Melanie Spitta

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Melanie Spitta, geborene Keck (* 1946 in Hasselt, Belgien; † 28. August 2005 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Filmemacherin und Bürgerrechtlerin aus der Minderheit der Sinti.

Leben[Bearbeiten]

1938 floh ihre in Deutschland als Sinti („Zigeuner“) verfolgte Familie nach Belgien, wo sie 1946 als jüngstes Kind zur Welt kam. Ihre Geschwister waren in Auschwitz ums Leben gekommen. Mit den überlebenden Verwandten wuchs sie ab 1949 in Düren (Rheinland) auf. Ihre Mutter, ehemaliger Häftling der Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen verstarb früh an Tuberkulose, wohl infolge medizinischer Experimente durch Josef Mengele. Melanie Spitta war dadurch als Kind lungenkrank und ihr Leben lang gesundheitlich beeinträchtigt.

In den 1980er Jahren arbeitete sie als Filmautorin zusammen mit der Regisseurin Katrin Seybold an Dokumentarfilmen über die Lage der Sinti in Deutschland, kämpfte als Bürgerrechtlerin für die Gleichstellung der Frauen unter den Sinti und in der gesamten Gesellschaft und arbeitete unentwegt als Beraterin und Publizistin. Bis sie zusammen mit Katrin Seybold und Siegmund Wolf und den Zeitzeugen der NS-Verfolgung kannten sich im Rahmen der Dokumentarfilme daran machte das Archivgut im Bundesarchiv zu sichten, gab es kein einziges publiziertes Foto der Täter Robert Ritter, nur ein einziges von Eva Justin, keines von Sophie Ehrhardt und der Rassenhygienischen Forschungsstelle.

Sie war mit Arnold Spitta verheiratet und hat eine Tochter, Carmen. Arnold Spitta ist Autor von Paul Zech im südamerikanischen Exil 1933–1946 (1978) und hat u.a. zur Verfolgung der Sinti und Roma in der Nazizeit publiziert.

1999 erhielt Melanie Spitta in Lübeck aus der Hand des Stifters Günter Grass den Otto-Pankok-Preis. Frau Spitta wurde „geehrt, weil sie der Erinnerungslosigkeit entgegenwirkt“, hieß es in der Laudatio. Dieter Schenk hat ihr sein Buch über die historischen Wurzeln des BKA „im Rückblick auf eine zwanzigjährige Freundschaft“ gewidmet.[1] Sie ist in Düren begraben.

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten]

Filme (zusammen mit Katrin Seybold):

  • Schimpft uns nicht Zigeuner (43 min, 1980)
  • Wir sind Sintikinder und keine Zigeuner (21 min, 1981)
  • Es ging Tag und Nacht, liebes Kind: Zigeuner (Sinti) in Auschwitz (75 min, 1982)
  • Das falsche Wort: Wiedergutmachung an Zigeunern (Sinti) in Deutschland? (ZDF, 83 min, 1987) Regie: Katrin Seybold, Drehbuch: Melanie Spitta, Darsteller: Thomas Münz; Melanie Spitta
  • Meleza und Gallier (Spielfilm, Drehbuch, unveröffentlicht)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Schenk: Die braunen Wurzeln des BKA, Frankfurt 2001, ISBN 3-596-15782-X