Metro Bukarest

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Sigla metrorex.png
Metro Bukarest
Map of the Bucharest Metro.png
Basisdaten
Staat Rumänien
Stadt Bukarest
Eröffnung 16. November 1979
Linien vier
Streckenlänge 69,25 km
Stationen 50
Fernbahnhöfe 1
Nutzung
Kürzester Takt 3–5 Minuten
Fahrzeuge Astra, Bombardier
Betreiber Metrorex
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 750 Volt Gleichstrom, Stromschiene, im Depot Oberleitung
Ein Zug der Linie M2 in der Station Universității

Die Metro Bukarest, rumänisch Metrou București, ist das 1979 eröffnete U-Bahn-System der rumänischen Hauptstadt Bukarest und das einzige des Landes. Zuständiges Verkehrsunternehmen ist heute die Aktiengesellschaft S.C. Metrorex S.A., anfangs wurde die Metro hingegen noch von der rumänischen Staatsbahn Căile Ferate Române (C.F.R.) betrieben.[1] Im Gegensatz dazu ist für den Oberflächenverkehr, darunter die Straßenbahn Bukarest und der Oberleitungsbus Bukarest, das kommunale Unternehmen Regia Autonomă de Transport București (R.A.T.B.) zuständig.

Linien[Bearbeiten]

Die vier Bukarester U-Bahn-Linien sind zusammen 69,25 Kilometer lang, es werden zusammen 45 Stationen bedient. Der durchschnittliche Stationsabstand beträgt 1,5 Kilometer. Zwischen den Bahnhöfen Republica und Pantelimon besteht Pendelverkehr (Linie M1). Die Bukarester Metro verkehrt täglich von 5:30 bis 23:30 Uhr. In der Hauptverkehrszeit verkehrt alle drei bis fünf Minuten ein Zug, in den restlichen Zeiten oder am Wochenende dagegen alle acht bis 15 Minuten. Der Pendelverkehr zwischen Republica und Pantelimon wird nur während der Hauptverkehrszeit angeboten. Die planmäßigen Abfahrtszeiten werden mit Hilfe von Stoppuhren am Bahnsteigende angezeigt, die jeweils die Zeit seit dem zuletzt abgefahrenen Zug anzeigen.

Linie Strecke Eröffnung Länge Stationen
M1 Dristor – Republica (–Pantelimon) 1979 31,7 km 22
M2 Pipera – Berceni 1986 18,6 km 14
M3 Preciziei – Anghel Saligny 1983 17,6 km 15
M4 Gara de Nord – Parc Bazilescu 2000 6,1 km 6

Tarif[Bearbeiten]

U-Bahnhof Titan, Linien M1 und M3
U-Bahnhof Piața Unirii, Linien M1 und M3

Die Fahrkarten der Metro sind Magnetstreifenkarten und nicht für die Verkehrsmittel der R.A.T.B. gültig, die noch herkömmliche Fahrscheine mit Lochmusterentwertung verwenden. Im Gegensatz zum Oberflächenverkehr, wo man bei jedem Umsteigen eine neue Fahrkarte benötigt, kann man mit einem U-Bahn-Fahrschein diese beliebig lange benutzen, solange man sich innerhalb der Bahnsteigsperren aufhält.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit dem Bau der ersten Strecke wurde 1976 begonnen. Sie ging am 16. November 1979 zwischen Timpuri Noi und Semănătoarea (heute Petrache Poenaru) in Betrieb, war 8,63 Kilometer lang und bediente insgesamt sechs Stationen. Heute fährt auf diesem Abschnitt die M3, zwischen Timpuri Noi und Eroilor auch die M1. Anders als bei den meisten U-Bahnen in den übrigen sozialistischen Staaten des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe kamen in Bukarest nie sowjetische Fahrzeuge zum Einsatz. Die weiteren Abschnitte gingen wie folgt in Betrieb:

28. Dezember 1981 M1 Timpuri Noi – Republica 10,10 km 6 Stationen
19. August 1983 M1, heute M3 Eroilor – Industriilor (heute Preciziei) 08,63 km zunächst 4 Stationen, Station Gorjului 1991 nachträglich eröffnet
22. Dezember 1984 M1 Semănătoarea (heute Petrache Poenaru) – Crângași 00,97 km 1 Station
24. Januar 1986 M2 Piața Unirii 2 – Depoul I.M.G.B. (heute Berceni) 09,96 km 8 Stationen
25. Oktober 1987 M2 Piața Unirii 2 – Pipera 08,72 km 6 Stationen
25. Dezember 1987 M1 Crângași – Gara de Nord 1 02,83 km zunächst 1 Station, Station Basarab 1993 nachträglich eröffnet
17. August 1989 M3, heute M1 Gara de Nord 1 – Dristor 2 07,80 km 6 Stationen
15. Januar 1990 M1 Republica – Pantelimon 01,43 km 1 Station
1. März 2000 M4 Gara de Nord 2 – 1 Mai 03,60 km 4 Stationen
19. November 2008 M3 Nicolae Grigorescu 2 – Linia de Centură (heute Anghel Saligny) 04,75 km 4 Stationen
1. Juli 2011 M4 1 Mai – Parc Bazilescu 02,62 km 2 Stationen

Die M2 ist dabei betrieblich eigenständig und besitzt keine Gleisverbindung zu den übrigen drei Linien.

Planungen[Bearbeiten]

Die Verlängerung der M4 um die beiden Stationen Laminorului und Lac Straulesti ist im Bau beziehungsweise in Planung.

Baubeginn für die neue Linie M5 von Ghencea über Eroilor und Universitate nach Pantelimon war im Herbst 2011. Die Fertigstellung soll etappenweise verlaufen; für 2014 ist die Eröffnung des Streckenabschnittes GhenceaEroilor mit zehn Stationen geplant.

Außerdem gibt es Planungen für eine Verlängerung der M4 in den Süden der Stadt zum ehemaligen Bahnhof Progresul, für eine Linie M6 zum Flughafen Bukarest Henri Coandă sowie für eine Linie M7 vom Stadtteil Rahova im Südwesten in den Stadtteil Colentina im Nordosten von Bukarest.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Innenraum eines Astra-Zugs
Innenraum eines Bombardier-Zugs

In Bukarest verkehren drei verschiedene U-Bahn-Typen:

  • Astra-Triebwagen (B'B'-B'B'), als Doppeltriebwagen zusammengekuppelt, 40 Meter lang, gebaut zwischen 1978 und 1993
  • Bombardier-Triebwagen, 120 Meter lang, gebaut ab 2002
  • CAF-Triebwagen, 113 Meter lang

Die alten Astra-Triebwagen verfügen jeweils über einen Führerstand am Fahrzeugende und werden deswegen immer zu zweit als Doppeltriebwagen fest zusammengekuppelt. Auf den Linien M1 und M3 (früher auch M2) werden immer drei Doppeltriebwagen zusammen eingesetzt, auf der M4 dagegen nur zwei Stück. Dieser Fahrzeugtyp wurde zwischen 1978 und 1993 bei Astra in Arad hergestellt. Zurzeit werden diese Züge je nach Betriebsalter entweder durch die neuen Bombardier-Triebzüge ersetzt und ausgemustert oder für einen weiteren Betrieb aufgearbeitet. Im Moment existieren 241 Astra-Doppeltriebwagen, von denen 181 eingesetzt werden – der Rest dient als Reserve. Damit können etwa 60 Züge gebildet werden, der tatsächliche Bedarf liegt zwischen 30 und 50 Zügen.

Die Bombardier-Züge bestehen aus sechs permanent zusammengekuppelten Wagen mit je einem Führerstand an einem Zugende und sind durchgängig begehbar, ähnlich wie bei der Berliner U-Bahn-Baureihe H; zudem besitzen sie eine Klimaanlage. 1999 bestellte der Betreiber Metrorex die ersten 18 sogenannten Movia-Züge, 2005 folgten 20 weitere für 110 Millionen Euro, 2007 wiederum sechs für 33 Millionen Euro; an den Kosten beteiligte sich jeweils die Europäische Investitionsbank. Die Wagenkästen ließ Bombardier in Görlitz, die Drehgestelle in Siegen produzieren, die benötigte Antriebstechnik wiederum wurde in der schwedischen Stadt Västerås gefertigt. Die Endmontage wurde von einem rumänischen Unternehmen übernommen.[2]

Die CAF-Wagen werden auf der Linie M2 seit Juli 2014 eingesetzt, bis zu Ende des Jahres sollen es insgesamt 16 Einheiten werden.[3]

Die Züge sind entweder in silbern mit roten oder gelben Streifen (Astra-Züge) oder in Edelstahl mit schwarzen und weißen Bereichen (Bombardier-Züge) gehalten. Die Stromversorgung erfolgt mit 750 Volt Gleichstrom über eine von unten bestrichene Stromschiene sowie über eine einfache Oberleitung in den Werkstätten und Abstellanlagen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h, es gibt Pläne, sie stellenweise auf 100 km/h zu erhöhen.

Signalisierung[Bearbeiten]

Das Signalsystem zeigt die gleichen Signalbilder wie das Lichtsignalsystem der C.F.R., es werden allerdings nur Kombisignale (Haupt- und Vorsignale sind in einem Signalschirm zusammengefasst) eingesetzt. Das Signalsystem ist auf eine Zugfolgezeit von 90 Sekunden ausgelegt. Auf der M2 wurden die Streckensignale durch das ATP-System (Führerstandssignalisierung) ersetzt, die Streckensignale sind dabei dunkelgeschaltet und dienen nur als Rückfallebene, während die Ausfahrsignale in den Stationen „Halt“ und die Buchstaben „ATP“ zeigen. In den nächsten Jahren sollen auch die anderen U-Bahn-Linien auf dieses System umgestellt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metro Bukarest – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Straßenbahnatlas Rumänien 2004, Seite 50
  2. Blickpunkt Straßenbahn, Ausgabe 2/2007, Seite 112
  3. http://www.railwaygazette.com/news/urban/single-view/view/caf-metro-trains-enter-service-in-bucuresti.html