliche“ Peene entspringt 5 km südlich von Gnoien nahe der Straße nach Teterow in einer Höhe von 28 m ü. NN . Nach 2 km erreicht sie bei dem Dorf Granzow einen „Großer See“ genannten Teich. Von dort fließt sie südwärts bis zur ca. 15 km entfernten Einmündung der Teterower Peene (bei 0,5 m ü. NN) und dann 12 km weit nach Osten durch die Stadt Neukalen in den Kummerower See. Ab Neukalen bildet sie den Neukalener Peenekanal.

Kleine Peene[Bearbeiten]

Ein weiterer Zufluss, die Teterower Peene (auch Kleine Peene genannt), entspringt wenige Kilometer südwestlich von Teterow. Sie fließt durch die Stadt in den Teterower See (2,2 m ü. NN), verlässt diesen bei Alt Sührkow und mündet auf halber Strecke zwischen diesem und Neukalen-Karnitz in die von Norden kommende Peene.

Westpeene[Bearbeiten]

Die Westpeene entspringt einem von mehreren Bächen durchzogenen Torfbecken mit mehreren Quellen östlich von Vollrathsruhe und nördlich von Klocksin. Nach etwa 4 km in nordöstlicher Richtung mündet sie, nachdem sie den von Ziddorf kommenden Mühlenbach aufgenommen hat, in den Malchiner See (0,3 m ü. NN). Am nordöstlichen Ende des Sees tritt die Westpeene in ein Feuchtgebiet, wo der heutzutage nicht mehr schiffbare Dahmer Kanal heute den Hauptabfluss des Sees bildet, während sich südlich davon die Westpeene als unbedeutendes Bächlein schlängelt. Nördlich von Malchin münden der Dahmer Kanal und die Ostpeene in den Malchiner Peenekanal.[9] Im Malchiner Hafen, am Anfang des Peenekanals, beginnt die amtliche Kilometrierung der Peene. Nach 2,5 km trifft der Peenekanal auf den ausgebauten Unterlauf der Westpeene, auch „Kiekpeene“, die bei km 4,6 in den Kummerower See (0,2 m ü. NN) mündet.

Ostpeene[Bearbeiten]

Ihre Quelle liegt in fast 70 m ü. NN nahe der Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee am Nordrand des Müritz-Nationalparkes auf einem Eiszeitlichen Höhenrücken etwa 8 km östlich von Waren bei dem Dorf Kargow. Von dort fließt sie nordwärts durch den Torgelower See bei Torgelow am See und den Rittermannshagener See. Nördlich des Dorfes Faulenrost nimmt sie in 30 m ü. NN und 20 Flusskilometer von ihrer Quelle entfernt ihren größten Nebenfluss, die ca. 28 km lange Kittendorfer Peene, die zwischen den Ortschaften Briggow und Bredenfelde entspringt, auf. In Malchin, nach ca. 20 km, hat sie fast nur noch Meereshöhe.

Weiterer Verlauf der Peene[Bearbeiten]

Die Peene verlässt den fast 11 km langen und im Mittel 3 km breiten Kummerower See am Nordende beim Darguner Ortsteil Aalbude. Zwei Kilometer nördlich des Sees mündet der von Dargun kommende Röcknitzbach in die Peene, die danach in nordöstliche Richtung an Demmin und Loitz vorbei bis Höhe Görmin und anschließend in südöstliche Richtung über Jarmen nach Anklam fließt. Die Peene besitzt in diesem Abschnitt fast kein Gefälle (24 cm). In dem breiten Urstromtal ihres Unterlaufes befinden sich viele Sumpf- und Feuchtgebiete. Bei Demmin, das bis ins späte 19. Jahrhundert Seehafen war, liegt der Wasserspiegel im Mittel bei 0,1 m ü. NN. Hier münden von Südosten die Tollense bei Haus Demmin, und von Nordwesten die Trebel in die Peene. Bei Loitz mündet die Schwinge, die auf ihren letzten Kilometern durch das Tal des Ibitzgrabens verläuft, in den Fluss. Bei Dersewitz befindet sich ein Pumpwerk, durch das in Zeiten großer Trockenheit Wasser in den Peene-Südkanal hochgepumpt wird, um durch diesen in den östlichen Teil des Landgrabens und so zur Friedländer Großen Wiese geleitet zu werden. Etwa 10 km östlich von Anklam mündet die Peene nach 136 km in den Peenestrom. 98 km ihres Flusslaufes sind schiffbar.

Der Strom und Peenestrom[Bearbeiten]

Alter Hafen in Wolgast
Der Peenestrom bei Karnin

Der Strom und der Peenestrom bilden zusammen den westlichsten Mündungsarm der Oder und trennen die Insel Usedom vom vorpommerschen Festland. Der Strom verbindet das Stettiner Haff, auch Oderhaff genannt, in westlicher Richtung mit dem 6 km entfernten kleinen Delta der Peene. Von dieser Vereinigung aus fließt der Peenestrom in nördlicher Richtung und öffnet sich dabei nach Osten zu einer großen Bucht, dem Achterwasser. Dann verengt er sich wieder und passiert zwischen Hügeln die Stadt Wolgast. Etwa 15 km nördlich von Wolgast (zwischen Peenemünde und Kröslin) erreicht der Peenestrom die Spandowerhagener Wiek, eine Bucht im Greifswalder Bodden, und damit die offene Ostsee. Strom und Peenestrom sind Seewasserstraßen des Bundes, auf denen die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung gilt; zuständig ist wie für die Peene das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund.

Überschwemmung Peene an der Gützkower Fähre 1920

Strömungsumkehr[Bearbeiten]

Normalerweise fließt durch die drei Mündungsarme der Oder, also Strom/Peenestrom, Swine (PL: Swina) und Dievenow (PL: Dziwna), mehr Wasser aus dem Haff in die Ostsee als umgekehrt. Bei einem Sturmhochwasser mit Windrichtungen aus Nordost können aber auch erhebliche Mengen Meerwasser ins Haff und damit in die Peene gedrückt werden.

Die Wasserscheide zwischen der Trebel bei Tribsees und der Recknitz bei Bad Sülze liegt nur 1,3 m ü.NN. Bei sehr starkem Hochwasser der Oder, wie zuletzt 1997, kann Wasser der Oder durch Peene und Trebel aufwärts fließen und erreicht dann die Ostsee durch Recknitz, Saaler Bodden und den Grabow, also westlich der Insel Rügen, nachdem es Ribnitz-Damgarten und Barth passiert hat.

Schon ohne spektakuläre Hochwasser ist aufgrund des geringen Höhenunterschiedes der Wasserstand des Kummerower und des Malchiner Sees von dem des Stettiner Haffs abhängig.

Geschichtliche Bedeutung[Bearbeiten]

Zwischen dem Frieden von Stockholm 1720 und dem Wiener Kongress 1815 bildete die Peene die Grenze zwischen dem preußisch gewordenen Altvorpommern und dem bei Schweden verbliebenen Rest von Schwedisch-Pommern, später Neuvorpommern genannt, sowie noch bis 1932 die Grenze des preußischen Regierungsbezirks Stralsund.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bestandsaufnahme 2004 nach Wasserrahmenrichtlinie in der Flussgebietseinheit Warnow / Peene Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern; Güstrow 2005; Auf: ikzm-d.de (pdf; 1,7 MB)
  2. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 105: Pyana (altsl. pêna Schaum; poln. piana) adj. §. 21: „der schaumige (Fluß)“.
  3. Peene: Paddeln auf dem Amazonas des Nordens (Spiegel Online)
  4. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  5. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 42 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  6. BMVBS: Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung - Netzkategorisierung (PDF, 711 KB)
  7. BinSchStrO, Kapitel 27
  8. Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle. Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. (Die Entwicklung der Wasserwege unter dem Einfluß von Recht, Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wasserbau und Schiffahrt). DSV-Verlag u. a., Hamburg u. a. 1998, ISBN 3-88412-243-6.
  9. Wasserrahmenrichtlinie - Abgrenzung der Fließgewässerkörper