Euromünzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Euromünzen
Eurozone
BelgienBelgien Belgien
DeutschlandDeutschland Deutschland
EstlandEstland Estland
FinnlandFinnland Finnland
FrankreichFrankreich Frankreich
GriechenlandGriechenland Griechenland
IrlandIrland Irland
ItalienItalien Italien
LettlandLettland Lettland
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
MaltaMalta Malta
NiederlandeNiederlande Niederlande
OsterreichÖsterreich Österreich
PortugalPortugal Portugal
SlowakeiSlowakei Slowakei
SlowenienSlowenien Slowenien
SpanienSpanien Spanien
Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern
assoziierte Euronutzer
(mit eigenen Euromünzen)
AndorraAndorra Andorra
MonacoMonaco Monaco
San MarinoSan Marino San Marino
VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt
passive Euronutzer
(ohne eigene Euromünzen)
KosovoKosovo Kosovo
MontenegroMontenegro Montenegro
Geplante/mögliche Einführung des Euro
BulgarienBulgarien Bulgarien
DanemarkDänemark Dänemark*
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich*
KroatienKroatien Kroatien
LitauenLitauen Litauen**
PolenPolen Polen
RumänienRumänien Rumänien
SchwedenSchweden Schweden
TschechienTschechien Tschechien
UngarnUngarn Ungarn
Hinweise
* Möglichkeit zum Opting-out
** Einführung zum 1. Januar 2015

Die Euromünzen sind die in derzeit 18 Ländern der Europäischen Union sowie den Nicht-EU-Staaten Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt in Umlauf gebrachten Münzen der gemeinsamen europäischen Währung Euro. Ein Euro wird unterteilt in 100 Cent; es gibt acht Nennwerte für Münzen.

Die Euromünzen wurden zusammen mit den Eurobanknoten ab dem 1. Januar 2002 eingeführt. Das Prägejahr der Münzen kann aber bis 1999 zurückgehen, also dem Jahr, in dem die Währung offiziell als Buchgeld eingeführt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten]

Parameter der Euromünzen[1]
Wert Durch­messer Dicke Masse Rändelung Material ferro­magnetisch
1 Cent 16,25 mm 1,67 mm 2,30 g glatt Stahl mit Kupfer-Ummantelung
(94,35 % Fe, 5,65 % Cu)

Dichte: 6,6 g/cm³[2]

ja
2 Cent 18,75 mm 1,67 mm 3,06 g glatt mit umlaufender Kerbe
5 Cent 21,25 mm 1,67 mm 3,92 g glatt
10 Cent 19,75 mm 1,93 mm 4,10 g grobe Riffelung
(40 Riffel)
Nordisches Gold
(89 % Cu, 5 % Al, 5 % Zn, 1 % Sn)

Dichte: 6,9 g/cm³ bzw. 7,1 g/cm³ bei 50 Cent-Münzen[2]

nein
20 Cent 22,25 mm 2,14 mm 5,74 g spanische Blume
(glatt mit 7 Einkerbungen)
50 Cent 24,25 mm 2,38 mm 7,80 g grobe Riffelung
(50 Riffel)
1 Euro 23,25 mm 2,33 mm 7,50 g gebrochene Riffelung
(3 × 29 Riffel)

Ring: Nickel-Messing
(75 % Cu, 20 % Zn, 5 % Ni)
Kern: Kupfernickel, Nickel, Kupfernickel geschichtet (Magnimat)
Dichte: 7,6 g/cm³[2]

Ring: nein
Kern: ja
2 Euro 25,75 mm 2,20 mm 8,50 g feine Riffelung mit Schriftprägung
(252 Riffel)

Ring: Kupfernickel
(75 % Cu, 25 % Ni)
Kern: Nickel-Messing, Nickel, Nickel-Messing geschichtet
Dichte: 7,4 g/cm³[2]

Gemeinsam ist den 1- und 2-Euro-Münzen ein Aufbau aus Ring und Kern (auch Pille). Beim 1-Euro-Stück besteht der Ring aus Messing und der Kern aus Kupfernickel. Beim 2-Euro-Stück ist es umgekehrt. Vor der Prägung spricht man auch von Rohlingen und Ronden.

Produktion[Bearbeiten]

Euromünzen wurden und werden in folgenden Prägestätten und mit diesen Münzstättenzeichen (Mzz) geprägt:

Land Zeit Prägeanstalt Standort Münzstättenzeichen Bemerkung
Belgien seit 1999 Königliche Münze Belgien Brüssel behelmter Kopf des Erzengels Michael[3]
Deutschland seit 1999 Staatliche Münze Berlin Berlin A auch für Estland (2-Euro-Gedenkmünze 2012)
seit 1999 Hamburgische Münze Hamburg J
seit 1999 Staatliche Münze Karlsruhe Karlsruhe G auch für Lettland (1 und 10 Cent sowie 1 Euro)
seit 1999 Bayerisches Hauptmünzamt München D seit 1999
seit 1999 Staatliche Münze Stuttgart Stuttgart F auch für Lettland (2, 5, 20 und 50 Cent sowie 2 Euro)
Finnland seit 1999 Rahapaja Vantaa bis 2006: ohne
2007–2009: Füllhorn[4]
ab 2010: Löwe
auch für Griechenland (1 und 2 Euro 2002 „S“), Luxemburg (2005 und 2006), Irland (PP 2006 und 2007), Slowenien (2007 und 2009–2011), Zypern (2008 und Kursmünzen 2009) und Estland (2011)
Frankreich seit 1999 Monnaie de Paris Pessac Füllhorn[5] auch für Monaco, Griechenland (1, 2, 5, 10, 50 Cent 2002 „F“), Irland (1 Cent 2007), Luxemburg (2007 und 2008), Malta („F“) und Andorra (10, 20 und 50 Cent sowie 2 Euro)
Griechenland seit 2001 griechische
Nationale Münze
Chalandri (Athen) Akanthusblatt[6] außer einem Teil der Kursmünzen 2002
auch für Zypern (ab 2010)
Irland seit 1999 Central Bank of Ireland Sandyford (Dún Laoghaire-Rathdown) ohne außer 1 und 5 Cent 2002 sowie 1 Cent 2007,
PP 2006 / 2007 / 2009 und 2012 sowie 2-Euro-Gedenkmünzen 2007 und 2012
Italien seit 1999 Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato Rom R auch für San Marino und Vatikanstadt
Niederlande seit 1999 Königliche Niederländische Münze Utrecht Hermesstab auch für Luxemburg (bis 2004 und ab 2009), Slowenien (2008), Zypern (2-Euro-Gedenkmünze 2009), Irland (PP und 2-Euro-Gedenkmünzen 2009 und 2012) und Estland (Kursmünzen 2012)
Österreich seit 1999 Münze Österreich Wien ohne
Portugal seit 1999 Imprensa Nacional e Casa da Moeda Lissabon INCM
Slowakei seit 2008 Mincovňa Kremnica Kremnica MK (im Kreis) auch für Slowenien (2012 und 2013)
Spanien seit 1999 Fábrica Nacional de Moneda y Timbre Madrid gekröntes M auch für Griechenland (20 Cent 2002 „E“) und Andorra (1, 2 und 5 Cent sowie 1 Euro)
Vereinigtes Königreich Royal Mint Llantrisant
(Rhondda Cynon Taf)
für Irland: 1 und 5 Cent 2002

Euromünzen wurden und werden mit folgenden Münzmeisterzeichen (Mmz) geprägt:

Land Prägeanstalt Standort Zeit Münzmeisterzeichen Münzmeister
Belgien Königliche Münze Belgien Brüssel 1999–2009
2010–2012
ab 2013
Waage
Feder
Katze[7]
Romain Coenen
Serge Lesens
Bernard Gillard
Frankreich Monnaie de Paris Pessac 1999–2000
2001–2002
2003
2004–2010
ab 2011
Biene[8]
Hufeisen
Herz (Ligatur aus S und L)
Jagdhorn
Pentagon mit AGMP, YS
Pierre Rodier
Gérard Burqoy
Serge Levet
Hubert Larivièr
Yves Sampo
Niederlande Königliche Niederländische Münze Utrecht 1999
2000
2001
2002
ab 2003
Pfeil und Bogen
Pfeil und Bogen mit Stern
Fruchttragende Weinranke[9]
Fruchttragende Weinranke mit Stern
Segel des Dreimastklippers Nederland[10]
Chris van Draanen
Vakanz unter Erik van Schouwenburg
Robert Bruens
Vakanz unter Maarten Brouwer
Maarten Brouwer

Entwertung, Verschrottung[Bearbeiten]

In Deutschland werden bei außer Verkehr gezogenen 1- und 2-Euro-Münzen zur Entwertung Ring und Pille voneinander getrennt. Der hierbei entstehende Münzschrott wird unter anderen von der Vebeg GmbH, dem Verwertungsunternehmen des Bundes, an Metallhändler versteigert. Im März 2011 wurden Betrüger festgenommen, die mehrere Millionen Ringe und Pillen dieser Art in China wieder zusammensetzen ließen und bei der Bundesbank als angeblich beschädigte Münzen erneut eintauschten.[11]

Allergiepotenzial[Bearbeiten]

Euromünzen haben auf Grund ihres Anteils an Nickel ein hohes Allergiepotenzial. Der bimetallische Aufbau von 1- und 2- Euromünzen führt bei Kontakt mit menschlichem Schweiß zu einem galvanischen Potential von 30–40 mV. Hierdurch können die Grenzwerte der Europäischen Direktive 94/27/EEC für Nickel bis um das 320fache überschritten werden.[12]

Schätzungen von Allergologen zufolge leiden in Deutschland bis zu 11 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer unter einer Nickelallergie. Kommen sie länger mit dem Metall in Kontakt, rötet sich die Haut, juckt und bildet Bläschen.[13]

Nach Angaben des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen haben Kassierer und Bankangestellte ein deutlich erhöhtes Allergierisiko.[14]

Bargeldumlauf[Bearbeiten]

Umlaufmengen Euromünzen (Stand: Aug. 2009) [15]
Nennwert Umlaufmenge Anteil Umlaufwert Anteil am Wert
1 Cent 20.479 Mio. 24 % 205 Mio. € 1,0 %
2 Cent 16.605 Mio. 19 % 332 Mio. € 1,6 %
5 Cent 13.944 Mio. 16 % 697 Mio. € 3,3 %
10 Cent 10.934 Mio. 13 % 1.093 Mio. € 5,2 %
20 Cent 8.587 Mio. 10 % 1.717 Mio. € 8,2 %
50 Cent 4.956 Mio. 6 % 2.478 Mio. € 11,8 %
1 Euro 6.126 Mio. 7 % 6.126 Mio. € 29,2 %
2 Euro 4.161 Mio. 5 % 8.321 Mio. € 39,7 %
Insgesamt 85.792 Mio. 100 % 20.970 Mio. € 100 %

Im August 2009 waren rund 86 Mrd. Euromünzen mit einem Gesamtwert von fast 21 Mrd. Euro im Umlauf. Der Umlaufwert je Münzsorte steigt mit ihrem Nennwert; 1 % des Umlaufwerts aller Münzen liegt in den 1-Cent-Münzen, knapp 40 % steckt in den 2-Euro-Münzen. Stückzahlmäßig allerdings sind die Münzen umso zahlreicher im Umlauf, je kleiner ihr Nennwert ist; nur 1-Euro-Münzen sind etwas häufiger als 50-Cent-Münzen. So laufen gut 20 Milliarden 1-Cent-Münzen um, doch nur gut 4 Milliarden 2-Euro-Münzen.

Im Vergleich zu den Eurobanknoten machen die Münzen nur 2,7 % des gesamten Bargeldumlaufs von 768 Mrd. Euro aus. Jedoch sind die Umlaufmengen der einzelnen Banknoten geringer. Nur die 50-Euro-Note ist häufiger als die 2-Euro-Münze, aber seltener als alle anderen Münzen.[16]

Umlaufmünzen der Mikrostaaten[Bearbeiten]

Am 14. Juli 2009 erstattete die Kommission dem Rat einen Bericht über die Währungsvereinbarungen mit Monaco, San Marino und Vatikanstadt.[17] Darin wird festgestellt:

  • Für den Umlauf bestimmte Euro-Münzen sind primär ein Zahlungsmittel: Sie sollten frei auf dem Markt umlaufen und als Zahlungsmittel verwendet werden. Von Münzsammlern aufgekaufte Umlaufmünzen dienen nicht ihrem ursprünglichen Zweck, sondern werden ausschließlich als Sammlerstücke betrachtet.
  • Um wenigstens einen gewissen Umlauf der Münzen der drei Länder zu ermöglichen, schlägt die Kommission vor, die Obergrenzen für die Prägeauflage der drei Länder, die eine Währungsvereinbarung unterzeichnet haben, zu erhöhen. Die neuen Obergrenzen würden nach einem neuen, einheitlichen Verfahren berechnet werden, das die Gleichbehandlung aller drei Länder gewährleistet. Die bisherigen Währungsvereinbarungen führten de facto zu einer Benachteiligung Monacos gegenüber San Marino und Vatikanstadt. So gibt derzeit (2014) San Marino etwa zehnmal und die Vatikanstadt etwa fünfmal soviele Münzen aus wie Monaco, obwohl Monaco von den drei Ländern die größte Bevölkerungszahl hat und seine Währungsvereinbarung die weitest reichenden Verpflichtungen enthält.

Nach dem neuen Berechnungsverfahren würde sich die Obergrenze für ein Jahr (n) aus einem festen und einem variablen Bestandteil zusammensetzen:

  • Der feste Bestandteil dient der Deckung der Nachfrage von Münzsammlern. Schätzungen gehen davon aus, dass ein Gesamtwert von etwa 2.100.000 Euro ausreichen dürfte, die Nachfrage des Sammlermarktes zu befriedigen.
  • Der variable Bestandteil stützt sich auf die durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgabe im Euroraum. Dabei wird die durchschnittliche Anzahl von Münzen, die pro Kopf im Vorjahr (n−1) im Euroraum geprägt wurden, mit der Anzahl der Einwohner eines Landes, das eine Währungsvereinbarung unterzeichnet hat, multipliziert.

Mit dem neuen Berechnungsverfahren dürfte sich die Obergrenze für die Prägeauflage von Monaco deutlich erhöhen: von etwa 220.000 Euro auf nahezu 2.220.000 Euro. Die Obergrenze für die Vatikanstadt würde sich von 1.074.000 Euro auf über 2.100.000 Euro nahezu verdoppeln.

1- bis 5-Cent-Münzen[Bearbeiten]

In Finnland und den Niederlanden werden 1- und 2-Cent-Münzen lediglich noch für Sammler geprägt, um komplette Kursmünzensätze anbieten zu können. Zwar kann man in diesen Ländern auch mit 1- oder 2-Cent-Münzen zahlen; sie werden jedoch nicht als Wechselgeld herausgegeben – die Summe an der Kasse wird auf 5 Cent auf- oder abgerundet. Das belgische Kabinett stimmte am 7. Februar 2014 einem Gesetzentwurf zu, der vorsieht, bei auf 1, 2, 6 oder 7 Cent lautenden Gesamtbeträgen auf ein Vielfaches von 5 Cent abzurunden, bei 3, 4, 8 oder 9 Cent aufzurunden. Diese Maßnahme tritt jedoch erst nach Vorliegen eines entsprechenden königlichen Dekrets in Kraft.[18]

Die Produktion der Euro-Münzen ist Sache der einzelnen Mitgliedsstaaten. Da die Entscheidungen dezentral getroffen werden, erfolgt keine koordinierte Produktion und/oder Lagerung, so dass Effizienzgewinne aus einer Zusammenfassung verloren gehen. So ist es möglich, dass einige Länder zusätzliche Euro-Münzen prägen lassen, während andere Länder Lagerüberschüsse dieses Nennwerts haben. Daher bietet es sich an, Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich der kleineren Stückelungen (1, 2 und 5 Cent) zu prüfen, auf die im Durchschnitt insgesamt etwa 80 % der Produktion neuer Münzen entfallen. Verglichen mit ihrem Nennwert, erzielen sie keine oder nur geringe monetäre Einkünfte, verursachen aber hohe Produktions- und Transportkosten. Da unterschiedliche nationale Seiten den Austausch oder die Übertragung von Münzvorräten unter den Ländern einschränken und einer erhöhten Effizienz der Produktion größerer Mengen entgegenstehen, könnte eine „Standardseite“ statt der nationalen Seite einen Teil des Bedarfs an den drei kleinsten Münz-Stückelungen decken.[19]

Am 4. Juli 2012 bestimmte eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates, die Kommission solle eine Folgenabschätzung über eine fortgesetzte Ausgabe von 1- und 2-Cent-Münzen vornehmen.[20] Die EU-Kommission machte daraufhin am 14. Mai 2013 Vorschläge für eine Vergünstigung oder eine Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen. Währungskommissar Olli Rehn stellte fest, die Herstellung und Herausgabe dieser Münzen übersteige ihren Wert. Zugleich müssten die Zentralbanken gerade von diesen Münzen besonders viele Exemplare herausgeben. Insgesamt seien in den letzten elf Jahren 45,8 Milliarden solcher Kleinstmünzen in Umlauf gebracht worden. Die Ausgabe der Kleinstmünzen habe die Euro-Staaten seit dem Start der Gemeinschaftswährung im Jahr 2002 zusammen etwa 1,4 Milliarden Euro gekostet. Die Kosten für die Cent-Münzen könnten etwa durch eine andere Materialmischung oder ein effizienteres Prägungsverfahren reduziert werden.[21]

Münzbilder und Gestaltungsleitlinien[Bearbeiten]

Abweichend von der in der Numismatik üblichen Bezeichnungsweise wird in den amtlichen Schreiben der EU die Wertseite als Vorderseite und die Bildseite als Rückseite bezeichnet.[22] Die hier verwendeten Bezeichnungen orientieren sich an den von der EU verwendeten.

Gemeinsame Vorderseite der Münzen[Bearbeiten]

Ausschnitt einer 50-Cent-Münze

Alle Euro-Münzen haben gemeinsame Vorderseiten, die den Wert der Münze angeben. Sie wurden vom Gewinner des zu diesem Gestaltungsthema erfolgten Wettbewerbs,[23] dem belgischen Designer Luc Luycx, entworfen, dessen Signet „LL“ aufgeprägt ist. Ende 1997 nahm Luc Luycx verschiedene Änderungen an seinen Münzentwürfen vor. Damit sollte den Anträgen einiger Mitgliedstaaten Rechnung getragen werden, die darauf abzielten, die Qualität der geographischen Darstellung zu verbessern: Luxemburg war auf den 1- und 2-Euro-Münzen, Portugal auf den 2-Euro-Münzen nicht zu erkennen, Dänemark brachte seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass die Insel Fünen auf einigen Münzen als Teil des Festlands gezeichnet war, Griechenland hielt den Küstenverlauf der Peloponnes auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen für falsch und wünschte die Abbildung Kretas auf den 1- und 2-Euro-Münzen, Schweden wollte die Insel Gotland, Finnland die Ålandinseln und das Vereinigte Königreich die Hebriden abgebildet sehen, die Form Deutschlands war auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen nicht korrekt wiedergegeben, es fehlte die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland sowie zwischen Spanien und Portugal, und die Spanier legten Wert darauf, die Kanarischen Inseln auf den 1- und 2-Euro-Münzen abgebildet zu sehen. Um die Anträge an objektiven Kriterien messen zu können, wurde beschlossen, nur Inseln von über 2500 km² und Inselgruppen von über 5000 km² zu berücksichtigen.[24]

Die seit dem Prägejahr 1999 unveränderten 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bilden die nördliche Hemisphäre mit dem östlichen Mittelmeer im Zentrum ab, also Europa als Kontinent in Nachbarschaft zu Asien und Afrika. Die seinerzeit 15 die EU bildenden Staaten sind strukturiert dargestellt. Auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen bis 2007 sind die einzelnen EU-Staaten wie singuläre Puzzlesteine zu sehen; die Erweiterung der Europäischen Union von 2004 wurde jedoch bei nachfolgenden Prägungen nicht berücksichtigt. EU-Mitglieder, die nicht am Euro teilnehmen, z. B. Großbritannien, sind dargestellt. Die 1- und 2-Euro-Münzen bis 2007 zeigen das Gebilde der EU-Länder vor der ersten Osterweiterung. Ab 2007 wurde auf den 10-, 20- und 50-Cent-, sowie den 1- und 2-Euro-Münzen Europa ohne Ländergrenzen als Ganzes dargestellt (siehe unten Abschnitt Neugestaltung). Alle Münzen zeigen auch noch zwölf Sterne als Symbol Europas (siehe auch: Symbolik der Europaflagge).

Gemeinsame Vorderseite – Prägejahre 1999 bis 2006/2007:
1 Cent 2 Cent 5 Cent
10 Cent 20 Cent 50 Cent
1 Euro 2 Euro

Überarbeitete gemeinsame Vorderseite[Bearbeiten]

Gemeinsame Vorderseite – Prägejahre ab 2007:
10 Cent 20 Cent 50 Cent
1 Euro 2 Euro

Mit der Einführung des Euro am 1. Januar 2007 in Slowenien wurden die gemeinsamen Vorderseiten der Münzen einer Neugestaltung unterzogen.[25] Statt wie bisher die 15 alten Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen die revidierten Geldstücke die geographischen Umrisse Europas. In der generellen Übersicht wurde Island ausgespart, Zypern nicht der tatsächlichen Lage entsprechend angedeutet und bei den 1- und 2-Euro-Münzen nur ein Teil Finnlands gezeigt. Bei den 1- und 2-Euro-Münzen sowie den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen wurde auf die Darstellung von Staatsgrenzen verzichtet. Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen wurden nicht geändert, obwohl auf dem abgebildeten Globus nur das Staatsgebiet der ersten 15 EU-Mitglieder markiert ist. Die meisten Euro-Länder begannen mit der Einführung der neuen Vorderseiten 2007. In Italien, Österreich, Portugal, San Marino und in der Vatikanstadt wurde die neue Vorderseite erst 2008 eingeführt. Die älteren Münzen mit der Darstellung der 15 EU-Staaten bleiben weiterhin gültig.[26]

Nationale Rückseite der Münzen[Bearbeiten]

Nationale Seiten der Euro-Kursmünzen
Stand 15. März 2014, einschließlich avisierter Kursmünzen Andorras

Obwohl nur 18 Staaten der EU an der Währungsunion beteiligt sind, gibt es (ab Mitte 2014[veraltet], wenn die andorranischen Kursmünzen erstmals in Umlauf kommen) 22 verschiedene Münzsätze. In Andorra, das per Währungsabkommen mit der Eurozone assoziiert ist,[27] gilt der Euro zwar schon seit 1. April 2012 als gesetzliches Zahlungsmittel; die Prägung eigener Euromünzen wurde jedoch erst im Dezember 2013 genehmigt.[28] Monaco, San Marino und die Vatikanstadt sind ebenfalls keine EU-Mitglieder, befanden sich jedoch vor der Euroeinführung aufgrund von Währungsvereinbarungen in Währungsunion mit Frankreich bzw. Italien. Daher wurde es als notwendig erachtet, die jeweiligen Währungsvereinbarungen durch neue bilaterale Übereinkommen mit der Europäischen Union zu ersetzen, welche diesen Zwergstaaten das Recht einräumen, eigene Euromünzen zu prägen.

Jedes Land, das am Euro teilnimmt, hat seine eigene Gestaltung der Rückseite. Alle Münzen zeigen auf dieser Seite die Jahreszahl und die zwölf Sterne der EU-Flagge.

Die nationalen Seiten sind in eigenen Artikeln beschrieben:

Gestaltungsleitlinien[Bearbeiten]

Die Empfehlung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften vom 29. September 2003 zu einem einheitlichen Vorgehen bei Änderungen der Gestaltung der nationalen Rückseiten der Euro-Umlaufmünzen sah lediglich vor, dass das Münzbild auf der nationalen Seite von zwölf Sternen umrandet sein und eine Jahreszahl aufweisen soll.[29] Das ließ den nationalen Münzgestaltern einen breiten Freiraum. So wurden die zwölf Sterne nicht immer in gleichen Abständen am Rand der Münze platziert, sondern zum Beispiel auch eng beieinander in Gruppen angeordnet, so dass Platz für das Münzmotiv oder die Beschriftung freigehalten wurde. Die 2-Euro-Gedenkmünzen der deutschen Bundesländerserie konnten dadurch auf dem Ring die Bezeichnung „Bundesrepublik Deutschland“ tragen. Es änderte sich, als am 19. Dezember 2008 neue Leitlinien erlassen wurden, die bestimmten, dass auf der nationalen Seite der Euro-Umlaufmünzen das nationale Motiv sowie die Jahreszahl und der deutlich angegebene und leicht erkennbare volle oder abgekürzte Name des Ausgabestaats von den zwölf europäischen Sternen umrandet werden sollen. Die europäischen Sterne sollten wie auf der europäischen Flagge angeordnet sein.[30]

Bei den drei folgenden Ausgaben der deutschen Bundesländerserie (2010, 2011 und 2012) wurde das aus Platzgründen eingeführte Landeskürzel D (das die Langfassung Bundesrepublik Deutschland ersetzte) zwischen den Sternen in 12- und 1-Uhr-Position (bezeichnet in Analogie zum Zifferblatt) platziert, die zweigeteilte Jahreszahl zwischen dem 7- und dem 5-Uhr-Stern. Offenbar bestand also ein Interpretationsspielraum darüber, was „von den zwölf europäischen Sternen umrandet“ bedeutet. Modifizierte Gestaltungsrichtlinien ergingen am 18. Juni 2012.[31] Nunmehr bleibt der Ring allein der Darstellung der zwölf Sterne vorbehalten, ausgenommen auf den Ring ragende Motivteile. Die Münze des Jahres 2013 aus der Bundesländerserie zeigt das D und die Jahreszahl demzufolge auf der Pille, innerhalb des Sternenkreises.

Durch die Leitlinien von 2008 ist die kreisförmige Anordnung der zwölf Sterne in 30°-Intervallen vorgeschrieben, wie die Platzierung der die Stunden anzeigenden Ziffern einer Uhr. Das durch die Europaflagge vorgegebene Verhältnis der Größe eines Sternes zum Radius des Kreises, auf dem die Mittelpunkte der Sterne liegen, kann auf den Münzen nicht streng eingehalten werden – die Sterne wären dann etwa bei den 2-Euro-Münzen deutlich größer als der beprägbare Teil des Ringes, wie nachstehend die den Ring einer finnischen Gedenkmünze von 2012 überlagernden Sterne zeigen.

Die 2013 von Deutschland gewählte Darstellung, bei der die Sterne so groß wie möglich auf dem Ring liegen, kommt den Intentionen der EU-Kommission am nächsten. Die von den Niederlanden für die Thronwechsel-Gedenkmünze 2013 gewählte Darstellung mit deutlich kleineren, an den Außenrand gerückten und strukturierten Sternen zeigt aber, dass auch die neuen EU-Leitlinien noch Spielraum bieten.

Neugestaltung[Bearbeiten]

Auch für die nationalen Rückseiten wurden neue Gestaltungsrichtlinien gegeben. So soll der Name des Herausgeberstaates erscheinen (wie es zuvor schon in einigen Ländern der Fall war). Auf eine Wiederholung der Wertangabe (wie bislang auf den österreichischen Münzen) soll verzichtet werden, es sei denn, im entsprechenden Land wird ein anderes als das lateinische Alphabet verwendet. Neben Griechenland und der Republik Zypern könnte das in der Zukunft auch Bulgarien betreffen. Allerdings müssen die bisherigen Euro-Länder ihre Darstellungen nicht sogleich überarbeiten, sondern erst bei einer eventuellen Neugestaltung. Finnland begann mit der Umsetzung der neuen Richtlinien 2007, Belgien folgte 2008 und Spanien 2010.[32] Maße, Masse und andere technische Spezifikationen der Münzen sollen unverändert bleiben, um den Übergang von alten zu neuen Münzen nicht zu erschweren.

Im Zuge einer Empfehlung der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008 wurden die Richtlinien zur Neugestaltung der nationalen Rückseiten weiter konkretisiert.[33] Demzufolge ist im Normalfall eine Änderung der nationalen Seiten nicht mehr möglich. Bisher galt die Empfehlung, dass bis Ende des Jahres 2008 keine Änderungen erfolgen sollten. Jetzt sind Neugestaltungen nur mehr unter den folgenden Voraussetzungen erlaubt:

  • Die Länder, deren Münzen den oben beschriebenen Empfehlungen noch nicht entsprechen (Deutschland, Griechenland, Luxemburg, Österreich und Slowenien),[34] können die notwendigen Anpassungen jederzeit vornehmen, müssen sie jedoch spätestens zum 20. Juni 2062 vollziehen.[35]
  • Die Länder, deren Münzen das jeweilige Staatsoberhaupt abbilden, dürfen das Porträt frühestens nach 15 Jahren aktualisieren. Daraus ergeben sich derzeit folgende mögliche Neugestaltungstermine: Luxemburg und Spanien 2014, Monaco 2021 sowie Belgien, die Niederlande und Vatikanstadt 2029. Scheidet das Staatsoberhaupt (etwa durch Tod oder Amtsverzicht) aus dem Amt, ist weiterhin eine sofortige Neugestaltung der Münzen möglich. Allerdings ist es nicht mehr gestattet, für den Zeitraum zwischen dem Ausscheiden des alten Staatsoberhaupts aus seinem Amt und der Bestellung des neuen Staatsoberhauptes einen eigenen Münzsatz herauszugeben – wie es 2005 in der Vatikanstadt, während der Sedisvakanz nach dem Tod von Papst Johannes Paul II., geschah.

Bereits vorgenommene und genehmigte Änderungen von nationalen Münzseiten bleiben bestehen. Alle bisherigen Euromünzen behalten ihren Wert und bleiben im Umlauf. Es ist vorgesehen, dass alle derzeitig gültigen Empfehlungen und Richtlinien im Jahr 2015 überdacht werden, so dass sie dann gegebenenfalls auch wieder abgeändert werden können.[36]

Sondermünzen[Bearbeiten]

2-Euro-Gedenkmünzen[Bearbeiten]

Hauptartikel: 2-Euro-Gedenkmünzen

Deutsche 2-Euro-Gedenkmünze, Bundesländer-Serie ab 2006, Motiv 2006: Schleswig-Holstein

Seit 2004 können alle Staaten des Euroraums 2-Euro-Gedenkmünzen herausgeben. 2-Euro-Gedenkmünzen sind (im Gegensatz zu Sammlermünzen) für den Umlauf bestimmt und in allen Euroländern gültig. Jedes Ausgabeland konnte bis zum 16. August 2012 nur eine Gedenkmünze im Jahr herausgeben; seit diesem Stichtag darf jeder Mitgliedstaat, dessen Währung der Euro ist, pro Jahr zwei 2-Euro-Gedenkmünzen prägen. Zusätzliche Gedenkmünzen sind möglich, wenn die Staaten der Eurozone eine gemeinsame Gedenkmünze ausgeben oder wenn die Position des Staatsoberhaupts vorübergehend nicht oder nur vorläufig besetzt ist.[20]

2-Euro-Gedenkmünzen unterscheiden sich von den regulären Kursmünzen nur dadurch, dass ihre nationale Seite durch eine spezielle Gedenkseite ersetzt wird. Die gemeinsame Seite sowie alle weiteren Eigenschaften wie Nennwert, Farbe, Dicke und Durchmesser sind unverändert. Die Auflagen dieser Gedenkmünzen sind festgelegt und können nicht, wie beim Umlaufgeld, angepasst werden. Die erste Münze wurde von Griechenland anlässlich der Olympischen Spiele 2004 herausgegeben.

Die erste Gemeinschaftsausgabe der 2-Euro-Gedenkmünze, österreichische Version

Gemeinschaftsausgaben der 2-Euro-Gedenkmünzen[Bearbeiten]

Im März 2007 erschien eine Gemeinschaftsausgabe der 2-Euro-Gedenkmünzen zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge. Sie wurde von allen 13 den Euro emittierenden EU-Staaten (d. h. ohne Monaco, San Marino und der Vatikanstadt) ausgegeben. Die Münze ist in allen Ländern gleich gestaltet und unterscheidet sich nur durch den jeweiligen Landesnamen und die Sprache der Inschrift Römische Verträge – 50 Jahre. Auf ihr sind der Vertrag der sechs beteiligten Länder und der Ort der Unterzeichnung, der Campidoglio-Platz in Rom, zu sehen.

Die zweite gemeinsame 2-Euro-Gedenkmünze erschien am 1. Januar 2009 aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.

Die dritte gemeinsame 2-Euro-Gedenkmünze ist am 1. Januar 2012 aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der Einführung des Euro-Bargeldes erschienen.

Sammlermünzen[Bearbeiten]

Deutsche 100-Euro-Sammlermünze aus Gold

Neben den in allen Teilnehmerländern als gesetzliches Zahlungsmittel gültigen Euro-Kursmünzen ist jedes an der Währungsunion teilnehmende Land berechtigt, Sammlermünzen herauszugeben.

Sammlermünzen unterscheiden sich im Nennwert sowie in mindestens zwei der drei Kriterien Dicke, Durchmesser und Farbe von den Kursmünzen.[37] Diese Sammlermünzen sind nur im herausgebenden Land gesetzliches Zahlungsmittel. Da Sammler- und Materialwert der Goldmünzen deren Nennwert deutlich übersteigen, spielen sie im Zahlungsverkehr selten eine Rolle. Auch die deutschen Silbermünzen, die zum Nennwert ausgegeben werden, kommen im Umlauf selten vor.

Aufgrund einer EU-Verordnung vom 4. Juli 2012[20] müssen die Sammlermünzen andere Nennwerte aufweisen als die regulären Umlaufmünzen (1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie 1 und 2 Euro). Dieser Forderung wird in der Regel dadurch entsprochen, dass Sammlermünzen Nennwerte von mehr als 2 Euro aufweisen. Oftmals entsprechen sie den Nennwerten der Banknoten (5, 10, 50, 100 und 200 Euro), jedoch gibt es in machen Staaten auch Sammlermünzen mit ungewöhnlichen Nennwerten. So existieren unter anderem die folgenden Sammlermünzen:

  • Belgien: 12½- und 25-Euro-Goldmünzen
  • Estland: 12-Euro-Silbermünzen
  • Frankreich: ¼-, 1½- und 15-Euro-Silbermünzen.[38] Eine 5-Euro-Münze aus 333er Silber wird im Land teilweise als Umlaufmünze verwendet.[39]
  • Irland: 15-Euro-Silbermünzen
  • Luxemburg: 700-Eurocent-Silbermünze[40] und 25-Euro-Silbermünzen
  • Österreich: Neuneckige 5-Euro-Münzen aus Kupfer oder 80 % Silber. Es gibt auch eine 25-Euro-Bimetallmünze (Ring aus 900er Silber, Kern aus Niob).[41] Auch die Wiener Philharmoniker in Silber (mit einem Nennwert von 1½ Euro)[42] und in Gold (mit Nennwerten von 10, 25, 50, 100 sowie 100.000 Euro) gelten als Euro-Sammlermünzen.
  • Portugal: ¼-Euro-Goldmünzen, 1½-, 2½- und 8-Euro-Münzen aus Kupfer, Silber oder Gold, sowie 7½-Euro-Münzen aus Kupfer oder Gold.[43]
  • Slowenien: 3-Euro-Bimetallmünzen und 30-Euro-Silbermünzen.[44]
  • Spanien: 12-Euro-Silbermünzen und eine zwölfeckige 300-Euro-Trimetallmünze

Eurovorläufer, Mustermünzen und Testprägungen[Bearbeiten]

Diese Prägungen sind keine offiziellen Zahlungsmittel und sind daher nicht als Münzen, sondern als Medaillen zu bezeichnen. Die Mustermünzen und Testprägungen kommen in aller Regel nicht von der Zentralbank bzw. den nationalen Münzprägestätten. Vielmehr handelt es sich um Fantasieprägungen durch Privatpersonen oder Münzhandelsfirmen; das Design gibt daher auch nicht das mögliche Aussehen späterer offizieller Europrägungen dieser Länder wieder. Mustermünzen und Testprägungen werden für praktisch alle EU-Länder, die den Euro noch nicht eingeführt haben, angeboten. In einigen Ländern, so auch in Deutschland, stehen diese Medaillen unter Umständen in einem Widerspruch zu gültigen Münzverordnungen.

Weiterhin gab es sogenannte Eurovorläufer, regional gültige Pseudo-Währungen.

Mögliche zukünftige Eurostaaten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Eurozone

  • Litauen plant zum 1. Januar 2015 den Beitritt zur Eurozone. Im Juli 2014 werden die zuständigen Gremien der EU über den Antrag Litauens befinden. Notifizierte Entwürfe für litauische Euromünzen liegen vor.
  • Dänemark und Schweden: In den beiden skandinavischen Ländern wurde die Einführung des Euro durch Volksabstimmung abgelehnt (Schweden ist vertraglich verpflichtet, den Euro einzuführen, verhindert dies allerdings mit einer technischen Maßnahme). Dänemark hat seine Währung bereits an den Euro gebunden. Entwürfe für dänische Euromünzen liegen vor.[45]
  • Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn: Diese Länder nehmen bisher nicht am WKM II teil. Gegenwärtig erfüllt auch keines dieser Länder die EU-Konvergenzkriterien. Mit dem Beitritt eines dieser Länder zur Eurozone ist in den nächsten Jahren noch nicht zu rechnen.
  • Vereinigtes Königreich: Die Einführung des Euro ist in absehbarer Zeit nicht geplant. Es wird davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Briten den Euro ablehnt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Fischer, Helmut Kahnt, Hans L. Grabowski: Die Euro-Münzen. Gietl, Regenstauf 2005, ISBN 3-924861-89-7.
  • Euro-Katalog, Münzen und Banknoten 2005. Leuchtturm Albenverlag, Geesthacht 2004, ISBN 3-00-012679-1.
  • Gerhard Schön: Euro Münzkatalog 2010. 9. Aufl. Battenberg, Regenstauf 2010, ISBN 3-86646-053-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Euromünzen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EZB: EZB: Gemeinsame Seiten. Abgerufen am 30. August 2011.
  2. a b c d Anhand der hier angegebenen Maße errechnete Dichte. Riffelungen, Kerben und Erhebungen nicht berücksichtigt.
  3. Belgisches Münzzeichen: Erzengel Michael Abgerufen am 29. Mai 2014
  4. Finnisches Münzzeichen 2007–2009: Füllhorn Abgerufen am 29. Mai 2014
  5. Französisches Münzzeichen: Füllhorn Abgerufen am 30. Mai 2014
  6. Griechisches Münzzeichen: Akanthusblatt Abgerufen am 29. Mai 2014
  7. Katze als Münzmeisterzeichen Bernard Gillards Abgerufen am 30. Mai 2014
  8. Biene als Münzmeisterzeichen Pierre Rodiers Abgerufen am 30. Mai 2014
  9. Fruchttragende Weinranke: niederländisches Münzmeisterzeichen Robert Bruens’ Abgerufen am 30. Mai 2014
  10. Segel des Dreimastklippers Nederland: Münzmeisterzeichen Maarten Brouwers Abgerufen am 30. Mai 2014
  11. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Millionenbetrug mit Euro-Schrottmünzen. Abgerufen am 8. April 2011.
  12. Frank O. Nestle, Hannes Speidel, Markus O. Speidel: Metallurgy: high nickel release from 1- and 2-euro coins. In: Nature. Nr. 419, 12. September 2002, S. 132 (PDF; 129 KBdoi:10.1038/419132a)
  13. Nickelallergie durch Euromünzen, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin, Ruhr-Universität Bochum, abgerufen am 29. März 2014
  14. Allergiegefährdung für Kassierer und Bankangestellte, in News vom 23. Februar 2001, abgerufen am 29. März 2014
  15. Circulation of euro coins, quantities. Abgerufen am 29. Januar 2010 (.ZIP; 14 kB).
  16. Aktuelle Daten zu den Euro-Banknoten und -Münzen
  17. Währungsvereinbarungen mit Monaco, San Marino und dem Staat Vatikanstadt Abgerufen am 14. April 2014
  18. 1- und 2-Cent-Stücke verschwinden. Het Nieuwsblad, abgerufen am 9. Februar 2014 (niederländisch).
  19. Mitteilung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 22. Dezember 2006 – Fünf Jahre Euro-Banknoten und Euro-Münzen Abgerufen am 11. Januar 2014
  20. a b c Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 über die Ausgabe von Euro-Münzen Abgerufen am 19. Mai 2014
  21. EU-Kommission stellt 1- und 2-Cent-Münzen infrage Abgerufen am 12. Januar 2014
  22. Unterscheidung von Avers und Revers (abgerufen 7. Januar 2011) auf: Münztreff.de
  23. Wettbewerbsentwürfe für die gemeinsamen Seiten der Euromünzen (Englisch) Abgerufen am 1. Dezember 2013
  24. Europäische Gemeinschaften: Texte zum Euro (Nummer 37, Mai 2000): Die Euro-Münzen, S. 10 (PDF 3,79 MB) Abgerufen am 9. März 2014
  25. Pressemitteilung des Europäischen Rates über die Neugestaltung der Euro-Münzen (PDF)
  26. Deutsche Bundesbank: Die Euro-Münzen. Frankfurt, Dezember 2010. S. 3 ff. (Broschüre)
  27. Währungsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und dem Fürstentum Andorra (PDF, 778 KB), abgerufen am 1. Januar 2014
  28. Andorra: Modalitäten zur Einführung eigener Euromünzen (Katalanisch) Abgerufen am 1. Januar 2014
  29. EU-Kommission: Gestaltungsleitlinien der Euro-Umlaufmünzen PDF 128 kB, abgerufen am 9. November 2013
  30. Gestaltungsrichtlinien der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008 (PDF 36 kB)
  31. Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung vom 18. Juni 2012 über die Stückelungen und technischen Merkmale der für den Umlauf bestimmten Euro-Münzen (PDF; 718 KB), abgerufen am 12. Januar 2014
  32. Neugestaltete nationale Rückseite Spaniens ab 2010
  33. Empfehlung der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008 zu gemeinsamen Leitlinien für die nationalen Seiten und die Ausgabe von für den Umlauf bestimmten Euro-Münzen (PDF; 37 kB)
  34. The Euro Information Website: Euro Coins 5. Design (englisch) Abgerufen am 19. Mai 2013
  35. EU-Verordnung Nr. 566/2012, Artikel 1g, vom 18. Juni 2012 Abgerufen am 7. Februar 2012
  36. The Euro Information Website, Frequently Asked Questions
  37. Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung vom 18. Juni 2012 – Kriterien für Sammlermünzen (PDF, 718 KB), abgerufen am 12. Januar 2014
  38. Französische Münzen
  39. Französische 5-Euro-Umlaufmünze Abgerufen am 1. November 2013
  40. Luxemburgische 700-Eurocent-Münze
  41. Österreichische Münzen
  42. Österreichische 1,5-Euro-Münze
  43. Portugiesische Münzen
  44. Slowenische Münzen
  45. Entwürfe der dänischen Euromünzen