Meteoroid

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Foto der Milchstraße und der Leuchtspur eines verglühenden Meteoroiden, d.h. eines Meteors

Meteoroiden [meteoroˈiːdən] (altgriechisch μετέωρα ‚Himmelserscheinungen‘, die Endung -iden von altgriechisch ιδεῖν ‚ähnlich sein‘) sind kleine Objekte des Sonnensystems auf einer Umlaufbahn um die Sonne, von denen einige die Erdbahn kreuzen. Ihre Größe reicht von Bruchteilen eines Millimeters (Mikrometeoroiden) bis zu etlichen Metern, entsprechend einer Masse vom Milligramm bis zu mehreren Tonnen.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Meteoroiden sind größer als der interplanetare Staub und kleiner als Asteroiden. Zwischen Meteoroiden und Asteroiden gibt es weder hinsichtlich der Größe noch der Zusammensetzung eine eindeutige Grenze. Zusammen mit den Asteroiden und Kometen zählen Meteoroiden zu den Kleinkörpern des Sonnensystems.

Meteor[Bearbeiten]

Treten Meteoroiden in die Erdatmosphäre ein, so erzeugen sie durch die der Ionisierung der Luftteilchen folgenden Rekombination (nicht durch Reibung) eine Leuchterscheinung, Meteor genannt. Durch die Luftkompression vor dem Meteoroiden entsteht eine ebenfalls ionisierte und hell leuchtende Gaskugel aus erhitzter Luft und verdampfter, anfänglich fester Materie. Kleine Meteore werden auch als Sternschnuppen bezeichnet, große als Feuerkugeln oder Boliden.

Meteorit[Bearbeiten]

Ein eventuell nicht vollständig verglühter Meteoroid, der die Erdoberfläche erreicht, wird Meteorit genannt.[1]

Herkunft[Bearbeiten]

Meteoroiden sind von unterschiedlicher Herkunft. Sie können durch die Gravitation der Planeten aus dem Asteroidengürtel, aber auch durch den Sonnenwind aus Kometenkernen herausgelöst worden sein, die diese auf ihrer Bahn verlieren und dadurch in einen Meteorstrom zerfallen. Die Bezeichnung Meteoroidenstrom wäre zwar korrekter, ist aber nicht üblich. Weiterhin können sie durch Einschlag oder Zusammenprall auch aus Material von Asteroiden, Zwergplaneten oder Planeten bestehen. So wurden auf der Erde Meteoriten gefunden, die wahrscheinlich vom Mars und vom Mond stammen (siehe: Marsmeteorit, Mondmeteorit). Die weit überwiegende Anzahl der auf der Erde gefundenen Meteoriten stammt aber von Asteroiden.

Gefahr für die Raumfahrt[Bearbeiten]

Für die Raumfahrt stellen selbst Mikrometeoroiden ein Risiko dar, da ihre Einschlagsenergie so hoch ist, dass bereits Teile mit der Größe von Bruchteilen eines Millimeters zu erheblichen Zerstörungen führen.[2]

Etymologie[Bearbeiten]

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Meteoroiden als „Meteoriten“ und Meteoriten eher als „Meteorsteine“ bezeichnet.[3][4] Danach wurde zusätzlich zur Bezeichnung „Meteorstein“ der Ausdruck „Meteorit“ als Synonym eingeführt.[5] Als Meteorit wurden also im weiteren Sinne sowohl die noch im interplanetaren Raum treibenden als auch (im engeren Sinne) die zur Erdoberfläche gelangten Objekte bezeichnet.[6] Seit Anfang der 1990er Jahre[7] wurde auch für erstere die bis dahin hauptsächlich im angelsächsischen Raum gebräuchliche Bezeichnung „Meteoroid“ üblich.[8]

Für den Begriff „Meteoroid“ wird häufig auch die Schreibweise „Meteorid“ verwendet, welche wohl auf das Wort „Meteorit“ oder auf eine Mischung mit „Meteoroid“ zurückzuführen ist. Die Schreibweise „Meteorid“ wird zwar im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger,[9] jedoch in der Fachliteratur seltener verwendet, da erstere die Begriffe (die lediglich ortsbezogenen Bezeichnungen) in der Regel nicht so genau unterscheiden oder gegebenenfalls Eigenschaftswörter für eine genauere Unterscheidung nutzen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Meteoroid – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Meteoroiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Astrolexikon: Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWas ist ein Meteor? Abgerufen am 20. Januar 2009.
  2. Markus Landgraf: Die Nemesis der Raumfahrer. In: Sterne und Weltraum. 6/2008. S. 36–43
  3. Illustriertes Lexikon der Astronomie, Verlagsbuchhandlung von F. F. Weber, Leipzig 1881 (Reprint der Originalausgabe von 1880 nach dem Exemplar der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Reprint-Verlag-Leipzig, ISBN 3-8262-0405-0)
  4. Der Neue Brockhaus – Allbuch in vier Bänden und einem Atlas (3. Band), F. A. Brockhaus / Leipzig 1941
  5. Brockhaus ABC der Astronomie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1960
  6. Vorauslexikon zur Brockhaus Enzyklopädie (Band 3), F. A. Brockhaus Mannheim 1986, ISBN 3-7653-0860-9
  7. Brockhaus Enzyklopädie, F. A. Brockhaus Mannheim 1991, ISBN für Band 14: ISBN 3-7653-1114-6
  8. Lexikon der Astronomie – Die große Enzyklopädie der Weltraumforschung in zwei Bänden – Erster Band, Spektrum Akademischer Verlag, 1995, ISBN 3-86150-145-7
  9. vergleiche auch Treffer in der Google-Suche: ‚Meteorid‘ = 1.620.000 Ergebnisse und ‚Meteorit‘ = 854.000 Ergebnisse; Stand: 13. Februar 2014