Miele

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Dieser Artikel behandelt den Hausgeräte-Hersteller Miele, für andere Bedeutungen siehe Miele (Begriffsklärung).
Miele & Cie. KG
Miele logo.svg
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1. Juli 1899
Sitz Gütersloh, Deutschland
Leitung Olaf Bartsch, Markus Miele, Heiner Olbrich, Eduard Sailer, Reinhard Zinkann junior
Mitarbeiter 17.660 (August 2014)[1]
Umsatz 3,22 Mrd. Euro (13/14)[1]
Branche Elektrogeräte
Produkte Haushaltsgeräte (Wäsche- und Bodenpflege, Einbaugeräte für die Küche), Geräte für den gewerblichen Einsatz (Miele Professional)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.miele.de

Die Miele & Cie. KG ist ein deutscher Haushaltsgeräte-Hersteller mit Sitz in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 17.660 Mitarbeiter (Stand Geschäftsjahr 2013/2014).[1] Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2013/2014 3,22 Milliarden Euro.[1] Geschäftsführer sind Markus Miele, Reinhard Zinkann junior, Eduard Sailer, Heiner Olbrich und Olaf Bartsch. Seit der Gründung ist die Firma, mittlerweile in der vierten Generation, im Besitz der Familien Miele (51,1 %) und Zinkann (48,9 %). Das Unternehmen ist eine Kommanditgesellschaft. Die unbeschränkt haftenden Gesellschafter (Komplementäre) sind die Miele Verwaltungs-GmbH und die Zinkann Verwaltungs-GmbH.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 1. Juli 1899 im westfälischen Herzebrock von Carl Miele (1869–1938) und Reinhard Zinkann (1864–1939) gegründet. Der Betrieb begann mit elf Mitarbeitern in einer ehemaligen Korn- und Sägemühle. Zunächst wurden Milchzentrifugen gefertigt, im Jahr 1900 kamen Buttermaschinen hinzu. Auf der technischen Grundlage der Buttermaschine entwickelte Miele noch im selben Jahr die erste Waschmaschine.

1907 wurde der Betrieb mit nunmehr 60 Arbeitern aus Herzebrock nach Gütersloh-Nordhorn in eine ehemalige Pumpenfabrik verlegt. Ab 1911 wurden Fahrräder gefertigt. 1914 war Miele die „Größte Spezialfabrik Deutschlands für Milchzentrifugen, Buttermaschinen, Wasch-, Wring- und Mangelmaschinen“. 1916 entschieden sich Carl Miele und Reinhard Zinkann, ein Zweigwerk in Bielefeld zu bauen. Dort wurden zunächst Milchzentrifugenteile und Elektromotoren hergestellt.

Im Jahr 1927 nahm Miele die Produktion von Staubsaugern auf. 1929 stellte man die erste elektrische Geschirrspülmaschine Europas her. Ab 1930 wurden Motorräder gebaut. 1932 war Miele die größte Zentrifugenfabrik Europas. Im Zweiten Weltkrieg stellte Miele Steuereinheiten für Torpedos der deutschen Kriegsmarine her.

In den 1950er Jahren gehörte Miele zu den größten Motorfahrradherstellern Deutschlands. Zugunsten der schnell wachsenden Fertigung von Geschirrspülern und Waschautomaten stellte man 1960 die Produktion von Fahrrädern und Motorrädern ein. Zur Fertigung von gewerblichen Wäschereimaschinen und Melkanlagen wurde 1965 ein Werk in Lehrte bei Hannover erworben. 1969 begann man mit dem Verkauf von Küchenmöbeln. Zur Herstellung von Einbauküchen wurde 1973 im westfälischen Warendorf mit dem Bau eines Küchenwerkes begonnen, das 1975 den Betrieb aufnahm. 1982 erwirtschaftete die Miele-Gruppe einen Umsatz von 1.650 Millionen DM (844 Millionen Euro).

1986 wurde das auf Wäschepflegegeräte spezialisierte Unternehmen Cordes in Oelde-Lette übernommen, das einen Umsatz von etwa 65 Millionen DM erzielte und rund 400 Mitarbeiter beschäftigte. Das Werk wurde zur Backofenfabrik ausgebaut; der Unternehmensname Cordes wurde aufgegeben.

1990 übernahm Miele das auf Einbaugeräte und Großkochanlagen spezialisierte Unternehmen Imperial in Bünde. Imperial beschäftigte zur Zeit der Übernahme etwa 650 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von rund 140 Millionen DM. Neben dem Stammwerk in Bünde gehörte zu Imperial auch ein Zweigwerk in Arnsberg, das ebenfalls in die Miele-Gruppe eingegliedert wurde. Die Marke Imperial wurde als Zweitmarke etabliert. 1999, im Jahr des einhundertjährigen Unternehmensjubiläums, war Miele die meistverkaufte Marke im deutschen und europäischen Elektrofachhandel.

2004 verstarb der geschäftsführende Gesellschafter Rudolf Miele (1929–2004). Sein Partner Peter Zinkann (* 1928) und Rudolf Miele, ein Enkel der Unternehmensgründer, zogen sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Mit ihren Söhnen Markus Miele (* 1968) und Reinhard Zinkann jun. (* 1959) übernahm die vierte Generation der Gründerfamilien Aufgaben in der Geschäftsführung.

Im Jahr 2005 gab Miele die Produktion von Küchenmöbeln auf und verkaufte das Küchenwerk in Warendorf an den Schweizer Bauausrüster und Küchenhersteller Arbonia-Forster. Die Küchensparte hatte lediglich zwei Prozent des Gesamtumsatzes der Miele-Gruppe erzielt. Das Kunststoffteilewerk in Warendorf verblieb im Besitz des Unternehmens. Zum Jahreswechsel 2005/2006 wurde die Marke Imperial eingestellt. 2007 wurde Miele die Auszeichnung „Beste Unternehmensmarke“ nach dem aktuellen GfK-Markenranking verliehen.

Werke und Niederlassungen[Bearbeiten]

Die Produkte werden in 45 Ländern über eigene Tochtergesellschaften und in weiteren 50 Ländern über unabhängige Importeure vertrieben.

Größter Markt ist Deutschland mit etwa 30 Prozent Umsatzanteil (Stand 2014). Seit 2004 wurden viele Servicezentren in Deutschland "zusammengelegt" und später auch diese geschlossen, so etwa 2014 das Service und Vertriebszentrum Frankfurt in Friedberg in der Mielestraße, welches zuvor auch für die geschlossenen Zentren Darmstadt, Kassel und Würzburg einsprang. Ziel ist es Kunden fortan zentral von Gütersloh zu bedienen.[2]

Miele produziert in insgesamt zwölf Werken (acht deutsche Werke, je ein Werk in Österreich, Tschechien, Rumänien und China).

  • Gütersloh (erworben 1907); (Waschmaschinen, Trockner, Elektronikkomponenten)
  • Bielefeld (erbaut 1916); (Geschirrspüler, Staubsauger, Desinfektoren)
  • Euskirchen (erbaut 1951); (Elektromotoren, Kabelrollen)
  • Lehrte (erworben 1965); (Wäschereimaschinen, Bügelmaschinen)
  • Warendorf (erbaut 1973); (Kunststoffteile)
  • Oelde-Lette (erworben 1986); (Herde, Backöfen)
  • Arnsberg (erworben 1990); (Dunstabzugshauben)
  • Bünde (erworben 1990); (Dampfgarer, Kochfelder)
  • Bürmoos, Österreich (erbaut 1962); (Container-Waschanlagen, Sterilisatoren, Edelstahl-Komponenten)
  • Dongguan, Guangdong, China (in Kooperation mit dem Unternehmen Melitta; seit 1996); (Staubsauger)
  • Uničov, Tschechien (erbaut 2003); (Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler)
  • Brașov, Rumänien (erbaut 2009); (Elektronikkomponenten)

Tochtergesellschaften:

  • 100 % Miele-Getriebebau GmbH, Lehrte,
  • 100 % Cordes GmbH, Gütersloh
  • 100 % Imperial-Werke oHG, Bünde
  • 100 % Imperial-Werke Verwaltungs-GmbH, Bünde

Produkte[Bearbeiten]

Miele stellt Elektrogeräte für Haushalte und Industrie her. Die Sparte Haushaltsgeräte erzielte im Geschäftsjahr 2004/2005 etwa 89 % des Gesamtumsatzes, gewerbliche Geräte die übrigen elf Prozent. Die Produkte sind überwiegend im oberen Qualitäts- und Preissegment angesiedelt.

Haushaltsgeräte[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Produkte sind Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspülautomaten und Staubsauger. Weitere Produktlinien sind Einbau- und Küchengeräte (Herde, Backöfen, Kochfelder, Dunstabzugshauben, Dampfgarer, Kaffeemaschinen, Geschirrwärmer, Speisewärmer, Mikrowellenherde), Bügelmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte. Miele bietet als einziger Haushaltsgerätehersteller unter seinem Markennamen auch Wasch- und Spülmittel an ("Miele Care Collection").

Weil die Waschmaschinen nach dem Konzept des Universal-Design gestaltet worden sind, wurde die Reihe Klassik von Miele 2009 mit dem „universal design award 09“ sowie mit dem „universal consumer favorite 09“ [3] ausgezeichnet.

Im Segment Bodenstaubsauger ist Miele europäischer Marktführer.[4]

Die Technik der Miele-Kühlgeräte stammt unter anderem auch von Liebherr[5].

Gewerbegeräte[Bearbeiten]

Miele Professional produziert Wäschereimaschinen (für Textilpflege und -reinigung), Gewerbegeschirrspüler (für Anwendungen u.a. in Gastronomie, Büros, Altenpflege), Reinigungs- und Desinfektionsautomaten (für Arztpraxen, Kliniken und Labore), Sterilisationsgeräte (für Arztpraxen und Kliniken) sowie Spezialgeräte für andere industrielle Anwendungen.

Frühere Produktlinien[Bearbeiten]

Das Unternehmen stellte zwischen dem 2. April 1912 und dem 26. Februar 1914 Automobile her. Die Angaben zu den Stückzahlen schwanken zwischen 125[6] und 143[7]. Chefkonstrukteur war Oskar Klemm.[8] Angeboten wurden die Modelle K 1, K 2 und K 3. Die Modelle waren mit Vierzylindermotoren mit 1568 cm³ bzw. 2292 cm³ Hubraum ausgestattet. Verkauft wurden die Fahrzeuge auch in Brasilien, Frankreich, Österreich-Ungarn, Russland und Uruguay.[9] Das einzige erhaltene Exemplar ist im Unternehmensmuseum am Hauptsitz in Gütersloh ausgestellt; es wurde 1996 von Rudolf Miele in Norwegen aufgekauft.

Weiterhin stellte Miele früher Motorräder, Mopeds, Motorfahrräder, Fahrräder, Handwagen, Haushaltsleitern, Eisschränke, Buttermaschinen, Melkmaschinen, Milchkühlanlagen, Milchzentrifugen, Wringmaschinen, Wäschezentrifugen, Bügeleisen, Luftreiniger, Müllpressen, Großküchenanlagen und bis vor etwa 10 Jahren auch Einbauküchen und Küchenmöbel her.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Miele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Miele Presse Deutschland Abgerufen am 1. September 2014
  2. Jürgen W. Niehoff in der FRankfurter Neuen Presse vom 16.10.2014, Miele macht dicht
  3. Miele Waschmaschine Klassik Website des universal design awards 09. Abgerufen am 10. Februar 2010
  4. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  5. "Miele Kühlschränke stammen von Liebherr" Abgerufen am 25. September 2012.
  6. Angaben aus dem Miele-Museum und von meinklassiker.com
  7. Stadtgeschichte Gütersloh und meinklassiker.com
  8. 100 Jahre Miele im Spiegel der Zeit, S. 40
  9. Angaben aus dem Miele-Museum

51.9138888888898.4019444444444Koordinaten: 51° 54′ 50″ N, 8° 24′ 7″ O