Molkenkäse

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Brocciu, ein korsischer Molkenkäse

Molkenkäse wird nicht aus Milch, sondern aus der Molke hergestellt. Molkenkäse ist ein besonders fettarmer Käse.

Wesentlicher Unterschied von Labkäse oder Sauermilchkäse zu Molkenkäse ist, das der Molkenkäse kein Kasein enthält, sondern die Molkeneiweiße Albumin und Globulin. Deren Ausfällung (Gerinnung) erfolgt durch Hitze. Kasein gerinnt hingegen durch die Labenzyme Pepsin und Chymosin oder durch Sauerlegung.

Teilweise wird zwischen Molkeneiweißkäse und Molkenkäse unterschieden. Die meisten als Molkenkäse gehandelten Käsearten sind Molkeneiweißkäse, sie bestehen hauptsächlich aus dem Eiweiß der Molke, dem Albumin und enthalten nur sehr wenig Milchzucker. Eigentlicher Molkenkäse enthält auch noch den Milchzucker und wird durch das Eindicken der Molke gewonnen.[1]

Herstellungsverfahren[Bearbeiten]

Der Grundstoff ist Molke. Molke ist ein Nebenerzeugnis, welches bei der Herstellung von Käse aus Milch entsteht. Zur Gewinnung von Molkeneiweißkäse wird die Molke bis auf 95 °C erwärmt und oftmals wird ihr kurz vor Erreichen der Temperatur Säuremittel zugesetzt, wobei sich in der Folge die Molkeneiweiße Albumin und Globulin an der Oberfläche absetzen, wo sie abgeschöpft und weiterverarbeitet werden können. Die zurückbleibende Molke ist dann nicht mehr gelblich und trüb, sondern eher grünlich und durchsichtig klar.

Molkenkäse kann nach dem Abschöpfen noch feingeschlagen und gesalzen werden, womit er eine cremige Konsistenz erreicht.

Käsesorten[Bearbeiten]

Molkeneiweißkäse sind der:

Ein Molkenkäse ist der:

Eine Besonderheit der Molkenkäseherstellung findet man in der Schweiz und in Vorarlberg: Hier kann man manchmal auf Märkten die sogenannte Älplerschokolade finden. Diese wird so hergestellt, dass man die nach der Molkenkäseherstellung verbleibende Rest-Molke stundenlang bei hoher Hitze rührt und damit reduziert. Der leicht karamellisierte kleine Rest gilt als besondere, sehr teure und selten erhältliche Spezialität.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handbuch für Lebensmittelchemiker: Lebensmittel – Bedarfsgegenstände ..., herausgegeben von Wolfgang Frede, Springer-Verlag, 3. Auflage, Seite 540, ISBN 978-3-642-01684-4