Michelbach (Alzenau)
| Michelbach
Stadt Alzenau
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| Koordinaten: | 50° 6′ N, 9° 6′ O50.1037369.104747Koordinaten: 50° 6′ 13″ N, 9° 6′ 17″ O |
| Einwohner: | 2.961 (1. Mai 2009) |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1975 |
| Eingemeindet nach: | Alzenau |
| Postleitzahl: | 63755 |
| Vorwahl: | 06023 |
Michelbach ist einer der sechs Stadtteile der Stadt Alzenau im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Michelbach liegt im Kahlgrund und hat 2961 Einwohner.[1] Es ist der nördlichst gelegene Weinanbauort Bayerns. Hier werden vorwiegend Riesling und Müller-Thurgau angebaut.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Mittelalter
Michelbach gehörte zum Gericht Alzenau, das wiederum ein Teil des Freigerichts Alzenau war. Das Freigericht war zwar reichsunmittelbar, aber das Reich verpfändete oder vergab das Gebiet immer wieder. So wechselten die Landesherren, zu denen die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Randenburg und die Herren von Eppstein zählten.
[Bearbeiten] Neuzeit
Im Jahr 1500 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau-Münzenberg gemeinsamen mit dem Freigericht, das sie nun als Kondominat verwalteten. Da im Freigericht auch zur Zeit des Kondominats die kirchliche Jurisdiktion bei den Erzbischöfen von Mainz verblieb, konnte sich die Reformation – im Gegensatz zur Grafschaft Hanau-Münzenberg – hier nicht durchsetzen. Michelbach blieb römisch-katholisch.
Als Graf Johann Reinhard III. 1736 als letzter männlicher Vertreter des Hauses Hanau starb, war dessen Erbe hinsichtlich der Grafschaft Hanau-Münzenberg aufgrund eines Erbvertrages der Landgraf von Hessen-Kassel. Ob das Erbe sich auch auf den Hanauer Anteil an dem Kondominat erstreckte, war in den folgenden Jahren zwischen Kurmainz und Hessen-Kassel heftig umstritten. Der Streit endete in einem Kompromiss, dem „Partifikationsrezess“ von 1740, der eine Realteilung des Kondominats vorsah. Es dauerte allerdings bis 1748 bis der Vertrag umgesetzt war. Michelbach fiel dabei an Kurmainz.
Der Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 schlug das Amt Alzenau der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zu, die es aber nur 13 Jahre behielt. Im Jahr 1816 trat das Großherzogtum das Amt an das Königreich Bayern ab. Seitdem ist Michelbach bayrisch.
Am 1. Juli 1975 gab Michelbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern seine Selbständigkeit auf und wurde als fünfter Stadtteil der Stadt Alzenau angegliedert.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Das Michelbacher Schlösschen ist ein zweigeschossiges barockes Schloss, das aus einem Wasserschloss des 16. Jahrhunderts hervorging. Es befindet sich nahe der Kreuzungen der Staatsstraßen 2305/2444; von der alten Anlage ist lediglich ein Mauerkern erhalten. Der erste Schlossbesitzer war Rupertus de Willemin, ihm folgte ein Freiherr Ferdinand Kaspar Joseph von Wrede, welcher um 1700 das Wasserschloss in die heutige Form umbaute. Diesem folgte Marquis du Chastler, der das Schlösschen von seinem Vorgänger erwarb. Nach einem weiteren Besitzerwechsel kaufte es der Frankfurter Ratsherr David Domer im Jahre 1862. Von der Familie Domer/Hendschel erwarb es die Gemeinde Michelbach im Jahr 1930. Ab 1949 stand es der Kirchengemeinde zur Nutzung zur Verfügung. Es diente zwischenzeitlich bis 1980 auch als Altersheim. Seit September 2006 wurde es durch Generalsanierung und Umbau zum Museum der Stadt Alzenau einer neuen Bestimmung zugeführt und dient außerdem als Veranstaltungsort.
- Die Pfarrkirche St. Laurentius wurde im Jahr 1777 zum Teil auf den Mauerresten einer im Jahr 1588 errichteten Kapelle erbaut. Im Inneren befinden sich mehrere Epitaphe des Ortsadels. 2006/2007 wurde der Innenraum der Pfarrkirche renoviert, Renovierungsarbeiten wurden vor allem am neu gestalteten Altarraum vorgenommen. Am 1. April 2007 konnte die erste Messe in der renovierten Kirche gefeiert werden.
- Das Schloss Maisenhausen, gebaut in Michelbacher Randlage zum Ortsteil Albstadt, ist ein zur Villa umgebauter Gutshof (1753), welcher sich in Privatbesitz befindet und nicht öffentlich zugänglich ist.
- Kulturweg Am Sülzert - Vom Ringwall zum Landsitz
[Bearbeiten] Weinbau
Michelbach besitzt neben dem denkmalgeschützten Weinberg Apostelgarten weitere Weinberge, in denen seit Jahrhunderten an der Westseite des Hahnenkamms Weißweine angebaut werden. 2009 wurde eine trockene Riesling-Spätlese der Winzerfamilie Heilmann zum besten Riesling der Welt gekürt.
[Bearbeiten] Vereine und Verbände
Michelbach weist ein aktives Vereinsleben auf mit mehreren Gesangs- und Musikvereinen, einem Kleintierzuchtverein, einem Turnverein, einem Schützenverein, dem Fußball-Sportverein und der Freiwilligen Feuerwehr. Der Spielmanns- und Fanfarenzug des TV 1901 Michelbach e.V. wurde 1912 offiziell gegründet und ist somit der älteste Spielmannszug Bayerns. Er war Bayerischer Meister 1999 und 2009 des LSW Bayern, Deutscher Meister 2004, 2006 und 2010 des DBV, sowie zweimaliger Rheinland-Pfalz-Meister 2005 des LSW Rheinland-Pfalz.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Karl Kihn (* 28. Mai 1854 in Michelbach; † 9. Januar 1934 in Aschaffenburg), deutscher Arzt und Geschichts- und Heimatforscher
- Friedrich Huth (* 19. November 1892 in Michelbach; † 20. April 1980 in Alzenau-Michelbach), Reichs- und Landtagsabgeordneter; Mitglied der verfassungsgebenden Landesversammlung; Landrat
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Literatur
- Stadt Alzenau (Hrsg.); Alzenauer Stadtbuch. Beiträge zur Geschichte der Stadt Alzenau und ihrer Stadtteile. Alzenau 2001. ISBN 3-00-008608-0.
- Stadt Alzenau (Hrsg.): Alzenauer Beiträge zur Heimatgeschichte. Band 3, Museum der Stadt Alzenau im Schlösschen Michelbach. Alzenau 2006. ISSN 1610-4897.
- Manfred Frühwacht/Joachim Schulmerich: Wege zum Wein - auf Frankens Urgestein. Cocon-Verlag, Hanau 2011. ISBN 978-3-86314-208-7.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Einwohner Alzenau (Stand: 1. Mai 2009)