McDonnell Douglas NOTAR

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Prinzipskizze

NOTAR (No Tail Rotor; deutsch kein Heckrotor) ist ein System der Firma McDonnell Douglas für den Drehmomentausgleich bei Hubschraubern ohne die typische Heckrotor-Konfiguration. Das Patent befindet sich im Besitz von Boeing.[1]

Entwicklung[Bearbeiten]

MD 900 der Polizei
MD 900 NOTAR

Erprobungsträger war ein Hughes OH-6, bei dem der Heckausleger verstärkt worden war und ein Mantelpropeller Luft in den Ausleger blies. Diese strömte durch einen Längsschlitz an der rechten Unterseite des Auslegers wieder hinaus. Am Heck war eine verstellbare Düse angebracht, um den Schub zu steuern. Der Erstflug dieses Systems fand am 17. Dezember 1981 statt.

Ähnliche Systeme, bei denen meist der Abgasstrom des Triebwerks genutzt wurde, wurden bereits in den 1940er Jahren bei der Cierva W-9, der Hiller J-5 oder in den 1950er Jahren bei der Aerotecnica AC-12 Norelle erprobt.

Funktionsprinzip[Bearbeiten]

Prinzipiell muss bei einem Hubschrauber mit nur einem Hauptrotor das von diesem erzeugte Drehmoment ausgeglichen werden, um einer Drehung des Rumpfes entgegenzuwirken und den Hubschrauber um die Hochachse (Gierachse) steuern zu können. Üblicherweise wird dies durch den horizontal wirkenden Heckrotor erreicht, das NOTAR-System erzeugt die Gegenkraft jedoch durch einen gerichteten Luftstrahl (Schub), der durch eine variable Steuerdüse am Ende des Auslegers austritt.

Unterstützt wird diese Wirkung durch weitere, nur an einer Seite entlang des Heckauslegers platzierte Auslassdüsen. Die dort ausströmende Luft führt den vom Hauptrotor nach unten strömenden Abwind um die Rundung des Auslegers. Dabei wird der Coandă-Effekt ausgenutzt, die Umströmung eines zylindrischen Rohres mit einer einseitigen schlitzförmigen Ausblasung tangential zur Rohroberfläche. Diese erzeugt in Überlagerung mit der Umströmung eine Zirkulation mit Druck- und Saugseite. Dadurch entsteht eine zusätzliche, dem Hauptrotor-Drehmoment entgegengerichtete Kraft, die den Rumpf in Längsrichtung stabilisiert.

Die Vorzüge des NOTAR-Systems bestehen in dem geringeren Gefährdungspotenzial für Personen in der Start- und Landezone sowie in geringerer Lärmentwicklung, da der Propeller innen liegt und es keine geräuschintensiven Turbulenzen zwischen Haupt- und Heckrotor gibt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Rolf Besser: Technik und Geschichte der Hubschrauber. Von Leonardo da Vinci bis zur Gegenwart. 3. Auflage. Bernard und Graefe, Bonn 1996, ISBN 3-7637-5965-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. About MD Helicopters, Inc. MD Helicopters, abgerufen am 16. Mai 2010 (englisch).