Nationalpark Kahuzi-Biéga

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Nationalpark Kahuzi-Biéga

IUCN-Kategorie II − National Park

Östlicher Flachlandgorilla im Kahuzi-Biéga-Nationalpark

Östlicher Flachlandgorilla im Kahuzi-Biéga-Nationalpark

Lage Sud-Kivu, DR Kongo
Fläche 6000 km²
Geographische Lage 2° 30′ S, 28° 45′ O-2.528.75Koordinaten: 2° 30′ 0″ S, 28° 45′ 0″ O
Nationalpark Kahuzi-Biéga (Demokratische Republik Kongo)
Nationalpark Kahuzi-Biéga
Einrichtungsdatum 1970
Verwaltung  ?

Der Nationalpark Kahuzi-Biéga (franz. Parc national de Kahuzi-Biega), gegründet 1970 vom Belgier Adrien Deschryver, liegt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, 50 km westlich von Bukavu in der Region Sud-Kivu in der Nähe des Westufers des Kivusees und der Grenze zu Ruanda. Der Park ist seit 1980 UNESCO-Weltnaturerbe. Er ist nach zwei erloschenen Vulkanen benannt, dem Kahuzi (3308 m) und dem Biéga (2790 m). Der Kahuzi ist der höchste Punkt der Region Kivu. 90 Prozent des 6.000 km2 grossen Parks liegen im Tiefland.

Fauna[Bearbeiten]

Der von tropischem Regenwald bewachsene Park beherbergt eine der letzten Populationen der Östlichen Flachlandgorillas und war der Ort, wo Dian Fossey die Gorillas studierte, bevor sie nach Ruanda umsiedelte. Der östliche Flachlandgorilla stellt die größte Form des Gorillas dar. Durch Wilderei sind die Bestände, die einst 14.500 Tiere zählten, stark geschrumpft.

Insgesamt leben über 194 Säugetierarten im Gebiet. Dazu zählen Östlicher Schimpanse (P. t. schweinfurthii), zahlreiche weitere Affenarten, einige versprengte Gruppen von Waldelefanten, Flusspferde, Leoparden, Riesenwaldschweine, Bongos und sieben verschiedene Dukerarten. Der Park beherbergt zudem mindestens 224 Vogelarten.[1]

Konflikte und Entwicklungen[Bearbeiten]

Eingang des Kahuzi-Biéga-Parks.

Im Jahr 1997 setzte das Welterbekomitee den Park auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Schon vor den kriegerischen Auseinandersetzungen der 1990er Jahre in diesem Teil Afrikas war die Zahl der Berggorillas auf nur 600 Exemplare geschätzt worden. Eine Zählung im November 2004 ergab nur noch 168 Individuen, was gegenüber dem Jahr 2000 jedoch schon wieder eine kleine Erholung darstellte. Die tiefer liegenden Regionen des Parks werden von einer ruandischen Rebellengruppe als Operationsbasis genutzt. Sie wird für Wilderei, Abholzungen und illegalen Bergbau (Coltan) verantwortlich gemacht. Die Einstufung des Kahuzi-Biéga-Nationalparks als UNESCO-Welterbes in Afrika ist daher nicht gesichert (2013).

Kritisiert von Menschenrechtlern und auch von Greenpeace wurde eine verfehlte exklusive Naturschutzpolitik zu Zeiten der Parkgründung, welche durch die Vertreibung von 6000 Pygmäen, den traditionellen Jägern und Sammlern in den Bergen, erst zum verringerten Schutz des Naturreichtums im Gebiet beigetragen habe. Es seien im Jahr 2009 nur noch etwa 3000 Pygmäen am Leben, da viele von ihnen ohne Entschädigung an Unterernährung gestorben seien; die Konflikte mit den Bantu-Bauern hatten eine Lebensgrundlage als Ackerbauern verhindert, nur 12 Fährtenleser waren für den Tourismus im Park eingestellt worden. Die Gorillas wurden vor den Rebellen und Bürgerkriegsflüchtlingen nur von wenigen Parkschützern verteidigt. Inzwischen würden mit Unterstützung der GTZ jedoch etwa 450 der Pygmäen mit Projekten für Kunsthandwerk und Beihilfen zum Schulgeld erreicht.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1. United Nations Environment Programme: "Kahuzi-Biéga National Park, Democratic Republic of Congo". Wo (Lead Author); Mark McGinley (Topic Editor). In: Encyclopedia of Earth. Eds. Cutler J. Cleveland (Washington, D.C.: Environmental Information Coalition, National Council for Science and the Environment). First published in the Encyclopedia of Earth October 15, 2009; Last revised Date October 15, 2009; abgerufen am 8. Juni 2011.
  2. Alexander Bühler: Im Kongo mussten Pygmäen einem Nationalpark weichen. Für das Unrecht wurden sie nie entschädigt, 1/2009, In: Greenpeace-Magazin, abgerufen am 17. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationalpark Kahuzi-Biéga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien