Asea Brown Boveri
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| ABB Ltd [1] [2] | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1988 (ASEA: 1890, BBC: 1891) |
| Unternehmenssitz | Zürich, Schweiz |
| Unternehmensleitung |
a.i. Michel Demaré [3] |
| Mitarbeiter | 112'000 (31. Dezember 2007) |
| Umsatz | 29,183 Mrd. USD (2007) [4] |
| Branche | Energie- und Automationstechnik |
| Website | www.abb.com |
ABB ist ein Konzern der Elektrotechnik mit Hauptsitz in Zürich, der 1988 aus der Fusion der schwedischen Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget (ASEA) und der schweizerischen Brown, Boveri & Cie (BBC) entstand. Der Konzern ist weltweit tätig und beschäftigt heute insgesamt über 112'000 Mitarbeiter in 100 Ländern.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschäftsbereiche
[Bearbeiten] Energietechnikprodukte
Energietechnikprodukte sind die Kernkomponenten für die Stromübertragung und -verteilung. Der Geschäftsbereich umfasst das ABB-Fertigungsnetz für Transformatoren, Schaltanlagen, Leistungsschalter, Kabel und anderes Zubehör. Sie bietet ausserdem alle Dienstleistungen an, um die Leistungsfähigkeit und eine lange Lebensdauer der Produkte zu gewährleisten.
[Bearbeiten] Energietechniksysteme
Der Bereich Energietechniksysteme beliefert Versorgungsunternehmen mit einer breiten Palette von schlüsselfertigen Systemen und Dienstleistungen für die Stromübertragung, Stromverteilung und für Kraftwerke. Die Hauptfelder dieses Geschäftsbereiches sind Unterstationen und Automatisierungssysteme für Unterstationen. Weitere Schlüsselprodukte sind flexible Wechselstrom-Übertragungssysteme (FACTS), Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HVDC) und Netzwerkmanagement-Systeme. In der Stromerzeugung bietet die Division Energietechniksysteme die Instrumentierung, Steuerung und Elektrifizierung von Kraftwerken an.
[Bearbeiten] Automationsprodukte
Dieser Geschäftsbereich unterstützt Kunden durch energieeffiziente und zuverlässige Produkte bei der Produktivitätssteigerung, sowie Verbesserung der Betriebssicherheit in explosionsgefährdenten Bereichen. Dazu gehören Antriebe, Elektromotoren und Generatoren, Niederspannungsprodukte, Instrumentierung und Prozessanalyse, sowie Leistungselektronik. Die Branchen reichen dabei von der Verfahrens-, Fertigungs- und Versorgungsindustrie bis zu Geschäfts- und Wohnbauten.
[Bearbeiten] Prozessautomation
Dieser Bereich bietet Kunden integrierte Lösungen für die Automatisierung und Optimierung von industriellen Produktions- und Geschäftsprozessen und branchenspezifisches Anwendungswissen an. Das Leistungsangebot zielt auf die Branchen Öl und Gas, Energie, Chemie und Pharma, Zellstoff und Papier, Metallverarbeitung, Minerale, Marine und Turbolader. Die Kunden profitieren von einer erhöhten Anlagen-Produktivität sowie von Energieeinsparungen.
[Bearbeiten] Robotik
ABB hat weltweit Roboter implementiert und bietet darüber hinaus auch Software für Roboter, Zusatzausstattungen und modulare Fertigungszellen für Aufgaben wie Montage, Lackieren, Endbearbeitung und Maschinenbeschickung an. Hauptabsatzmärkte sind die Automobilindustrie, Giessereien, Konfektionierung und Verpackung, Materialhandhabung und die Konsumgüterindustrie. In 2006 zog das Global Robotics Headquarters nach China (Shanghai) um[5], wo auch seit 2007 ABB Industrieroboter gefertigt werden[6].
[Bearbeiten] Telekommunikation
In Australien spielt ABB eine wichtige Rolle bei der Instandsetzung und Instandhaltung des australischen Kupferdraht-Telefonnetzes (gehört zu Telstra).
[Bearbeiten] Geschichte
Die ABB entstand 1988 aus der Fusion der schwedischen Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget (ASEA) und der schweizerischen Brown, Boveri & Cie (BBC) zur Asea Brown Boveri (ABB). Diese Fusion, durch die ABB zur weltweiten Nummer drei der Elektrotechnik wurde, galt damals als Meilenstein der Wirtschaftsgeschichte. Die wichtigsten Produkte des Konzerns waren Kraftwerke, insbesondere Gasturbinen-, Dampfturbinen- und GuD-Kraftwerke, Lokomotiven, Turbolader und elektrische Schaltanlagen.
[Bearbeiten] 1990er-Jahre
Der damalige CEO, Percy Barnevik kaufte in den nächsten Jahren in grossem Stil noch weitere Unternehmen zu. Im Februar 1996 wurde er an der Generalversammlung in den Verwaltungsrat gewählt und übte gleichzeitig noch bis Ende Jahr die Funktion des CEO von ABB aus. Eines der zugekauften Unternehmen, die amerikanische Combustion Engineering (CE), sah sich in den Neunzigerjahren in den USA mit riesigen Schadenersatzforderungen von Asbestopfern konfrontiert, was die ABB als rechtliche Nachfolgerin 2002 an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Der mit den Klägern ausgehandelte Vergleich wurde vom zuständigen US-Gericht am 1. April 2006 genehmigt.[7] Barnevik trat im November 2001 aus dem Verwaltungsrat aus und erhielt eine Abfindung in Höhe von 148 Millionen Schweizer Franken, welche noch heute als die größte Abfindung aller Zeiten gilt.
CEO des Konzerns nach Barnevik wurde Ende 1996 der Schwede Göran Lindahl, dessen Geschäftsführung mehrheitlich von Desinvestitionen geprägt war. Die Verkehrstechnik-Tochtergesellschaften wurden mit denjenigen von Daimler-Benz per 1. Januar 1996 im Joint-Venture ABB Daimler-Benz Transportation (Adtranz) zusammengeführt. Bereits im Geschäftsjahr 1998 wurde der Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen beschlossen und der 50%-Anteil per 30. September 1998 an Daimler-Benz verkauft.
Analog wurden die Tochtergesellschaften der Kraftwerkssparte (ABB Power Generation) per 30. Juni 1999 mit denjenigen von Alstom im Joint-Venture ABB Alstom Power zusammengeführt. Bereits im April 2000 wurde der Teilbereich Nuclear Systems an die British Nuclear Fuels (BNFL) veräussert, im Mai 2000 wurde dann die gesamte Geschäftssparte mit dem Verkauf des 50%-Anteils an Alstom aufgegeben. Dies wirkte sich jedoch auch auf die übrigen Bereiche des Konzerns negativ aus, von denen viele Zulieferer der Kraftwerksparte waren.
In dieser auf kurze Sicht ausgelegten Unternehmenspolitik bestärkt wurde Lindahl von Financiers wie Martin Ebner und Jacob Wallenberg, die – wie Lindahl selber auch – im März 1999 an der Generalversammlung in den Verwaltungsrat gewählt wurden.
Zur Vergrößerung der Automationssparte wurde im Januar 1999 für rund 2,2 Mrd. US-Dollar die Elsag Bailey Process Automation N.V. zugekauft und in den Konzern integriert, darunter auch das Traditionsunternehmen Hartmann & Braun. Mit der neu vorgegebenen Marschrichtung gab Lindahl Ende 2000 die Leitung des Unternehmens ab und trat zudem – ein Jahr vor Barnevik – aus dem Verwaltungsrat zurück.
[Bearbeiten] 2000er-Jahre
Im Jahr 2000 feierte die ABB, obwohl nur 12 Jahre in dieser Form existent, aufgrund der Historie der vormaligen BBC, ihr 100-jähriges Bestehen. In Deutschland wurde dies mit der beginnenden Kampagne «Tour Futur», einem auf Zukunft ausgerichteten Umgestaltungsprozess der ABB zusammengelegt. Neuer Deutschlandchef wurde der Schwede Bengt Pihl. Erklärtes Ziel des Managements war es, im Vergleich zu Siemens in allen konkurrierenden Geschäftszweigen die Nummer 1 zu werden. Konsequent wurden Geschäftsbereiche der «alten Technologie» wie Kraftwerks- und Kläranlagentechnik sowie das Turbinengeschäft reduziert.
Ab dem 1. Januar 2001 war der informatikorientierte Jörgen Centerman CEO, der den Umgestaltungsprozess der ABB konsequent fortsetzen wollte und dabei die Intention hatte, die ABB müsse sich vorrangig den neuen Informationstechnologien und Dienstleistungen widmen. Eine Massnahme diesbezüglich war die totale Integration der zuvor für CSC-Plönzke tätigen Informatiker und PC-Dienstleister. Diese wurden nach dem Vorbild der SBS zunächst in die interne Business Unit «KIS» (Kommunikations & Informations Systeme) überführt, nach dem allgemeinen Niedergang des IT-Marktes nach 2001 jedoch später erst wieder ausgegliedert und schliesslich vollständig verkauft.
Aufgrund der insgesamt verfehlten Strategie musste Centerman kurz darauf seinen Sessel räumen. Die Aktien verloren in dieser Zeit teilweise bis zu 70% ihres Wertes. Als Notmassnahme wurde der gesamte Konzern im Bereich Management umstrukturiert und die bisherigen Führungskräfte der einzelnen Geschäftsbereiche weitgehend entmachtet. Stattdessen wurden sieben sogenannte business area manager eingesetzt, die tageweise aus der Schweiz einflogen, um das lokale Management zu beraten und zu kontrollieren.
Vom 5. September 2002 bis zum 31. Dezember 2004 leitete Jürgen Dormann den Konzern als CEO und wurde am 1. Januar 2005 von Fred Kindle, bis dahin CEO der Sulzer AG, abgelöst. Dormann, der 1998 erstmals in den Verwaltungsrat gewählt wurde, war von 2002 bis zu seinem Rücktritt auf die Generalversammlung im Jahr 2007 hin auch Präsident desselben. An der GV neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde der Physiker Hubertus von Grünberg, der sogleich auch ins Amt des VR-Präsidenten gewählt wurde. Am 13. Februar 2008 legte Fred Kindle sein Amt als CEO ab und verlässt das Unternehmen. Als Grund werden „unüberbrückbare Differenzen über die Führung des Unternehmens“ angegeben. [3]
[Bearbeiten] Unternehmensdaten
Der Umsatz des Gesamtkonzerns belief sich im Geschäftsjahr 2007 auf 29,2 Mrd. US-Dollar (Vorjahr 24,4 Mrd.), der Konzerngewinn auf 3,8 Mrd. US-Dollar (Vorjahr 1,4 Mrd.).
Grösster Einzelaktionär der ABB ist mit rund 7,6% des Aktienkapitals und der Stimmrechte der schwedische Investor AB. Weitere 4,5% des Aktienkapitals und der Stimmrechte werden von Fidelity (FMR Corporation) gehalten. Das übrige Aktienkapital verteilt sich auf geschätzte 290'000 Aktionäre, von welchen keiner die Schwelle der Meldepflicht von 3% erreicht. (Stand 16. Januar 2008)
[Bearbeiten] Konzernstruktur
Der ABB-Konzern besteht aus weltweit über 330 konsolidierten Tochtergesellschaften.
In der Schweiz beschäftigt ABB rund 5'600 Mitarbeiter. Zu den wichtigen Schweizer Tochtergesellschaften zählen ABB Schweiz AG sowie ABB Asea Brown Boveri Ltd.
Mit einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro im 2006 und rund 11'400 Mitarbeitern zählt Deutschland zu den weltweit wichtigsten Standorten innerhalb des ABB-Konzerns. In Deutschland hat ABB u.a. folgende Tochtergesellschaften:
- ABB AG, Sitz in Mannheim
- ABB Automation GmbH
- ABB Automation Products GmbH
- ABB Grundbesitz GmbH
- ABB Stotz-Kontakt GmbH
- ABB Stotz-Kontakt / Striebel & John Vertriebsgesellschaft mbH
- Busch-Jaeger Elektro GmbH
- STRIEBEL & JOHN GmbH & Co. KG
- Pucaro Elektro-Isolierstoffe GmbH
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Kevin Barham, Claudia Heimer: ABB: the dancing giant – creating the globally connected corporation. Financial Times, London 1998, ISBN 0273628615
- Catrina Werner: ABB – Die verratene Vision. Orell Füssli, Zürich 2003, ISBN 3280060044
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der ABB
- Handelsregistereintrag der ABB Ltd
- Artikel Asea Brown Boveri im Historischen Lexikon der Schweiz
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Eintrag im Handelsregister des Kantons Zürich
- ↑ ABB Aktionärsmitteilung vom 28. März 1999 bezüglich Aktienumtausch und neuer Firmenname ABB Ltd.
- ↑ a b Pressemitteilung ABB, 13. Februar 2008
- ↑ ABB Ltd., Facts and Figures
- ↑ Isabbelle Liu, ABB. „ABB Robotics helps to improve productivity for Chinese auto customer“, ABB, September 29, 2006.
- ↑ „ABB starts robot production“, China Daily, September 29, 2006.
- ↑ NZZ Online (2. April 2006): Asbest-Vergleich mit ABB unter Dach
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