Mary Gaillard

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Mary Katharine Gaillard (* 1. April 1939 in New Brunswick, New Jersey) ist eine US-amerikanische theoretische Physikerin, die hauptsächlich im Bereich der Elementarteilchenphysik arbeitet.

Gaillard machte ihren Bachelor-Abschluss am Hollins College 1960 und ihren Master-Abschluss an der Columbia University 1961. Sie promovierte sie an der Universität von Paris in Orsay (1964 Doctorat du Troisième Cycle, 1968 Doctorat d´Etat) und war ab 1964 Wissenschaftlerin am CNRS, ab 1973 als Maitre de Recherche, 1979/81 Gruppenleiterin am LAPP in Annecy und 1980-1984 Director of Research am CNRS in Annecy. Ab 1981 war sie Physikprofessorin an der University of California, Berkeley, wo sie auch seit 1981 Senior Scientist am Lawrence Berkeley National Laboratory ist und 1985-1987 Gruppenleiter in der Theorieabteilung war. 1964 bis 1981 war sie Gastwissenschaftlerin am CERN und 1973/4 sowie 1983 am Fermi National Accelerator Laboratory.

Gaillard ist für vielfältige Beiträge zur theoretischen Elementarteilchenphysik bekannt. So sagte sie mit Benjamin Lee die Masse des Charm-Quarks (zu 1,5 GeV oder darunter, aus Untersuchungen des Kaon-Systems) vor dessen Entdeckung 1974 durch Burton Richter und Samuel Chao Chung Ting im J - \psi-System voraus.[1] Mit M. Chanowitz und Ellis machte sie auch eine Vorhersage der Bottom-Quark-Masse,[2] ebenfalls kurz vor dessen Entdeckung. 1974 gab sie mit Benjamin Lee eine eichfeldtheoretische Erklärung der beobachteten \Delta I = \frac {1}{2} Regel (eine Isospin-Auswahlregel) in nichtleptonischen hadronischen Zerfällen.[3] Mit John Ellis und Graham Ross sagte sie 3-Jet-Ereignisse in der Quantenchromodynamik (QCD) voraus[4] und untersuchte Jet-Ereignisse als QCD-Tests.[5] Schon ab den 1970er Jahren untersuchte sie auch die Vorhersagen von GUTs[6] und machte Vorhersagen für das Higgs-Boson.[7] In den 1990er Jahren untersuchte sie Superstring-Modelle.

1977 erhielt sie den Thibaud-Preis der Universität Lyon, war 1980 Loeb Lecturer in Harvard, erhielt 1988 den Ernest-Orlando-Lawrence-Preis des DOE und 1993 den Sakurai-Preis der APS. Sie ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und seit 1991 der National Academy of Sciences der USA.

Sie hat aus erster Ehe drei Kinder und war bis zu dessen Tode 2014 mit Bruno Zumino verheiratet.

Literatur[Bearbeiten]

  • A.Buras in Nina Byers, Gary Williams (Hrsg.) „Out of the Shadows - Contributions of Twentieth-Century Women to Physics“, Cambridge University Press 2006

Quellen[Bearbeiten]

  1. Gaillard, Lee „Rare Decay Modes of the K Mesons in Gauge Theories,“ Physical Review D, Bd. 10, 1974, S. 897
    Lee, Gaillard, J. Rosner „Search for the Charm‘‘, Reviews of Modern Physics, Bd. 47, 1975, S.277 (dieser Artikel wurde noch vor der Entdeckung erstellt und fand damals als Preprint weite Verbreitung)
  2. Chanowitz, Gaillard, Ellis „The Price of Natural Flavour Conservation in Neutral Weak Interactions“, Nuclear Physics B, Bd. 128, 1977, S. 506.
    Ellis, Gaillard, Nanopoulos, Rudaz „The Phenomenology of the Next Left-handed Quarks“ Nuclear Physics B, Bd.131, 1977, S. 285, Erratum Nuclear Physics B, Bd. 132, 1978, S. 541
  3. Gaillard, Lee „Delta I = 1/2 Rule for Nonleptonic Decays in Asymptotically Free Field Theories“, Physical Review Letters Bd. 33, 1974, S. 108
  4. Ellis, Ross, Gaillard „Search for Gluons in e+e- Annihilation“, Nuclear Physics B, Bd.111, 1976, S.253, Erratum Nuclear Physics B, Bd.130, 1977, S. 516
  5. DeRujula, Ellis, Gaillard, Floratos „QCD Predictions for Hadronic Final States in e+e- Annihilation“, Nuclear Physics B, Bd. 138, 1978, S. 387
  6. z.B. Buras, Ellis, Gaillard, Nanopoulos „Aspects of the Grand Unification of Strong, Weak, and Electromagnetic Interactions," Nuclear Physics B, Bd. 135, 1978, S. 66 untersuchen SU(5) und SO(10) Modelle
  7. Ellis, Gaillard, Nanopoulos „A Phenomenological Profile of the Higgs Boson“, Nuclear Physics B, Bd.106, 1976, S.292

Weblinks[Bearbeiten]