Lush Retail

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Lush Retail Limited
Lush-Logo
Rechtsform Public limited company
Gründung 1994
Sitz Poole, Vereinigtes Königreich
Mitarbeiter 1534
Umsatz £79,3 Millionen
Branche Kosmetik
Website http://www.lush.com

Lush ['lʌʃ] ist ein Unternehmen mit Hauptsitz im britischen Poole, das Kosmetikartikel wie Seife und Duschgel herstellt und in einer eigenen Ladenkette vertreibt. Im Jahr 2007 betrieb das Unternehmen weltweit 438 Läden und verkaufte Produkte im Wert von 79,3 Millionen Pfund.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Mark und Mo Constantine und Elizabeth Weir, spätere Mitgründer von Lush, bauten 1976 die Firma Constantine and Weir auf, die ab 1978 einer der wichtigsten Zulieferer für The Body Shop wurde. Anfang der 90er kaufte The Body Shop ihre Rezepte für 6 Millionen Pfund auf und stellte die Produkte selbst her. Mit dem Kapital wurde 1988 Cosmetics to Go gegründet, ein Versandhandel für Kosmetika, der wenige Jahre später Konkurs anmelden musste. 1994 wurde das erste Ladengeschäft von Lush in Poole im südenglischen Dorset eröffnet.[2] Ins Ausland expandierte Lush durch die Vergabe von Franchises. Von den 438 Filialen, die bis 2007 entstanden, befinden sich 80 (2008: 88) im Vereinigten Königreich und 40 (5/2012) in Deutschland.[3][4]

Produkte[Bearbeiten]

Lush bewirbt seine Produkte mit dem Slogan “fresh handmade cosmetics” (deutsch: „frische handgemachte Kosmetika“).[5] Charakteristisch sind die offen ausliegenden, kreisrunden Seifenblöcke, aus denen Stücke wie aus einem Käselaib geschnitten und nach Gewicht abgerechnet werden. Die Inneneinrichtung soll sich an einem Londoner Käsegeschäft[6] und an Gemüseläden (Schiefertafeln als Preisschilder, Obstkisten) orientieren. Ein weiteres Merkmal ist der Duft der offenen Produkte.[7]

Umwelt- und Tierschutz[Bearbeiten]

Die von Lush verwendeten Rohstoffe stammen oft aus ökologischem Anbau oder Fair-Trade-Handel. Die Produkte werden ohne Tierversuche entwickelt; sie sind vegetarisch und zum Teil vegan und die meisten festen Produkte frei von Konservierungsmitteln.[8] Lush vermarktet sich damit als ethical brand, also eine Marke, die ethische Grundsätze beachtet; zu diesem Zweck unterstützt es auch Gruppen von Umweltaktivisten wie Seeds for Change und Guerilla Gardeners.[9] Nach eigenen Angaben gibt Lush insgesamt 2 % seines Gewinns an gemeinnützige Organisationen weiter.[10] Ein hoher Anteil der Produkte wird in fester Form verkauft, weswegen oft auf Kunststoffflaschen als Verpackung verzichtet werden kann.

Für die festen Shampoos, Massagebars, Bodybutter etc. werden passend geformte blanke Aluminiumdosen, in die das Lush-Logo geprägt ist, für 3–4 Euro verkauft, was jede weitere Verpackung nachhaltig überflüssig macht. Für lose im Geschäft gekaufte Artikel werden Papiertüten angeboten. Der Versandhandel arbeitet mit Pappschachteln, in denen kompostierbares "Nebenprodukt der Kartoffelchips-Herstellung“ als Füllmaterial verwendet wird und die mit Papierklebeband verschlossen werden. Eine weitere Verpackungsmöglichkeit sind die an der Tradition japanischer Furoshikis orientierten Tücher, die entweder aus wiederverwendeten Vintagestoffen, aus Bio-Baumwolle oder aus Plastikbechermüll recyclet und in Indien innerhalb eines sozialen Projektes hergestellt werden. Auch die Schürzen der Mitarbeiter werden auf diese Weise in Indien produziert.

Leere Dosen aus 100 % recyceltem Polypropylen werden in den Shops zurückgenommen, 5:1 (als Naturalien-Pfand) gegen frische Gesichtsmasken getauscht und vollständig recycelt.

Kritik[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 wurde Lush wegen des hohen Leistungsdrucks kritisiert, unter dem die Mitarbeiter arbeiten müssen. Der Druck werde zum Beispiel durch strenge Verkaufsvorgaben und Umsatz-Ranglisten aufgebaut.[11] Einige Lush-Mitarbeiter und ehemalige Angestellte aus deutschen Filialen kritisieren außerdem erniedrigende Verkaufspraktiken, Einschüchterungen und ein sektenähnliches Klima. Zudem überschreite das Unternehmen immer wieder Grenzen.[12] In Großbritannien hingegen belegte Lush im Jahr 2008 den 50. Platz auf einer von der Sunday Times erstellten Liste der 100 besten Arbeitgeber.[13]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Vgl. „Lush couple with a shed load of ideas“auf http://www.guardian.co.uk/business/2007/apr/13/retail2 sowie http://www.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/career_and_jobs/best_100_companies/article3477991.ece, abgerufen am 25. Juli 2008.
  2. Vgl. http://www.lushie.com/bigbook-cosmeticstogointro.html, abgerufen am 24. Juni 2009.
  3. Vgl. http://www.guardian.co.uk/business/2007/apr/13/retail2 und „Gut zu Tieren, hart zu Mitarbeitern“, abgerufen am 25. Juli 2008 von http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kultkette-lush-gut-zu-tieren-hart-zu-mitarbeitern-1.816185
  4. http://www.lush-shop.de/shops_24.html
  5. Vgl. http://www.lush.co.uk/, abgerufen am 25.Juli 2008.
  6. Vgl. http://www.guardian.co.uk/business/2007/apr/13/retail2: “The look of a Lush shop was partly inspired by the London cheese shop Neal's Yard. Soap is sold in wedges that do indeed look like cheese, priced by weight and wrapped in greaseproof paper.”
  7. Vgl. http://www.guardian.co.uk/business/2007/apr/13/retail2: “Brands can be recognised by many things […]. With Lush cosmetics it is the smell.”
  8. Vgl. http://www.lush-shop.de/ueber-lush_9.html?sid=tbgvc5i5sjsomgg0hdjm1bsv82
  9. Vgl. “Guerrilla giveaway”, abgerufen am 25. Juli 2008 von http://www.guardian.co.uk/environment/2007/apr/18/activists.guardiansocietysupplement
  10. Vgl. http://www.guardian.co.uk/business/2007/apr/13/retail2: “The company says it gives around 2% of its profits to charity.”
  11. Vgl. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kultkette-lush-gut-zu-tieren-hart-zu-mitarbeitern-1.816185
  12. Financial Times Deutschland: Dubiose Praktiken einer Öko-Kosmetikkette, eingesehen am 5. November 2010
  13. Vgl. http://www.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/career_and_jobs/best_100_companies/best_100_tables/, abgerufen am 25. Juli 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lush (company) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien