Matola (Mosambik)

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Matola
Matola (Mosambik)
Matola
Matola
Koordinaten 25° 58′ S, 32° 28′ O-25.95907532.463794444444Koordinaten: 25° 58′ S, 32° 28′ O
Basisdaten
Staat Mosambik

Provinz

Maputo
Distrikt Vorlage:Infobox Ort/Wartung/V-Ebene
Einwohner 440.927

Matola ist die Hauptstadt der Provinz Maputo in Mosambik.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Matola ist ein häufiger Familienname und leitet sich ab von Matsolo, einem Ronga-Königreich, das dort vor der Kolonisierung bestand.

Geographie[Bearbeiten]

Matola liegt am westlichen Ende der Bucht von Maputo. Seit 1998 ist die Stadt eine eigenständige Municipio.

Durch Matola fließt der gleichnamige Fluss.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1997 hatte Matola 440.927 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Matola ist eine Industriestadt. Sie hat einen wichtigen Hafen für Chrom- und Eisenerz aus Swasiland und der Republik Südafrika, der zum Hafen Maputo gehört. Es gibt dort Raffinerien (im Augenblick außer Betrieb) und Fabriken, die unter anderem Zement, Seife und Agrarchemikalien herstellen. Der wichtigste Betrieb ist eine Aluminiumschmelzanlage von Mozal, die 2002 in Betrieb genommen wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

In Matola wurden Tonscherben einer frühen eisenzeitlichen Kultur gefunden, deren Dekor den in Kwale (Kenia) gefundenen bemerkenswert ähnelt. Da die Funde in Matola auf einen Zeitraum von 200 bis 400 n. Chr. datiert wurden,[1] stammen die Funde aus Mosambik und Kenia aus dem gleichen Zeitraum. Einige Funde in Matola werden der Gokomere/Ziwa-Tradition zugeordnet.

Am 30. Januar 1981 führten Kommandoeinheiten der Südafrikanischen Armee einen Angriff (Operation Beanbag) auf die Unterkünfte von Mitgliedern des African National Congress in Matola durch und töteten dabei mindestens 15 Personen. Unter den Toten befanden sich auch MK-Mitglieder. Am Einsatz waren Mitglieder des 5. Reconnaissance Regiment vom Special-Forces-Standort Phalaborwa beteiligt.[2] Nach einer öffentlichen Erklärung des damaligen Armeebefehlshabers (CSADF) Constand Viljoen wurden dabei Planungs- und Führungsstellen des ANC-Hauptquartiers in Mosambik zerstört.[3]

Zu einer weiteren Kommandoaktion (Operation Skerwe) an diesem Ort durch südafrikanische Spezialeinheiten kam es am 23. Mai 1983. Hierbei verloren 41 ANC-Aktivisten und fünf unbeteiligte mosambikanische Zivilisten sowie ein Flüchtling aus Südafrika ihr Leben. Ein weiterer Angriff auf das ANC-Büro im Zentrum von Maputo ereignete sich im selben Jahr am 17. Oktober.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul J. J. Sinclair: Archaeology in Eastern Africa: An Overview of Current Chronological Issues, The Journal of African History, Band 32, Nr. 2 (1991), S. 179–219
  • Tim Maggs, Gavin Whitelaw: A Review of Recent Archaeological Research on Food-Producing Communities in Southern Africa, The Journal of African History, Band 32, Nr. 1 (1991), S. 3–24

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Truth Commission, Special Report Transcript: Matola Mozambique January 1981. auf www.sabctrc.saha.org.za (englisch)
  3. Nelson Mandela Centre of Memory: 1981. 30 January 1981. auf www.nelsonmandela.org (englisch)
  4. TRC Final Report: Cross-border Military Operations/Raids. auf www.sabctrc.saha.org.za (englisch)