Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

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Das Bild Menschen der Kirche an der Wand des LDS-Konferenzzentrums mit der Inschrift: Und dieses Evangelium soll jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk gepredigt werden.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) ist eine missionierende Religion und mobilisiert zur Zeit rund 53.000 Vollzeitmissionare weltweit.

Vorbereitung auf den Missionsdienst[Bearbeiten]

Junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren, die sich dadurch als würdig erweisen, dass sie die Vorschriften der Kirche befolgen, werden aufgefordert, eine zweijährige Vollzeitmission zu absolvieren. Als Vorbedingung müssen diese jungen Männer das Amt eines Ältesten im Melchisedekischen Priestertum innehaben. Junge Frauen können eine Mission erfüllen, wenn sie das 19. Lebensjahr vollendet haben und noch nicht verheiratet sind. Rentnerehepaare können gemeinsam eine Vollzeitmission absolvieren, die eine Dauer von 3 bis 36 Monate haben kann. Missionare, die sich freiwillig gemeldet haben und von ihrem Bischof und Pfahlpräsidenten empfohlen worden sind, erhalten vom Präsidenten der Kirche einen Brief, aus dem sie erfahren, in welches der weltweit über 330 Missionsgebiete sie berufen werden. Von ihrem Pfahlpräsidenten erhalten sie einen priesterlichen Segen, damit sie ihre Aufgabe gut erfüllen können. Bevor der Missionsdienst angetreten wird, erhalten die zukünftigen Missionare die Begabung in einem Tempel der Kirche, sofern dies nicht schon früher geschehen ist.

zwei Missionare der Kirche Jesu Christi

Missionskosten[Bearbeiten]

Missionare tragen üblicherweise die vollen Kosten ihrer Mission selbst, ohne dass die Kirche, für die sie in dieser Zeit ausschließlich tätig sind, sie finanziell unterstützt. Bei der Finanzierung können ihnen Familienmitglieder und Freunde helfen. In der Vergangenheit trug jeder Missionar seine tatsächlichen Lebenshaltungskosten alleine. Dies hatte jedoch zur Folge, dass Missionare in Ländern, in denen hohe Lebenshaltungskosten herrschen, finanziell stärker belastet wurden als andere. Deshalb wurde im Jahre 1990 ein sozialer Lastenausgleich eingeführt. So zahlt nun jeder Missionar statt der tatsächlichen Lebenshaltungskosten einen monatlichen Beitrag in der Höhe der durchschnittlichen Lebenshaltungskosten seines Ursprungslandes. In Mitteleuropa ist dieser zur Zeit (2008) auf 285 Euro festgelegt. Die tatsächlichen Lebenshaltungskosten werden von der Kirche bestritten.

Junge Mitglieder in der Kirche werden aufgefordert, möglichst früh mit dem Sparen für eine Mission zu beginnen. Missionare, die nicht in der Lage sind, die finanziellen Mittel selbst und mit Hilfe ihrer Familie und ihrer örtlichen Gemeinde aufzubringen, werden durch den allgemeinen Missionsfonds der Kirche unterstützt, für den Mitglieder auf der ganzen Welt spenden können. Rentnerehepaare, die eine gemeinsame Missionszeit antreten, müssen ihre Kosten immer selbst tragen.

Missionarsschule[Bearbeiten]

Nach der Missionsberufung verbringen alle Missionare zunächst einige Wochen in einer Missionarsschule (auch MTC von engl. Missionary Training Center). Die größte und zentrale Missionarsschule befindet sich in Provo, Utah, USA. Dort lernen sie bei Bedarf die Sprache des Missionsgebiets und werden in ihren Aufgaben und Pflichten unterwiesen. Weltweit gibt es derzeit 17 Missionarsschulen, diese befinden sich in folgenden Orten:

Kleidung und gepflegtes Auftreten[Bearbeiten]

Auf Mission gilt eine je nach Missionsgebiet festgelegte Kleidungsordnung, an die sich der Missionar streng zu halten hat. Alle Missionare tragen zudem ein Namenschild mit der Bezeichnung Elder (engl. Ältester) + Nachname bzw. Sister (engl. Schwester) + Nachname und darunter steht der Name der Kirche. Untereinander sprechen sich die Missionare nur mit dieser Bezeichnung an, um ständig die Bedeutung ihrer Berufung gegenwärtig zu haben.

Organisation und Regeln[Bearbeiten]

Die Grenzen der Missionsgebiete werden von der Kirchenführung festgelegt. Der Verantwortliche eines Missionsgebietes heißt Missionspräsident. Er legt die Verhaltensregeln für die Missionare in seinem Gebiet fest und koordiniert deren Arbeit.

Beziehungen und Familienstand[Bearbeiten]

Für alleinstehende Missionare ist es während ihrer Missionszeit verboten, sich privat zu verabreden, zu tanzen oder zu flirten. Während dieser Zeit ist vor allem zum anderen Geschlecht Distanz zu wahren. Zu brieflichem Kontakt mit daheim gebliebenen Freunden und vor allem mit der Familie wird jedoch ermuntert.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Dort, wo die Bevölkerung mehrheitlich der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehört, vor allem in Utah und den angrenzenden Staaten, kommt es häufig vor, dass junge Männer nur aufgrund eines gewissen gesellschaftlichen Druckes und wegen der Erwartungshaltung ihrer Eltern auf Mission gehen. Die Kirchenführung versucht, durch ein persönliches Gespräch mit dem zuständigen Bischof zu verhindern, dass Leute auf Mission gehen, die nicht wirklich dazu motiviert sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Mormonentum – Alles zum Thema Mormonentum

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien