Maria Barbara Bach

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Maria Barbara Bach (* 20. Oktober 1684 in Gehren; beerdigt 7. Juli 1720 in Köthen) war die Tochter von Johann Michael Bach, eine Cousine zweiten Grades und die erste Ehefrau von Johann Sebastian Bach.

Leben[Bearbeiten]

Maria Barbara und Johann Sebastian Bach hatten gemeinsame Urgroßeltern:

 
 
Johannes Bach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christoph Bach
 
Heinrich Bach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Ambrosius Bach
 
Johann Michael Bach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Sebastian Bach
 
Maria Barbara Bach
 


Dorfkirche in Dornheim

Maria Barbaras Vater war Kantor in Arnstadt sowie danach Organist und Stadtschreiber in Gehren. Er starb als Maria Barbara 10 Jahre alt war. Ihre Mutter, Catharina Wedemann aus Arnstadt starb 1704. Danach lebte Maria Barbara mit ihren beiden älteren Schwestern Anna Margreta und Barbara Catharina Bach im Hause des Arnstädter Bürgermeisters Martin Feldhaus und dessen Frau Margarethe, geborene Wedemann.[1]

Als am 17. Oktober 1707 Johann Sebastian und Maria Barbara Bach in Dornheim bei Arnstadt heirateten, waren beider Eltern nicht mehr am Leben.

Im Jahr vor ihrer Hochzeit, am 11. November 1706 warf man bei einer Anhörung Johann Sebastian Bach vor, er habe „ohnlängsten die frembde Jungfer auf das Chor biethen vnd musiciren laßen.“. Manche Biographen haben vermutet, Maria Barbara sei diese Sängerin gewesen. Das ist allerdings wenig wahrscheinlich, weil sie zu diesem Zeitpunkt schon zwei Jahre in Arnstadt gelebt hatte und obendrein eine Nichte des Bürgermeisters war - also durchaus keine „frembde“ Jungfer. „Ob es sich dabei um seine Base und spätere Ehefrau Maria Barbara gehandelt hat“, schreibt Martin Geck, „muss offenbleiben.“ [2]

Maria Barbara Bach starb überraschend, während ihr Mann sich im Gefolge seines Dienstherrn, des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen in Karlsbad aufhielt. Ihr genaues Todesdatum und die Todesursache ist nicht überliefert; sie war bereits vor J. S. Bachs Heimkehr am 7. Juli 1720 auf dem Köthener Alten Friedhof bestattet worden.

Denkmal in Gehren zur Erinnerung an Johann Michael Bach und dessen Tochter Maria Barbara Bach.

Die Stadt Köthen errichtete 2004 zur Erinnerung an Maria Barbara Bach einen Gedenkstein im Friedenspark. Ein weiteres Denkmal zur Erinnerung an Maria Barbara Bach und deren Vater Johann Michael Bach befindet sich in ihrem Geburtsort Gehren.

Kinder[Bearbeiten]

  • Catharina Dorothea (* 28. Dezember 1708; † 14. Januar 1774)
  • Wilhelm Friedemann, der Dresdner oder Hallesche Bach (* 22. November 1710; † 1. Juli 1784)
  • Johann Christoph (* 23. Februar 1713; † 23. Februar 1713)
  • Maria Sophia (* 23. Februar 1713; † 15. März 1713)
  • Carl Philipp Emanuel, der Berliner oder Hamburger Bach (* 8. März 1714; † 14. Dezember 1788)
  • Johann Gottfried Bernhard (* 11. Mai 1715; † 27. Mai 1739)
  • Leopold Augustus (* 15. November 1718; † 29. September 1719)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Ninck: Die beiden Frauen Johann Sebastian Bachs. Blicke in das Familienleben des großen Tonmeisters; Leipzig: Schloeßmann, 1939 (aus biografischer Sicht vollkommen überholt)
  • Lisbeth Haase: „Oh, wie liebten sie ihn und sein Spiel“. Ihr Leben an der Seite von Johann Sebastian Bach: Maria Barbara und Anna Magdalena Bach; Holzgerlingen: Hänssler, 2000; ISBN 3-7751-3531-6
  • Siegfried Neumann: Die Trauung von Johann Sebastian Bach mit Maria Barbara Bach; in: Dornheimer Geschichte & Geschichten; Dornheim: Freundeskreis zur Erhaltung der Traukirche von J.S. Bach, 2003; S. 16–20
  • Uwe Wolf: Johann Sebastian Bachs Chromatische Fantasie BWV 903/1 – ein Tombeau auf Maria Barbara Bach? In: Cöthener Bach-Hefte 11 (2003), S. 97–115
  • Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach; aktualisierte Neuausgabe, Frankfurt/M. 2005; S. 98–102.
  • Martin Geck: Bach - Leben und Werk, rororo Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, August 2001

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Philipp Wilhelm, "Der Fall J. S. Bach" - einige Anmerkungen nach heutigem Recht zu den Arnstädter "Verdrießlichkeiten" Johann Sebastian Bachs [1] (PDF; 154 kB)
  2. Bach - Leben und Werk, rororo 2001, S.64