Lucebert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alles Wertvolle ist wehrlos (Gedicht von Lucebert „Alles van waarde is weerloos“ in Neonbuchstaben auf dem Gebäude einer Versicherungsgesellschaft in Rotterdam.)

Lucebert (* 15. September 1924 in Amsterdam; † 10. Mai 1994 in Alkmaar; eigentlich Lubertus Jacobus Swaanswijk) war ein niederländischer Maler, Grafiker, Lyriker und Schriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Sein Studium an der Amsterdamer Kunstgewerbeschule brach Lucebert 1938 nach einem halben Jahr ab. Im Jahr 1948 gründete Lucebert mit anderen jungen Dichtern und Malern die Experimentele Groep in Holland. Ihr Ziel war es, „erstarrte ästhetische Auffassungen zu bekämpfen“ um „eine freie Entfaltung der neuen künstlerischen Prinzipien“ zu ermöglichen. Nach gemeinsamen Arbeiten mit belgischen und dänischen Künstlern, wie Pierre Alechinsky und Asger Jorn und Carl-Henning Pedersen, gründeten sie in Paris die Gruppe Cobra. Lucebert war vor allem als Lyriker bei der Gruppe aktiv. Luceberts erste Lesung seiner Gedichte anlässlich der ersten Cobra-Ausstellung endet mit einem Eklat. Nach Tumulten im Publikum musste die Polizei die Vorlesung von Lucebert und seinen Freunden vorzeitig beenden. 1969 erhielt Lucebert einen Auftrag der Stadt Amsterdam zu einem Theaterstück. Im Jahr 1974 erschienen seine Verzamelde gedichten.

Mit surrealistischen und dadaistischen Einflüssen galt Luceberts Lyrik als avantgardistisch und revolutionär. Er brach die gängigen Regeln der Dichtung und schuf einen neue, junge und moderne Schreibweise. Sein Gesamtwerk umfasst außerdem Gemälde, Gouachen, Zeichnungen, Graphiken und Buchillustrationen.

Er war Teilnehmer der documenta II (1959) und der documenta III im Jahr 1964 in Kassel. 1958 hatte Lucebert seine erste Einzelausstellung in einer Haarlemer Galerie und 1959 seine erste Museumsausstellung im Amsterdamer Stedelijk Museum. Er liegt auf dem Friedhof Algemene begraafplaats in Bergen (Nordholland).[1]

Gedichtbände (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1951 – Triangel in de jungle
  • 1953 – Apocrief. De analphabetische Naam
  • 1952 – De Amsterdamse school
  • 1955 – Alfabel
  • 1957 – Amulet
  • 1960 – Lithologie
  • 1968 – Poëzie is kinderspel
  • 1969 – Koppen
  • 1971 – Bühnescreens
  • 1972 – V(ijf) V(ijf)
  • 1981 – Oogsten in de dwaaltuin
  • 1981 – Paradijs: vijf etsen en vijf gedichten
  • 1993 – Van de roerloze woelgeest
  • 1994 – Van de maltentige losbol
  • 2005 – Er is leven na de dood

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Winter: Lucebert, Ausstellung im Stedelijk Museum, Amsterdam 1987. Kunstforum International Band 88; Ruppichteroth 1987
  • Heinz Thiel; Man läuft ständig umher im imaginären Museum … Ein Gespräch mit Lucebert. Kunstforum International Band 105; Ruppichteroth 1990
  • Ausstellungskatalog zur documenta II (1959) in Kassel: II.documenta’59. Kunst nach 1945. Katalog: Band 1: Malerei; Band 2: Skulptur; Band 3: Druckgrafik; Textband. Kassel/Köln 1959
  • Ausstellungskatalog zur documenta III (1964) in Kassel: documenta III. Internationale Ausstellung. Katalog: Band 1: Malerei und Skulptur; Band 2: Handzeichnungen; Industrial Design, Graphik. Kassel/Köln 1964
  • Theo Rommerskirchen: Lucebert. In: viva signatur si! Remagen-Rolandseck 2005, ISBN 3-926943-85-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lucebert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cees Noteboom: Tumbas. Gräber von Dichtern und Denkern, Büchergilde Gutenberg 2006, ISBN 9783763257638