Münzzeichen

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Deutsche Pfennigmünzen (1950[1]–2001): Die Münzzeichen befinden sich auf der Vorderseite.

Münzzeichen oder Prägezeichen befinden sich auf vielen Münzen, die als Zahlungsmittel dienen. Das meist sehr kleine Zeichen weist in einigen Fällen auf eine bestimmte Münzprägestätte hin und besteht entweder aus einem Symbol, einer Zahl oder einem Buchstaben. Das Prägezeichen wird bei der Münzprägung eingedrückt. Grundsätzlich muss bei Münzen zwischen dem Münzstättenzeichen, abgekürzt Mzz., das heißt Münzzeichen, dem Münzmeisterzeichen (Name des Münzmeisters), abgekürzt Mmz., und der Künstlersignatur unterschieden werden. Mitunter wird mit „Münzzeichen“ sowohl das Zeichen der Münzstätte als auch das Münzmeisterzeichen genannt. Auch werden manche Münzzeichen auf Anlagemünzen oder Sammlermünzen von Prägestätten verwendet, um bestimmte Anlässe zu würdigen oder limitierte Auflagen zu kennzeichnen („Privy Mark“).

Münzzeichen für Prägestätten[Bearbeiten]

In vielen Ländern besteht das Prägestättenzeichen aus einem Buchstaben oder einer kurzen Buchstabenkombination, die jeweils für eine bestimmte Prägeanstalt stehen.

Deutschland[Bearbeiten]

Die Deutschen Euromünzen haben wie auch schon die DM-Münzen einen Buchstaben, der auf die Prägestätte hinweist, die die Münze hergestellt hat. Deutschland ist das einzige Euro emittierende Land, das mehr als eine Prägestätte mit der Münzherstellung beauftragt. Die Kennbuchstaben der deutschen Münzprägeanstalten lauten:

Früher gab es in Deutschland noch weitere Prägestätten mit verschiedenen Münzzeichen. Eine weitere Aufstellung findet sich im Artikel Münzprägeanstalt

DDR-Münzen wurden mehrheitlich in Berlin geprägt und hatten demzufolge das Münzzeichen A. Einzige Ausnahme bilden die bis 1953 in der Münzstätte Muldenhütten bei Freiberg (Sachsen) geprägten Münzen mit dem Münzzeichen E, welches von der vorherigen Münzstätte Dresden übernommen wurde.

Frankreich[Bearbeiten]

In Paris geprägte Münzen trugen ab 1559 zunächst das Münzzeichen A. Münzen aus Metz zwischen 1693 bis 1802 trugen das Münzzeichen AA.

Österreich[Bearbeiten]

Die in Wien (Münze Österreich) geprägten Münzen trugen von 1766 bis 1868 das Münzzeichen A.

Schweiz[Bearbeiten]

Schweizer Münzen tragen das Münzzeichen B für die Swissmint in Bern. In den Jahren 1970-1985 wurde das Münzzeichen auf den Berner Prägungen allerdings weggelassen. Die Fünfzigrappenstücke der Jahre 1968 und 1969 sowie die Ein- und Zweifrankenstücke des Jahres 1968 existieren sowohl mit als auch ohne Münzzeichen. Die Stücke ohne Münzzeichen wurden in London geprägt. Die Kapazitäten der Eidgenössischen Münzstätte reichten damals nicht mehr aus, da nach dem starken Preisanstieg des Silbers die Silbermünzen gehortet wurden und durch Kupfernickel-Münzen ersetzt werden mussten. Ebenfalls in London geprägt wurden alle Zweirappenstücke des Jahrgangs 1969 (ohne Münzzeichen), ein Teil der Fünfzigrappenstücke des Jahres 1970 (nicht unterscheidbar von den Berner Prägungen, da beide ohne Münzzeichen) und ein Teil der Einfrankenstücke des Jahres 1969 (trotzdem mit „B“, d. h. nicht von den Berner Prägungen unterscheidbar).[2]

Schweizer Münzen des 19. Jahrhunderts existieren auch mit den folgenden Münzzeichen:

USA[Bearbeiten]

Die US-Dollarmünzen werden von der United States Mint hergestellt und tragen folgende Münzzeichen:

  • P — Prägestätte Philadelphia Mint
  • D — Prägestätte Denver Mint
  • S — Prägestätte San Francisco Mint
  • W — Prägestätte West Point Mint
  • CC — Prägestätte Carson City Mint
  • C — Prägestätte Charlotte Mint
  • O — Prägestätte New Orleans Mint

Privy-Mark-Münzzeichen[Bearbeiten]

In den letzten Jahren werden Münzzeichen verstärkt verwendet, um einzelne Jahrgänge oder Serienvarianten von Anlage- und Sammlermünzen zu kennzeichnen und so eine Limitierung der Stückzahl zu erzielen.[3] Im englischen Sprachraum werden solche Münzzeichen als Privy mark bezeichnet.

Ein Beispiel für Münzen mit Privy mark sind die Maple Leaf-Silber- und Goldmünzen der Royal Canadian Mint.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bis Ende 1949 wurde nicht „Bundesrepublik Deutschland“ sondern „Bank deutscher Länder“ aufgeprägt (siehe auch: Deutsche Mark#Münzen)
  2. Ruedi Kunzmann: Die Silbermünzenkrise der Schweiz von 1968 und die Tätigkeit der Royal Mint, London. In: Schweizer Münzblätter, Vol. 50, Nº 200, 2000, ISSN 0016-5565, S. 68–72.
  3. Numismatik – Privy Mark, Bullionweb.de, abgerufen am 16. Juni 2013.