Euromünzen
| Die Euromünzen |
|---|
| Eurozone |
| assoziierte Euronutzer (mit eigenen Euromünzen) |
| „passive“ Euronutzer (ohne eigene Euromünzen) |
| Geplante/mögliche Einführung des Euro |
Die Euromünzen sind die in derzeit 17 Ländern der Europäischen Union sowie den Nicht-EU-Staaten Andorra, Kosovo, Monaco, Montenegro, San Marino und Vatikanstadt in Umlauf gebrachten Münzen der gemeinsamen europäischen Währung Euro.
Die Euromünzen wurden zusammen mit den Eurobanknoten ab dem 1. Januar 2002 eingeführt. Das Prägejahr der Münzen kann aber bis 1999 zurückgehen, also dem Jahr, in dem die Währung offiziell als Buchgeld eingeführt wurde.
Ein Euro wird unterteilt in 100 Cent; es gibt acht Nennwerte für Münzen.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung [Bearbeiten]
Abweichend von der in der Numismatik üblichen Bezeichnungsweise wird in den amtlichen Schreiben der EU die Wertseite als Vorderseite und die Bildseite als Rückseite bezeichnet.[1] Die hier verwendeten Bezeichnungen orientieren sich an den von der EU verwendeten.
| Wert | Durch- messer |
Dicke | Masse | Rändelung | Material | ferro- magnetisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 Cent | 16,25 mm | 1,67 mm | 2,30 g | glatt | Stahl mit Kupfer-Ummantelung (94,35 % Fe, 5,65 % Cu) |
ja |
| 2 Cent | 18,75 mm | 1,67 mm | 3,06 g | glatt mit umlaufender Kerbe | ||
| 5 Cent | 21,25 mm | 1,67 mm | 3,92 g | glatt | ||
| 10 Cent | 19,75 mm | 1,93 mm | 4,10 g | grobe Riffelung (40 Riffel) |
Nordisches Gold (89 % Cu, 5 % Al, 5 % Zn, 1 % Sn) |
nein |
| 20 Cent | 22,25 mm | 2,14 mm | 5,74 g | spanische Blume (glatt mit 7 Einkerbungen) |
||
| 50 Cent | 24,25 mm | 2,38 mm | 7,80 g | grobe Riffelung (50 Riffel) |
||
| 1 Euro | 23,25 mm | 2,33 mm | 7,50 g | gebrochene Riffelung (3 × 29 Riffel) |
Ring: Messing |
Ring: nein Kern: ja |
| 2 Euro | 25,75 mm | 2,20 mm | 8,50 g | feine Riffelung mit Schriftprägung (252 Riffel) |
Ring: Kupfernickel |
Aufbau [Bearbeiten]
Gemeinsam ist den 1- und 2-Euro-Münzen ein Aufbau aus Ring und Kern (auch Pille). Beim 1-Euro-Stück besteht der Ring aus Messing und der Kern aus Kupfernickel. Beim 2-Euro-Stück ist es umgekehrt. Vor der Prägung spricht man auch von Rohlingen und Ronden.
Entwertung, Verschrottung [Bearbeiten]
In Deutschland werden bei außer Verkehr gezogenen 1- und 2-Euro-Münzen zur Entwertung Ring und Pille voneinander getrennt. Der hierbei entstehende Münzschrott wird unter anderen von der Vebeg GmbH, dem Verwertungsunternehmen des Bundes, an Metallhändler versteigert. Im März 2011 wurden Betrüger festgenommen, die mehrere Millionen Ringe und Pillen dieser Art in China wieder zusammensetzen ließen und bei der Bundesbank als angeblich beschädigte Münzen erneut eintauschten.[3]
Gemeinsame Vorderseite der Münzen [Bearbeiten]
Alle Euro-Münzen haben gemeinsame Vorderseiten, die den Wert der Münze angeben. Sie wurden vom belgischen Designer Luc Luycx entworfen, dessen Signet „LL“ aufgeprägt ist.
Die seit dem Prägejahr 1999 unveränderten 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bilden die nördliche Hemisphäre mit dem östlichen Mittelmeer im Zentrum ab, also Europa als Kontinent in Nachbarschaft zu Asien und Afrika. Die seinerzeit 15 die EU bildenden Staaten sind strukturiert dargestellt. Auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen bis 2007 sind die einzelnen EU-Staaten wie singuläre Puzzlesteine zu sehen; die Erweiterung der Europäischen Union von 2004 wurde jedoch bei nachfolgenden Prägungen nicht berücksichtigt. EU-Mitglieder, die nicht am Euro teilnehmen, z. B. Großbritannien, sind dargestellt. Die 1- und 2-Euro-Münzen bis 2007 zeigen das Gebilde der EU-Länder vor der ersten Osterweiterung. Ab 2007 wurde auf den 10-, 20- und 50-Cent-, sowie den 1- und 2-Euro-Münzen Europa ohne Ländergrenzen als Ganzes dargestellt (siehe unten Abschnitt Neugestaltung). Alle Münzen zeigen auch noch zwölf Sterne als Symbol Europas (siehe auch: Symbolik der Europaflagge).
Neugestaltung [Bearbeiten]
Mit der Einführung des Euro am 1. Januar 2007 in Slowenien wurden die gemeinsamen Vorderseiten der Münzen einer Neugestaltung unterzogen.[4] Statt wie bisher die 15 alten Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen die revidierten Geldstücke die geografischen Umrisse Europas mit den 27 EU-Ländern. In der generellen Übersicht wurde Island ausgespart, Zypern nicht der tatsächlichen Lage entsprechend angedeutet und bei den 1- und 2-Euro-Münzen nur ein Teil Finnlands gezeigt. Bei den 1- und 2-Euro-Münzen sowie den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen wurde auf die Darstellung von Staatsgrenzen verzichtet. Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen wurden nicht geändert, obwohl auf dem abgebildeten Globus nur das Staatsgebiet der ersten 15 EU-Mitglieder markiert ist. Die meisten Euro-Länder begannen mit der Einführung der neuen Vorderseiten 2007. In Italien, Österreich, Portugal, San Marino und in der Vatikanstadt wurde die neue Vorderseite erst 2008 eingeführt. Die älteren Münzen mit der Darstellung der 15 EU-Staaten bleiben weiter gültig.[5]
Nationale Rückseite der Münzen [Bearbeiten]
Jedes Land, das am Euro teilnimmt, hat seine eigene Gestaltung der Rückseite. Diese reicht von der einfachen Abbildung des Staatsoberhaupts (zum Beispiel Belgien) bis zu einer unterschiedlichen Ausführung für jede einzelne Münze (zum Beispiel Österreich). Alle Münzen zeigen auf dieser Seite die Jahreszahl und die zwölf Sterne der EU-Flagge.
Die nationalen Seiten sind in eigenen Artikeln beschrieben:
- belgische Euromünzen
- deutsche Euromünzen
- estnische Euromünzen
- finnische Euromünzen
- französische Euromünzen
- griechische Euromünzen
- irische Euromünzen
- italienische Euromünzen
- luxemburgische Euromünzen
- maltesische Euromünzen
- monegassische Euromünzen
- niederländische Euromünzen
- österreichische Euromünzen
- portugiesische Euromünzen
- san-marinesische Euromünzen
- slowakische Euromünzen
- slowenische Euromünzen
- spanische Euromünzen
- vatikanische Euromünzen
- zyprische Euromünzen
Obwohl nur 17 Staaten der EU an der Währungsunion beteiligt sind, gibt es 20 verschiedene Münzsätze. Monaco, San Marino und die Vatikanstadt sind keine EU-Mitglieder, befanden sich jedoch vor der Euroeinführung aufgrund von Währungsvereinbarungen in einer Währungsunion mit Frankreich bzw. Italien. Daher wurde es als notwendig erachtet, die Währungsvereinbarungen durch neue bilaterale Übereinkommen mit der Europäischen Union zu ersetzen, welche diesen Ländern das Recht einräumen, eigene Euromünzen zu prägen.
Mit Andorra wurde 2011 eine Währungsvereinbarung geschlossen, sodass ab 2014 auch dieser Zwergstaat eigene Euromünzen ausgeben darf.[6] Mit Montenegro und dem Kosovo wurden keine solchen Abkommen zur Einführung nationaler Euromünzen getroffen – dies ist bisher auch nicht vorgesehen.
Neugestaltung [Bearbeiten]
Auch für die nationalen Rückseiten wurden neue Gestaltungsrichtlinien gegeben. So soll der Name des Herausgeberstaats erscheinen (wie es zuvor schon in einigen Ländern der Fall war). Auf eine Wiederholung der Wertangabe (wie bislang auf den österreichischen Münzen) soll verzichtet werden, es sei denn, im entsprechenden Land wird ein anderes als das lateinische Alphabet verwendet. Neben Griechenland und der Republik Zypern könnte das in der Zukunft auch Bulgarien betreffen. Allerdings müssen die bisherigen Euro-Länder ihre Darstellungen nicht sogleich überarbeiten, sondern erst bei einer eventuellen Neugestaltung. Finnland begann mit der Umsetzung der neuen Richtlinien 2007, Belgien folgte 2008 und Spanien 2010.[7]
Maße, Masse und andere technische Spezifikationen der Münzen sollen unverändert bleiben, um den Übergang von alten zu neuen Münzen nicht zu erschweren.
Im Zuge einer Empfehlung der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008[8] wurden die Richtlinien zur Neugestaltung der nationalen Rückseiten weiter konkretisiert. Demzufolge ist im Normalfall eine Änderung der nationalen Seiten nicht mehr möglich. Bisher galt die Empfehlung, dass bis Ende des Jahres 2008 keine Änderungen erfolgen sollten. Jetzt sind Neugestaltungen nur mehr unter den folgenden Voraussetzungen erlaubt:
- Die Länder, deren Münzen den oben beschriebenen Empfehlungen noch nicht entsprechen (Deutschland, Griechenland, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Slowenien),[9] können die notwendigen Anpassungen jederzeit vornehmen, müssen sie jedoch spätestens zum 20. Juni 2062 vollziehen.[10]
- Die Länder, deren Münzen das jeweilige Staatsoberhaupt abbilden, dürfen das Porträt frühestens nach 15 Jahren aktualisieren. Daraus ergeben sich derzeit folgende mögliche Neugestaltungstermine: Belgien (die Portrait-Neugestaltung 2008 wurde revidiert), Luxemburg und Spanien 2014, Monaco 2021 und Niederlande 2028 oder 2029 (je nachdem, ob die neuen Kursmünzen mit König Willem 2013 oder 2014 erscheinen). Scheidet das Staatsoberhaupt (etwa durch Tod oder Amtsverzicht) aus dem Amt, ist weiterhin eine sofortige Neugestaltung der Münzen möglich. Allerdings ist es nicht mehr gestattet, für den Zeitraum zwischen dem Ausscheiden des alten Staatsoberhaupts aus seinem Amt und der Bestellung des neuen Staatsoberhauptes einen eigenen Münzsatz herauszugeben (wie es in der Vatikanstadt während der Sedisvakanz nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. geschah).
Bereits vorgenommene und genehmigte Änderungen von nationalen Münzseiten bleiben bestehen. Alle bisherigen Euromünzen behalten ihren Wert und bleiben im Umlauf. Es ist vorgesehen, dass alle derzeitig gültigen Empfehlungen und Richtlinien im Jahr 2015 überdacht werden, so dass sie dann gegebenenfalls auch wieder abgeändert werden können.[11][12]
Bargeldumlauf [Bearbeiten]
| Nennwert | Umlaufmenge | Anteil | Umlaufwert | Anteil am Wert |
|---|---|---|---|---|
| 1 Cent | 20.479 Mio. | 24 % | 205 Mio. € | 1,0 % |
| 2 Cent | 16.605 Mio. | 19 % | 332 Mio. € | 1,6 % |
| 5 Cent | 13.944 Mio. | 16 % | 697 Mio. € | 3,3 % |
| 10 Cent | 10.934 Mio. | 13 % | 1.093 Mio. € | 5,2 % |
| 20 Cent | 8.587 Mio. | 10 % | 1.717 Mio. € | 8,2 % |
| 50 Cent | 4.956 Mio. | 6 % | 2.478 Mio. € | 11,8 % |
| 1 Euro | 6.126 Mio. | 7 % | 6.126 Mio. € | 29,2 % |
| 2 Euro | 4.161 Mio. | 5 % | 8.321 Mio. € | 39,7 % |
| Insgesamt | 85.792 Mio. | 100 % | 20.970 Mio. € | 100 % |
Im August 2009 waren rund 86 Mrd. Euromünzen mit einem Gesamtwert von fast 21 Mrd. Euro im Umlauf. Der Umlaufwert je Münzsorte steigt mit ihrem Nennwert; 1 % des Umlaufwerts aller Münzen liegt in den 1-Cent-Münzen, knapp 40 % steckt in den 2-Euro-Münzen. Stückzahlmässig allerdings sind die Münzen umso zahlreicher im Umlauf, je kleiner ihr Nennwert ist; nur 1-Euro-Münzen sind etwas häufiger als 50-Cent-Münzen. So laufen gut 20 Milliarden 1-Cent-Münzen um, doch nur gut 4 Milliarden 2-Euro-Münzen.
Im Vergleich zu den Eurobanknoten machen die Münzen nur 2,7 % des gesamten Bargeldumlaufs von 768 Mrd. Euro aus. Jedoch sind die Umlaufmengen der einzelnen Banknoten geringer. Nur die 50-Euro-Note ist häufiger als die 2-Euro-Münze, aber seltener als alle anderen Münzen.[14]
Zukünftige Eurostaaten [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Eurozone
- Andorra: Der Nicht-EU-Staat hat 2011 ein Währungsabkommen mit der EU geschlossen und wird ab 2014 eigene Euromünzen herausgeben.[15]
- Lettland: Am 31. Januar 2013 verabschiedete das lettische Parlament das „Gesetz zur Einführung des Euro“.[16] Wenn die anstehende Überprüfung der EU-Konvergenzkriterien positiv ausfällt, kann Lettland Anfang 2014 den Euro einführen. Entwürfe der zukünftigen Euromünzen liegen bereits vor.[17]
- Litauen nimmt am WKM II teil und hat einseitig seine Währung Litas fest an den Euro gekoppelt (1 EUR = 3,4528 LTL). Es strebt die Euro-Einführung zum nächstmöglichen Zeitpunkt an. Entwürfe der zukünftigen Euromünzen liegen bereits vor.[18]
- Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn: Diese Länder nehmen bisher nicht am WKM II teil. Gegenwärtig erfüllt auch keines dieser Länder die EU-Konvergenzkriterien. Mit dem Beitritt eines dieser Länder zur Eurozone ist in den nächsten Jahren noch nicht zu rechnen.
- Dänemark und Schweden: In den beiden skandinavischen Ländern wurde die Einführung des Euro durch Volksabstimmung abgelehnt (Schweden ist vertraglich verpflichtet, den Euro einzuführen, verhindert dies allerdings mit einer technischen Maßnahme). Dänemark hat seine Währung bereits an den Euro gebunden. Entwürfe für dänische Euromünzen liegen vor.[19]
- Vereinigtes Königreich: Die Einführung des Euro ist in absehbarer Zeit nicht geplant. Es wird davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Briten den Euro ablehnt.
Sondermünzen [Bearbeiten]
Sammlermünzen [Bearbeiten]
Neben den in allen Teilnehmerländern als gesetzliches Zahlungsmittel gültigen Euro-Kursmünzen ist jedes an der Währungsunion teilnehmende Land berechtigt, Sammlermünzen herauszugeben.
Sammlermünzen unterscheiden sich im Nennwert sowie in mindestens zwei der drei Kriterien Dicke, Durchmesser und Farbe von den Kursmünzen. So gibt es z. B. in Frankreich Münzen zu ¼ € in Silber und Gold, in Österreich zu 5 € in Silber, 25 € in Silber und Niob (in unterschiedlichen Farben) und in Deutschland zu 10 € in Silber, 20 €, 100 € und 200 € in Gold (siehe auch Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland).
Diese Sammlermünzen sind nur im herausgebenden Land gesetzliches Zahlungsmittel. Da Sammler- und Materialwert der Goldmünzen deren Nennwert deutlich übersteigen, spielen sie im Zahlungsverkehr keine Rolle. Auch die deutschen Silbermünzen, die zum Nennwert ausgegeben werden, kommen im Umlauf praktisch nicht vor.
2-Euro-Gedenkmünzen [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: 2-Euro-Gedenkmünzen
Seit 2004 können alle Staaten des Euroraums 2-Euro-Gedenkmünzen herausgeben. 2-Euro-Gedenkmünzen sind (im Gegensatz zu Sammlermünzen) für den Umlauf bestimmt und in allen Euroländern gültig. Jedes Ausgabeland konnte bis 2012 nur eine Gedenkmünze im Jahr herausgeben. Ausgenommen von dieser Regelung sind Gemeinschaftsausgaben, die nicht unter diese Kontingentierung fallen. Ab 16. August 2012 hat jedes Mitglied der Eurozone (also nicht die durch Währungsabkommen verbundenen Kleinstaaten) das Recht, jährlich zwei 2-Euro-Gedenkmünzen zu prägen.[20]
2-Euro-Gedenkmünzen unterscheiden sich von den regulären Kursmünzen nur dadurch, dass ihre nationale Seite durch eine spezielle Gedenkseite ersetzt wird. Die gemeinsame Seite sowie alle weiteren Eigenschaften wie Nennwert, Farbe, Dicke und Durchmesser sind unverändert.
Die Auflagen dieser Gedenkmünzen sind festgelegt und können nicht, wie beim Umlaufgeld, angepasst werden. Die erste Münze wurde von Griechenland anlässlich der Olympischen Spiele 2004 herausgegeben.
Gemeinschaftsausgaben der 2-Euro-Gedenkmünzen [Bearbeiten]
Im März 2007 erschien eine Gemeinschaftsausgabe der 2-Euro-Gedenkmünzen zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge. Sie wurde von allen 13 den Euro emittierenden EU-Staaten (das heißt ohne Monaco, San Marino und der Vatikanstadt) ausgegeben. Die Münze ist in allen Ländern gleich gestaltet und unterscheidet sich nur durch den jeweiligen Landesnamen und die Sprache der Inschrift Römische Verträge – 50 Jahre. Auf ihr sind der Vertrag der sechs beteiligten Länder und der Ort der Unterzeichnung, der Campidoglio-Platz in Rom, zu sehen.
Die zweite gemeinsame 2-Euro-Gedenkmünze erschien am 1. Januar 2009 aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.
Die dritte gemeinsame 2-Euro-Gedenkmünze ist am 1. Januar 2012 aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der Einführung des Euro-Bargeldes erschienen.
Produktion [Bearbeiten]
Euromünzen wurden und werden in folgenden Prägestätten geprägt:
| Land | Prägeanstalt | Standorte | Zeit | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| Belgien | Königliche Münze Belgien | Brüssel | seit 1999 | |
| Deutschland | Staatliche Münze Berlin | Berlin | seit 1999 | Prägezeichen A |
| Hamburgische Münze | Hamburg | seit 1999 | Prägezeichen J | |
| Staatliche Münze Karlsruhe | Karlsruhe | seit 1999 | Prägezeichen G | |
| Bayerisches Hauptmünzamt | München | seit 1999 | Prägezeichen D | |
| Staatliche Münze Stuttgart | Stuttgart | seit 1999 | Prägezeichen F | |
| Finnland | Rahapaja | Vantaa | seit 1999 | auch für Griechenland (1 und 2 Euro 2002 „S“), Luxemburg (2005 und 2006), Slowenien, Zypern und Estland |
| Frankreich | Monnaie de Paris | Pessac | seit 1999 | auch für Griechenland (1, 2, 5, 10, 50 Cent 2002 „F“), Luxemburg (2007 und 2008), Malta und Monaco |
| Griechenland | griechische nationale Münze | Chalandri (Athen) | seit 2001 | |
| Irland | Central Bank of Ireland | Sandyford (Dún Laoghaire-Rathdown) | seit 1999 | |
| Italien | Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato | Rom | seit 1999 | auch für San Marino und Vatikan |
| Niederlande | Königliche Niederländische Münze | Utrecht | seit 1999 | auch für Luxemburg (bis 2004 und ab 2009) und Slowenien |
| Österreich | Münze Österreich | Wien | seit 1999 | |
| Portugal | Imprensa Nacional e Casa da Moeda | Lissabon | seit 1999 | |
| Slowakei | Mincovňa Kremnica | Kremnica | seit 2008 | |
| Spanien | Fábrica Nacional de Moneda y Timbre | Madrid | seit 1999 | auch für Griechenland (20 Cent 2002 „E“) |
| Vereinigtes Königreich | Royal Mint | Llantrisant (Rhondda Cynon Taf) | für Irland: 1 und 5 Cent 2002 |
Eurovorläufer, Mustermünzen und Testprägungen [Bearbeiten]
Diese Prägungen sind keine offiziellen Zahlungsmittel und sind daher nicht als Münzen, sondern als Medaillen zu bezeichnen.
Die Mustermünzen und Testprägungen kommen in aller Regel nicht von der Zentralbank bzw. den nationalen Münzprägestätten. Vielmehr handelt es sich um Fantasieprägungen durch Privatpersonen oder Münzhandelsfirmen; das Design gibt daher auch nicht das mögliche Aussehen späterer offizieller Europrägungen dieser Länder wieder.
Mustermünzen und Testprägungen werden für praktisch alle EU-Länder, die den Euro noch nicht eingeführt haben, angeboten. In einigen Ländern, so auch in Deutschland, stehen diese Medaillen unter Umständen in einem Widerspruch zu gültigen Münzverordnungen.
Weiterhin gab es sogenannte Eurovorläufer, regional gültige Pseudo-Währungen.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Kurt Fischer, Helmut Kahnt, Hans L. Grabowski: Die Euro-Münzen. Gietl, Regenstauf 2005. ISBN 3-924861-89-7
- Euro-Katalog, Münzen und Banknoten 2005. Leuchtturm Albenverlag, Geesthacht 2004. ISBN 3-00-012679-1
- Gerhard Schön: Euro Münzkatalog 2010. 9. Aufl. Battenberg, Regenstauf 2010. ISBN 3-86646-053-8
Weblinks [Bearbeiten]
- Europäische Zentralbank: Euro-Münzen
- FAQ der Deutschen Bundesbank zu Euromünzen
- Broschüre der Deutschen Bundesbank über Euromünzen (PDF) (12 MB)
- Private Seite mit Bildern aller Euromünzen auf einen Blick
- Katalog der Euro-Kursmünzen
- Private Seite zu Auflagezahlen der Euro-Münzen und Kursmünzensätzen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Unterscheidung von Avers und Revers (abgerufen 7. Januar 2011) auf: Münztreff.de
- ↑ EZB: EZB: Gemeinsame Seiten. Abgerufen am 30. August 2011.
- ↑ Frankfurter Allgemeine Zeitung: Millionenbetrug mit Euro-Schrottmünzen. Abgerufen am 8. April 2011.
- ↑ Pressemitteilung des Europäischen Rates über die Neugestaltung der Euro-Münzen (PDF)
- ↑ Deutsche Bundesbank: Die Euro-Münzen. Frankfurt, Dezember 2010. S. 3ff. (Broschüre)
- ↑ Währungsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und dem Fürstentum Andorra (PDF, 778 KB), abgerufen am 2. Januar 2012
- ↑ Neugestaltete nationale Rückseite Spaniens ab 2010
- ↑ Empfehlung der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008 zu gemeinsamen Leitlinien für die nationalen Seiten und die Ausgabe von für den Umlauf bestimmten Euro-Münzen (PDF; 37 kB)
- ↑ The Euro Information Website: Euro Coins 5. Design (englisch) Abgerufen am 19. Mai 2013
- ↑ EU-Verordnung Nr. 566/2012, Artikel 1g, vom 18. Juni 2012 Abgerufen am 7. Februar 2012
- ↑ prägefrisch.de, Ausgabe 3/2005
- ↑ The Euro Information Website, Frequently Asked Questions
- ↑ Circulation of euro coins, quantities. Abgerufen am 29. Januar 2010 (.ZIP; 14 kB).
- ↑ Aktuelle Daten zu den Euro-Banknoten und -Münzen
- ↑ Euro-Einführung 2014 - Abbildung von Münzentwürfen 2009 (spanisch) Abgerufen am 2. März 2013
- ↑ Lettland verabschiedet Gesetz zur Einführung des Euro, 31. Januar 2013
- ↑ Entwurf lettischer Euromünzen Abgerufen am 2. März 2013
- ↑ Entwurf littauischer Euromünzen Abgerufen am 2. März 2013
- ↑ Entwürfe der dänischen Euromünzen
- ↑ EU-Verordnung über die Ausgabe von Euro-Münzen, 4. Juli 2012 Abgerufen am 28. Januar 2013