Mercedes-Benz (Motorsport)

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Mercedes Simplex 508 von 1902
Benz-Rennwagen von 1908
Mercedes-GP-Wagen von 1914
Mercedes-Benz W 125
Karl Kling im W 196
Sauber-Mercedes C9 von 1988 beim Oldtimer-Grand-Prix 2009 auf dem Nürburgring
Ein Mercedes DTM-AMG
Safety Car der Formel 1 von Mercedes

Die Marke Mercedes-Benz hat im Motorsport eine lange Tradition.

Bereits vor ihrer Fusion 1926 zur Daimler-Benz AG waren die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) und Benz & Cie. im Motorsport erfolgreich. Beide nahmen am ersten Autorennen (Paris-Rouen 1894) teil.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Der Mercedes Simplex von 1902, gebaut von der DMG, war der erste zweckmäßige Rennwagen, der deutlich niedriger gebaut war als bei Autos damals üblich. Der Belgier Camille Jenatzy, genannt der Rote Teufel, verschaffte mit seinem Sieg beim Gordon Bennett-Cup 1903 Mercedes den ersten internationalen Sieg. Dieser Sieg brachte 1904 das erste Grand-Prix-Rennen nach Deutschland. Der Mercedes Simplex dominierte für Jahre den Automobilsport. Im Jahr 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, gewann der DMG Mercedes 35 hp den Großen Preis von Frankreich. 1915 gewann der Mercedes von Ralph DePalma das Indianapolis 500.

Karl Benz’ neue Firma, C. Benz Söhne, baute den Blitzen-Benz, der mehrere Geschwindigkeitsrekorde aufstellte; 1909 erreichte der Wagen 228,1 km/h. Durch diesen Rekord kam das Modell in den Ruf, schneller als alle anderen Autos und sogar Züge und Flugzeuge zu sein. Die Firma konstruierte viele aerodynamisch geformte Rennwagen. Der Benz-Tropfenwagen hatte die Form eines Regentropfens und wurde 1923 auf dem Autodromo Nazionale Monza im Motorsport eingeführt.

Die 1930er Jahre[Bearbeiten]

In den 1930ern dominierte die 1926 neu geschaffene Daimler-Benz AG mit ihren legendären Silberpfeilen zusammen mit dem Konkurrenten Auto Union den europäischen Motorsport. Dabei stellte sie Geschwindigkeitsrekorde von bis zu 435 km/h auf. Bedeutende Mercedes-Rennwagen aus den 30er Jahren waren z. B. der Mercedes-Benz W 125 und der Mercedes-Benz W 154.

Verantwortlich für die Entwicklung der Rennwagen war seit 1936 Rudolf Uhlenhaut, der sich nicht nur als Ingenieur, sondern auch als Testfahrer auszeichnete. Die erfolgreichen W 125 und W 154 entstanden unter seiner Leitung. 1939 baute Mercedes für das Rennen in Tripolis noch den kleinen W 165, von dessen 1,5-Liter-Motor Uhlenhaut sagte, es sei wohl der beste Rennwagenmotor, der je gebaut wurde.

Die Regie bei den Rennen führte Rennleiter Alfred Neubauer. Er war der Taktiker des Teams, der die Tankstopps seiner Fahrer vorab festlegte und den Reifenverschleiß vorausberechnete, um das Tempo zu bestimmen. Er gilt als Erfinder der Zeichentafeln, die Rennfahrern von den Boxen aus entgegengehalten wurden, um ihnen ihre Position im Rennen und den Abstand zum Vorausfahrenden oder Nachfolgenden anzuzeigen, sie zu schnellerem oder verhaltenem Fahren aufzufordern usw. Umstritten waren Neubauers Stallordern, die mitunter Unverständnis unter den Fahrern auslösten und den Italiener Fagioli veranlassten, Mercedes-Benz in der Saison 1936 zu verlassen und zur Auto Union zu wechseln.

Im Jahre 1938 schließlich wurde mit dem Fahrer Rudolf Caracciola und dem Mercedes-Benz DAB V12 der noch bis heute gültige Geschwindigkeitsrekord für den Fliegenden Kilometer aufgestellt

Die aktiven Rennfahrer von 1934 bis 1939 für Mercedes waren in alphabetischer Reihenfolge: Walter Bäumer, Manfred von Brauchitsch, Heinz Brendel, Rudolf Caracciola, Louis Chiron, Luigi Fagioli, Hanns Geier, Hans-Hugo Hartmann, Ernst Jakob Henne, Christian Kautz, Hermann Lang, Richard Seaman und Goffredo Zehender. Nicht zum Einsatz kamen Walter Gärtner, Bobby Kohlrausch und Hans Soenius.

Die 1950er Jahre[Bearbeiten]

1952 kehrte Mercedes-Benz mit dem 300 SL (W194) in den Motorsport zurück. Gleich in diesem Jahr gelang Mercedes-Benz der Doppelsieg beim 24 Stunden von Le Mans: der Mercedes-Benz 300 SL mit Hermann Lang / Fritz Rieß sicherte sich den ersten Platz mit einer Runde Vorsprung auf Helfrich / Niedermayr. Den Gesamtsieg holten sie auch beim Großen Preis von Bern und bei der Carrera Panamericana, gefahren von Karl Kling und Hermann Lang. Die Mille Miglia beendete der Mercedes auf dem zweiten Platz. Damit knüpfte Mercedes-Benz an die großen Erfolge im Rennsport vor dem Zweiten Weltkrieg an.

Engagement als Werksteam in der Formel 1[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mercedes Grand Prix

Am 4. Juli 1954 stieg Mercedes-Benz mit dem W 196R in die Formel 1 ein und erzielte mit den Fahrern Juan Manuel Fangio und Karl Kling einen Doppelsieg beim Großen Preis von Frankreich. Fangio gewann 1954 auch die Großen Preise von Deutschland, der Schweiz und von Italien; Karl Kling siegte beim AVUS-Rennen. 1955 wurde Fangio Erster in Argentinien, Belgien, der Niederlande und Italien; Moss gewann den GP von England.

Ähnlich erfolgreich war der vom W 196 abgeleitete Rennsportwagen Mercedes-Benz 300 SLR W196S, der neben anderen Rennen am 1. Mai 1955 die Mille Miglia mit der bis dahin höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit von 157 km/h gewann, gefahren von Stirling Moss mit Denis Jenkinson als Beifahrer. Zweiter wurde Juan Manuel Fangio.

Mercedes-Benz dominierte die Grand-Prix- und Sportwagenrennen bis zum Ende der Saison 1955, als sich der Konzern, wie zu Beginn geplant, mit allen Teams aus dem Motorsport zurückzog. Der verheerende Unfall in Le Mans 1955, als der 300 SLR von Pierre Levegh unverschuldet mit dem Austin Healey von Lance Macklin kollidierte und dabei über 80 Zuschauer getötet wurden – daraufhin wurden einige Rennen abgesagt –, trug mit zum Rückzug bei.

Die Stammfahrer von 1954 / 55 waren Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann, Karl Kling, Hermann Lang, Stirling Moss, Piero Taruffi und André Simon als Ersatzmann. Rennleitung: Alfred Neubauer und Alexander von Korff

Die 1960er bis 1980er Jahre[Bearbeiten]

Mercedes-Benz setzte in den 1960ern und 1970ern einige große Limousinen (Mercedes-Benz W 111) im Rallyesport ein. In den frühen 1980er Jahren war geplant, mit dem damals neuen Mercedes-Benz W201 („190er“) an Rallyes teilzunehmen. Wegen der Einführung von Allradantrieb und Turbolader (Audi Quattro) im Wettbewerb wurde der Plan jedoch aufgegeben. Stattdessen startete der W 201 bzw. Mercedes 190 mit einem 16-Ventil-Motor von Cosworth auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Nardò vom 13. bis 21. August 1983 zu einem Dauerlauf. Der Wagen brach dabei drei FIA-Weltrekorde, nachdem er fast ohne Unterbrechung (bis auf einen 20-sekündigen Boxenstopp alle 2,5 Stunden) insgesamt 201 Stunden, 39 Minuten und 43 Sekunden über 50.000 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 247 km/h gefahren war. Dieser Erfolg gab den Ausschlag für die serienmäßige Herstellung des Modells 190E 2.3–16.

Ende der 1980er Jahre[Bearbeiten]

Mercedes-Benz kehrte schließlich in den späten 80ern zu den Sportwagenrennen und in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft zurück; Sauber-Mercedes gewann 1989 die 24 Stunden von Le Mans. Mercedes war auch in der Gruppe-C-WM erfolgreich und konnte 1989 und 1990 den Weltmeistertitel mit Jean-Louis Schlesser im Sauber C9 und Mercedes-Benz C11 sowie 1988 den deutschen Gruppe-C-Rennserie-Super-Cup mit dem C9 gewinnen. Mercedes-Benz Motorsport brachte durch intensive Nachwuchsförderung auch große Talente hervor, z. B. den späteren Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher sowie die späteren Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger.

Mercedes-Benz setzte bis 2001 werksseitig Renntrucks in Truck-Racing-Rennen ein. In der Truck-Racing-Europameisterschaft konnte Mercedes von 1989 bis 1998 acht Mal den Fahrertitel holen. Erfolgreichster Pilot war Steve Parrish, der den Titel sechs Mal gewann, davon fünf Mal in Folge auf einem Mercedes 1450 S. In der brasilianischen Truck-Racing-Meisterschaft konnte im seit 1995 bestehenden Reglement der Titel vier Mal durch Wellington Cirinno gewonnen werden. In dieser Meisterschaft werden werksunterstützte Fahrzeuge aus brasilianischer Produktion eingesetzt.

1990 wurde Norbert Haug Sportchef bei Mercedes-Benz. Insbesondere die DTM-Fahrertitel von Klaus Ludwig in den Jahren 1992 und 1994 sowie die DTM- und ITC-Fahrertitel von Bernd Schneider aus dem Jahr 1995 sind die Höhepunkte der ersten Jahre Norbert Haugs als Mercedes-Sportchef.

Mercedes-Benz fährt seit Neugründung der DTM im Jahre 2000 in dieser Serie mit und wurde in den Jahren 2000, 2001, 2003, 2005, 2006 und 2010 Meister.

Wiedereinstieg in die Formel 1 / Sauber-Mercedes[Bearbeiten]

Unter der Leitung von Norbert Haug stieg Mercedes-Benz nach fast 40 Jahren wieder in die Formel 1 ein. Zunächst startete der damalige Mercedes-Partner Peter Sauber den Schritt alleine; auf den Autos der Saison 1993 stand lediglich Concepted by Mercedes-Benz. Ein Jahr später, 1994, hieß das Team offiziell Sauber-Mercedes. Ein schwerer Unfall von Karl Wendlinger im Training zum Großen Preis von Monaco war der Tiefpunkt der Saison. Ende des Jahres trennten sich Sauber und Mercedes-Benz. Der deutsche Autohersteller unterstützte fortan das britische McLaren-Team.

McLaren-Mercedes[Bearbeiten]

Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes MP4-10 der Saison 1995

1995 und 1996 blieb das Team in rot-weißer Lackierung sieglos. Zunächst wollte man mit Mika Häkkinen und Nigel Mansell antreten. Nachdem der Weltmeister von 1992 in den ersten beiden Rennen nicht ins Cockpit passte, wurde er durch Mark Blundell ersetzt. Nach zwei weiteren Rennen trennte sich das Team von Mansell, so dass Blundell den Rest der Saison fuhr. Zum Großen Preis des Pazifik wurde der erkrankte Mika Häkkinen durch Jan Magnussen vertreten, der bereits ein Jahr zuvor für McLaren-Peugeot getestet hat und 1995 für Mercedes-Benz in der DTM und der ITC am Start war. Beim freien Training zum Großen Preis von Australien, dem Saisonfinale in Adelaide, verunglückte Mika Häkkinen schwer, Rennarzt Sid Watkins musste noch vor Ort einen Luftröhrenschnitt vornehmen.

Bereits vier Monate später, beim Saisonauftakt 1996, war Mika Häkkinen - wiederum in Australien, diesmal in Melbourne - wieder mit dabei. Sein neuer Teamkollege wurde David Coulthard, der neun Jahre und 150 Grand Prix im Team bleiben sollte. Das Team blieb erneut sieglos. Nach der Saison trennte man sich vom langjährigen Sponsor Marlboro und trat ab 1997 erstmals im Silberpfeil-Design an.

Erfolge in Amerika[Bearbeiten]

Emerson Fittipaldi war Teamkollege von Al Unser jr. bei Penske-Mercedes 1994

Mercedes-Benz stieg ebenfalls in der amerikanischen Champ-Car-Serie ein. 1994 gelang es Al Unser jr. für Penske-Mercedes die 500 Meilen von Indianapolis zu gewinnen und die Serie als Gesamtsieger zu beenden. Bei zwölf von 16 Rennen konnte Penske-Mercedes gewinnen. Unser jrs. Teamkollegen Emerson Fittipaldi und Paul Tracy belegten die Plätze zwei und drei in der Gesamtwertung.

WM-Titel Ende der 1990er Jahre[Bearbeiten]

Der MP4-12 war der erste McLaren im Silberpfeil-Design
David Coulthard im MP4-13 der Saison 1998

1997 traten erstmals seit 1955 wieder Autos im Silberpfeil-Design in der Formel 1 an. Bereits beim ersten Rennen, dem Großen Preis von Australien auf dem Albert Park Circuit in Melbourne, fuhr David Coulthard am 9. März 1997 einen Sieg ein. Im Laufe der Saison kam in Monza ein weiterer Sieg für den Schotten hinzu sowie beim Saisonfinale in Jerez de la Frontera. Nach einem weiteren Sieg sah es auf dem Nürburgring aus, als die McLaren-Mercedes beide in Führung lagen, dann aber fast zeitgleich mit einem Motorschaden ausschieden. Beide defekten Autos standen dann direkt vor der Mercedes-Tribüne.

Titelverteidiger Mika Häkkinen im MP4-14 von 1999

1998 gelang es der deutsch-britischen Allianz mit dem MP4-13 das stärkste Auto im Feld zu bauen. In Melbourne konnten sie einen überlegenen Doppelsieg herausfahren, bei dem sie sogar den drittplatzierten Heinz-Harald Frentzen auf Williams-Supertec überrundeten. Während des Rennens kam es zu Stallregie, so dass Mika Häkkinen das Rennen vor David Coulthard gewinnen sollte. Im Laufe der Saison wurde das Ferrari-Team um Michael Schumacher immer stärker, bis am 27. September 1998 auf dem Nürburgring schließlich die Vorentscheidung zugunsten von Mika Häkkinen fiel. Am 1. November 1998 kam es in Suzuka zum Saisonfinale, bei dem Michael Schumacher gleich am Start stehen blieb und von hinten ins Rennen gehen musste. Mika Häkkinen wurde Fahrerweltmeister und McLaren-Mercedes Konstrukteursweltmeister.

1999 ging man als Titelverteidiger und Favorit in die Saison und gleich in Melbourne waren die McLaren-Mercedes wieder die schnellsten Autos im Feld, schieden jedoch beide mit technischen Defekten aus, so dass der spätere Vizeweltmeister Eddie Irvine gewinnen konnte. Im weiteren Saisonverlauf tat sich das Team schwer gegen Michael Schumacher und Ferrari, man holte jedoch vor dem Grand Prix in Silverstone wieder auf, wo Schumacher sich einen Beinbruch zuzog und drei Monate pausieren musste. Zwei Wochen später, beim Großen Preis von Österreich auf dem A1-Ring fuhren Häkkinen und Coulthard in der zweiten Kurve ineinander, beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps verzichtete das Team auf Stallregie, so dass der in der Weltmeisterschaft inzwischen chancenlose David Coulthard vor seinem Teamkollegen Mika Häkkinen gewann. Zwei Rennen vor Schluss, beim Großen Preis von Malaysia war Michael Schumacher wieder am Start und Ferrari errang einen Doppelsieg. Am Ende verteidigte Mika Häkkinen seinen Fahrerweltmeistertitel, die Konstrukteursweltmeisterschaft ging jedoch nach Maranello.

Le Mans 1999[Bearbeiten]

Mercedes-Benz startete mit dem CLR bei den 24 Stunden von Le Mans 1999. Bereits beim Qualifikationstraining am Donnerstag vor dem Rennen hob Mark Webber in der Indianapolis-Kurve ab und überschlug sich mehrfach. Am darauffolgenden trainingsfreien Freitag wurde das Auto mit einer Ausnahmegenehmigung des Betreibers auf einem anderen Chassis neu aufgebaut. Vier Stunden nach dem Rennstart kam es bei einem anderen CLR mit Peter Dumbreck erneut zu einem Abtriebsverlust, so dass das Auto in derselben Kurve abhob und abseits im Gebüsch landete. Beide Fahrer wurden jeweils nur leicht verletzt. Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug nahm daraufhin das verbliebene Auto aus dem Rennen und Mercedes-Benz startete seitdem nicht mehr in Le Mans.

Ende des US-Engagements[Bearbeiten]

Penske-Mercedes von 1997

Während es in Europa bergauf ging, ging es in Amerika bergab. Nach dem IndyCar-Titel 1994 von Al Unser jr. wurde man sukzessive schlechter. 1999 gelang nur noch ein Sieg, dazu kamen die tödlichen Unfälle von Greg Moore im von Forsythe eingesetzten Reynard-Mercedes in Fontana und Gonzalo Rodríguez auf Penske-Mercedes in Laguna Seca. Nach dem komplett sieglosen Jahr 2000 beendete Mercedes-Benz sein Engagement in Amerika. Zwischen 1994 und 2000 traten Mercedes-betriebene Autos zu 125 Rennen an und konnten 29 davon gewinnen.

Wiederbelebung der DTM[Bearbeiten]

1999 hat Mercedes-Benz gemeinsam mit der Adam Opel AG und Audi die DTM für das Jahr 2000 neu ausgeschrieben. In den Jahren 2000, 2001, 2003 und 2006 gelang es Bernd Schneider erneut, DTM-Meister zu werden, 2005 gewann Mercedes-Werksfahrer Gary Paffett den Titel.

Talsohle in der Formel 1[Bearbeiten]

Nachdem McLaren-Mercedes 1998 und 1999 Formel-1-Weltmeister wurde, bestanden auch 2000 Chancen auf den Titel, den jedoch das zum Saisonende immer stärker werdende Ferrari-Team mit Michael Schumacher gewann. Mit Ablauf der Formel-1-Saison 2001 beendete Mika Häkkinen seine Karriere. In dieser Saison starb der langjährige Motoreningenieur Paul Morgan und das Team zog in eine neue Fabrik. In den Jahren 2002 bis 2004 konnten die Silberpfeile insgesamt nur vier Rennen gewinnen. Trotzdem hatte Kimi Räikkönen 2003 bis zum letzten Rennen Chancen auf die Fahrerweltmeisterschaft und beendete die Saison schließlich als Vizeweltmeister.

Licht und Schatten 2005/06[Bearbeiten]

2005 hatte McLaren-Mercedes das schnellste Auto im Feld, litt aber an mangelnder Zuverlässigkeit. Es reichte nur zur Vizeweltmeisterschaft
2006 war das erste sieglose Jahr für McLaren-Mercedes seit 1996. Vorjahresvizeweltmeister Kimi Räikkönen verließ das Team nach Saisonende

In der Saison 2005 konnte McLaren-Mercedes wieder regelmäßig gewinnen. Das Auto war zwar das schnellste im Feld, aber auch sehr unzuverlässig. In Brasilien ging die Fahrerweltmeisterschaft an Fernando Alonso, beim Saisonfinale in China ging auch die Konstrukteursweltmeisterschaft an Renault. Kimi Räikkönen konnte insgesamt sieben Saisonsiege erzielen. Außerdem wurden nur Alain Prost 1984 und 1988 (bei jeweils nur 16 Rennen) sowie Michael Schumacher 2006 (bei 18 Rennen) mit sieben Saisonsiegen nicht Weltmeister. Nach Saisonende wurde bekanntgegeben, dass Weltmeister Fernando Alonso ab 2007 bei McLaren-Mercedes fahren würde. 2006 jedoch konnte das Team kein einziges Rennen gewinnen und erzielte lediglich einige zweite Plätze. Während der Saison trennte man sich von Juan Pablo Montoya und ersetzte ihn durch Pedro de la Rosa. Kimi Räikkönen wechselte nach Saisonende zu Ferrari, wo er Michael Schumacher nach dessen vorläufigem Karriereende ersetzte.

Spionage-Affäre und verlorene WM 2007[Bearbeiten]

Lewis Hamilton und Fernando Alonso nahmen sich 2007 gegenseitig die Punkte weg

2007 sah es wieder wesentlich besser aus: Formel-1-Neuling Lewis Hamilton sollte sich als Top-Fahrer und ernsthafte Gefahr für seinen Teamkollegen Fernando Alonso entpuppen. Beide hatten bis zum Schluss Chancen auf die Weltmeisterschaft, allerdings gab es keine Stallregie. Nutznießer war Kimi Räikkönen, der in Brasilien die Weltmeisterschaft gewann, obwohl er zwei Rennen vor Schluss noch 17 Punkte Rückstand hatte. McLaren-Mercedes hatte zwar die meisten Punkte 2007, dem Team wurden aber aufgrund der Spionage-Affäre in der Formel 1 2007 alle Punkte aberkannt.

Gewinn der Weltmeisterschaft 2008[Bearbeiten]

Heikki Kovalainen ersetzte Fernando Alonso
Lewis Hamilton wurde 2008 erster Weltmeister im McLaren-Mercedes seit neun Jahren

Nachdem Fernando Alonso das Team nach nur einem Jahr wegen unüberbrückbarer Differenzen verlassen hatte, entschied man sich bei McLaren-Mercedes gegen die Testfahrer Pedro de la Rosa und Gary Paffett, stattdessen kam der im Vorjahr bei Renault eingestiegene Finne Heikki Kovalainen ins Team. Dieser hatte beim Großen Preis von Spanien einen schweren Unfall, durch den er kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Im Krankenkaus wurden jedoch keine schwerwiegenden Verletzungen festgestellt. In Ungarn gelang ihm sein einziger Sieg für McLaren-Mercedes.

Erstmals seit neun Jahren konnte mit Lewis Hamilton 2008 ein McLaren-Mercedes-Pilot die Formel-1-Weltmeisterschaft gewinnen. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Kurve des letzten Rennens in Interlagos, an genau dem Platz, an dem der Brite die Vorjahresmeisterschaft verloren hatte. Der Konstrukteurstitel ging jedoch an Ferrari.

Erstmals weitere Teams 2009[Bearbeiten]

Der spätere Weltmeister Jenson Button im Brawn-Mercedes 2009
Adrian Sutil im Force India-Mercedes 2009

Seit der Formel-1-Saison 2009 beliefert Mercedes-Benz auch weitere Teams mit Motoren: Force India und das im darauffolgenden Jahr zum Werksteam aufgebaute Team Brawn GP fahren mit Mercedes-Motoren. Jenson Button gewann in dieser Saison drei Rennen mit ein und demselben Motor, was ein neuer Rekord für die Formel 1 ist. Während McLaren-Mercedes zunächst im Mittelfeld fuhr, startete Brawn-Mercedes mit sechs Siegen aus sieben Rennen sehr gut in die Saison, war aber seit dem Silverstone-Rennen weniger erfolgreich. Dennoch gelang es dem Team, den Konstrukteursweltmeistertitel zu gewinnen, den zweiten für einen Motor von Mercedes-Benz nach 1998, und Jenson Button wurde Fahrerweltmeister. Beim Großen Preis von Ungarn in Budapest gewann Lewis Hamilton erstmals in der Geschichte der Formel 1 auf einem Auto mit KERS.

Eigenes Formel-1-Team ab 2010[Bearbeiten]

Mit dem Mercedes MGP W01 nahm 2010 erstmals wieder ein richtiger Mercedes-Silberpfeil an der Formel 1 teil
Hauptartikel: Mercedes Grand Prix

Nach Ende der Saison 2009 übernahm Daimler 75,1 Prozent der Anteile von Brawn GP, des damaligen Weltmeisterteams der Formel 1, um ab 2010 unter dem Namen Mercedes Grand Prix an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.[1] Die 40-Prozent-Anteile am McLaren-Team wurden im Laufe des Jahres 2010 an die britische McLaren Group zurückverkauft.[2] Fahrer wurden Nico Rosberg und Michael Schumacher.

Anfang 2013 wurde Toto Wolff neuer Motorsportdirektor von Mercedes als Nachfolger des im Dezember ausgeschiedenen Norbert Haug. Er erwarb zudem 30 Prozent der Anteile an dem Rennstall.[3] Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Niki Lauda, der außerdem zehn Prozent der Anteile hält.[4] Nachfolger von Michael Schuhmacher wurde Lewis Hamilton.

Das Safety Car und das Medical Car der Formel 1 werden von Mercedes gestellt. Das aktuelle Safety Car ist ein Mercedes AMG SLS. Das Medical Car ist ein C 63 AMG.

Siege in der Sportwagen-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Jahr Rennen Fahrzeug Fahrer 1 Fahrer 2
1955[5] Mille Miglia Mercedes-Benz 300 SLR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Denis Jenkinson
RAC Tourist Trophy Mercedes-Benz 300 SL Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Fitch
Targa Florio Mercedes-Benz 300 SL Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Collins

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz-Rennwagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mercedes Grand Prix mit Rosberg Auto Motor und Sport, 16. November 2009, abgerufen am 13. Oktober 2013
  2. Nur noch elf Prozent Motorsport Magazin, 18. März 2010, abgerufen am 13. Oktober 2013
  3. Toto Wolff wird Motorsport-Chef bei Mercedes Focus online, 21. Januar 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013
  4. http://www.motorsport-total.com/f1/news/2013/01/Wolff_und_Lauda_kaufen_Mercedes-Anteile_13012104.html Motorsport-Total, 21. Januar 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013
  5. Erfolge in der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1955