Nanuk, der Eskimo

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Filmdaten
Deutscher Titel Nanuk, der Eskimo
Originaltitel Nanook of the North
Nanook of the north.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1922
Länge 78 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Robert J. Flaherty
Drehbuch Robert J. Flaherty
Produktion Robert J. Flaherty
Musik Rudolf Schramm
Kamera Robert J. Flaherty
Schnitt Robert J. Flaherty,
Charles Gelb

Nanuk, der Eskimo (Originaltitel: Nanook of the North) war der erste lange amerikanische Dokumentarfilm, der ein weites Publikum begeisterte, und wurde von Robert J. Flaherty im Jahr 1922 produziert. Der Film gilt als einer der bedeutendsten Dokumentarfilme der Stummfilmära und wird oft fälschlicherweise als der erste Dokumentarfilm in Spielfilmlänge bezeichnet. Tatsächlich stammen die ersten Dokumentarfilme mit einer Laufzeit von über 60 Minuten vom deutschen Bergfilmpionier Arnold Fanck (Das Wunder des Schneeschuhs, D 1919/20; Im Kampf mit dem Berge, D 1920/21).

Handlung[Bearbeiten]

Der Film begleitet über mehrere Wochen den Eskimo Nanuk und seine Familie, die aus den beiden Ehefrauen Nyla und Cunayou, dem jungen Sohn Allee und dem viermonatigen Baby Rainbow besteht. Dokumentiert wird das alltägliche Leben und die Arbeit, wie Robben- und Walrossjagd, Fischfang, Iglubau, Fellhandel, Pflege der Kinder und Betreuung der Schlittenhunde. Neben der Schönheit der Natur und der naiven Fröhlichkeit der Menschen wird auch die Härte des arktischen Lebens festgehalten. Die Familie gerät bei einem plötzlichen Schneesturm in Lebensgefahr, und sie wird von Hunger und Verzweiflung geplagt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nyla, die Frau Nanuks

Flaherty drehte die Dokumentation über das alltägliche Leben der Eskimo-Familie von Nanuk und Nyla nahe dem Ort Inukjuaq in der Arktis von Québec, Kanada. Flaherty hat in dieser Region als Prospektor gearbeitet und dabei auch Filmaufnahmen gemacht, die er ab 1916 in Toronto in Privatvorführungen zeigte. Beim Verschiffen entzündete sich das Material von 9000 Meter, als Flaherty versehentlich Zigarettenasche auf die schnell entzündlichen Filme fallen ließ.[1] Neuerliche Aufnahmen machte Flaherty − unterstützt von Revillon Freres − von August 1920 bis August 1921.

Der Protagonist Nanook trug den Namen Allakariallak. Er und seine Familie kamen bald nach der Fertigstellung des Films bei einem Schneesturm ums Leben.[1]

Die Aufnahmen des Films waren teilweise inszeniert: So jagte Nanook noch mit seinen traditionellen Waffen, Allakariallak besaß aber bereits ein Gewehr. Diese Sachverhalt stieß später auf Kritik bei den Anhängern des Cinéma vérité.

In den 1980er Jahren wurde der Film, der lange Zeit nur in einer 48 Minuten langen Version zu sehen war, restauriert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film ist im Jahr 1989 in das National Film Registry aufgenommen worden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • R. J. Christopher: Through Canada's Northland. The Arctic Photography of Robert J. Flaherty. In: J. C. H. King, H. Lidchi (Hrsg.): Imaging the Arctic. London 1998.
  • Richard Peña: Nanuk, der Eskimo. Nanook of the North (1922). In: Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Edition Olms, Zürich 2004, ISBN 3-283-00497-8, S. 44−45.
  • Paul Rotha: Robert J. Flaherty. A Biography. Jay Ruby (Hrsg.), University of Pennsylvania Press, Philadelphia 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Richard Peña: Nanuk, der Eskimo. Nanook of the North (1922). In: Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Edition Olms, Zürich 2004, S. 44−45.