Bombardier

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bombardier (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bombardier Inc.
Bombardier Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CA0977512007
Gründung 1942
Sitz KanadaKanada Kanada, Montreal (Québec)
Leitung Laurent Beaudoin
Mitarbeiter 70.000[1]
Umsatz 19,4 Mrd. USD[1]
Branche Flugzeugbau, Schienenfahrzeugbau
Produkte Flugzeuge, Schienenfahrzeuge, Antriebs- und Steuerungstechnik, Drehgestelle, Transportsysteme Bahnsteuerungssysteme, ServiceVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.bombardier.com

Bombardier Inc. [bɔ̃baʁdje] zählt zu den weltgrößten Herstellern von Business-Jets, Regionalverkehrsflugzeugen und Schienenverkehrstechnik. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Montreal in der kanadischen Provinz Québec und ist an der Toronto Stock Exchange im S&P/TSX 60 gelistet. Bombardier wurde 1942 von Joseph-Armand Bombardier unter dem Namen L’Auto-Neige Bombardier Limitée gegründet. Das Unternehmen ist in 60 Ländern aktiv und verfügt über 76 Produktionsstandorte weltweit.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Schneemobil B12 aus dem Jahr 1951

Joseph-Armand Bombardier war Mechaniker und träumte vom Bau eines Fahrzeugs, welches auf Schnee fahren konnte. 1931 entwickelte und baute er in seiner kleinen Werkstatt in Valcourt, Québec, sein erstes Schneemobil.[2] 1937 verkaufte er bereits zwölf Schneemobile des Typs B7, die von den Dimensionen einem Kleinwagen ähnelten: In der Holzkarosserie gab es neben der Fahrerkabine vier oder mehr Sitzplätze oder einen Frachtraum.[3][4] 1941 wurde ein neues Fertigungswerk in Valcourt eröffnet.

1942 gründete Bombardier das Unternehmen l’Auto-Neige Bombardier Limitée company, und da die meisten Fahrzeuge dieser Zeit kaum schneetauglich waren, auch die Straßen damals nicht geräumt wurden, waren seine Schneemobile eine große Hilfe für die lokale Bevölkerung bei der Bewältigung ihrer Transportaufgaben in den Wintermonaten.

Bombardiers Unternehmen wuchs daher stetig, bis zum ersten Rückschlag durch die anfangs des Zweiten Weltkriegs von der kanadische Regierung beschlossene Rationierung. Damit das Unternehmen auch während des Krieges überleben konnte, entschloss sich Bombardier, Fahrzeuge für das Militär zu entwickeln. Nach dem Krieg dagegen konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf den Bau von Schneefahrzeugen.

1948 erließ die kanadische Regierung ein Gesetz, welches die Schneeräumung auf allen örtlichen Straßen und Autobahnen vorsah. Das traf das Unternehmen hart und die Verkaufszahlen für Schneemobile fielen um die Hälfte. Bombardier begann mit der Entwicklung von Schneepflügen und All-Terrain-Fahrzeugen für die Öl- und Forstindustrie. Ende der fünfziger Jahre begann das Unternehmen mit dem Bau von kleinen, leichten, schnellen sowie wendigen Schneemobilen für zwei Passagiere. Das erste neuentwickelte sportliche Schneemobil wurde 1959 auf den Markt gebracht. Am 18. Februar 1964 verstarb der Gründer Joseph-Armand Bombardier im Alter von 56 Jahren. 1967 erfolgte die Umstrukturierung des Unternehmens in Bombardier Limited und am 23. Januar 1969 erfolgte der Gang an die Börse in Montreal und Toronto.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Ein Bombardier Canadair Regional Jet von Air France
Vorstellung des neuen Bombardier-Zefiro-380-Schnellzugs auf der InnoTrans (internationale Messe für Verkehrstechnik) in Deutschland (2010)

Das Unternehmen beschäftigte in 2011 insgesamt etwa 70.000 Mitarbeiter in 60 Ländern. Im Geschäftsjahr 2008 betrug der Bruttoumsatz 17,5 Milliarden US-Dollar. Die Aktien von Bombardier Inc. werden an den Börsen in Toronto, Brüssel und Frankfurt am Main bei einer Marktkapitalisierung von 7,74 Milliarden CAD und einem Kurs von 5,52 CAD/Aktie (Stand 13. Mai 2010) gehandelt.

Bombardier ist nach Boeing und Airbus der drittgrößte Flugzeughersteller der Welt. Der Luftfahrtsektor (Bombardier Aerospace) trägt zu mehr als 50 % zum Unternehmensgewinn bei. Der Bereich Aerospace wurde ständig vergrößert, vor allem durch die Übernahme der Unternehmen Canadair (Kanada 1986), Short Brothers (Irland 1989), Learjet Corporation (U.S.A. 1990), de Havilland Aircraft Company (Kanada 1992) und Skyjet International (U.S.A. 2000).

Der Bereich Rail Transportation wurde seit einigen Jahrzehnten ebenfalls vergrößert, insbesondere durch die Übernahme der Unternehmen Lohner-Werke (Österreich 1971), MLW-Worthington (Kanada 1976), Alco Power (U.S.A. 1984), BN Constructions Ferroviaires et Métalliques (Belgien 1988), ANF-Industrie (Frankreich 1989), Procor Engineering (England 1990), Urban Transportation Development Corporation (Kanada 1992), Constructura Nacional de Carros de Ferrocarril (Mexico 1992), Waggonfabrik Talbot (Deutschland 1995), Deutsche Waggonbau AG (Deutschland 1998) und DaimlerChrysler Rail Systems (vormals Adtranz, Deutschland 2001). In dem Unternehmen DaimlerChrysler Rail Systems/Adtranz waren vorher schon der Schienenverkehrsteil von Ericsson und Teile von AEG sowie die IVV Ingenieurgesellschaft für Verkehrssicherung und Verkehrstechnik aufgegangen. Durch die Übernahme von Adtranz wurde das Unternehmen 2001 zum Weltmarktführer für Schienenfahrzeugtechnik.[5] Nach der Übernahme bestand dabei noch Uneinigkeit über den Kaufpreis, dem das mit übernommene Nettovermögen zu Grunde lag.[6] Der Hauptsitz von Bombardier Transportation befindet sich in Berlin in dem ehemaligen Dienstgebäude der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin.

Die Sparte Bombardier Recreational Products, deren Nutzfahrzeuge und Schneemobile seit der Gründung des Unternehmens zur Produktpalette gehören, wurde 2003 als Einzelunternehmen abgetrennt und an die Familie Bombardier und eine Investorengruppe verkauft. Die Tochtergesellschaft Bombardier-Rotax GmbH wurde 1920 in Dresden als Motorenfabrik gegründet und stellt seit 1970 am Standort Gunskirchen (Oberösterreich, Lohner-Werke) unter anderem Motoren für Schneemobile, Aufsitzboote, Leichtflugzeuge, Quads sowie für Motorräder der Marken BMW und Aprilia her. Seit Januar 2007 werden die Schneemobile, Quads und der CAN-AM Spyder unter dem Markennamen CAN-AM vertrieben und gehören nicht mehr zu Bombardier.

Sparten[Bearbeiten]

  • Bombardier Aerospace – Luftfahrt
  • Bombardier Transportation – Schienenverkehrstechnik (Fahrzeuge, Stellwerke etc.)
  • Can-Am – Quad und ATV Sektor
  • Rotax – Motoren für Motorräder, Quads, Skidoo
  • Bombardier Capital – Finanzierung von Produkten von Bombardier und Finanzierung der firmeneigenen Geschäftsbereiche und Tochterfirmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bombardier.com About Us
  2. Bombardier 1931 snow vehicle. In: Wikipedia Commons. Abgerufen am 18. August 2013 (englisch).
  3. Category:Bombardier Snowmobile. In: Wikipedia Commons. Abgerufen am 18. August 2013 (englisch).
  4. Bombardier B7. In: Panoramio. Abgerufen am 18. August 2013.
  5. Bombardier globaler Marktführer für Schienenfahrzeugtechnik. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2001, ISSN 1421-2811, S. 256–261.
  6. Meldung Bombardier auf Erfolgskurs. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2001, ISSN 1421-2811, S. 444.