Lycée Français de Vienne

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Lycée Français de Vienne
Haupteingang
Schulform französischsprachige Vorschule,
Volksschule und Gymnasium
Gründung 1946
Adresse

Liechtensteinstr. 37A, A-1090 Wien, Österreich

Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 13′ 15″ N, 16° 21′ 33″ O48.22083333333316.359166666667Koordinaten: 48° 13′ 15″ N, 16° 21′ 33″ O
Schüler 1.821
Website http://www.lyceefrancais.at/

Das Lycée Français de Vienne (LFV) ist eine von 410 durch das Schulnetz der Agence pour l'Enseignement Français à l'Etranger (AEFE) verbundenen französische Auslandsschule in Wien und wurde 1946 von Général Béthouart gegründet. Es ist eine Privatschule, welche aber Öffentlichkeitsrecht besitzt. Dadurch werden alle Zeugnisse anerkannt und Prüfungen vor Kommissionen sind nicht notwendig. Heute genießt es einen ausgezeichneten Ruf und teilt sich mit dem ebenfalls bekannten Theresianum ein Internat.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schule wurde am 11. Mai 1946 mit 77 Schülern in provisorischen Räumlichkeiten eröffnet und übersiedelte in der Folge in das von Karl Kupsky (1906–1984) mit geplante, am 8. Mai 1954 feierlich freigegebene Schulgebäude [1] innerhalb des Parks des Palais Clam-Gallas zwischen Liechtensteinstraße und Währinger Straße im 9. Wiener Gemeindebezirk. Seit Beginn ist sie eine gemischte Schule für österreichische und französische Schüler. Auch die Räumlichkeiten des "Studio Molière", dem ehemaligen "Fliegerkino", gehören zur Schule.

Am 15. März 1947 wurde ein erster Vertrag zwischen der Österreichischen und der Französischen Republik geschlossen, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Erziehung, Ausbildung und Universität sowie auf literarischem, wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet zu fördern.

1950 hatte die Schule schon 500 Schüler und 1953 1350, wobei schon damals 20 % französischer Herkunft waren. Da die Israelitische Kultusgemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche jüdische Einrichtungen, darunter auch einige Schulen, schloss, besuchten viele jüdische Schüler das Lyzeum. So absolvierten dort unter anderen Ben Segenreich, Ariel Muzicant und Ronald Barazon ihre Schulzeit.

Ein weiterer Vertrag vom 22. Februar 1952 definierte das Verhältnis zwischen Matura und Baccalauréat zueinander sowie den jeweiligen Stellenwert des österreichischen und französischen Unterrichts. Dieser Vertrag wurde 1960, 1962, 1968 und zuletzt am 27. Jänner 1983 aktualisiert.

Im Schuljahr 2005/06 besuchten 1.821 Schüler das Lycée, davon 362 den Kindergarten, 604 die Volksschule und 855 die Unter- und Oberstufe des Gymnasiums. Heute befinden sich Kindergarten sowie einige Volksschulklassen in den Räumlichkeiten in Grinzing, die restlichen Klassen sind in den Gebäuden in der Liechtensteinstraße untergebracht.

Ausrichtung[Bearbeiten]

Die Schule ist wie in Frankreich als Ganztagsschule mit Französisch als Unterrichtssprache betrieben. Für Österreicher ist Zusatzunterricht auf Deutsch ab dem Kindergarten bis zur Matura verpflichtend, Nichtösterreichern wird Deutsch als erste lebende Fremdsprache ab dem Kindergarten angeboten. Auch für englischsprachige Schüler gibt es speziellen Unterricht, welcher dann den Besuch einer englischsprachigen Universität erlaubt. Zu Mittag gibt es landestypische Kost, und die Schullandwochen werden meist in Frankreich verbracht. Mit dem Abschluss erhält man sowohl ein französisches Baccalauréat als auch eine österreichische Matura, wenn der Zusatzunterricht auf Deutsch belegt wurde. Weitere angebotenen Sprachen sind Spanisch, Arabisch und Latein. Fast seit Anbeginn kommen 70 % der Schüler aus Österreich, 20 % aus Frankreich und die restlichen 10 % aus über 50 Ländern aller Welt, in der jüngeren Vergangenheit ist der Anteil an Nicht-Österreichern jedoch auf etwa 40 % gestiegen.

Ablauf und Bedeutung[Bearbeiten]

Aufgrund des sehr großen Andrangs besteht die sicherste Methode zur Sicherung eines Platzes an der Schule darin, dort bereits in den Kindergarten zu gehen, was für nicht-französischsprachige Kinder auch empfohlen wird und ab dem dritten Lebensjahr möglich ist. Auf jeden Fall muss die Einschreibung vor dem zehnten Geburtstag erfolgen. Für nicht-französischsprachige Kinder zwischen sechs und zehn Jahren (1. Klasse Volksschule bis 1. Klasse AHS) gibt es eine maximal zwanzigköpfige Einstiegsklasse, in der die Voraussetzungen für eine Eingliederung in den normalen Schulbetrieb geschaffen werden. Die Schüler sind dabei in ihrer Stammklasse und werden nach einem festgelegten Zeitplan für sechs Unterrichtseinheiten pro Woche aus dem Klassenverband geholt. Während der Zeit ist mit dem zusätzlichen deutschsprachigen Unterricht auch gesorgt, dass bei Problemen eine Eingliederung in eine österreichische Schule keine Probleme bereitet.

Der Unterricht beginnt um 8:25 Uhr und dauert am Vormittag bis 12:30. Der Nachmittagsunterricht beginnt um 13:30 Uhr und kann bis 18:25 Uhr dauern. Eine Unterrichtseinheit beträgt ungefähr 55 Minuten. Am Vormittag und am Nachmittag gibt es jeweils eine 10-minütige Pause.

In einer Bewertung durch das Magazin Gewinn erreichte die Schule den vierten Platz hinter BG Parhamerplatz, BG Rahlgasse und dem Theresianum.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Für Frankreich und Wien ehrenvoll. Die Wiener französische Schule eröffnet. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 09. Mai 1954, S. 6.

Weblinks[Bearbeiten]