Deutsche Euromünzen

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Hinweise
* Möglichkeit zum Opting-out
** Einführung zum 1. Januar 2015

Die deutschen Euromünzen sind die in Deutschland in Umlauf gebrachten Euromünzen der gemeinsamen europäischen Währung Euro. Die ersten Münzen wurden ab dem 17. Dezember 2001 in „Starter-Kits“ an das Publikum abgegeben, Handel und Banken konnten diese im Rahmen des sogenannten „Frontloading“ bereits früher erhalten. Geltung als Zahlungsmittel erhielten Sie, wie alle anderen Euromünzen und -scheine auch, am 1. Januar 2002.

Umlaufmünzen[Bearbeiten]

Die Umlaufmünzen haben für jede der drei Münzreihen ein eigenes Motiv der nationalen Seite. Die kleinste Reihe der 1-, 2- und 5-Cent-Münzen wurden von Rolf Lederbogen entworfen und weist Eichenlaub auf. Die mittlere Reihe mit den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen zeigt das Brandenburger Tor und wurde von Reinhart Heinsdorff gestaltet. Das Design der beiden größten Münzen stammt von Heinz Hoyer und Sneschana Russewa-Hoyer und bildet den Bundesadler ab. Die Gestaltung der 1-, 2- und 5-Cent- sowie der 1- und 2-Euro-Münzen erinnert an Motive der alten DM-Münzen.

Im Gegensatz zu den anderen Euroländern werden die deutschen Münzen in fünf verschiedenen Prägestätten hergestellt. Diese sind auf den Münzen durch einen Buchstaben in der Nähe der Jahreszahl gekennzeichnet. Die nachfolgende Tabelle listet alle deutschen Prägestätten und ihre jeweiligen Anteil an der Gesamtauflage der deutschen Euromünzen auf.

Zeichen Prägezeit* Prägestätte Anteil
von bis
A 1999 heute Staatliche Münze Berlin 20 %
D 1998 heute Bayerisches Hauptmünzamt (München) 21 %
F 1999 heute Staatliche Münze Stuttgart 24 %
G 1999 heute Staatliche Münze Karlsruhe 14 %
J 1998 heute Hamburgische Münze 21 %
* Anders als in manchen anderen Euroländern tragen
die vor 2002 geprägten Münzen das Emissionsjahr „2002“.

In der Anfangszeit der Euromünzproduktion kam es zu einem schwerwiegenden Fehler. Die Sterne auf den ersten Münzen waren nicht wie auf der Europaflagge nach oben ausgerichtet, sondern radial. Nachdem dies bemerkt wurde, wurden die bis dahin produzierten Münzen wieder vernichtet. Einige wenige Exemplare gelangten jedoch in den Umlauf. Diese sogenannten drehenden Sterne werden von Sammlern gesucht.

Wie die meisten Euroländer prägt Deutschland bereits seit 2007 seine Euromünzen mit der neu gestalteten Vorderseite (neue Europakarte).

Durch die Vermischung der nationalen Euromünzen nahm der Anteil der deutschen Euromünzen in Deutschland seit Einführung des Euros langsam aber kontinuierlich ab. Gemäß den Erhebungen der niederländischen Website Eurodiffusie.nl lag so der Anteil deutscher Euromünzen in der Bundesrepublik im Jahr 2006 schon bei nur noch knapp 86 %, im Jahr 2009 war er weiter auf ca. 80 % abgesunken.[1]

Eichenlaub[Bearbeiten]

Für die kleinsten unter den deutschen Euromünzen wurde ein vertrautes Symbol gewählt: das Eichenlaub, das auch schon den deutschen Pfennig zierte. Das Motiv stammt aus einem Entwurf des Karlsruher Professors Rolf Lederbogen. Das Eichenlaub ist ein Symbol mit Geschichte: Im Deutschen Bund von 1815 hatten noch alle seine Mitglieder die Zoll- und auch die Münzhoheit. Die deutsche Zolleinigung und die Münzeinigung gingen Hand in Hand. Die Symbolkraft des Eichenbaums als Sinnbild des gemeinsamen Deutschtums für die deutschen Münzen zu nutzen, geht auf den Münchner Münzvertrag von 1837 zurück. Dieses Abkommen machte Deutschland zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet.

Brandenburger Tor[Bearbeiten]

Das Brandenburger Tor, ein im klassizistischen Stil von Carl Gotthard Langhans erbautes und mit einer Quadriga gekröntes auffälliges Bauwerk, ist ein Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt Berlin. Dieses Gebäude spiegelt die deutsche Geschichte wider. Im Deutschen Reich wurde es für Paraden benutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Brandenburger Tor zum Symbol der Teilung Deutschlands. Als im November 1989 die Mauer fiel, trafen sich die Deutschen aus Ost und West am Brandenburger Tor. Seitdem steht das geöffnete Brandenburger Tor für ein vereinigtes Deutschland und ist zugleich ein Symbol für den europäischen Einigungsprozess. Das Brandenburger Tor wurde seit den 1930er Jahren immer wieder als Motiv auf deutschen Münzen verwendet.

Bei der originalen Quadriga heben die beiden mittleren Pferde jeweils ihr inneres Bein, auf dem Entwurf des Künstlers Reinhart Heinsdorff jedoch ihre äußeren. Die Erstauflage mit drehenden Sternen entspricht in diesem Detail dem Entwurf, die tatsächlich ausgegebene Münzen dagegen dem Original. Erst seit 2007 werden die 10- und 20-Cent-Münzen nach Heinsdorffs Entwurf geprägt.[2][3]

Bundesadler[Bearbeiten]

Der Bundesadler ist seit dem Jahre 1950 das Staatswappen der Bundesrepublik Deutschland. Damit wurde in beinahe identischer Form das Wappen der Weimarer Republik von 1919 übernommen. Der Adler war auch das Wappen des Deutschen Reiches von 1871. Der Bundesadler ist heute in zahlreichen Umgebungen zu finden. Er hängt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Zu finden ist er in den deutschen Reisepässen und Ausweisen als grafisches Symbol und als Behördenstempel. Der Entwurf stammt von Sneschana Russewa-Hoyer und Heinz Hoyer aus Berlin.

Die waagerechte Schraffur des Rings der 1- und 2-Euro-Münze bedeutet nach den heraldischen Regeln der Tingierung blaue Färbung. Die Sterne sind jedoch nicht gepunktet (was goldene bzw. gelbe Kolorierung bedeutete), sondern unstrukturiert, also mit Tinktur Silber oder Weiß dargestellt.

Alle Designs enthalten die zwölf Sterne der EU, das Prägejahr und einen Buchstaben, der die Prägestätte bezeichnet (siehe Tabelle).

Abbildungen der deutschen Euromünzen | Nationale Seite
0,01 € 0,02 € 0,05 €
1 Cent Deutschland 2 Cent Deutschland 5 Cent Deutschland
Zweig einer deutschen Eiche, ähnlich dem früheren Pfennig.
0,10 € 0,20 € 0,50 €
10 Cent Deutschland 20 Cent Deutschland 50 Cent Deutschland
Das Brandenburger Tor als Symbol der Teilung und Einheit.
1,00 € 2,00 € Rand der 2-€-Münze
1 Euro Deutschland 2 Euro Deutschland Rand der 2-Euro-Münze
Der deutsche Bundesadler, Symbol der deutschen Souveränität. EINIGKEIT UND RECHT
UND FREIHEIT
Bundesadler

Gestaltungsrichtlinien von 2008[Bearbeiten]

Ein Großteil der deutschen Euromünzen entspricht nicht vollständig den Gestaltungsrichtlinien der Europäischen Kommission.[4] In diesen sind Empfehlungen für die Gestaltung der nationalen Seiten der Kursmünzen festgelegt. Unter anderem soll auf der nationalen Seite der volle oder abgekürzte Name des Ausgabestaats angegeben sein. Dies wird insbesondere von den deutschen Kursmünzen nicht eingehalten. Dort wird nur die Prägestätte angegeben. Weiter sollen die europäischen Sterne wie auf der europäischen Flagge angeordnet sein – also insbesondere gleichmäßig im Kreis verteilt sein. Dies ist bei den Münzen der Bundesländerserie bis einschließlich 2009 nicht erfüllt. Daher erklärt sich auch der Designunterschied zwischen den ersten vier und den restlichen Münzen der Bundesländer-Serie. Die Länder, deren Münzen den oben beschriebenen Empfehlungen noch nicht entsprechen, können die notwendigen Anpassungen jederzeit vornehmen; bis spätestens zum 20. Juni 2062 müssen sie diese vollziehen.[5]

2-Euro-Gedenkmünzen[Bearbeiten]

Hauptartikel: 2-Euro-Gedenkmünzen

2006 begann Deutschland mit der Ausgabe von 2-Euro-Gedenkmünzen,[6] die jeweils dem Bundesland gewidmet sind, das im Ausgabejahr die Bundesratspräsidentschaft innehat. Auf den Münzen der Bundesländer-Serie wird jeweils ein bekanntes Bauwerk des entsprechenden Bundeslandes abgebildet. Bis 2021 wird so für jedes Bundesland eine Gedenkmünze geprägt.

zukünftige Ausgaben

Sammlermünzen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland

Seit 2002 werden jährlich in den verschiedenen Prägestätten auch 10-Euro-Gedenkmünzen aus Silber geprägt. Diese erinnern an bestimmte Personen, Ereignisse oder Sehenswürdigkeiten. Als Besonderheit stellen sich hier die Gedenkmünzen anlässlich diverser Sportereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaft 2006) dar. Diese Münzen wurden zu gleichen Anteilen in allen fünf deutschen Prägestätten hergestellt. Sie besitzen keinen Prägebuchstaben, sondern lassen sich ihrer Prägeanstalt nur durch minimale Unterschiede zuordnen. Ab 2011 wurde das Gewicht und der Edelmetallgehalt aufgrund des gestiegenen Silberpreises reduziert, außerdem werden die Münzen (mit Ausnahme der ersten 2011er-Münze) auch in einer Kupfer-Nickel-Legierung geprägt.

Zusätzlich wird pro Jahr eine 100-Euro-Goldmünze herausgegeben. 2002 wurde die Euroeinführung neben der 10-Euro-Münze aus 925er Silber und der 100-Euro-Goldmünze noch mit einer 200-Euro-Goldmünze gewürdigt. Anfang 2010 gab das Bundesfinanzministerium in Berlin bekannt, dass ab Juni 2010 befristet auf 6 Jahre eine weitere jährliche Goldmünze mit Nennwert 20 Euro erscheint. Während die 100-Euro-Goldmünzen aus einer halben Unze Feingold gefertigt werden (die 200-Euro-Münze 2002 aus einer Unze), werden die 20-Euro-Münzen aus 1/8 Unze Feingold geprägt. Die 100-Euro-Münzen würdigen derzeit die Unesco-Weltkulturstätten in Deutschland. Die 20-Euro-Münzen sind dem Thema „deutscher Wald“ gewidmet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eurodiffusie.nl
  2.  Gerhard Schön: Euro Münzkatalog. 9. Auflage. Battenberg, 2010, ISBN 978-3-86646-053-9.
  3. Quadriga-Darstellung auf deutschen Centmünzen Abgerufen am 24. November 2013
  4. Empfehlung der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008 zu gemeinsamen Leitlinien für die nationalen Seiten und die Ausgabe von für den Umlauf bestimmten Euro-Münzen (PDF; 37 kB)
  5. EU-Verordnung Nr. 566/2012, Artikel 1g, vom 18. Juni 2012 Abgerufen am 28. Februar 2012
  6. Deutsche Bundesbank: Deutsche 2-Euro-Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter
  7. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Schleswig-Holstein“) BGBl. 2006 I S. 8 (PDF)
  8. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Mecklenburg-Vorpommern“) BGBl. 2006 I S. 2667 (PDF)
  9. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „50 Jahre Römische Verträge“) BGBl. 2006 I S. 2827 (PDF)
  10. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Hamburg“) BGBl. 2007 I S. 2886 (PDF)
  11. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion“) BGBl. 2008 I S. 2206 (PDF)
  12. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Saarland“) BGBl. 2008 I S. 2341 (PDF)
  13. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Bremen“) BGBl. 2009 I S. 3882 (PDF)
  14. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Nordrhein-Westfalen“) BGBl. 2010 I S. 1976 (PDF)
  15. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „10 Jahre Euro-Bargeld“) BGBl. 2012 I S. 36 (PDF)
  16. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Bayern“) BGBl. 2011 I S. 2172 (PDF)
  17. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „50 Jahre Élysée-Vertrag“) BGBl. 2013 I S. 259 (PDF)
  18. Bekanntmachung über die Ausprägung von deutschen Euro-Gedenkmünzen im Nennwert von 2 Euro (Gedenkmünze „Baden-Württemberg“) BGBl. 2013 I S. 260 (PDF)
  19. Bundesministerium der Finanzen: Michaeliskirche auf Niedersachsen-Münze Abgerufen am 7. Februar 2014
  20. Münzscan 2-Euro-Gedenkmünze Deutschland 2008 Hamburg Abgerufen am 22. Juli 2014
  21. Münzscan 2-Euro-Gedenkmünze Deutschland 2009 Saarland Abgerufen am 22. Juli 2014
  22. Münzscan 2-Euro-Gedenkmünze Deutschland 2011 Nordrhein-Westfalen Abgerufen am 22. Juli 2014
  23. Münzscan 2-Euro-Gedenkmünze Deutschland 2012 Bayern Abgerufen am 22. Juli 2014
  24. Münzbild der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze 2015 25 Jahre Deutsche Einheit Abgerufen am 4. Juni 2014