Nexø

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum Schriftsteller siehe Martin Andersen Nexø

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Dänemark Nexø
Wappen von Nexø
Nexø (Dänemark)
Nexø
Nexø
Basisdaten
Staat: Dänemark
Verwaltungsbezirk: Hovedstaden
Kommune (seit 2003): Bornholms Regionskommune
Kommune/Amt:
(bis Ende 2002)
Neksø Kommune
Bornholms Amt
Herred:
(bis April 1970)
Bornholms Sønder Herred
Sogn: Nexø Sogn
Koordinaten: 55° 4′ N, 15° 8′ O55.059115.133666666667Koordinaten: 55° 4′ N, 15° 8′ O
Einwohner: (2014[1]) 3.686
Postleitzahl: 3730
Website: www.nexoe.dk
Karte um 1900
Karte um 1900

Nexø (auch Neksø) ist der zweitgrößte – im Osten der dänischen Ostseeinsel Bornholm gelegene – Ort mit 3686 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014[1]). Er gehört zur Kirchspielsgemeinde Nexø Sogn. Die Neksø Kommune, die eine Fläche von 104 Quadratkilometern bedeckt, hat seit dem 1. Januar 2003 ihre Selbständigkeit verloren.

Der Ort hat einen großen Fischereihafen mit Bornholms größter Fischerei-Flotte sowie einer Fährverbindung zur polnischen Stadt Kołobrzeg (deutsch Kolberg).[2] Nexø ist auch Standort der Glas- und Keramikschule Bornholm. Nach dem Ort ist der Nexö-Sandstein benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nexø war bereits im frühen Mittelalter Fischereisiedlung und ein Handelsplatz mit zunehmender Bedeutung. Mitte des 14. Jahrhunderts erhielt es die Stadtrechte. In dieser Zeit war es immer wieder Plünderungen durch Lübecker, Danziger und Schweden ausgesetzt. Mitte des 17. Jahrhunderts fiel die Hälfte der Bevölkerung der Pest zum Opfer. 1872 wurde Nexø durch den Jahrhundertsturm schwer beschädigt. Dabei verlor es den am Meer gelegenen Frederiks Stenbrud, einen 100 Jahre genutzten Steinbruch, der voll Wasser lief. Der dabei entstandene See befindet sich heute noch am Ortsausgang in Richtung Svaneke.[3]

Andersen Nexøs Hus

Der dänische Schriftsteller Martin Andersen Nexø lebte seit 1877 16 Jahre mit seiner Familie in Nexø, wo er als zweiten Namen, den Namen der Stadt annahm. Das Haus des Schriftstellers ist heute das Martin Andersen Nexø Museum.[4]

Ab 1900 wurde Nexø über eine 36,6 Kilometer lange Eisenbahnlinie mit der Hauptstadt Rønne verbunden. Durch die zunehmende Konkurrenz des Autoverkehrs wurde 1968 die Bahnstrecke wieder stillgelegt.

Die Inselorte Rønne und Nexø wurden noch in den letzten Kriegstagen, am 7. und 8. Mai 1945 durch russisches Bombardement großteils zerstört. Grund dafür war, dass der deutsche Kommandant von Kamptz Befehl hatte, sich nur den Westalliierten zu ergeben und daher nicht mit der Sowjetarmee verhandeln wollte. Bei dem Bombardement wurden ein Bornholmer und eine unbekannte Zahl von deutschen Soldaten sowie baltische Flüchtlinge getötet. Bornholm blieb bis zum März 1946 sowjetisch besetzt.

Einwohner[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Nexø:[1]

  • 1801: 1.274
  • 1850: 1.403
  • 1901: 2.523
  • 1930: 2.819
  • 1950: 3.280
  • 2007: 3.867 (maximale Bevölkerungszahl)
  • 2010: 3.732
  • 2013: 3.660

Sehenswürdigkeiten der Stadt[Bearbeiten]

Der Hafen von Nexø bildet das Zentrum der Stadt mit seiner Fischerei-Flotte, den Segel- und Motorjachten, Seenotrettungsschiffen, kleineren Frachtschiffen und historischen Seglern. In einem Trockendock befindet sich der 2007 begonnene Nachbau der "Svanen", eine Dreimastbark (Baujahr 1857), die als das schönste - auf Bornholm gebaute - Schiff galt.[5]

Die Nexø-Kirche in der Kirkestræde, im Stadtkern von Nexø, ist ein spätgotischer Bau und dem maritimen Heiligen St. Nicolai gewidmet. Der Turm und die Renaissance-Kapelle stammt von 1700, der Innenausbau wurde 1985 restauriert.[6][7]

Das Nexø Museum in einem alten Lagerhaus von 1796 - direkt am Hafen gelegen - zeigt die Geschichte von Nexø und Bornholm.

Das Martin Andersen Nexø Museum würdigt den berühmten, ehemaligen Bewohner der Stadt mit Informationen über das Leben und die Arbeiten des Schriftstellers.

Das Eisenbahnmuseum am Hafen von Nexø befindet sich seit 1994 in einem ehemaligen Bootsschuppen und zeigt die Geschichte der Bornholm Eisenbahn (De Bornholmske Jernbaner) in der Zeit von 1900 bis 1960 anhand historischer Eisenbahnwagen, Signalanlagen und diversen Schautafeln.[8]

Der Schmetterlingspark am Rand von Nexø besteht aus einem großen Tropenhaus, in dem der Besucher von tropischen Schmetterlingen und Faltern umflogen wird.[9][10]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF44: Folketal pr. 1. januar fordelt på byer (dänisch)
  2. [1], Fähre Kolberg–Nexø.
  3. Hans Klüche, Bornholm, Goldstadt-Reiseführer, 1993.
  4. [2], Martin Andersen Nexø Museum.
  5. [3], Dreimastbark Svanen.
  6. [4], Bornholmer Kirchen.
  7. [5], Geschichte und Abbildungen von der Nexø Kirche.
  8. [6], DBJ - Verband der Eisenbahn Bornholm.
  9. [7], Nexø - Hafenstadt im Osten Bornholms.
  10. [8], Schmetterlingspark Bornholm.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nexø – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Nexø – Reiseführer