Martin Römer

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Kaufmann Martin Römer. Zum Schriftsteller siehe Martin Roemer.

Martin Römer (* um 1432; † 5. April 1483[1] in Zwickau) war ein sächsischer Kaufmann, Bergwerksbesitzer und Amtshauptmann in Zwickau.

Leben[Bearbeiten]

Der verdiente Zwickauer Bürger Martin Römer (Bürgerrecht seit 1462) stammte aus dem süddeutschen Raum. Sein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Römer war mit Catharina Tretwein, der Tochter es Zwickauer Patriziers und Ratsherrn Hans Tretwein, verheiratet. Das Wappen Römer-Tretwein befindet sich am so genannten Römerhaus am Zwickauer Hauptmarkt in unmittelbarer Domnähe. Seit 1462 besaß Martin Römer das Bürgerrecht. Bereits 1466 wurde er in das Zwickauer Ratskollegium gewählt, dem er bis 1475 angehörte. Sein Bruder war der Zwickauer Kaufmann Nicol Römer (um 1435–1493).

Römer war Handelsherr, Bergherr und Gewerke, Bergzehntner und wurde 1475, nach dem Tod seines Amtsvorgängers Gottfried von Wolffersdorf, als Amtshauptmann zu Zwickau und Berghauptmann von Schneeberg ernannt. Berghauptmann war er bis 1477, Amtshauptmann bis zu seinem Tod 1483. Nach dem Historiker Emil Herzog gilt Römer als eigentlicher Begründer des Schneeberger Silberbergbaus.

Er war Gutsherr auf Unter-Steinpleis (heute Ortsteil von Werdau), Marienthal, Niederalbertsdorf und dem Stadtgut Werdau; diese Güter vermachte er, da er selbst ohne Nachkommen geblieben war, in seinem Testament von 1470 seinem Bruder Nicol.

Am 5. Februar 1470 wurde den Brüdern Martin und Nicol Römer durch Friedrich III. ein kaiserlicher Wappenbrief verliehen, d.h. Martin Römer wurde in diesem Jahr in den Adelsstand erhoben. Die kurfürstlich und herzoglich-sächsische Belehnung mit Steinpleis und Niederalbertsdorf, heute beide im Landkreis Zwickau, folgte am 6. Februar 1476 für die beiden Brüder.

Ebenfalls im Jahr 1470 wurden die Schneeberger Silbervorkommen entdeckt, an deren Ausbeutung besonders auch Römer mit seinem Bruder Nicol beteiligt war. Deshalb wurde die Zwickauer Münze 1475 neu gegründet.

Der Silberbergbau machte Martin Römer zum „reichsten Privatmann seiner Zeit im Lande Meißen“. Einen großen Teil seines Reichtums verwendete er zum Wohle seiner Heimatstadt in verschiedenen Stiftungen. Unter den zahlreichen Spenden für kirchliche und gemeindliche Zwecke ragten die Stiftung des reichen Almosens für die Unterstützung hausarmer Bürger, die Stiftung von 1477 über 4800 Gulden für das Anlegen des Schwanenteiches als Löschwasserteich und zur Fischzucht und der Neubau der Ratsschule am oberen Kirchhof heraus. Insgesamt tätigte er Stiftungen im Wert von 33.600 rheinischen Gulden.

Herzog Albrecht von Sachsen reiste 1476 zu einer Wallfahrt nach Rom und Palästina, zu seinem Gefolge gehörte auch Martin Römer, der in Jerusalem in der Kirche zum heiligen Grab zum Ritter geschlagen wurde.

Römer war großzügiger Förderer seiner Heimatstadt Zwickau. Unterr anderem ließ er die 1480 erbauten Magazinhäuser am Kornmarkt errichten. Unmittelbar neben dem Zwickauer Schloss Osterstein befindet sich das von ihm erbaute Niedere Kornhaus. Damit schuf er um 1480 einen der größten, bis heute erhaltenen Profanbau Deutschlands. Nach einem Abrissbescheid sollte das mächtige und bauhistorisch wertvolle Gebäude eigentlich 2008 abgerissen werden, wurde dann aber doch noch gerettet und von 2010 bis 2014 mit finanzieller Unterstützung vom Bund, dem Land Sachsen und der Stadt Zwickau aufwendig restauriert. Römers Oberes Magazin am Frauentor hingegen ist heute nicht mehr vorhanden. Martin Römer spendete erhebliche Geldmittel für die Errichtung des Wolgemut-Altars der Zwickauer Marienkirche.

Ehrungen[Bearbeiten]

Nach ihm ist die „Martin-Römer-Ehrenmedaille“ benannt, die in Zwickau an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich durch erfolgreiches Wirken und Eintreten für das Wohl oder Ansehen von Stadt und Bürgerschaft besondere Verdienste erworben haben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser B 1954. Starke, Limburg (Lahn) 1954, S. 361.
  • E. Herzog: Martin Römer: Ein biographischer Beitrag zur sächsischen Culturgeschichte. In: Mittheilungen des königlich sächsischen Vereins für Erforschung und Erhaltung vaterländischer Geschichts- und Kunstdenkmale. Heft 14, Dresden 1865, S. 49–63.
  • Julia Kahleyß: Der wirtschaftliche Aufstieg des Martin Römer. Soziale Mobilität im westerzgebirgischen Bergbau des 15. Jahrhunderts. In: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Heft 2/2013.
  • Gustav Roethe: Römer von Zwickau. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 117.
  • Robert Weißmann: Martin Römer (+ 1483) in Vergangenheit und Gegenwart. Überlegungen zur Rezeptionsgeschichte. In: Cygnea 11 (2013), S. 5-33.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die von Römer bei Schlossarchiv.de.