Marian Spychalski

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Marian Spychalski

Marian Spychalski (* 6. Dezember 1906 in Łódź; † 7. Juni 1980 in Warschau) war ein polnischer Politiker.

Aus einer Arbeiterfamilie stammend schloss er 1931 sein Studium an der Technischen Hochschule in Warschau ab und wurde Architekt. Im selben Jahr trat er der Kommunistischen Arbeiterpartei Polens (KPRP) bei. In der Folgezeit arbeitete er als Stadtplaner in Posen und Warschau.

Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte er im kommunistischen Untergrund, zeitweise war er Chef des Generalstabs der polnischen Armee. Bis 1949 gehörte er sowohl dem Politbüro als auch dem ZK an. Zugleich war er stellvertretender Verteidigungsminister und stellvertretender Oberkommandierender der Streitkräfte. Im Zusammenhang mit dem Sturz Władysław Gomułkas wegen „rechtsnationalistischer Abweichung“ wurde auch Spychalski entmachtet, aller Funktionen enthoben und 1950 verhaftet.

Der gegen ihn und andere angestrebte Schauprozess kam nie zustande und mit der Rückkehr Gomułkas an die Macht im Jahre 1956 wurde auch Spychalski rehabilitiert. Er kehrte in seine vorigen Ämter und Funktionen zurück und wurde im November 1956 sogar Verteidigungsminister Polens. 1963 wurde er (als bisher letzter Pole) in den Rang eines Marschalls erhoben. Im Zusammenhang mit der antisemitischen Kampagne des Jahres 1968 schob man Spychalski auf die repräsentative Position des Vorsitzenden des Staatsrates (Präsidenten) Polens ab (bis 1970). 1972 zog er sich aus dem politischen Leben zurück.

Literatur[Bearbeiten]