Metz-Werke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Metz-Werke GmbH & Co KG
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1938
Sitz Zirndorf, Deutschland
Leitung Norbert Kotzbauer
Manfred Billenstein
Mitarbeiter 613 (2011)[1]
Umsatz 108,4 Mio. Euro (2011)[1]
Produkte Unterhaltungselektronik, Blitzgeräte und KunststofftechnikVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.metz.de
Metz-Werke in Zirndorf

Die Metz-Werke GmbH & Co KG ist ein Unternehmen aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik mit Sitz im fränkischen Zirndorf. Das Familienunternehmen entwickelt, produziert und verkauft hochwertige Produkte der Unterhaltungselektronik, der Fotoelektronik und der Kunststofftechnik[2]. Entwicklung und Produktion der Produkte finden in Deutschland statt. Gegründet wurde das Unternehmen 1938 von Paul Metz.[3]

Im November 2014 stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 28. November 1938 wurde das Unternehmen durch Paul Metz in Nürnberg gegründet.[5] Ab 1939 wurde das Fertigungsprogramm für Carl Zeiss durch die Produktion von elektronischen Zielsuchgeräte für Jagdflugzeuge erweitert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden Kurzwellen-Sender und -Empfänger sowie sonstige Funktechnik produziert. Nachdem mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die militärische Produktion komplett entfiel, begann im Jahre 1947 der unternehmerische Neustart mit der Produktion von Radiogeräten im neu geschaffenen Unternehmensbereich Radiotechnik (Mitte der 1970er Jahre in Unterhaltungselektronik umbenannt).

VHS-Videorecorder

1950 hatte Metz ein komplettes Rundfunkgeräteprogramm vom Kleinst-Super bis zum Musikschrank; Errichtung eines Labors für Elektroakustik und eines weiteren Speziallabors. 1954 folgte die Produktion des „Babyphon“, einer batteriebetriebenen Rundfunk-Phono-Kombination, dem ersten Kofferradio mit Plattenspieler. 1955 war der Beginn der TV-Produktion. 1958 kamen die ersten Hifi-Geräte: Stereo-Hifi-Spitzensuper „410“ mit Zweikanal-Verstärker; Stereo-Hifi-Konzertschrank „705“ mit Stereo-Plattenwechsler. 1966 war Metz auf der Hannover-Messe erstmals auch mit Tonbandgeräten vertreten, 1967 war der Beginn der Farbfernsehgeräte-Produktion. 1989 begann die Sortimentsergänzung durch VHS- und S-VHS-Camcorder und -Videorecorder. Ab 1998 besaßen alle TV-Geräte die 100-Hertz-Technologie. Anlässlich der Internationalen Funkausstellung in Berlin 1999 präsentierte Metz neue TV-Geräte der Premium-Linie mit superflacher Bildröhre (4:3 und 16:9) sowie integrierter Raumbeleuchtung, zwei DVD-Player und einen Hifi-CD-Receiver. 2001 wurden hochwertige Plasma-TV-Geräte mit 42 Zoll im 16:9-Format. 2003 kamen Harddisc-Recorder mit Timeshift und Background-Recording-Funktion auf den Markt. 2005 wurden selbst entwickelte LCD-TV-Geräte (vorbereitet für HDTV) vorgestellt.

1952 wurde ein weiterer Unternehmensbereich gegründet: Erstmals wurden Blitzgeräte im Auftrag der Firmen Agfa und Carl-Braun produziert und es startete der Produktionsbeginn des „mecablitz“. 1957 wurde das erste Transistoren-Elektronenblitzgerät der Welt vorgestellt, das „mecablitz 100“. 1982 lief das 5-millionste Blitzgerät vom Band. 1994 wurde das Blitzgerät „mecablitz 50 MZ-5“ vorgestellt; erstmals wird ein Metz-Blitzgerät von drei Mikrocontrollern gesteuert. 1998 wurde im Rahmen der Photokina das kleinste Blitzgerät der Welt mit hoher Lichtleistung und einfachster 2-Tasten-Bedienung präsentiert. 2002 wurde das zehnmillionstes Blitzgerät verkauft.

1993 starb Gründer Paul Metz. Das Unternehmen wurde fortgeführt durch seine 69-jährige Ehefrau Helene Metz. Erst 2010 zog sie sich aus dem operativen Geschäft zurück.[6] Nachdem das Unternehmen lange Zeit unter dem Preisdruck der asiatischen Konkurrenz gelitten hatte, wurde am 19. November 2014 beim Amtsgericht Fürth Insolvenz beantragt.[7]

Allgemein[Bearbeiten]

Metz entwickelt und fertigt seine Produkte seit 1938 und zählt damit zu den traditionsreichsten deutschen Unternehmen der Unterhaltungselektronik. Seit 1951 werden Blitzgeräte für Fotoapparate produziert und seit 1955 Fernseher.

Alle Geräte werden im Werk in Zirndorf im Landkreis Fürth gefertigt.

Fernseher[Bearbeiten]

Fernseher Metz Axio 42

Metz produziert verschiedene Fernsehgeräte, die unter anderem über folgende Funktionen verfügen können:

Blitzgeräte[Bearbeiten]

Aufsteck-Elektronenblitz der Firma Metz

Neben Fernsehgeräten produziert Metz auch Blitzgeräte für Fotoapparate. Im Metz-mecablitz-Sortiment befinden sich System-, SCA-, Automatik- und Slave-Blitzgeräte mit Leitzahlen von 15 bis 76. Metz zählt zu den drei größten Blitzgeräte-Herstellern der Welt. Inzwischen werden Metz-Blitzgeräte in über 90 Länder exportiert. Als erste Blitzgeräte der Welt wurden Metz-Blitzgeräte mit USB-Schnittstelle ausgestattet. Über sie lässt sich die Firmware via Computer und Internet aktualisieren.

Kunststofftechnik[Bearbeiten]

Mit ihrer Kunststofftechnik beliefern die Metz-Werke auch andere Firmen mit Bauteilen. Folgende Verfahren werden eingesetzt:

Zur Oberflächenbehandlung nutzt man bei Metz folgende Techniken:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metz-Werke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. a b Metz-Werke GmbH & Co. KG: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011 auf Bundesanzeiger.de
  2. http://www.metz.de/de/unternehmen/unternehmensleitbild/metz-das-unternehmen.html (Abgerufen am 16. Februar 2014)
  3. http://www.metz.de/de/unternehmen/historie.html (Abgerufen am 16. Februar 2014)
  4. heise.de: TV-Hersteller Metz ist pleite
  5. Barbara Ohm: Fürth - Geschichte der Stadt. Jungkunz, 2007, ISBN 3-9808686-1-3
  6. http://www.heise.de/foto/artikel/Metz-hat-Insolvenz-beantragt-2460744.html
  7. TV-Hersteller Metz ist pleite Süddeutschen Zeitung, 19. November 2014

49.44710555555610.940911111111Koordinaten: 49° 26′ 50″ N, 10° 56′ 27″ O