Michael Radulescu

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Michael Radulescu (2014)

Michael Radulescu (* 1943 in Bukarest) ist ein deutsch-österreichischer Komponist, Organist und Hochschullehrer deutsch-rumänischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Radulescu wurde als Sohn eines rumänischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er studierte bei Anton Heiller und Hans Swarowsky an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seit 1959 konzertiert er als Organist in Europa, Nordamerika, Australien und Japan. Von 1968 bis 2008 lehrte er als Professor an der Wiener Musikhochschule.

Als Komponist wurde er unter anderem von Paul Hindemith, Anton Webern, Arnold Schönberg, György Ligeti und Olivier Messiaen beeinflusst. Er ist als Herausgeber von alter Orgelmusik tätig und wirkt als Juror bei internationalen Wettbewerben. Als Organist spielte er unter anderem das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach ein.

2005 erhielt er das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien.[1] Im Oktober 2007 erhielt er den Würdigungspreis für Musik des österreichischen Ministeriums für Unterricht und Kunst für sein musikalisches Lebenswerk.[2]

Kompositionen[Bearbeiten]

Instrumentalmusik[Bearbeiten]

Orgel[Bearbeiten]

  • Fünf Stücke (1972)
  • Choralphantasie Da Jesus an dem Kreuze stund (1976)
  • Choralphantasie O Mensch, bewein dein Sünde groß (1978)
  • Sieben Choräle zur Passion (1981/1982)
  • Ricercari (1984)
  • Epiphaniai (1988)
  • Resurrexit (2001)
  • Madrigali (2010)

Solowerke für Streicher / Bläser[Bearbeiten]

  • Capricci für Altblockflöte (Querflöte) (1974)
  • Suonata für Viola solo (1985)
  • Threnodia für Violoncello solo (1984)

Kammermusik[Bearbeiten]

  • Sonate für Blockflöte (Querflöte) und Cembalo (1967–1971)
  • Melencolia Recercare für Blockflöte (Querflöte) und Schlagzeug (1982)
  • Trio I für Violine, Viola und Violoncello (1969)
  • Trio II für Violine, Viola und Violoncello (1971/1973)
  • Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott (1967)
  • Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncelli (1994/95)

Kammerensemble[Bearbeiten]

  • Epiphaniai. Musik für Orgel, vier Klarinetten, vier Posaunen, zwei Kontrabässe und Schlagzeug (2 Spieler) (1987/1988)

Orchesterwerke[Bearbeiten]

  • Variationen für großes Orchester (1973)

Vokalmusik[Bearbeiten]

Werke für Sologesang[Bearbeiten]

  • Mitten wir im Leben ... [Media Vita] für Alt solo; (UA 9. Mai 2004, Charleville-Mézières/F)
  • Sonetti Recitativo à 6, für sechs Solosänger a cappella (1985)
  • Ein geistliches Konzert für zehn Solostimmen und Schlagzeug (2 Spieler) (1979)
  • Vier alttestamentliche Gebete für Altstimme und Orgel (1979)
  • Ecce virgo. Geistliches Konzert, Fassung für Sopran und Orgel (1982/1994/2001)
  • De Poeta. (Das Wessobrunner Gebet) Fassung für Sopran und Orgel (1988/1991/1998)
  • Versi für Sopran und Orgel (1991/1998)
  • Veni. Musik für Sopran, Flöte und drei Schlagzeuggruppen (1996)
  • Soliloquia. Monologe für Singstimme und Orchester (2007)
  • Soliloquia. Monologe für Singstimme mit zwei hängenden Becken (2008)

Chormusik[Bearbeiten]

Chor a cappella
  • Deutsche Messe in F für gemischten Chor (1976)
  • Drei Motetten für Oberchor (1971)
  • Rex coeli, für gemischten Chor (1980/1981)
  • …De Lumine…, für 8-stimmigen gemischten Chor a Cappella (2013)
Chor mit Begleitung
  • De poeta (Das Wessobrunner Gebet) für vier Chöre und Röhrenglocken (3 Spieler) (1988)
  • Deutsche Zwölftonmesse für Doppelchor und Schlagzeug (1969)
  • Beati für Oberstimmen-Doppelchor, vier Flöten und zwei Harfen (1993)
  • Ebla’s Song of Praise für gemischten Chor und Orgel (1986)
  • Nomen Musik für drei gemischte Chöre, zwei Flöten und Tamtam (1997)
  • En Arche(i) – Vier Anrufungen, für Chor und Instrumente (Flöte, Klarinette, 2 Bassklarinetten, 3 Posaunen, 2 Kontrabässe, Schlagzeug) (2010)
Chor und Orchester
  • Ebla’s Song of Praise für gemischten Chor und Orchester (1994)
  • Leiden und Tod Unseres Herrn Und Heilands Jesus Christus. EINE PASSION, für Alt-Solo, Bass Solo, 2 gemischte Chöre, 4 Flöten, 4 Kontrabässe, 4 Posaunen, 4 Gamben, 2 Schlagzeuggruppen (2002–2003)

Schriften[Bearbeiten]

  • Bey einer andächtig Musiq. Schritte zur Interpretation von Johann Sebastian Bachs geistlicher Klangrede anhand seiner Passionen und der H-Moll-Messe. In: Erwin Ortner, Wolfgang Sauseng, Andreas Peterl (Hrsg.): Wiener Beiträge zu Orgel und Kirchenmusik. Band 2. Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Wien 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Archivmeldung der Wiener Rathauskorrespondenz vom 2. Juni 2005, abgerufen am 1. Juni 2012.
  2. Radulescu erhält 2007 den Würdigungspreis für Musik