Markus Kutter

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Markus Kutter (* 9. Oktober 1925 in Beggingen; † 26. Juli 2005 in Basel) war ein Schweizer Historiker, Werber, Publizist und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Kutter, Sohn eines Pfarrers Kutter und ein Enkel des Theologen Hermann Kutter, besuchte das Humanistischen Gymnasium zur Schule in Basel und studierte anschliessend in Basel, Paris, Genf und Rom. Er promovierte 1954 mit einer Dissertation über den italienischen Glaubensflüchtling Celio Secondo Curione.

Kutter trat 1953 als Redaktor in die Basler Chemiefirma Geigy ein, wo er bis 1958 eine Informationsabteilung aufbaute und leitete. Im Jahre 1959 gründete er zusammen mit Karl Gerstner die Werbeagentur Gerstner + Kutter, 1962 mit Paul Gredinger († 2013) die GGK (Gerstner, Gredinger & Kutter) und erregte über die Schweiz hinaus Aufsehen mit einigen seiner Werbekampagnen. In der seit Mitte der 1960er Jahre international erfolgreichen GGK blieb er bis zum Jahre 1975, als er seine Anteile an Gredinger verkaufte. Anschliessend betätigte er sich als Unternehmensberater, und Ende der 1970er Jahre war er kurze Zeit designierter Direktor der nationalen Gartenbau-Ausstellung Grün 80. Er beschäftigte sich mit den Medien Lokalradio, Videotext und Bildplatten; 1983 gründete er die Alphaville AG, Agentur für Publizität mit Sitz in Basel.

Kutter war ein beachteter Basler und auch Schweizer Publizist, der bei Zeitungen mitarbeitete und immer wieder seine Berufs- und Lebenserfahrungen als Literat und Sachbuchautor darstellte. Im Jahre 1955 gab Kutter zusammen mit Max Frisch und Lucius Burckhardt sein bekanntes Buch achtung: die Schweiz heraus. In diesem Werk wurde vorgeschlagen, auf die Landesausstellung Expo64 zu verzichten und stattdessen eine Musterstadt zu bauen, was aber nicht umgesetzt wurde. Ein Schwerpunkt seiner späteren Publizistik waren auch die Basler und Schweizer Geschichte, insbesondere die Zeit von der Helvetik bis zur Gründung des schweizerischen Bundesstaates. In diesem Zusammenhang gründete er 1989 die Peter Ochs Gesellschaft. Kutter schrieb auch das Drehbuch des Spielfilms Der Tod zu Basel (Regie: Urs Odermatt) und den Text zu einem nicht aufgeführten Festspiel über Peter Ochs.

Kutter vertrat von 1992 bis 1997 die Liberal-demokratische Partei im baselstädtischen Grossen Rat, dem Kantonsparlament. 2002 wurde er in den Verfassungsrat gewählt, der im Herbst 2005 die neue Kantonsverfassung dem Volk zur Abstimmung vorlegte. Kutter betrieb auch eine Volksinitiative zum Beitritt des Kantons Basel-Stadt zum Kanton Basel-Landschaft, um die 1833 erfolgte Kantonstrennung aufzuheben.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Naeman. Ein Mann der Form, Vineta Verlag Basel, 1950
  • Der arme Jacques von Bourbon, Handschin Basel, 1951
  • Celio Secondo Curione. Leben und Werk, Dissertation, Helbing & Lichtenhahn Basel, 1955
  • Wir selber bauen unsere Stadt, zusammen mit Lucius Burckhardt, Handschin Basel, 1953
  • achtung: die Schweiz. Ein Gespräch zwischen Lucius Burckhardt, Max Frisch und Markus Kutter, Handschin Basel, 1955
  • Die neue Stadt. Beiträge zur Diskussion von Lucius Burckhardt, Max Frisch und Markus Kutter, Handschin Basel, 1956
  • Schiff nach Europa. Synthetischer Roman, Verlag A. Niggli Teufen, 1957
  • Inventar mit 35, Verlag A. Niggli Teufen, 1961
  • Sachen und Privatsachen. Notizen aus dem Standort Schweiz, Walter Olten, 1964
  • Abschied von der Werbung, Verlag A. Niggli Teufen, 1976
  • Vorwärts zur Natur – was damit gemeint? Verlag A. Niggli Teufen, 1978
  • Werbung in der Schweiz, Ringier Zofingen, 1983
  • Die Basler vor 200 Jahren. Einleitung und Herausgabe eines Textes von Christian Cajus Lorenz Hirschfeld samt Einleitung, Nachtmaschine Basel, 1985
  • Kopfgeburt einer Nation: Das Dreieckland, Wiese Verlag, 1988
  • Vom Mediensalat zur Dialoggesellschaft, Reinhardt Verlag Basel, 1989
  • Anlässe und Anstösse. Wieder eingesammelte Aufsätze und Texte, Reinhardt Verlag Basel, 1990
  • Edelweiss und bunte Smarties. Neue Schlager für die 700-jährige Eidgenossenschaft, Reinhardt Verlag Basel, 1991
  • Europa - Stelldichein am Oberrhein, Basler Zeitung Basel, 1991
  • Die Schweizer und die Deutschen, Ammann Verlag Zürich, 1995
  • Der Anfang der modernen Schweiz, Ammann Verlag Zürich, 1996
  • Doch dann regiert das Volk. Ein Schweizer Beitrag zur Theorie der direkten Demokratie, Ammann Verlag Zürich, 1996
  • Eine Schweiz von Napoleons Gnaden, Christoph Merian Verlag Basel, 1997
  • Die Schweiz von vorgestern, Christoph Merian Verlag Basel, 1997
  • Jetzt wird die Schweiz ein Bundesstaat, Christoph Merian Verlag Basel, 1998
  • Die lange Legislaturperiode – Ein Tagebuch aus dem Grossen Rat Basel-Stadt, 1998
  • Der modernen Schweiz entgegen, Christoph Merian Verlag, 1998, ISBN 3-85616-082-5
  • Die Schweiz im 20. Jahrhundert (Sonderdruck der Basler Zeitung im Zeitungsformat), 2001
  • Mit Frauen ein Theater bauen, Nachtmaschine Basel, 2002
  • Ortstermin – Gedichte, Verlag Nachtmaschine, 2005, ISBN 3-85816-108-x
  • Reinhardt Stumm (Hg.): Markus Kutter – Nachlese: Fundstücke aus dem Textarchiv, Christoph Merian Verlag, 2009

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]