Malva Schalek

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Malva Schalek (* 18. Februar 1882 in Prag; † nach dem 18. Mai 1944 im KZ Auschwitz; auch Malvina Schalkova) war eine österreichisch-jüdische Malerin.

Leben[Bearbeiten]

Sie wurde in Prag in eine deutschsprachige jüdische Intellektuellenfamilie hineingeboren.[1]

Ihre Nichte war Lisa Fittko. Die Schule besuchte sie in Prag und in Vrchlabi (Hohenelbe); dann begann sie in München an der Damenakademie ein Kunststudium, das sie in Wien in privatem Unterricht fortsetzte. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Malerin in Wien, in ihrem Atelier direkt über dem Theater an der Wien, bis zum Juli 1938, als sie zur Flucht vor den Nazis gezwungen war und dabei all ihre Bilder zurücklassen musste. Nur etwa 30 Werke aus dieser Zeit sind wieder aufgetaucht, zwei davon wurden im Historischen Museum von Wien gefunden. Eines von ihnen, ein in Ölfarbe ausgeführtes, fast lebensgroßes Porträt des Schauspielers Max Pallenberg, wurde 2006, im Zuge der Wiedergutmachung, von der Wiener Restitutionskommission zur Rückgabe an die Rechtsnachfolger bestimmt.[2]

Schalek wurde im Februar 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie mehr als 100 Zeichnungen und Gemälde mit Wasserfarben produzierte, die das Leben im Lager darstellten. Weil sie sich weigerte, einen mit den Nazis kollaborierenden Arzt zu porträtieren, wurde sie am 18. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert[3] und dort in der Folgezeit ermordet.

Malva Schalek war ledig und kinderlos geblieben.[2]

Werk[Bearbeiten]

Ihr Werk, besonders ihre Zeichnungen vom Lager in Theresienstadt, ist von einem nüchternen Realismus. Die Zeichnungen wurden von Tom L. Freudenheim, Direktor des Kunstmuseums von Baltimore, 1978 als „vielleicht das beste und vollständigste künstlerische Oeuvre, das den Holocaust überlebt hat“, beschrieben. Es war wie ein Wunder, als man die Zeichnungen nach der Befreiung fand. Heute befinden sie sich zum größten Teil in der Kunstsammlung des Hauses der Ghettokämpfer im Kibbuz Lochamej haGeta’ot in Israel.

Literatur[Bearbeiten]

Achter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus. (Restitutionsbericht 2007). Wien 2008. – Volltext online (PDF; 1,2 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Simon/Ekstein. – Vgl. den Artikel über ihre prominente Familie, die aktiv in der Tschechischen Nationalbewegung engagiert war (Homepage of Dr. Catherine Stodolsky, englisch).
  2. a b Achter Bericht, S. 95.
  3. Achter Bericht, S. 91.