Llanero

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Venezolanischer Llanero im 19. Jahrhundert
Der Joropo wird auf den venezolanischen Ebenen getanzt

Die Llaneros (etwa Bewohner der Ebene) sind in erster Linie eine südamerikanische Ethnie der Orinocoebene, die auf kolumbianischem und venezolanischem Gebiet liegt. Der Begriff wird auch für andere Ethnien verwendet wie die Huasos in Chile, die mexikanischen Charros, die Qorilazos aus Peru und für die Cowboys (auch Vaqueros) aus den USA und entsprechendend für die Gauchos in Argentinien beziehungsweise Uruguay.

In den venezolanischen Unabhängigkeitskriegen (1810–1823) spielten sie eine wichtige Rolle in der Miliz von José Tomás Boves, die die spanische Vorherrschaft im Lande verteidigte. Für die Llaneros maßgeblich war dabei allerdings das Motiv, dass Boves zumindest verbal auch einen sozialrevolutionären Ansatz vertrat, der sich gegen die privilegierten Schichten der indigenen Herren wandte („Das Land der Weißen für die Farbigen!“).[1] Andererseits konnte sich auch Simón Bolívars Unabhängigkeitsbewegung 1813 auf einige hundert Llaneros stützen.[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hans-Joachim König: Nationale Befreiung und sozialer Wandel., in: Imanuel Geiss und Rainer Tamchina (Hg.): Ansichten einer künftigen Geschichtswissenschaft 2: Revolution – ein historischer Längsschnitt. München 1974, S. 183; Orlando Araujo: Venezuela. Die Gewalt als Voraussetzung der Freiheit. Frankfurt/M. 1971, S. 27. Die Frage, inwieweit Boves tatsächlich sozialrevolutionäre Ziele verfolgte, ist strittig: vgl. König, a.a.O., S. 197; Manfred Kossok: Der iberische Revolutionszyklus 1789–1830., in: Jahrbuch für die Geschichte von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Lateinamerikas 6. Köln/Wien 1969, S. 228
  2. Franz Kottenkamp: Der Unabhängigkeitskampf der spanisch-amerikanischen Colonieen. Stuttgart 1838, S. 103; Wolfram Dietrich: Simón Bolívar und die latein-amerikanischen Unabhängigkeitskriege. Hamburg 1934, S. 83.

Weblinks[Bearbeiten]