Lovie Austin

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Lovie Austin (* 19. September 1887 in Chattanooga, Tennessee, als Cora Calhoun; † 10. Juli 1972 in Chicago) war eine US-amerikanische Blues und Jazz-Pianistin, Arrangeurin und Komponistin während der klassischen Blues-Ära der 1920er Jahre.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Lovie Austin war während der klassischen Blues-Ära der 1920er Jahre eine populäre Chicagoer Bandleaderin, Sessionmusikerin, Komponistin und Arrangeurin. Sie und Lil Hardin werden oft als die wichtigsten Jazz/Blues-Pianistinnen dieser Periode bezeichnet.[1] Mary Lou Williams zählte Lovie Austin zu ihrem wichtigsten Einfluss.[2]

Austin studierte Musiktheorie an der Roger Williams University und dem Knoxville College in Nashville, Tennessee. Im Jahr 1923 zog Lovie Austin nach Chicago, wo sie für den Rest ihres Lebens lebte und arbeitete. Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie in Vaudeville Shows als Pianistin und Schauspielerin. [3] Sie begleitete später viele Bluessängerinnen und ist unter anderem auf Aufnahmen von Ma Rainey („Moonshine Blues“), Ida Cox („Wild Women Don't Have The Blues“), Ethel Waters („Craving Blues“) and Alberta Hunter („Sad 'n' Lonely Blues“) zu hören.[4] Austin hatte auch eine eigene Band, die Blues Serenaders, in der die Trompeter Tommy Ladnier, Bob Shoffner, Natty Dominique, oder Shirley Clay am Kornett, Posaunist Kid Ory oder Albert Wynn an der Posaune, und Jimmy O’Bryant oder Johnny Dodds an der Klarinette mitwirkten.

Austin arbeitete auch mit Jazzmusikern der 1920er Jahre wie mit Louis Armstrong. Austins Talent als Songwriterin ist zu hören in ihrer klassischen Komposition „Down Hearted Blues“, ein Stück, das sie mit Alberta Hunter schrieb. Die Sängerin Bessie Smith machte es 1923 zu einem Hit.[5] Austin war auch Sessionmusikerin bei Paramount Records.

In den frühen 1930er Jahren war Lovie Austin musikalische Direktorin im Monogram Theater, in Chicago, wo sie die nächsten 20 Jahre arbeitete. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Pianistin in Jimmy Paynes Tanzschule in den Penthouse Studios und trat nur noch gelegentlich auf. 1961 entstand das Album Alberta Hunter with Lovie Austin's Blues Serenaders, als Teil der Reihe Riverside's Living Legends. Ihre bekanntesten Songs waren „Sweet Georgia Brown“, „C Jam Blues“ und „Gallon Stomp“.

Auswahldiskographie[Bearbeiten]

  • Lovie Austin: 1924-1926
  • Alberta Hunter with Lovie Austin's Blues Serenaders

Weblinks/Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Santelli, Robert. The Big Book of Blues, Penguin Books, page 20, (2001) - ISBN 0-14-100145-3
  2. Dahl, Linda. Morning Glory: A Biography of Mary Lou Williams, Pantheon Books, page 29, (2000) - ISBN 0-375-40899-1
  3. Zieff, Bob. Lovie Austin. in Kernfeld, Barry. ed. The New Grove Dictionary of Jazz, 2nd Edition, Vol. 1. London: MacMillan, S. 93, (2002)
  4. Laird, Ross. Moanin' Low: A Discography of Female Popular Vocal Recordings, 1920-1933, Greenwood Press, page 110, (1996) - ISBN 0-313-29241-8
  5. Cullen, Frank. Vaudeville, Old and New: An Encyclopedia of Variety Performers in America, Routledge, page 48, (2006) - ISBN 0-415-93853-8