Media Transfer Protocol

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Das Media Transfer Protocol (MTP) ist eine Weiterentwicklung des Picture Transfer Protocol. Es ermöglicht die Übertragung von Dateien zwischen mobilen Endgeräten und Computern.

Einführung[Bearbeiten]

Vorgestellt wurde MTP im Herbst 2004 von den Firmen Microsoft und Canon[1], um die Möglichkeiten des Picture Transfer Protocol so zu erweitern, dass die Kommunikation auch mit anderen Geräten – neben den bisher unterstützten Digitalkameras – erweitert wird. So ermöglicht eine spezielle UMS-Software, Audiodaten ohne zusätzliche Gerätetreiber auf MTP-fähige MP3-Player zu laden. Mittlerweile wird MTP auch von vielen Smartphones verwendet.

Übertragung[Bearbeiten]

Zur Datenübertragung mit einem MTP-Gerät wird eine MTP-fähige Software benötigt. Einige MP3-Player lassen sich mit Hilfe einer Firmware-Aktualisierung als UMS-Gerät (USB-Massenspeicher) betreiben. UMS-Geräte werden ohne spezielle Treiber von allen gängigen Betriebssystemen unterstützt.

Vorteile[Bearbeiten]

  • Das Gerät kann ohne vorheriges Abmelden („Auswerfen“) vom System abgezogen werden
  • Der Hersteller kann beliebige Dateisysteme auf dem Gerät verwenden
  • Mit dem PC können Wiedergabelisten für den Player erstellt werden

Nachteile[Bearbeiten]

  • Es ist kein direkter Zugriff auf das Dateisystem möglich
  • Wird nicht von älteren Betriebssystemen unterstützt
  • Die MTP-Software unterstützt meist nicht alle Funktionen und Formate, die das Gerät bietet, bzw. hat Probleme beim Konvertieren.
  • Die Übertragung via MTP ist meist deutlich langsamer als per normalem mass-storage-Zugriff.
  • Unter Linux und OS X gibt es oft Probleme beim Zugriff auf MTP-Geräte.

Anwendungen[Bearbeiten]

  • Unter GNU/Linux (POSIX) wird MTP-Kompatibilität erreicht mit:
    • gvfs (Gnome Virtual File System), virtuelles Dateisystem des GIMP-Toolkits. Enthalten in Ubuntu ab Version 13.04, zudem als Backport verfügbar für 12.10 und 12.04.[2]
    • libgphoto2, eine Bibliothek die Picture Transfer Protocol (PTP) mit einigen MTP-Erweiterungen unterstützt. Ursprünglich war nur Kameraunterstützung geplant. Die folgende Programme benutzen libgphoto2:
    • libmtp[4] eine Bibliothek, die extra für MTP entwickelt wurde. Sie enthält ebenfalls Kommandozeilenprogramme. Die folgende Programme benutzen libmtp:
  • AmigaOS/MorphOS besitzt MTP-Unterstützung über den PTP-Klassentreiber im Poseidon USB Stack V4.0.
  • Mac OS X hat MTP-Unterstützung durch XNJB[9] (XNJB benutzt libmtp).
  • Microsoft Windows unterstützt MTP ab Vista (außer N-Versionen) nativ. XP und Windows Server 2003 unterstützen MTP nur, wenn der Windows Media Player 10 installiert ist. Ältere Windowsversionen haben keinerlei MTP-Unterstützung.
  • Symbian OS v9.5 [10] hat native MTP-Unterstützung für Musik, Video und Bilder.
  • Xbox 360 hat native Unterstützung.
  • Samsung Galaxy Nexus, Sony Xperia S, HTC One X und weitere moderne Android-Telefone haben native Unterstützung.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung zur Einführung des MTP-Standards
  2. http://www.webupd8.org/2013/01/upgrade-to-gvfs-with-mtp-support-in.html
  3. gphoto.org
  4. libmtp.sourceforge.net, auf SourceForge
  5. gnomad2.sourceforge.net, auf SourceForge
  6. Projektübersicht zu jmtpsynchronizer bei Google Code
  7. adebenham.com/mtpfs
  8. adebenham.com/mtpsync
  9. XNJB, auf wentnet.com
  10. symbian.com

Weblinks[Bearbeiten]