Mangel (Gerät)

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Professionelle Heißmangel in einer Wäscherei im Ort Merxleben, 1956

Eine Mangel, auch als Wäschemangel bezeichnet, ist eine Maschine, die aus zwei parallelen Walzen im geringen Abstand besteht, von denen zumindest eine angetrieben wird. Mit Hilfe einer Mangel kann ein Werkstoff gestreckt werden. Im industriellen Einsatz ist dieses Verfahren als Kalandrieren bekannt. Das Verfahren ist sehr weit verbreitet, um Textilien zu glätten. Technisch zu unterscheiden sind die grundlegenden Konstruktionsalternativen Kaltmangel und Heißmangel. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich in der Wäschepflege die Heißmangel, auch Bügelmaschine genannt, durchgesetzt.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Der Ausdruck für eine Glättrolle ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Im Mittelalter bezeichnete mittelhochdeutsch mange eine Steinschleuder für militärische Zwecke. Das Wort geht über mittellateinisch manga, manganum auf griechisch mánganon „Wurfmaschine“ zurück. Die Schleudern wurden mit dem Gewicht von Steinkästen betrieben; Prinzip wie Name wurde für die Behandlung der Wäsche übernommen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert wurden gewaschene Tücher von Hand aufgespannt und darin schwere rollende Steine hin- und herbewegt, bis die Falten des Trocknungsprozesses beseitigt waren (Kaltmangel). Später wurden die Walzen elektrisch oder mit Gas beheizt (Heißmangel), zeitweilig bezeichnete man die Geräte auch als „Drehrollen“.[2]

Wringer (um 1925)

Außerdem gab es vor der Erfindung der Wäscheschleuder Wringer, die nach dem Mangelprinzip funktionierten und von Hand oder elektrisch betrieben wurden, um Wäsche zu entwässern.[3] Zum Entwässern von Textilien wurden auch Wäschepressen verwendet. Ein Raum in einem Haus, in dem die Mangel stand, wurde „Rollkammer“ genannt.[4] Weil sich nicht viele Menschen selbst ein solches Gerät hinstellen konnten, gab es bis in die 1950er Jahre Läden, in denen nach Anmeldung die Haushaltswäsche entweder selbst oder von Angestellten der Geschäfte „gemangelt“ wurde. Die dortigen Geräte wurden dabei auch durch Treibriemen zu mehreren angetrieben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mangeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25. Auflage, Berlin 2011, S. 598
  2. Waßmannstraße 3. In: Berliner Adreßbuch, 1943, Teil 4, S. 928. „Drehrollen-Steiring“.
  3. Albert Tanner: Das Schiffchen fliegt, die Maschine rauscht. Weber, Sticker und Fabrikanten in der Ostschweiz. Unionsverlag, Zürich 1985, ISBN 3-293-00084-3, Bild Seite 15
  4. Rollkammer. In: Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7. Stuttgart / Leipzig 1909, S. 507