Maximilian Mörlin

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Maximilian Mörlin (* 14. Oktober 1516 in Wittenberg; † 20. April 1584 in Coburg) war evangelischer Theologe, Hofprediger, Superintendent in Coburg und Reformator.

[Bearbeiten] Leben

Er wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Joachim Mörlin als Sohn des Professors für Philosophie an der Universität Wittenberg Jodok Mörlin (Jodocus Morlinus; * um 1490; gest. 1550) auf. Nach einer harten Jugend, in der er das Schneiderhandwerk erlernte, wandte er sich dem Gelehrtenberuf zu. Wie sein Bruder studierte er ab 1533 in Wittenberg und stand unter dem Einfluss Martin Luthers und vor allem Philipp Melanchthons. Ab 1539 war er Pfarrer in Pegau, in Zeitz und 1543 in Schalkau. Auf Empfehlung seiner Lehrer kam er 1544 als Hofprediger nach Coburg und visitierte hier im Auftrag des Herzogs Kirchen und Schulen.

Nachdem er 1546 unter Caspar Cruciger dem Älteren in Wittenberg zum Doktor promoviert hatte, ernannte man ihm zum Superintendenten. In den theologischen Auseinandersetzungen der Zeit stand er zunächst auf Seiten des Matthias Flacius. Er betrieb die Verurteilung des Justus Menius, nahm 1557 am Wormser Colloquium teil und verfasste 1559 zusammen mit Simon Musaeus und Johann Stössel das Weimarer Konfutationsbuch, das für die thüringische Kirche verpflichtend wurde. Herzog Johann Friedrich der Mittlere nahm ihn auch nach Heidelberg mit, um zu verhindern, dass sein Schwiegervater zum Reformiertentum übertrat. Das Heidelberger Abendmahlsgespräch, an dem er vom 3.-4. Juli 1560 beteiligt war, blieb erfolglos.

Vom radikalen Kurs, den indessen Flacius einschlug, distanzierte sich der von den Philippisten beeinflusste Mörlin. Er kämpfte gegen Andreas Osiander und half 1556 in der Markgrafschaft Baden-Durlach die Reformation durchzusetzen. Als geistlicher Assessor des Weimarer Konsistoriums plädierte er 1561 zum Frieden im Sinne der vermittelnden Theologie Melanchthons. In Jena führte er als Prokanzler und Vizedekan 1564 die erste theologische Promotion durch und beförderte Stössel vom Magister in den akademischen Grad eines Doktors.

Herzog Johann Wilhelm, selbst Anhänger des Flacius, vertrieb Mörlin 1569 aus dem Lande. Er wurde nach Dillenburg, später nach Siegen berufen wo er seine Richtung gegen die reformistischen Bestrebungen vertrat. 1573 kehrte er erfolglos aus Siegen nach Coburg zurück, um in seine früheren Ämter eingesetzt zu werden. Er entließ die Gnesiolutheraner und machte seinen Einfluss machte in der Formula Concordiae und ihrer Wirkung geltend.

Mörlin erwarb sich Bedeutung als Prediger und Vertreter des Kirchenregimentes.

1581 heiratete er zum zweiten Mal. Ihn sollen 12 Söhne überlebt haben.

[Bearbeiten] Literatur

  • Julius August Wagenmann: Mörlin, Maximilian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 325.
  • K. Färber, Lezius: Mörlin, Maximilian. In: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche (RE). 3. Auflage. Band 13, Hinrichs, Leipzig 1903, S. 247–249.
  • Wittenberger Gelehrtenstammbuch Herausgeber Historisches Museum Berlin erschienen beim Mitteldeutschen Verlag, Halle 1999 Seite 327 ISBN 3-932776-76-3
  • O. Beck. Johann Friedrich der Mittlere, Gotha 1867
  • Greiner: Das Leben und Wirken des Doktors der Theologie Maximilian Mörlin (Superintendent zu Coburg). In: Aus der Heimat (des Coburger Landes), 1936
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