Magnavox Odyssey
| Magnavox Odyssey | |||
| Hersteller | Magnavox | ||
| Typ | Stationäre Spielkonsole | ||
| Generation | 1. Generation | ||
| Veröffentlichung |
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| Speichermedien | Steckkarten | ||
| Verkaufte Einheiten | 350.000 | ||
| Nachfolger | Odyssey 100 | ||
Die Magnavox Odyssey ist eine 1972 erschienene Spielkonsole der Firma Magnavox. Sie war die erste jemals erschienene Videospielkonsole. Entwickelt wurde der Prototyp von Ralph H. Baer bereits 1968. Sie wurde in Deutschland unter dem Namen Odyssee von ITT Schaub-Lorentz vertrieben.
Inhaltsverzeichnis |
Technik [Bearbeiten]
Die Magnavox Odyssey verfügte weder über Arbeitsspeicher noch über eine CPU und basierte somit nicht wie heutige Konsolen auf einem digitalen Mikroprozessor (diese steckten damals noch in ihren allerersten Anfängen), sondern auf speziellen Dioden-Transistor-Logik-Schaltungen. Entgegen zahlreicher Gerüchte handelt es sich nicht um einen Analogrechner im eigentlichen Sinne [1]. Für dieses System wurden aus Kostengründen nur 40 Transistoren verwendet. Es konnte nur wenige, einfarbige weiße Punkte und Blöcke auf einem einfarbig schwarzen Hintergrund darstellen; deshalb war es (um ein Spiel zu benutzen) notwendig, zuerst eine Plastikauflage mit dem Spielfeld des entsprechenden Spiels auf den Fernsehbildschirm zu legen. Die mitgelieferten Spiele waren noch ähnlich wie Gesellschaftsspiele aufgebaut, es gab z. B. zusätzlich zu den Vorgängen auf dem Bildschirm ein Spielbrett, Spielkarten, Spielsteine, etc. Dies war auch nötig, denn z. B. einen Punktestand zu verwalten war jenseits der technischen Möglichkeiten der Konsole. Die Spiele waren alle für mehrere Spieler vorgesehen; allein gegen die Konsole zu spielen war damals noch nicht möglich.
Es gab noch keine echten Module für diese Konsole; die verschiedenen mitgelieferten Spiele wurden jeweils durch das Einstecken eines kleinen Pseudo-Moduls ausgewählt; darin steckte aber kein Programm, sondern nur ein paar Drähte, die bestimmte Teile der fest eingebauten Konsolen-Elektronik in einer bestimmten Weise elektrisch zusammenschalteten. Teilweise wurden auch mehrere verschiedene Spiele mit demselben „Modul“, aber mit verschiedenen Bildschirmhintergründen, Zusatzmaterialien und Spielregeln gespielt.
Die Controller besaßen jeweils drei Drehregler und einen Reset-Taster. Mit den zwei Drehreglern konnte die horizontale und vertikale Position des Spielerquadrats bzw. der Spielfigur beeinflusst werden. Der dritte Regler beeinflusste den Effekt des Balls.[2] Die Reset-Taster dienten dazu, das Spiel neu zu starten. Davon abweichend ist die Bedienung bei den Verfolgungs- und Lightgun-Spielen.
Geschichte [Bearbeiten]
Der erste Prototyp der Odyssey wurde von Ralph H. Baer in den Jahren 1966 bis 1968 entwickelt.[3]. Magnavox brachte die Konsole 1972 auf den amerikanischen Markt. In Deutschland wurde die Konsole ab 1973 von ITT Schaub-Lorentz unter den Namen Odyssee vertrieben[4]. Der Startpreis der Konsole betrug in den USA 100 US-Dollar; 1973 etwa 75 US-Dollar; 1974 etwa 50 US-Dollar. 1975 wurde die Produktion der Magnavox Odyssey aufgrund des Erscheinens des Nachfolgermodells Odyssey 100 eingestellt.
Steven Kent spricht in seinem Buch „History of Video Games“ von 100.000, Ralph Baer 1975 von 360.000 verkauften Einheiten[5]. Ungefähr 10.000 Stück wurden in Deutschland verkauft.[4]
Im Jahr 1982 betrieb und gewann Magnavox ein Gerichtsverfahren gegen Atari wegen Patentverletzung, da Ataris Pong dem Tennis-Spiel der Odyssey glich. Drei Jahre später beantragte Nintendo, die Patente von Magnavox zu löschen, weil William Higinbotham bereits 1958 ein ähnliches Spiel Tennis for two entwickelt hatte. Nintendo scheiterte mit dem Versuch.[6]
Nachfolger [Bearbeiten]
1975 erschien die Odyssey 100 und im Jahr darauf vier weitere Odyssey-Versionen, die Magnavox Odyssey 200–500. Bis 1977 erschienen noch die Modelle 2000, 3000 und 4000. Das Modell 5000 blieb in der Entwicklung[7].
Nachdem Magnavox eine Tochtergesellschaft von Philips wurde, erschien 1978 die Konsole Philips G7000 in Amerika unter der Bezeichnung Odyssey².
Spiele [Bearbeiten]
Es wurden 28 Spiele mittels 12 Karten realisiert. Die Spiele unterschieden sich dadurch, dass unterschiedliches Zusatzmaterial (Overlay-Folien, Spielkarten, Würfel, etc.) mit verschiedenen Karten verwendet wurde. Es wurden bis zu sechs verschiedene Spiele mit einer Karte gespielt und für einige Spiele wurden bis zu drei Karten im Wechsel genutzt.[8]
Bei den Spielen handelt es sich meist um Varianten von Pong, Simon Says, Renn- oder Labyrinthspielen und hatten oft den Charakter von Lernspielen[9]. Die vier Spiele der Karten 9 und 10 sind Shoot'em ups und wurden mit einer Lightgun gespielt[10].
| Karte | Spiele |
|---|---|
| 1 | Table Tennis |
| 2 | Ski, Fun Zoo, Percepts |
| 3 | Tennis, Analogic, Baseball, Hockey, Football, Soccer |
| 4 | Cat and Mouse, Football (Running), Haunted House, Invasion |
| 5 | Submarine, Invasion, Soccer, Wipeout (Autorennspiel) |
| 6 | Roulette, States, Invasion |
| 7 | Volleyball |
| 8 | Basketball, Handball |
| 9 | Shootout, Dogfight, Prehistoric Safari |
| 10 | Shooting Gallery |
| 11 | Basketball (wurde nie vertrieben) |
| 12 | Interplanetary Voyage |
Weblinks [Bearbeiten]
- Umfangreiche Informationen zum Magnavox Odyssey (Englische Seite)
- Deutsche Anleitungen zur Magnavox Odyssey
- Rolenta Press vertreibt „Videogames: In The Beginning“ von Ralph H. Baer
- Magnavox Odyssey The online Odyssey museum
- Patent Nr. 3,728,480 - Television Gaming and Training Apparatus vom 22. März 1971.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ [1] http://classicgaming.gamespy.com/View.php?view=Articles.Detail&id=396
- ↑ [2] User Manual Page7
- ↑ [3] Ralph Baer: Recovering the History of the Video Game
- ↑ a b [4] Die Pong-Story: Odyssey Exports and Clones
- ↑ [5] Die Pong-Story: How the Odyssey sold in the USA
- ↑ [6] Telepolis: William Higinbothams Tennis for Two
- ↑ [7] The Pong-Story: Magnavox and the Odyssey system
- ↑ [8] The Pong-Story: The Operation of the Odyssey
- ↑ [9] Rezensionen der Odysseyspiele
- ↑ [10] The Pong-Story: Shooting Gallery, the Odyssey add-on Rifle