Schalkau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schalkau
Schalkau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schalkau hervorgehoben
50.39444444444411.008611111111400Koordinaten: 50° 24′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sonneberg
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 33,58 km²
Einwohner: 3027 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96528
Vorwahl: 036766
Kfz-Kennzeichen: SON, NH
Gemeindeschlüssel: 16 0 72 015
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
96528 Schalkau
Webpräsenz: www.schalkau.de
Bürgermeisterin: Ute Hopf (CDU)
Lage der Stadt Schalkau im Landkreis Sonneberg
Bachfeld Föritz Frankenblick Goldisthal Judenbach Lauscha Neuhaus am Rennweg Neuhaus-Schierschnitz Sonneberg Schalkau Neuhaus am Rennweg Neuhaus am Rennweg Sonneberg Steinach (Thüringen) ThüringenKarte
Über dieses Bild

Schalkau ist eine Stadt im Landkreis Sonneberg in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Südhang des Thüringer Schiefergebirges im Tal der oberen Itz auf dem Schalkauer Plateau. Sechs Kilometer nördlich der Stadt liegt der 867 Meter hohe Bleßberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Bachfeld, Sachsenbrunn, Neuhaus am Rennweg, Frankenblick, Rödental, Lautertal, Eisfeld.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren wurden einige umliegende Gemeinden (mit den oben genannten Ortsteilen) in die Stadt eingegliedert:

  • am 1. Januar 1992 Roth und Theuern
  • am 1. Juni 1992 Mausendorf und Truckenthal
  • am 14. Juli 1993 Katzberg
  • am 8. Februar 1994 Ehnes und Emstadt
  • am 1. Juli 1994 Almerswind.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt hat acht Stadtteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtgliederung
Blick über die Stadt
Rathaus

Unweit des Ortsteils Theuern liegt auf einem schmalen Bergrücken des Herrenbergs beim Austritts vom Flüsschens Grümpen aus den Bergen des Thüringer Waldes eine ehemalige Befestigungsanlage. Mit ihr kontrollierten und überwachten die Ahnen die Verkehrsverbindung in den Eisfelder Siedlungsraum vom Orlatal und aus Norddeutschland kommend. Der Platz wurde in der vorrömischen Eisenzeit genutzt. Die Wälle sind noch gut erhalten.[2]

Der Ort Schalkau wird 1011 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1362 wurde ihm das Stadt- und Marktrecht verliehen. Im Mittelalter wurde die Geschichte der Siedlung maßgeblich durch das Adelsgeschlecht der Schaumberger bestimmt, die ihren Stammsitz auf der nahe gelegenen Burg Schaumberg hatten. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und während des Dreißigjährigen Krieges zerstört.

Ab 1830 siedelten sich mehrere kleine Spielwarenfabriken an und Schalkau entwickelte sich zu einem lokalen Zentrum der Spielzeugindustrie, für die zwischen 1881 und 1935 eine Fachschule für Zeichnen, Modellieren und Holzschnitzen existierte.

Die Stadt gehörte zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, das am 12. November 1918 zum Freistaat wurde und am 1. Mai 1920 in dem neu geschaffenen Land Thüringen aufging.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Schalkauer Einwohner aus politischen und religiösen Gründen verfolgt und im Gerichtsgefängnis Schalkau inhaftiert oder, wie ein Zeuge Jehovas, bis ins KZ Mauthausen deportiert. Seit 1934 schlossen sich 200 evangelische Einwohner der Bekennenden Kirche (BK) am Ort an, die von den Pfarrern Raatz und Graser geleitet wurde. Beide verloren 1935 ihr Pfarramt in der Thüringer Kirche.

Im Rahmen der Förderung der Rüstungsindustrie in Thüringen entstanden 1938 in Schalkau Werksanlagen der Berliner Bruhn-Werke G.m.b.H., in denen flugtechnische Instrumente wie Fahrtmesser für die Luftwaffe, anfangs von etwa 800 Menschen, hergestellt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Maschinenpark demontiert und im August 1947 die Gebäude gesprengt.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 220 Kriegsgefangene aus Frankreich sowie Frauen und Männer aus Polen, Russland und der Ukraine Zwangsarbeit verrichten: in den Bruhn-Werken GmbH und bei der Firma A.H. Schwesinger. Drei der Zwangsarbeiter wurden mit Gefängnishaft bestraft.[3]

Zu DDR-Zeiten unterhielt der Fernsehfunk der DDR im Ort ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

In den 1970er Jahren wurde durch die DDR der Ortsteil Görsdorf mit einer etwa 3,5 Meter hohen Sichtblende (Grenzmauer) umschlossen. Das Grenzdenkmal Görsdorf erinnert an die Deutsche Teilung.

Vor dem 31. Mai 1995 gehörte Schalkau zur Verwaltungsgemeinschaft Schalkau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 3765
  • 1995: 3730
  • 1996: 3689
  • 1997: 3654
  • 1998: 3689
  • 1999: 3500
  • 2000: 3498
  • 2001: 3481
  • 2002: 3463
  • 2003: 3415
  • 2004: 3417
  • 2005: 3367
  • 2006: 3338
  • 2007: 3390
  • 2008: 3286
  • 2011: 3089
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Zur erfüllenden Gemeinde Schalkau gehört die Gemeinde Bachfeld.

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4][5]
Wahlbeteiligung: 55,5 % (2009: 58,1 %)
 %
50
40
30
20
10
0
47,7 %
25,3 %
13,6 %
13,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,1 %p
-5,2 %p
-0,7 %p
+13,3 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Freie Wähler Schalkau
d Forum aktive Bürger

Der Stadtrat in Schalkau besteht aus 16 Ratsmitgliedern:

  • CDU: 8 Sitze (±0)
  • DIE LINKE: 4 Sitze (-1)
  • FW: 2 Sitze (±0)
  • Forum aktive Bürger: 2 Sitze (+2)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit der fränkischen Nachbarstadt Rödental.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die 1910 eröffnete Bahnstrecke Eisfeld–Sonneberg, eine eingleisige Nebenbahn von Eisfeld über Schalkau nach Sonneberg. Alle Ortsteile sind an das Liniennetz der Omnibus Verkehrs Gesellschaft Sonneberg/Thür. angebunden, welches Anbindungen an die Kreisstadt Sonneberg sowie die Städte Rödental und Coburg sichert. Außerdem führt die B 89 durch Schalkau. Weitere Straßen führen von Schalkau nach Rödental und Steinheid.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Tourismus und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nahe der Ortslage von Schalkau trifft man auf die Ruinen der mittelalterlichen Schaumburg. Im Heimatmuseum Schalkau wird die Geschichte dieser Burganlage sowie die Entwicklung der Stadt ausführlich behandelt.

Die Stadt Schalkau ist Teil des Tourismusverbundes Schaumberger Land. Hierzu gehört im Landkreis Sonneberg auch die Gemeinde Frankenblick. Mit dem Beitritt Rödentals erweitert sich das Einzugsgebiet des Tourismusverbundes länderübergreifend nach Oberfranken. Rödental arbeitet schon seit Jahren touristisch mit Schalkau zusammen.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Schalkau (Hrsg.): Festschrift 1362–2012 Schalkau.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 138.
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 287, ISBN 3-88864-343-0
  4. Kommunalwahlen in Thüringen - Wahlergebnisse
  5. Kommunalwahlen in Thüringen - Wahlergebnisse 2009
  6. Radio Eins

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schalkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien