Mann beißt Hund
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Mann beißt Hund |
| Originaltitel | C'est arrivé près de chez vous |
| Produktionsland | Belgien |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 1992 |
| Länge | 95 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 18 (1997) FSK kJ (2013)[1] |
| Stab | |
| Regie | Rémy Belvaux, André Bonzel, Benoît Poelvoorde |
| Drehbuch | Rémy Belvaux, André Bonzel, Benoît Poelvoorde, Vincent Tavier |
| Produktion | Rémy Belvaux, André Bonzel, Benoît Poelvoorde |
| Musik | Jean-Marc Chenut, Laurence Dufrene |
| Kamera | André Bonzel |
| Schnitt | Rémy Belvaux, Eric Dardill |
| Besetzung | |
Mann beißt Hund (Originaltitel: C'est arrivé près de chez vous, d.i. Es geschah in Ihrer Nähe) ist ein belgischer Mockumentary aus dem Jahr 1992.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Der Film handelt vom Serienmörder Ben. Sein Leben ist Gegenstand einer Reportage eines Filmteams, das Ben hierzu bei seiner „Arbeit“ begleitet und filmt. Der gesamte Film besteht aus Material, welches das Team aufgenommen hat, es ist schwarzweiß und oft verwackelt.
Das Filmteam lässt sich dabei immer mehr auf die Sichtweise des durchaus charmanten Ben ein, der zwischen seinen Morden über Gott und die Welt philosophiert und ein gutes Verhältnis zu seiner Familie pflegt. Schließlich werden die Mitglieder des Teams zu Mittätern, die auch mal bei der Beseitigung von Leichen helfen und die von ihrem Tun selbst dann nicht ablassen, als bei einem Schusswechsel der Toningenieur des Teams ums Leben kommt.
Tatsächlich geht es in dem Film also um das meist nicht direkt sichtbare Reporterteam, das für eine gute Reportage buchstäblich über Leichen geht.
Sonstiges [Bearbeiten]
Der deutsche Verleihtitel bezieht sich auf die schon aus dem 19. Jahrhundert stammende Regel man bites dog im Journalismus, die erklären soll, was in den Medien eine Nachricht ist und was nicht: „Wenn ein Hund einen Mann beißt, ist das keine Nachricht, denn das passiert sehr häufig. Wenn aber ein Mann einen Hund beißt, dann ist das eine Nachricht.“[2]
Kritiken [Bearbeiten]
„Bitterböse Satire auf eine von Ethik und Verantwortung losgelöste Medienwelt. Ein aus der Perspektive des Filmteams erzählender Erstlingsfilm, der in der Wahl seiner Mittel Geschmacklosigkeiten und Tabuverletzungen in Kauf nimmt, um Diskussionen zu provozieren.“
„Ein derb-geschmackloser Hieb gegen die Gewalt in den Medien: Eingelullt vom schwarzen Humor der Debütfilmer, erkennt sich der Zuschauer irgendwann selbst als Voyeur. Nichts anderes war angeblich beabsichtigt.“
„Das Ganze ist extrem zynisch und eine tiefschwarze und bitterböse Anklage gegen die ganzen Reality-TV-Programme und den Sensationsjournalismus. Die Regisseure und Autoren kreierten hier eine ätzende Mediensatire, die weitab von ästhetischen Hochglanzfilmen wie z B. Oliver Stones Natural Born Killers oder Ruggero Deodatos blutgetränktem Debilenschocker Cannibal Holocaust ist. Die Zuschauer werden ebenso in die Ereignisse hineingezogen wie die Filmemacher, die vom irren Ben immer mehr beeindruckt sind. Anfangs noch distanziert und beobachtend, erliegen sie selbst der Faszination der Gewalt und der Macht über Leben und Tod. Einmal mehr taucht die Frage auf: Produziert oder reflektiert Film Gewalt?“
– Baldi Baldinger, Filmzentrale[5]
„Mit dokumentarischen Mitteln zeigen die Filmemacher Rémy Belvaux, André Bonzel und Benoît Poelvoorde einen eigenwilligen Einblick in die Welt eines Mörders. Dabei setzen sie auf eine Fülle von Skurrilitäten. Trotz vieler fast schon abstoßender Szenen ist das Werk für Freunde des äußerst schwarzen Humors ein wahres Fest. Schon seltsam, dass derlei Brutalitäten oftmals zum Schreien komisch sind.“
– Prisma Online[6]
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 1992: Internationale Filmfestspiele von Cannes – Prix SACD der französischen Autorenvereinigung
- 1992: Sitges Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya – Bester Film und Bester Darsteller (Benoît Poelvoorde)
- 1992: Toronto International Film Festival – Metro Media Award
- 1993: Syndicat Français de la Critique de Cinéma – Bester ausländischer Film
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ FSK-Freigabekarte (PDF; 34 kB)
- ↑ When a dog bites a man, that is not news, because it happens so often. But if a man bites a dog, that is news., siehe New York Sun (1833–1950)
- ↑ Mann beißt Hund im Lexikon des Internationalen Films
- ↑ Mann beißt Hund auf cinema.de
- ↑ Mann beißt Hund auf filmzentrale.com
- ↑ Mann beißt Hund auf prisma.de
Weblinks [Bearbeiten]
- Mann beißt Hund in der Internet Movie Database (englisch)
- Sammlung von Kritiken zu Mann beißt Hund bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Mann beißt Hund Rezension des Hochschulfilmclubs (HFC) der TU Ilmenau.
- www.benoitpoelvoorde.be Webseite des Hauptdarstellers und Mitautors Poelvoorde über den Film in französischer Sprache.