Instagram

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Instagram
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Betriebssystem
Kategorie Foto-Sharing
Lizenz Freeware
www.instagram.com

Instagram ist eine kostenlose Foto-Sharing-App für iOS- und Android-Mobilgeräte, mit der Nutzer Fotos erstellen und verfremden können, um sie anschließend über das Internet anderen zugänglich zu machen. In Anlehnung an die Kodak Instamatic und Polaroid-Kameras haben mit Instagram gemachte Fotos eine quadratische Form.

Instagram ermöglicht es, Fotos in mehreren sozialen Netzwerken (inklusive einem eigenen) zu verbreiten.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Instagram-Effekt

Die Anwendung wurde von Kevin Systrom und Mike Krieger entwickelt, die in San Francisco ihre HTML5-basierende Check-In-Software burbn erstellt hatten. Sie erweiterten burbn nachfolgend auf Fotos und veröffentlichten Instagram schließlich am 6. Oktober 2010 im App Store.[3] Serverseitig wurde auf eine Reihe bewährter Open-Source-Lösungen wie Ubuntu Linux, nginx-Webserver, django sowie PostgreSQL mit PostGIS gesetzt. Gehostet wird Instagram in einer Amazon EC2 Cloud.[4][5] Instagram für Android ist am 3. April 2012 erschienen.[6]

Zu den Geldgebern, die früh bei Instagram einstiegen, zählen bekannte Internet-Investoren wie Andreessen Horowitz und Sequoia Capital, aber auch Twitter-Mitgründer Jack Dorsey.[7]

Im April 2012 teilte Facebook mit, dass es Instagram zum Preis von einer Milliarde Dollar (760 Mio. Euro) übernehmen werde, ein Teil wird in Facebook-Aktien bezahlt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Instagram 12 Mitarbeiter und kein Ertragsmodell.[8][9] Die Kaufsumme von einer Milliarde Dollar ist weit mehr, als jemals für die Übernahme eines digitalen Fotodienstes gezahlt wurde. Beispielsweise übernahm Google Inc. Picasa im Jahr 2004 für fünf Millionen Dollar oder Yahoo Flickr im Jahr 2005 für 30 Millionen Dollar. Als News Corp. Photobucket im Jahr 2007 für 300 Millionen Dollar aufkaufte, galt dies als Rekordsumme.[10]

Im Mai 2012, eineinhalb Monate nach dem Kauf von Instagram, veröffentlichte Facebook die App Facebook Camera für das iPhone, die der Instagram-App zum Verwechseln ähnlich sieht und nahezu die gleichen Funktionen besitzt. Allerdings, so wurde von Seiten von Facebook kolportiert, hätten keine Mitarbeiter von Instagram die Filter von Facebook Camera mitentwickelt.[11]

Als Konsequenz der Übernahme durch Facebook stellte der Kurznachrichtendienst Twitter im Juli 2012 die Möglichkeit ein, Daten per Twitter API direkt aus Instagram heraus abzurufen. Instagram war damit nach LinkedIn die zweite große Plattform, die durch Twitter gesperrt wurde.[12]

Anfang November 2012 wurden die sogenannten Webprofile freigeschaltet. Diese bieten Nutzern des Dienstes erstmals die Möglichkeit, sich mit ihren Bildern öffentlich in Form einer personalisierten Website zu präsentieren. Die Funktion wird als Anpassung von Instagram an die Struktur und das Konzept von Facebook beurteilt.[13]

Versionen [Bearbeiten]

Eine Fotocollage eines Bildes, das mit 16 verschiedenen Instagram-Filtern bearbeitet wurde.

Im September 2011 wurde Version 2.0 im App Store veröffentlicht. Sie enthält einige Änderungen wie beispielsweise die Live-Filter, Instant Tilt-Shift, vier neue Filter, hochauflösende Fotos, optional Rahmen und ein neues App-Symbol.[14] Mit Stand März 2012 befinden sich 18 auswählbare Filter in Instagram.

Mitte August 2012 hat Instagram die Version 3.0 seiner App vorgestellt, die unter anderem zahlreiche Neuerungen bei der Oberfläche einführt. So lädt die App nun neue Bilder automatisch, während der Nutzer an das Ende einer Liste gelangt ist. Auch der Dialog zum Hochladen neuer Bilder wurde überarbeitet. Die größte Neuerung ist aber die Einführung einer Geotag-Funktion, die alle Fotos des Anwenders auf einer Karte anordnet, die auch durch andere Mitglieder der Plattform betrachtet werden kann.[15]

Die letzte Überarbeitung der Web-App wurde Anfang September 2012 durchgeführt. Seitdem orientiert sich die mobile Website stärker am Umfang der iOS-App, Funktionalität und Oberfläche wurden auch mit der klassischen Web-App angeglichen.[16]

Bedeutung [Bearbeiten]

Im Dezember 2010 hatte Instagram eine Million registrierte Benutzer,[17] im Juni 2011 waren es fünf Millionen,[18] im Juli 2011 10 Millionen[19] und im April 2012 über 30 Millionen.[20] Das Wachstum ging stark weiter und am 11. September 2012 gab Mark Zuckerberg bekannt, dass Instagram mittlerweile über 100 Millionen registrierte Nutzer hat.[21] Instagram teilte im Juli 2011 mit, dass die Grenze von 100 Millionen hochgeladenen Fotos überschritten worden sei, im August waren es 150 Millionen.[22][23]

Das rasante Wachstum der Plattform wurde auch dadurch begründet, dass zahlreiche bekannte Marken bereits früh damit begonnen haben, ein eigenes Profil auf Instagram zu pflegen. Dabei werden die Inhalte häufig mit dem Konkurrenten Pinterest abgeglichen.[24] Die Bedeutung des Dienstes wird auch dadurch gefördert, dass Nutzer besonders oft kommerzielle Einrichtungen fotografieren. So wurden im Jahr 2012 beispielsweise der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi, das Einkaufszentrum Siam Paragon und der Disneyland Resort am häufigsten abgelichtet.[25]

Schnittstellen [Bearbeiten]

Instagram kann über die zur Verfügung gestellte API auch von Drittanbietern für Web-, Desktop-, mobilen und Tablet-Anwendungen sowie Dienste, die Nicht-Mitgliedern das Ansehen und Drucken von Instagram-Fotos ermöglichen, genutzt werden. Obwohl Twitter keinen direkten Zugriff mehr auf Instagram ermöglicht, können in Tweets eingebundene Fotos des Dienstes direkt innerhalb der Web-App angezeigt werden.

Seit der Akquisition durch Facebook wird die Integration von Open Graph immer weiter vorangetrieben. Seit Instagram 2.5 für iOS beziehungsweise 1.1.4 für Android ist es möglich, Aktivitäten des Dienstes automatisch in die Facebook-Chronik zu übernehmen.[26]

Ende des Jahres 2012 berichteten Nutzer von Problemen mit der Integration von Instagram in Twitter. Daraufhin bestätigten die Betreiber beider Dienste, dass Instagram die Schnittstelle Twitter Cards nicht mehr nutzt, um Bilder zukünftig verstärkt auf der eigenen Website darzustellen. Experten beurteilten diese Maßnahme als Zeichen für die zunehmende Konkurrenz zwischen Facebook Inc. und Twitter Inc.[27]

Kritik [Bearbeiten]

Instagram steht immer wieder in der Kritik, dass es sich zu sehr auf die Apps konzentriert. Im Vergleich zu ähnlichen Diensten ist der Funktionsumfang der Website unterentwickelt.[28]

Mit einer im Dezember 2012 eingeführten Datenschutzerklärung gestattet sich Instagram, Nutzerinhalte und Informationen beispielsweise aus Cookies, Geräte-IDs, Ortsdaten oder Nutzungsdaten der Muttergesellschaft Facebook Inc. und deren Diensten zu teilen. Laut Informationen des Unternehmens soll dies einer besseren Integration von Instagram und Facebook dienen. Kritisch gesehen wurde aber vor allem auch der Umstand, dass sich Instagram umfassende Nutzungs- und Verwertungsrechte an den hochgeladenen Bildern seiner Nutzer eingeräumt hat.[29] Aufgrund der anhaltenden öffentlichen Kritik hat Instagram die betreffenden Passagen wenige Tage später wieder ausgesetzt und somit die AGB weitgehend wieder auf den alten Stand zurückgesetzt.[30]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Instagram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Instagram im Google Play Store. Abgerufen am 19. August 2012.
  2. Dan Frommer: Here’s How to Use Instagram. In: Business Insider. 1. November 2010, abgerufen am 20. Mai 2011.
  3. Kevin Systrom: What is the history of Instagram. In: Quora. 7. Oktober 2010, abgerufen am 2. September 2011.
  4. What Powers Instagram: Hundreds of Instances, Dozens of Technologies. Abgerufen am 1. Mai 2012.
  5. Mike Krieger: Sharding @ Instagram. Abgerufen am 1. Mai 2012 (PDF; 1,09 MB).
  6. Thomas Houston: Instagram for Android now available. In: The Verge. 3. April 2012, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Facebook schluckt Fotodienst Instagram für eine Milliarde Dollar. In: Financial Times Deutschland. Abgerufen am 19. August 2012.
  8. Instagram & Co: die große Hype-Lotterie. In: Meedia. Abgerufen am 19. August 2012.
  9. Facebook investiert in Foto-Hype. In: Financial Times Deutschland. Abgerufen am 19. August 2012.
  10. Pascal Paukner: Focus-Bericht über den Facebook-Instagram-Kauf. In: Focus. 10. April 2012, abgerufen am 19. August 2012.
  11. Facebook Camera App veröffentlicht – Instagram-Klon aus eigenem Haus. In: t3n Magazin. Abgerufen am 25. Mai 2012.
  12. Falk Hedemann: Twitter auf Isolationskurs: Nach LinkedIn folgt jetzt Instagram. In: t3n Magazin. 27. Juli 2012, abgerufen am 19. August 2012.
  13. Luca Caracciolo, David Maciejewski: Instagram und Social Media Webprofile. In: TechnikLOAD. Yeebase Media, 9. November 2012, abgerufen am 11. November 2012.
  14. Introducing Instagram v2.0. Instagram, 20. September 2011, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  15. Lars Budde: Instagram 3.0: Großes Update führt Foto-Karten mit Geo-Tagging ein. In: t3n Magazin. 17. August 2012, abgerufen am 19. August 2012.
  16. Lars Budde: Instagram Redesign: Mobile Website bietet neue Funktionen. In: t3n Magazin. Abgerufen am 13. September 2012.
  17. The Instagram Community – One Million and Counting. Instagram, 21. Dezember 2010, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  18. At 5 Million Users, It’s Hard Not To View Instagram Through A Rose-Colored Filter. 13. Juni 2011, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  19. The Instagram Community – Ten Million and Counting. Instagram, 26. September 2011, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  20. Instagram for Android – Available Now. Instagram, 3. April 2012, abgerufen am 9. April 2012.
  21. Instagram hat 100 Millionen registrierte Nutzer. SocialMediaStatistiken, 3. Oktober 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  22. Testing, Testing... Instagram, 16. Juli 2011, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  23. 150,000,000 Photos. Instagram, 3. August 2011, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  24. Björn Eichstädt, Katrin Kuch: Social Media: So kommunizieren Marken mit Instagram, Pinterest und Co. In: t3n Magazin. 31. August 2012, abgerufen am 4. September 2012.
  25. Lars Budde: Das sind die beliebtesten Instagram-Locations 2012. In: t3n Magazin. 30. Dezember 2012, abgerufen am 1. Januar 2013.
  26. Neues Instagram für iOS und Android bringt stärkere Facebook-Verknüpfung. In: t3n Magazin. 26. Juni 2012, abgerufen am 4. September 2012.
  27. Yvonne Ortmann: Instagram sperrt Twitter aus – keine Bilder mehr in der Vorschau. In: t3n Magazin. 6. Dezember 2012, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  28. Lars Budde: Instagram baut offenbar Website aus. In: t3n Magazin. 23. Juli 2012, abgerufen am 4. September 2012.
  29. Johannes Haupt: Instagram erzürnt Nutzer mit neuen AGBs. In: t3n Magazin. 18. Dezember 2012, abgerufen am 18. Dezember 2012.
  30. Johannes Haupt: Instagram fühlt sich missverstanden, streicht umstrittene AGB-Passage. In: t3n Magazin. 19. Dezember 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.