Viseu (Portugal)

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Viseu (Portugal)
Wappen Karte
Wappen von Viseu (Portugal)
Viseu (Portugal) (Portugal)
Viseu (Portugal)
Basisdaten
Region: Centro
Unterregion: Dão-Lafões
Distrikt: Viseu
Concelho: Viseu
Koordinaten: 40° 39′ N, 7° 55′ W40.65758-7.91452Koordinaten: 40° 39′ N, 7° 55′ W
Einwohner: 99.593 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 507,1 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner pro km²
Kreis Viseu (Portugal)
Flagge Karte
Flagge von Viseu (Portugal) Position des Kreises Viseu (Portugal)
Einwohner: 99.593 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 507,1 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 34
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Viseu (Portugal)
Praça da República
3514-501 Viseu
Präsident der Câmara Municipal: Almeida Henriques
Webpräsenz: www.cm-viseu.pt


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Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Verwaltungsort ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Webseite ist leer Viseu (vormals Vizeu) (IPA [vi'zeu]) ist eine Stadt und zugleich Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts im Norden Portugals am Rio Pavia. Die städtische Einwohnerzahl beträgt etwa 100.000, mit Vororten 395.000 (2008).

Geschichte[Bearbeiten]

Funde belegen eine Besiedlung seit der Castrokultur. Häuptling Viriathus (port.: Viriato) führte hier die Lusitaner erfolgreich im Widerstand gegen die vordringenden Römer im zweiten Jahrhundert v. Chr., bis diese durch eine List Viriathus töten und auch dieses Gebiet einnehmen konnten. Verschiedene Meilensteine hier kreuzender Römerstraßen sind erhalten geblieben. Nach dem Einfall der Sueben und Westgoten im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde Viseu Bischofssitz.

Seit Anfang des 8. Jahrhunderts war die Region von Mauren bzw. von den Aftasiden aus Badajoz beherrscht. Im Zuge der Reconquista blieb auch Viseu umkämpft. 1027 war König Alfons V. (León) bei der Belagerung Viseus gefallen. Ferdinand I. (León) konnte die Region 1057 zusammen mit Lamego schließlich von den Arabern erobern.

Erste Stadtrechte (Foral) erhielt Viseu 1123 von Theresia von Kastilien (port.: D.Teresa). Nach der Unabhängigkeit des Königreich Portugals 1139 erneuerte ihr Sohn D.Afonso Henriques in seiner Funktion als erster portugiesischer König die Stadtrechte Viseus 1187, was dessen Enkel, König D.Afonso II., im Jahr 1217 bestätigte.

Im Verlauf der Revolution von 1383 erlitt Viseu einige Zerstörungen, worauf König D.João I. den Ort anschließend neu befestigten ließ. 1513 erneuerte König D.Manuel I. im Zuge seiner Verwaltungsreformen die Stadtrechte Viseus.

Grão Vasco gründete Anfang des 16. Jahrhunderts die Malerschule von Viseu, wodurch Viseu als Stadt der Maler durch zahlreiche Meister des 16., 17. und 18. Jahrhunderts bekannt wurde.

Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt weiter, und das neue Rathaus wurde am neuen Rossio-Platz errichtet. Das Zentrum der Stadt verlagerte sich nun vom höher gelegenen alten Teil hinunter Richtung Fluss. Die heute zur Fußgängerzone umfunktionierte Geschäftsstraße Rua Direita verbindet die höher gelegenen Teile mit dem tiefer gelegenen Viertel.[3][4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Museen der Stadt gehören das Sakralkunstmuseum Museu de Arte Sacra, das zwischen 2001 und 2003 von Eduardo Souto de Moura in einem historischen Gebäude neben der Kathedrale geschaffene Museu Grão Vasco, und das Kunstmuseum Museu de Almeida Moreira.

Aus dem Mittelalter ist die Kathedrale Sé de Viseu erhalten geblieben, die trotz zahlreicher An- und Umbauten noch Teile ihrer romanischen Portale und den Südturm behalten hat. Weitere bedeutende Baudenkmälern sind die römisch-lusitanischen Festungsreste Cava de Viriato[5] und das Theater Teatro Viriato (ehemals Teatro Boa União) aus dem 19. Jahrhundert,[6] neben einer Vielzahl Sakralbauten und historischer öffentlicher und privater Gebäude. Die restaurierte Altstadt rund um den zentralen Rathausplatz Rossio gilt generell als sehenswert.[7][8] Kutschen stehen zu Erkundungsfahrten der verkehrsberuhigten Innenstadt zur Verfügung.[9]

Im Umland Viseus sind verschiedene Antas und andere Megalithanlagen zu sehen. Verschiedene, teils thematisch sortierte Wanderwege sind im Kreis angelegt und führen durch die bergigen Wälder, teils auch bis in die historische Altstadt Viseus.

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein Académico Viseu Futebol Club spielt in der Zweiten Portugiesischen Liga und trägt seine Heimspiele im Estadio do Fontelo aus.

Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Viseu ist Sitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Castro Daire, Vila Nova de Paiva, Sátão, Penalva do Castelo, Mangualde, Nelas, Carregal do Sal, Tondela, Vouzela, São Pedro do Sul. Die folgenden Gemeinden (freguesias) liegen im Kreis Viseu:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl von Viseu (1801 – 2008)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2004 2005 2008
33.699 36.049 54.047 61.140 79.890 83.261 83.601 93.501 96.810 97.218 100.167

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

  • 21. September

Verkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Viseu ist wichtiger Umschlagplatz im Zentrum Portugals, hier führen die wichtigen europäischen Überlandverbindungen IP3/A24 (Autoestrada A24) und IP5/A25 (Autoestrada A25, hier auch Europastraße 80) entlang, die den Seehafen Aveiro und Guarda mit Spanien und Salamanca verbindet.

Der Flugplatz Viseu wird als Privat- und Sportflugplatz genutzt.

Mit Schließung der Linie Linha do Dão für den Personenverkehr 1988, und der Schließung des Ramal de Viseu als Verbindung zur Linha do Vouga 1990 verlor die Stadt ihre Einbindungen in das Eisenbahnnetz des Landes. Die Planungen für ein europäisches Netz aus Hochgeschwindigkeitsstrecken sahen Viseu als einen Haltepunkt der Strecke Salamanca-Aveiro vor, jedoch sind angesichts der Haushaltsprobleme Portugals und Spaniens in Folge der anhaltenden Banken- und Finanzkrise keine weiteren Planungsschritte bekannt geworden.

Die Schienenseilbahn Funicular de Viseu

Viseu ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden. Weitere Unternehmen bieten ebenfalls überregionale Busverbindungen vom zentralen Busbahnhof aus an.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Die elektrische, schienengebundene Seilbahn Funicular de Viseu wurde 2009 eröffnet. Sie bringt Fahrgäste kostenlos von der tiefer gelegenen historischen Stadtmitte am Flussufer zum 400 Meter hoch gelegenen Kirchplatz an der Kathedrale. Sie verläuft über die als Fußgängerzone eingerichtete Geschäftsstraße Rua Direita und verkehrt im Halbstundentakt. [11]

Das Einkaufszentrum Palácio do Gelo

In der historischen Innenstadt verkehren elektrische Kleinbusse auf zwei blau gekennzeichneten Linien (port.: Linha azul),[12] während weitere 22 Buslinien den Nahverkehr im Gesamtgebiet von Stadt und Kreis sicherstellen. Betreiber der Seilbahn und aller 24 Buslinien sind die städtischen Verkehrsbetriebe Serviço de Transportes Urbanos de Viseu (STUV), die die Konzession der Linienbusse an das Verkehrsunternehmen Empresa Berrelhas de Camionagem, Lda. aus Viseu vergeben hat.[13][14]

Wirtschaft[Bearbeiten]

An Industrie sind Textilindustrie, Möbelherstellung und metallverarbeitende Betriebe zu nennen, darunter Zulieferbetriebe der Automobilindustrie. Im nahen Mangualde unterhält PSA Peugeot Citroën ein Werk. Auch die portugiesische Martifer Group ist hier ein bedeutender Arbeitgeber. Mit der Visabeira hat zudem eine der bedeutendsten Unternehmensgruppen des Landes hier ihren Sitz.

An landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist besonders der Wein (Dão) bekannt. Als Oberzentrum sorgt hier, neben Behörden und Verwaltung, der Handel für wirtschaftliche Impulse. Eine Reihe Shopping Center sind hier entstanden, darunter das Fórum Viseu in der Innenstadt, und das etwas außerhalb gelegene, achtstöckige Palácio do Gelo Shopping. Zudem hat der Fremdenverkehr an Bedeutung gewonnen.

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Der Maler Vasco Fernandes, genannt Grão Vasco

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Viseu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.verportugal.net, abgerufen am 30. Juni 2013
  4. Geschichtsseite der Website Viseus, abgerufen am 30. Juni 2013
  5. www.monumentos.pt, abgerufen am 30. Juni 2013
  6. dito
  7. Hans-Peter Burmeister: Portugal - DuMont Kunst-Reiseführer 3.Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2008, Seite 228f
  8. Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Portugal. 2.Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2009, Seite 216ff
  9. www.cm-viseu.pt, abgerufen am 30. Juni 2013
  10. www.anmp.pt, abgerufen am 30. Juni 2013
  11. Website der Stadt Viseu, abgerufen am 30. Juni 2013
  12. dito
  13. www.stuv.weebly.com, abgerufen am 30. Juni 2013
  14. www.transpo.pt, abgerufen am 30. Juni 2013