Riesling

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Riesling
Synonyme Weißer Riesling, Rheinriesling – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Riesling
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Herkunft oberes Rheintal
Abstammung

Zufallskreuzung aus
vermutlich Heunisch × Traminer-Klon

Liste von Rebsorten

Riesling ist eine weiße Rebsorte, die als eine der besten und wichtigsten Weißweintrauben gilt. Sie bringt die besten Ergebnisse in kühleren Gegenden und wird vor allem in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern angebaut.

Deutsche Riesling-Weine genießen ein hohes Ansehen auch auf den internationalen Märkten; viele deutsche Spitzenlagen sind ausschließlich mit Riesling bestockt. Vor allem in den nördlichen Anbaugebieten im Moseltal und Mittelrheintal wächst der Riesling fast ausschließlich an steilen Hängen.

Anbau und Charakter[Bearbeiten]

"Le Riesling jaune de la Moselle". Zeichnung aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Der Riesling stellt in nördlich gelegenen Anbaugebieten hohe Anforderungen an die Lage, da er sehr spät reift. Optimale Bedingungen bieten die wärmespeichernden steinigen Steillagen in südwestlicher bis südöstlicher Ausrichtung entlang der Flusstäler, wie sie etwa am Rhein, an der Ahr, an der Mosel, der Saar, der Ruwer, an der Nahe, an der Lahn, am Main in Franken oder in der Wachau gegeben sind. Die Weine der Schieferweinberge an Mosel, Saar und Ruwer gehören zurzeit unter Liebhabern aufgrund ihrer besonderen Mineralität zu den begehrtesten Rieslinggewächsen der Welt. Die trockenen Rieslingweine aus der Pfalz, aus Baden oder dem Elsass sind in der Regel wuchtiger und säureärmer. Falls das warme Klima der letzten Jahre anhält (Klimawandel), ist davon auszugehen, dass gerade deutsche Spitzenlagen, die heute mit Riesling bestockt sind, in einigen Jahrzehnten andere Rebsorten sehen werden. Möglicherweise wird sich der Rieslinganbau wieder, wie bereits in früheren Epochen, in Seitentäler verlagern. Der sogenannte „Jahrhundertjahrgang 2003“ hat deutlich gezeigt, dass derartiges Klima jedenfalls für den Riesling eher schädlich ist.

Die Farbe des Weins kann von blass-gelb mit Grünstich bis goldgelb reichen. Der Geschmack zeichnet sich in der Jugend durch vielfältige fruchtige Aromen, wie Grapefruit, Limone, Zitrone, Apfel, Pfirsich und Passionsfrucht, aus. Normalerweise sind die Weine leicht bis mittelschwer, und werden als frisch, stahlig, rassig und mineralisch beschrieben. Der Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen (→ Terroir). Aufgrund ihres relativ hohen Säuregehalts (→ Säure (Wein)) besitzen Rieslingweine eine sehr gute Lagerfähigkeit (5–10 Jahre). Die Fruchtaromen weichen im Laufe der Reifung mineralischen und Bodentönen. Altersgereifte Weine weisen zudem häufig eine „Petrolnote“ auf.

Der Riesling bringt auch hochwertige süße Weine hervor. Die besten Süßweine werden entweder als Eiswein geerntet, oder aber die Konzentration der Geschmacksstoffe erfolgt über die Edelfäule, die durch die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) hervorgerufen wird. In beiden Fällen stellt sich ein honigwürziges Aroma ein. Edelsüße Rieslingweine bester Erzeuger, besonders Trockenbeerenauslesen, erzielen auf Auktionen extrem hohe Preise und sind ausgesprochene Raritäten.

Riesling eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.

Die Aromen im Riesling[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aromen im Wein

Der von Natur aus hohe Anteil der Säure des Rieslings lässt leicht Parallelen mit dem Apfel finden. Dies umso mehr, als die Säure des Weins in erster Linie aus Weinsäure, Milchsäure und Äpfelsäure besteht. Der bei vielen Weißweinen durchgeführte Säureabbau durch die malolaktische Gärung wird beim Riesling oft als unerwünscht gesehen und unterbunden. Daher ist der Anteil der Äpfelsäure in Rieslingweinen ausgesprochen hoch. Mit zunehmender Alterung des Weins tritt das Apfelaroma zugunsten von Alterungsaromen zurück. Insbesondere nördliche Anbaulagen sowie karge Schieferböden prägen häufig die Apfelnote.

Seit einigen Jahren ist allerdings verstärkt ein Trend zur malolaktischen Gärung zu beobachten. Diese wird gezielt zur Steuerung des Weins eingesetzt.

Ebenfalls bei jungen Rieslingen, deren Mostgewichte kaum Spätlesequalität erreichen, ist ein Aroma von Zitrone oder Grapefruit wahrnehmbar. Schwere LössLehmböden, die aufgrund ihres natürlichen Feuchtigkeitsgehalts relativ kühl sind, werden häufig mit Zitrus-Aromen in Verbindung gebracht.

Gute Rieslingweine aus den kühlen Anbaugebieten Mosel, Mittelrhein und Nahe verfügen schon kurz nach der Gärung über schöne Pfirsicharomen. Wurde das Lesegut in vollreifem Zustand eingeholt (jahrgangs- oder lagenbedingt) tendieren die Weine eher zu einem vollen Aprikosenaroma. Insbesondere die trockenen Verwitterungsböden aus Buntsandstein erbringen sehr aromatische Rieslingweine, die oft an Aprikosen erinnern.

Abstammung und Geschichte[Bearbeiten]

Stilisierte Rieslingrebe auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost aus dem Jahr 1990

Die Abstammung des Rieslings stellt Ferdinand Regner von der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg in seinen Untersuchungen folgendermaßen dar: „Unsere genetischen Analysen lassen beim Riesling drei genetische Phänomene erkennen, die zur heutigen Rebsorte geführt haben. Der vermutlich letzte Schritt war die Einkreuzung der Rebsorte Heunisch und hat dem Riesling einiges an Beständigkeit, Vitalität und möglicherweise sein Säurepotential gebracht. Zuvor war es eine Rebe, die eine Kombination aus Traminer mit einer autochthonen Rebe vom Rhein darstellte. Die Traminereinkreuzung könnte spontan erfolgt sein und stellte wahrscheinlich eine qualitative Verbesserung dar. Den Traminer haben vermutlich die Römer an den Rhein gebracht. Die ursprüngliche Rebe bringt vor allem die Frosthärte und Kleinbeerigkeit mit. Diese Rebe war vermutlich schon von den Germanen in Besitz genommen und könnte auf Grund der Nähe des Rieslings zu den Wildreben aus diesen ausgelesen worden sein. Die örtliche Herkunft vom Rhein dürfte unbestritten sein.[1]

Schloss Johannisberg

Vom Rheintal aus verbreitete sich der Riesling am Ende des Mittelalters in die meisten deutschen Anbaugebiete. Der erste Nachweis von Riesling-Reben stammt aus den Rüsselsheimer Rechnungen des Kellers Klaus Kleinfisch an seinen Herrn Graf Johann IV von Katzenelnbogen im Jahr 1435. Es folgen Bingen (1463), die Mosel (1464/1465) und 1552 ein Eintrag im lateinischen Kreuterbuch des pfälzischen Botanikers Hieronymus Bock. Wegen seiner geringen Erträge und der späten Reife konnte er sich aber nur langsam durchsetzen.

Die Rüsselsheimer Rechnung vom 13. März 1435 ist Beleg der ersten Erwähnung von Riesling weltweit. Die vorletzte Zeile lautet: Item 22 ß umb seczreben rießlingen in die wingarten (Urkunde Marburg Staatsarchiv).

Weinanbau hat in Rüsselsheim eine lange Tradition. Die vor allem im Rheingau verbreitete und geschätzte Rebsorte Riesling macht hier von sich reden, denn die weltweit erste urkundliche Erwähnung des Rieslings stammt aus Rüsselsheim. Sie wird in einer Rüsselsheimer Rechnung eines am 13. März 1435 beginnenden Rechnungsjahres aufgeführt. Die früheste Erwähnung von Weingärten in der Rüsselsheimer Gemarkung ist in einer Rechnung aus dem Jahr 1401 von Zwingenberg und Auerbach enthalten - wie lange vor diesem Datum in Rüsselsheim schon Wein angebaut wurde, darüber lassen sich nur Spekulationen anstellen.

Nach langer Blüte des Weinbaus ging im 20. Jahrhundert die Anzahl der Weinberge in Rüsselsheim mehr und mehr zurück. Die letzte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1915. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges scheint der Weinanbau in Rüsselsheim eingestellt worden zu sein. Im Frühjahr 1980 wurde auf einem stadteigenem Grundstück ein 800 m² großer historischer Weinberg angelegt. Der Wingert ist lebendiges Denkmal und er erinnert neben der Ersterwähnung des Rieslings in Rüsselsheim auch an die rege Weinbautätigkeit der Gemeinde in den vergangenen Tagen. 1985 fand im Museumskeller der nahe gelegenen historischen Festung Rüsselsheim eine 550-Jahr-Feier zur Ersterwähnung der Riesling-Rebe mit festlicher Weinprobe statt, bei der wieder Rüsselsheimer Riesling ausgeschenkt wurde.

Bei der Neubestockung der Rheingauer Weinberge von Schloss Johannisberg im 18. Jahrhundert unter der Ägide der Fuldaer Erzbischöfe wurde fast ausschließlich auf den Riesling gesetzt. Im Jahre 1787 verfügte der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen, dass in seinem Herrschaftsbereich nur noch Riesling zu kultivieren sei. Das hatte schließlich auch zur Folge, dass die Mosel das größte zusammenhängende Rieslinganbaugebiet der Welt wurde.

Staatliche Anbauempfehlungen im 17. Jahrhundert, das Streben nach höherer Qualität und hohe Weinpreise führten ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einer starken Zunahme. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren deutsche Rieslingweine ebenso hoch (bzw. teils höher) eingeschätzt wie die großen Rotweine Frankreichs, und erzielten ähnliche Preise.

Im Orgelbau wird ein bestimmter nichtakustischer Registerzug auch als Riesling-Register bezeichnet.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißlich behaart mit leicht rötlichem Anflug. Die gelblichen, leicht bronzefarbenen Jungblätter sind schwach behaart.
  • Die mittelgroßen Blätter sind rundlich, meist fünflappig und nur wenig gebuchtet. Die Stielbucht ist geschlossen oder gar überlappt. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb. Die Struktur ist kreisförmig um den Stielansatz angeordnet.
  • Die zylinderförmige Traube ist klein und dichtbeerig. Der Traubenstiel ist kurz und vergleichsweise holzig. Die rundlichen Beeren sind klein und von gelb-grünlicher Farbe. Bei ausreichender Besonnung und Reife wechselt die Farbe auch ins gelb-braune und die Beeren sind dann schwarz gepunktet. Die Schale der Beere ist dick. Das Aroma der Beere ist fein und verfügt über ein leicht aromatisches Bukett.

Der Riesling treibt relativ spät aus (ca. 1 Woche nach dem Silvaner). Dadurch entgeht er eventuellen späten Frühjahrsfrösten. Der Blütezeitpunkt liegt ebenfalls spät. Den Riesling zeichnet eine ausgezeichnete Winterfrosthärte aus. In Jahren mit sehr guter Holzreife übersteht der Riesling Winterfröste von -20 °C bis -25 °C. Der Phytoplasmenbefall führt zu Vergilbungskrankheiten wie die Goldgelbe Vergilbung (franz.: Flavescence dorée) oder auch die Schwarzholzkrankheit. Darüber hinaus besteht eine Anfälligkeit gegen Stiellähme, der durch geeignete Kulturmaßnahmen entgegengewirkt werden kann.

Verbreitung[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Riesling ist in Deutschland mit 21.722 ha Anbaufläche (Stand: 31. Dezember 2006) [2] und einem Gesamtertrag von 1.615.000 hl (Stand: 2003) die am weitesten verbreitete Rebsorte. Sie nimmt über 20 % der Rebfläche ein und wird in allen deutschen Weinbaugebieten kultiviert. Die größten Riesling-Anteile haben die Weinbaugebiete Mosel (das Gebiet hieß bis 2006 Mosel-Saar-Ruwer) (5272 ha), Pfalz (5248 ha), Rheinhessen (3458 ha), Rheingau (2432 ha), Württemberg (2081 ha), Baden (1173 ha), Nahe (1087 ha), Mittelrhein (308 ha), Franken (293 ha), Hessische Bergstraße (211 ha), Sachsen (67 ha), Saale-Unstrut (50 ha) und Ahr (41 ha).

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, Seite 198 ff.[3]

Die meisten deutschen Spitzenlagen sind mit Riesling bestockt. Bekannte deutsche Riesling-Lagen sind

Die letzten großen Riesling-Jahrgänge waren 1999, 2001, 2002, 2003 (jedoch nur in den nördlichen Anbaugebieten sowie bei edelsüßen Weinen), 2005 und 2006 (an der Mittelmosel - Beerenauslese).

Österreich[Bearbeiten]

Rieslingtrauben aus der Wachau

In Österreich wird der Riesling in mehreren Anbaugebieten auf einer Fläche von nur 1.863 ha kultiviert [4] und ist damit schon seit Jahrzehnten stark unterrepräsentiert. In Abgrenzung zum populären Welschriesling heißt der Riesling häufig Rheinriesling oder Weißer Riesling.[5] Unter den Anbaugebieten ist die Wachau (fast 190 Hektar) das bekannteste. Die steilen Steinterrassen am Nordufer der Donau und im Spitzer Graben tragen durch ihre Fähigkeit, Wärme zu speichern, dazu bei, Spitzenweine mit ausgewogener Säure und fruchtigem Geschmack zu erzeugen. In der Wachau wurde vermutlich aus eher lokalpatriotischen Gründen vermutet, die Rebsorte stamme ursprünglich von dort. In der Gemeinde Weißenkirchen gab die urkundlich belegt sehr alte Ried Ritzling Anlass dazu.

Als weitere große Rieslinglagen konnten sich in den letzten Jahren das Kremstal (ca. 190 Hektar) bzw. das Kamptal (fast 300 Hektar) um Langenlois etablieren. Die Urgesteinslagen (z.B. am Zöbinger Heiligenstein, Kremser Gebling) erbringen differenzierte, mittelschwere und sehr sortentypische-fruchtige Weine, die sich klar von der Wachau unterscheiden. Im Jahr 2006 wurde mit dem Traisental auch ein erster DAC-Wein dieser Rebsorte geschaffen. Eine weitere kleine, aber hochwertige Fläche findet sich im Wiener Stadtgebiet am Nußberg bzw. am Bisamberg.

Frankreich[Bearbeiten]

Rieslinganbau im Elsass

In Frankreich ist der Riesling ausschließlich im Elsass zur Erzeugung von Qualitätsweinen zugelassen. Die Anbaufläche beträgt dort 3.480 ha (Quelle ONIVINS[6][7]). Für das Elsass charakteristisch sind trockene Weine mit verlockendem Duft und kräftigem Alkoholgehalt (häufig 12 % oder mehr). Im trockenen Elsässer Klima besteht nur sehr wenig Fäulnisgefahr, und es sind ausgedehnte Reifeperioden möglich, die dann zu Vendanges Tardives oder den noch süßeren Sélections de Grains Nobles führen können. Der Riesling ist ebenfalls Bestandteil der zugelassenen Rebsorten der Appellation Alsace Grand Cru.

Luxemburg[Bearbeiten]

In Luxemburg sind mit 159,1 ha (Stand 2008[8]) etwa zwölf Prozent der 1300 Hektar Gesamtfläche mit Riesling bestockt. Er erbringt trockene, dank Chaptalisation recht körperreiche Weine, die dem Elsässer Stil näher sind als dem der benachbarten Mosel.

Australien[Bearbeiten]

Die bestockte Rebfläche wird auf ca. 4432 Hektar geschätzt (Stand 2007).[9]

Der erste Riesling Australiens wurde vermutlich von William Macarthur 1838 in der Nähe von Penrith in New South Wales angepflanzt.[10] Bis 1992 blieb er die meistangebaute weiße Rebsorte des Landes. In Australien wird der Wein auch als Rhine Riesling bezeichnet. Bis vor wenigen Jahren wurden dort jedoch nahezu alle fruchtigen Weißweine Riesling genannt. So bezeichnete man mit Hunter River Riesling die Sémillon-Traube. Aufgrund des warmen Klimas leidet der Riesling in Australien unter Identitätsproblemen; bisher kann man noch nicht flächendeckend gute Qualitätsweine erhalten. Schwerpunkte des Anbaus sind das Clare Valley bei Watervale, Eden Valley und die Adelaide Hills, die allesamt in Südaustralien in der Nähe von Adelaide liegen.

Im warmen Klima Australiens bilden sich Beeren mit sehr dicken Schalen aus. Seit der Mitte der 1950er Jahre wird der Wein in temperaturgeregelten Stahltanks vergoren. Standard ist dabei eine kühle Gärung, ein Ausschluss einer Oxidation des Weins sowie eine frühe Flaschenabfüllung. Die Qualität der australischen Rieslingweine hat sich in den letzten Jahren merklich verbessert und der Einsatz eines Drehverschlusses ist dort kein Zeichen schlechter Qualität. Die früher erzeugten oxidativen aufgespriteten und sherryartigen Weine sind fast gänzlich vom Markt verschwunden.

Der noch junge Weinbau auf Tasmanien muss erst noch zeigen, über welches Potenzial er verfügt; das im Vergleich zu Australien kühlere Klima und die damit verbundene lange Reifeperiode versprechen jedoch eine gute Qualität. Bisher bekannte Weine sind meist blumig und leicht.

Neuseeland[Bearbeiten]

Neuseeland ist ein Weinerzeugerland mit kühlem Klima. Dies trifft insbesondere auf die Südinsel zu. Insbesondere das Anbaugebiet Marlborough sowie das Gebiet um die Stadt Nelson bringt Rieslinge mit exzellenter Säure und von großer Delikatesse hervor. Da die Geschichte qualitativ hochwertiger Rieslingweine in Neuseeland noch sehr kurz ist (sie begann Ende der 1980er Jahre), verspricht die Zukunft noch vieles. Im Jahr 2008 lag die bestockte Rebfläche bei noch steigender Tendenz bei 917 Hektar.[11] Im Jahr 2007 lag die Rebfläche noch bei 868 Hektar.[12]

Moldawien[Bearbeiten]

Moldawien gehört mittlerweile zu den zehn größten Weinproduzenten der Erde. Die bestockte Fläche an Riesling beträgt 2400 ha; Riesling wird sortenrein oder in Form von Schaumwein ausgebaut.

USA[Bearbeiten]

Riesling wird mehr und mehr in den USA angebaut. Winzer im Staat New York produzieren Rieslingweine in der Fingerlake-Region (Niagarafälle und Buffalo), und an der Westküste gibt es Anbaugebiete in Kalifornien und Oregon. Dabei werden sie von deutschen Riesling-Winzern unterstützt.

Neuzüchtungen[Bearbeiten]

Der Riesling wurde und wird oft für Neuzüchtungen verwendet. Bei folgenden Sorten hat er als Vater- oder Muttersorte Pate gestanden:[13]

Als Muttersorte diente Riesling bei der Kreuzung der Rebsorten Alb de Yaloven, Arnsburger, Augustriesling, Beutelriesling, Bouquetriesling, Dalkauer, Edelmuskat, Ehrenfelser, Feinriesling, Floricica, Frühriesling, Geisenheim 195, Geisenheim 643-10, Geisenheim 643-20, Geisenheim 649, Johanniter, Kocsis Zsuzsa, Manzoni Bianco, Marienriesling, Müller-Thurgau, Multaner, Muscat de la Republique, Naumburg 231-52, Oraniensteiner, Osiris, Osteiner, Quanyu B, Rabaner, Rieslina, Riesling Magaracha, Romeo, Weinsberg S186, Weinsberg S195

Als Vatersorte diente Riesling bei der Kreuzung der Rebsorten Aris, Arnsburger, Aurelius, Dalmasso 12-40, Dona Emilia, Dr. Deckerrebe, Elbriesling, Freiburg 3-29, Geilweilerhof F.S. 4-208-13, Geilweilerhof Koe-49-81, Geilweilerhof Koe-68-107, Geilweilerhof Koe-70-4, Geilweilerhof Koe-70-96, Geilweilerhof Sbl. 2-19-43, Geisenheim 154, Geisenheim 156, Kamchia, Kerner, Lafayette, Misket Varnenski, Negritienok, President Carnot, Rabaner, Rieslaner, Riesling Bulgarski, Ruling, Scheurebe, Thurling, Weinsberg S509, Weinsberg S516, Weinsberg S523, Weinsberg S2630, Witberger.

In komplexeren Züchtungen diente sie als Kreuzungspartner von Albalonga, Bacchus, Breidecker, Goldriesling, Grando, Königsast, Merzling, Perlriesling, Primera, Quanyu B, Rotberger, Ruling.

Synonyme[Bearbeiten]

Aufgrund der weiten Verbreitung des Rieslings ist die Liste der Synonyme ausgesprochen lang. Der Riesling ist auch unter folgenden Namen bekannt:

Beregi Riesling, Beyaz Riesling, Biela Grasevina, Dinca Grasiva Biela, Edelriesling, Edle Gewuerztraube, Feher Rajnai, Gentil Aromatique, Gentile Aromatique, Gewuerzriesling, Gewuerztraube, Graefenberger, Graschevina, Grasevina Rajnska, Grauer Riesling, Grobriesling, Hochheimer, Johannesberger, Johannisberg, Johannisberger, Karbacher Riesling, Kastellberger, Kis Rizling, Kleigelberger, Kleiner Riesling, Kleinriesler, Kleinriesling, Klingelberger, Krauses, Krausses Roessling, Lipka, Moselriesling, Niederlaender, Oberkircher, Oberlaender, Petit Rhin, Petit Riesling, Petracine, Pfaelzer, Pfefferl, Piros Rajnai Rizling, Pussilla, Raisin Du Rhin, Rajinski Rizling, Rajnai Rizling, Rajnski Ruzling, Rano, Reichsriesling, Reissler, Remo, Rendu, Reno, Renski Rizling, Rezlik, Rezlin, Rezlink, Rhein Riesling, Rheingauer, Rheinriesling, Rhiesling, Riesler, Riesling Bianco, Riesling Blanc, Riesling De Rhin, Riesling Echter Weisser, Riesling Edler, Riesling Gelb Mosel E43, Riesling Giallo, Riesling Grosso, Riesling Gruener Mosel, Riesling Mosel, Riesling Reinskii, Riesling Rhenan, Riesling Rhine, Rieslinger, Rislinenok, Rislinok, Rizling Linner, Rizling Rajinski, Rizling Rajnai, Rizling Rajnski, Rizling Reinskii, Rizling Rynsky, Roessling, Rohac, Rossling, Rosslinger, Ruessel, Ruessling, Russel, Ryn-Riesling, Ryzlink Rynsky, Starosvetske, Starovetski, Szuerke Rizling, Uva Pussila, Weisser Riesling, White Riesling

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dagmar Ehrlich: Das Rebsorten ABC. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München, 2005, ISBN 3-7742-6960-2.
  • Christina Fischer, Ingo Swoboda: Riesling; Hallwag (Gräfe & Unzer), München, 2005, ISBN 3-7742-6994-7.
  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  •  Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-x.
  • Michael Matheus: Vom "edelsten aller Traubengeschlechter". Anmerkungen zur Geschichte des Rieslings. In: Festschrift anläßlich des zehnjährigen Jubiläums des 'Riesling-Freundeskreises Trier', Trier 1989, S. 15–23.
  • Michael Matheus: Die Mosel - ältestes Rieslinganbaugebiet Deutschlands? In: Landeskundliche Vierteljahrsblätter 26, 1980, S. 161–173.
  •  Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon, 3. Ausgabe. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München, 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Riesling – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Riesling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. E-Mail zur Herkunft des Riesling von DI Dr. F. Regner vom 25. September 2006.
  2.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008. Mainz 2007.
  3. Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008(PDF; 519 kB).
  4.  Österreichische Weinmarketingserviceges.m.b.H. (ÖWM): Dokumentation Österreichischer Wein 2007, (PDF Datei). Wien 2008.
  5. Weinsorten abgerufen am 18. Februar 2011.
  6. LES CEPAGES BLANCS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu weißen Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008.
  7. LES CEPAGES BLANCS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 2, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008.
  8. Veröffentlichung des Statistikamts (PDF) Seite 144.
  9. https://www.awbc.com.au/winefacts/data/free.asp?subcatid=102 Statistik des Australian Government.
  10. Queensland Government Wine Development-Riesling.
  11. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2008 (PDF).
  12. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007 (PDF).
  13. Erika Maul: Vitis International Variety Catalogue. Institut für Rebzüchtung Geilweilerhof (IRZ), Siebeldingen, 2007, abgerufen am 29. August 2007.