Gievenbeck

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51.9666666666677.57570Koordinaten: 51° 58′ 0″ N, 7° 34′ 30″ O

Gievenbeck
Stadt Münster
Höhe: 70 m
Fläche: 9,46 km²
Einwohner: 20.816 (31. Dez. 2012)[1] (PDF; 325 kB)
Postleitzahl: 48161
Vorwahl: 0251
Gievenbeck (Nordrhein-Westfalen)
Gievenbeck

Lage von Gievenbeck in Nordrhein-Westfalen

Die Von-Esmarch-Straße in Gievenbeck in Blickrichtung des historischen Zentrums des Stadtteils.

Gievenbeck ist ein Stadtteil von Münster in Westfalen und gehört zum Stadtbezirk West. Aufgrund der Siedlungsgebiete „Gievenbeck-Südwest“ beziehungsweise „Auenviertel“ entwickelt er sich kontinuierlich weiter in Richtung Westen. Es ist ein ruhiger Stadtteil, der fast ausschließlich der Funktion Wohnen gewidmet ist.

Geografie[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

Gievenbeck ist ein Stadtteil mit drei Unterzentren:

  • Michaelkirche: das „alte Zentrum“ des Stadtteils aus den 1970er-Jahren mit Kirche, Pfarrbücherei, Grundschule, zwei Kindergärten, dem Stadtteilhaus „Fachwerk am Arnheimweg“ sowie dem Lukaszentrum am oberen Ende des Rüschhauswegs
  • Rüschhausweg
  • Gievenbeck Auenviertel: der jüngste Kern mit Grundschule, Kindergarten, Neubau des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Dreifachsporthalle, Stadtteilhaus "La Vie", darin die Stadtteilbücherei

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Münster-Gievenbeck erstreckt sich:

  • Im Norden bis zur Steinfurter Straße
  • Im Osten bis zur Busso-Peus-Straße
  • Im Süden bis zur Roxeler Straße
  • Im Westen bis zur Münsterschen Aa und Autobahn 1

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name (Gievenbach = Plattdeutsch „Güörtpott“ oder auch „Goltepelsbach“), geht wahrscheinlich auf germanische Ursprünge zurück. Der Stadtteil wird 889 zum ersten Mal erwähnt, und zwar als „Villa Gibonbeki“. Ursprünglich war Gievenbeck nur eine kleine Bauerschaft entlang des Gievenbaches. Durch Waldrodung wurde Platz geschaffen, so entstand die heutige Straße mit dem Namen Gievenbecker Reihe, die Keimzelle des Stadtteils war. Die Appelbreistiege, die heute nur noch als Fahrradweg genutzt wird, war ursprünglich die wichtigste Handelsstraße von Münster in westliche Richtung.

1903 wurde die Gievenbecker Reihe als Teil des Amtes Überwasser in das Stadtgebiet Münsters eingemeindet. Es handelte sich immer noch um eine kleine Bauerschaft. Noch 1920 zählte man lediglich 521 Einwohner. Erst 1921 gab es Elektrizität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als in unmittelbarer Nähe von Gievenbeck das Universitätsklinikum erweitert wurde, entwickelte sich auch der Stadtteil rasant. Es entstand eine Siedlung rund um die Michaelkirche. In den 1970er-Jahren wurde der Stadtteil erweitert, besonders mit neuem Wohnraum für Studenten. Es entstanden die ersten Studentenwohnheime am Gescher- und Rüschhausweg. Der Stadtteil wuchs in Richtung Nordwesten. In den 1980er-Jahren wuchs der Stadtteil weiter, besonders im Norden am Horstmarer Landweg und am Schöppingenweg/Gescherweg. Ab Anfang der 1990er-Jahre entstand das Wohngebiet Toppheide.

Seit 2000 dehnt sich der Stadtteil nach Südwesten aus und hat inzwischen die Grenze von 20.000 Einwohner überstiegen, wodurch er nun nach Hiltrup der zweitgrößte Stadtteil Münsters ist. Innerhalb von nur 50 Jahren ist aus einer landwirtschaftlich geprägten Landschaft ein großer Stadtteil mit Wohnfunktion geworden.

Politik[Bearbeiten]

  • Parteien in Münster-Gievenbeck: SPD Gievenbeck, CDU Gievenbeck, JU Gievenbeck, Bezirksvertretung der Grünen
  • Die Wahlergebnisse der letzten Kommunalwahl in Münster am 30. August 2009:[1]

Teilergebnis in Münster-Gievenbeck-Süd:

    • Wahlberechtigte: 5686
    • Wähler: 3252
    • Gültige Stimmen: 3232
    • CDU: 1266 Stimmen, 39,20 %
    • SPD: 696 Stimmen, 21,50 %
    • Grüne: 805 Stimmen, 24,90 %
    • FDP: 245 Stimmen, 7,60 %
    • UWG-MS: 80 Stimmen, 2,50 %
    • ÖDP: 40 Stimmen 1,20 %
    • Die Linke: 100 Stimmen, 3,10 %

Teilergebnis in Münster-Gievenbeck-Nord:

    • Wahlberechtigte: 6285
    • Wähler: 3270
    • Gültige Stimmen: 3244
    • CDU: 1150 Stimmen, 35,50 %
    • SPD: 801 Stimmen, 24,70 %
    • Grüne: 707 Stimmen, 21,08 %
    • FDP: 298 Stimmen, 9,20 %
    • UWG-MS: 78 Stimmen, 2,40 %
    • ÖDP: 74 Stimmen 2,30 %
    • Die Linke: 136 Stimmen, 4,20 %

Einrichtungen und Vereine[Bearbeiten]

Gebäude und wichtige Einrichtungen[Bearbeiten]

BWZ und Fachhochschule des Bundes vom Gescherweg aus gesehen
  • Bundeseinrichtungen
    • Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung (BWZ)
  • Militärische Einrichtungen:
    • Die Oxford-Kaserne an der Roxeler Straße wird hufeisenförmig von der Wohnbebauung des Stadtteils umgeben. Die 1934-36 erbaute Kaserne soll noch bis zum Frühjahr 2014 von der Britischen Rheinarmee genutzt werden.[2] Über die anschließende Nutzung des 27 ha großen und zum Teil mit denkmalgeschützter Bebauung versehenen Geländes wird derzeit diskutiert.
  • Hochschuleinrichtungen:
    • Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Fachbereich Finanzen) im Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung
  • Kirchen:
    • St.-Michael-Kirche
    • evangelische Kirche zum Evangelisten Lukas
    • Freie evangelische Gemeinde
  • Bücherei St. Michael
  • Stadtteilhaus Fachwerk
  • Stadtteilhaus "La Vie" an der Dieckmannstraße 127
  • Kindergärten: St. Michael, Kindergarten „Lichtblick“, Waldorfkindergarten Münster e. V., Kindertagesstätte „Wolkenburg“ (DRK) und der Lukas-Kindergarten
  • MuM Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum e. V. Gescherweg 87, 48149 Münster

Schulen und Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschulen: Michaelschule, Mosaik-Grundschule im Auenviertel, Wartburg-Grundschule (Ganztagsschule) Deutscher Schulpreis 2008, Hugo-de-Groot-Schule (Niederländische Schule),
  • Weiterführende Schulen: Wartburg-Hauptschule, Waldorfschule, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
  • Nachhilfe: Lernstudio Gievenbeck
  • Arbeitskreise: Pädagogischer Arbeitskreis mit Vertretern der Schulen, Kindertagesstätten, Kirchengemeinden und Beratungsstellen
  • Tagungs- und Bildungshaus Mariengrund am Nünningweg 133

Studentische Wohngebäude[Bearbeiten]

  • Studentenwohnheim Stadtlohnweg
  • Studentenwohnheim Heekweg
  • Studentenwohnheim Gescherweg
  • Studentenwohnheime Rudolf-Harbig-Weg
  • Studentenwohnheim Horstmarer Landweg
  • Studentenwohnheim Busso-Peus-Straße (ehemals Gievenbecker Weg)
  • Studentenwohnheim Alte Sternwarte
  • Studentenwohnheime Gemenweg
  • Studentenwohnheim Thomas-Morus-Kolleg (am Tagungs- und Bildungshaus Mariengrund)

Vereine[Bearbeiten]

  • Schützenverein Gievenbeck 1864 e.V.
  • Sportverein 1. FC Gievenbeck 1949 e. V. (mit Handballabteilung seit Saison 1998/1999)
  • Sportverein TSC Münster-Gievenbeck e. V.
  • DPSG St.Michael - Pfadfinder in Gievenbeck
  • Musikverein Musikzug Gievenbeck e. V. 1979
  • Karnevalsverein "Soffie von Gievenbeck e. V." von 1982
  • Sportverein FC Münster 05
  • Siedlergemeinschaft Gievenbeck 1933 e.V
  • Bushido Münster (Karate Verein)
  • UHC Münster e.V. (Unihockeyverein)
  • Werbegemeinschaft Gievenbeck e.V.
  • Kunst & Kultur Gievenbeck e.V.
  • KULTURerLEBEN e.V.

Verkehr[Bearbeiten]

  • ÖPNV: Nach Gievenbeck fahren die Buslinien 3, 4, 5, 11, 12, 13, und 22 und die Nachtbusse N80 und N85. Die Linie 1 streift Gievenbeck südlich.
  • PKW: Über die Von-Esmarch-Straße und Apffelstaedtstraße besteht Verkehrsanbindung an den Verkehrsring von Münster. Die Anbindung an die Autobahn 1 und die Bundesstraße 54 ist über die Anschlussstelle Münster-Nord schnell zu erreichen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münster-Gievenbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Wahlergebnisse auf www.stadt-muenster.de (CSV) Abgerufen am 15. Mai 2013.
  2. Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung - Konversion Oxford Kaserne. Abgerufen am 15. Mai 2013.