Nightwatch – Nachtwache

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Filmdaten
Deutscher Titel Nightwatch – Nachtwache
Originaltitel Nattevagten
Produktionsland Dänemark
Originalsprache Dänisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Ole Bornedal
Drehbuch Ole Bornedal
Produktion Michael Obel
Musik Joachim Holbek
Kamera Dan Laustsen
Schnitt Camilla Skousen
Besetzung
Synchronisation

Nightwatch – Nachtwache (Originaltitel: Nattevagten) ist ein Thriller von Ole Bornedal. Der dänische Film war 1994 ein überraschender Erfolg.

Handlung[Bearbeiten]

Der Student Martin übernimmt von einem alten Mann den Job des Nachtwächters in der Pathologie eines Krankenhauses in Kopenhagen, um sein Studium zu finanzieren. Bei der nächtlichen Arbeit und regelmäßigen Rundgängen muss er seine Ängste überwinden. Von seinem Freund Jens lässt er sich zu Mutproben überreden, auch zu Oralsex in einem Restaurant mit der Prostituierten Joyce, die erzählt, dass ein Serienmörder in der Szene sein Unwesen treibt, der seine Opfer skalpiert. Als eines zu Martin in die Pathologie kommt, lernt er Inspektor Wörmer kennen, der dieses inspiziert. Als Martin diese Leiche später außerhalb der Leichenhalle auffindet, benachrichtigt er den diensthabenden Arzt. Als dieser erscheint, befindet sich die Leiche wieder am ursprünglichen Platz und der Student gerät in den Verdacht, psychotisch zu sein, später auch nekrophil, als eine Leiche auf den Bauch liegend entdeckt wird sowie Martins Sperma in einer Ecke, das von Sex mit seiner Freundin Kalinka dort aus einer vergangenen Nacht stammt. Kalinka, die von Joyce von Martins Kontakt zu ihr erfahren hat, will diese in ihrer Wohnung aufsuchen. Dort findet sie jedoch nur deren Leiche und flieht, als sie merkt, dass der Mörder noch immer in der Wohnung ist. Sie erkennt nicht, dass es sich dabei um Inspektor Wörmer handelt, der die Finger der toten Joyce in ihr Blut taucht und Martins Namen auf das Kopfkissen schreibt.

Martin findet heraus, dass Inspektor Wörmer derjenige Vorvorgänger in seinem Job war, der wegen Nekrophilie entlassen wurde. Dieser sucht ihn in der Pathologie auf und erklärt ihm seine Verhaftung. Kalinka will Martin warnen, doch sie trifft ihn an, als er, von Wörmer dazu provoziert, diesen mit einem Baseballschläger, den Martin zu seiner Sicherheit immer bei sich trug, zu Boden schlägt. Wörmer ruft: „Er ist wahnsinnig geworden“ und läuft aus der Leichenhalle, die verwirrte Kalinka hinterher, in einen anderen Raum. Wörmer schließt die Tür ab und überwältigt zuerst Kalinka, dann den in den Raum eindringenden Martin. Als Jens mit einem weiteren Polizisten in der Pathologie eintrifft, tötet Wörmer seinen Kollegen und kettet Jens mit Handschellen an eine Metallleitung. Jens schneidet einen Teil seiner Hand ab, um sich aus den Handschellen zu befreien, greift die Pistole des toten Polizisten und kann Wörmer niederschießen, bevor dieser mit Chirurgenwerkzeug seine Freunde bearbeiten kann. Am Ende gibt es eine Doppelhochzeit von Martin und Kalinka sowie von Jens und Lotte. Noch bevor der Pastor auftritt, scherzt Martin, ob sich Jens trauen würde, im entscheidenden Moment nein zu sagen. Tatsächlich verneint Jens die unrichtig gestellte Frage des Pastors, ob er Kalinka heiraten möchte. Der Film klingt in allgemeinem Gelächter und schneller Orgelmusik in der Kirche aus.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[1]
Martin Nikolaj Coster-Waldau Johannes Berenz
Kalinka Sofie Gråbøl Alexandra Wilcke
Jens Kim Bodnia Torsten Michaelis
Joyce Rikke Louise Andersson Katrin Zimmermann
Inspektor Wörmer Ulf Pilgaard Joachim Kerzel

Trivia[Bearbeiten]

Das Foto, auf das im Film angespielt wird, zeigt Lewis Powell, einen der Mitverschwörer des Lincoln-Attentäters John Wilkes Booth.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bodil 1995

Brussels International Fantastic Film Festival 1995

  • Pegasus für Ole Bornedal

Fantafestival 1995

  • Preis in der Kategorie Bester Film für Ole Bornedal
  • Preis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Rikke Louise Andersson

Fantasporto 1995

  • Nominierung für den International Fantasy Film Award in der Kategorie Bester Film für Ole Bornedal

Robert 1995

Kritik[Bearbeiten]

  • prisma-online: „Dem dänischen Regisseur Ole Bornedal gelang mit seinem Debütfilm ein packender, atmosphärisch dicht inszenierter Thriller mit vielen Horrorelementen. Der Zuschauer wird hier ständig auf falsche Fährten geführt. Außerdem besticht das Werk durch eine kräftige Prise schwarzen Humors. In seinem Herkunftsland avancierte ‚Nightwatch‘ zum erfolgreichsten Film des Jahres und verwies selbst Mega-Hits wie ‚Philadelphia‘ und ‚Schindlers Liste‘ auf die Plätze. 1998 inszenierte Bornedal mit ‚Freeze - Alptraum Nachtwache‘ ein deutlich schwächeres US-Remake seines eigenen Debüts.“[2]
  • Lexikon des Internationalen Films: „Stimmungsvoll und stilsicher inszenierter Horrorfilm mit einem alptraumhaften Showdown, der seine Spannung weniger aus vordergründigen Schockeffekten als aus der Entwicklung der Charaktere und ihrem Verhalten aufbaut. Für Freunde des Genres.“[3]
  • Cinema: „Raffiniert konstruiert, schwarzhumorig und mit erlesenen Gruseleffekten: Der Däne Ole Bornedal lieferte ein grandioses Regiedebüt, das in deutschen Kinos schnell als Geheimtip gehandelt wurde. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde der Schocker sogar mit Szenenapplaus bedacht. Die Sequenz, in der das Denkmal des dänischen Nationaldichters Hans Christian Andersen geschändet wird, fanden seine Landsleute allerdings nicht sehr lustig […] Fazit: Heute nacht sind Alpträume garantiert!“[4]

Neuverfilmung[Bearbeiten]

Im Jahr 1997 wurde der Film mit Ewan McGregor in der Hauptrolle neu verfilmt. Der Film, der in Deutschland unter dem Titel Freeze – Alptraum Nachtwache in den Kinos lief, kam bei den Kritikern nicht gut an und spielte an den Kinokassen weniger ein als das Original.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nightwatch – Nachtwache in der Deutschen Synchronkartei
  2. Nightwatch – Nachtwache. prisma-online
  3. Nightwatch – Nachtwache im Lexikon des Internationalen Films
  4. Filmkritik Cinema.de