Mercheros

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Quinqui ist die traditionelle Bezeichnung der Mercheros, einer seit dem 17. Jahrhundert bezeugten sozialen Randgruppe in Spanien, deren Vertreter nomadisierend oder halbsesshaft lebten und auch heute vielfach noch als Hausierer (quincalleros: Blechwarenhändler, Klempner) mobilen Gewerben nachgehen. Da das Wort quinqui auch verallgemeinernd für „Landstreicher, Herumtreiber, Strolch“ verwendet wird, ziehen die Quinqui heute die neutralere Bezeichnung merchero vor.

Ihre Sondersprache (ISO 639-3: quq) ist ein dem deutschen Rotwelsch vergleichbarer Argot auf der Grundlage des Spanischen, mit Archaismen des Kastilischen und mit Wortschatzanteilen aus dem Baskischen, Erromintxela und Romani (vgl. Caló), die Quinqui verstehen sich selbst jedoch nicht als gitanos (Roma).

Auf internationaler politischer Ebene werden die Quinqui mit vergleichbaren Gruppen anderer Länder unter dem Überbegriff Travellers oder gens de voyage (Fahrendes Volk) vertreten, unter anderem in folgenden Organisationen: European Roma and Traveller Forum in Straßburg, Europarat, OSZE. Auch in der Antiziganismus-Forschung werden sie bzw. wird ihre gesellschaftliche Diskriminierung einbezogen.

Einer der bekanntesten Quinqui ist Eleuterio Sánchez Rodríguez, genannt „El Lute“.

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