Niko von Glasow

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Niko von Glasow, 2009

Niko von Glasow (* 1960 in Köln als Niko Brücher) ist ein deutscher Filmproduzent, Autor und Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen sowie der Inhaber der Produktionsfirma Palladio Film.

Leben[Bearbeiten]

Niko von Glasow ist der Sohn von Ernst Brücher und Majella Neven DuMont, den Gründern des DuMont Buchverlages.[1] Seine Tante väterlicherseits ist Hildegard Hamm-Brücher.

Von Glasows Filmausbildung begann bei Rainer Werner Fassbinder als Produktionsassistent. Er wirkte bei Fassbinders Produktionen Lola und Theater der Welt mit. Er arbeitete für zahlreiche Regisseure, u. a. für Georg Stefan Troller, Hellmuth Costard, Alexander Kluge, Peter Zadek and Jean-Jacques Annaud. Von Glasow war tätig für Filmverleiher, Filmstudios und das Filmfest Hamburg.

Von Glasow studierte Schauspielführung bei John Costopoulos und Regie bei Jack Garfein an der New York University. An der Filmhochschule Łódź drehte er 1991 seinen ersten Kurzfilm Hochzeitsgäste. Dieser erhielt mehrere Preise: den Grand Prix Lino Ventura, den Preis der deutschen Filmkritik, den Dresdner Filmpreis und den Jugendfilmpreis der Stadt Oberhausen. Für den von ihm produzierten Film Maries Lied (1994) mit Sylvie Testud, Bastian Trost, Veronica Quilligan und Jean-François Perrier schrieb er das Drehbuch und führte Regie. Von 2001 bis 2004 dauerte die Inszenierung und Produktion seines Films Edelweißpiraten mit Iwan Stebunow, Bela B., Jan Decleir, Jochen Nickel und Anna Thalbach. Alle Filme wurden mit verschiedenen Preisen geehrt.

Am 7. November 2007 strahlte der WDR in der Reihe Menschen hautnah seinen autobiographischen Dokumentarfilm Schau mich an aus, in dem von Glasow sein Leben als Contergangeschädigter aufarbeitet.[2]

Contergan ist auch Thema seines Dokumentarfilmes (und Buches) NoBody’s Perfect: „Auf der Suche nach zwölf durch Contergan geschädigte Menschen, die bereit sind, sich nackt fotografieren zu lassen, entdeckt er faszinierende Persönlichkeiten, die in so anspruchsvollen Berufsfeldern wie Politik, Medien, Sport, Astrophysik oder Schauspiel arbeiten und gelernt haben, mit ihrer Behinderung eine beeindruckende ‚Normalität‘ zu leben.“[3] Ausgangspunkt des Projektes war ein Kalender mit Aktaufnahmen Contergangeschädigter. Für diesen Film erhielt Niko von Glasow 2009 den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm.

Von Glasow lebt in London und Köln. Er ist Mitglied der BAFTA und der Europäischen Filmakademie. Als Dozent für Drehbuch ist er u. a. an der UCLA in Los Angeles, in Bangkok, Tibet, und am Wederzijds-Theater in Amsterdam tätig.

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

  • 1990: Hochzeitsgäste (Kurzfilm; Produktion, Buch und Regie)
  • 1994: Maries Lied (Produktion, Buch und Regie)
  • 1997: Winterschläfer (Ko-Produzent)
  • 2004: Edelweißpiraten (Produktion, Buch und Regie)
  • 2007: Menschen hautnah – Schau mich an! (Dokumentation; Produktion, Buch und Regie)
  • 2008: NoBody’s Perfect (Dokumentation; Produktion, Buch und Regie)
  • 2012: Lazy Lama (Dokumentarfilm)
  • 2012: Alles wird gut (Dokumentation; Produktion, Buch und Regie)
  • 2013: Mein Weg nach Olympia (Dokumentarfilm; Buch, Regie, Ko-Produzent)

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

  • 1998: Deutscher Filmpreis, Filmband in Silber: Bester Film für Winterschläfer [4]
  • 2005: Best Picture – Chamizal Independent Film Festival (USA) für Edelweißpiraten[5]
  • 2006: Hauptpreis der Jury – Cine-Jeune de L´Aisne (F) für Edelweißpiraten[6]
  • 2008: Preis der Jury – The Other Film Festival (AU) für Schau mich an!
  • 2009: Deutscher Filmpreis, Bester Dokumentarfilm für NoBody's Perfect[7]
  • 2012: if award für NoBody's Perfect[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niko von Glasow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview (Version vom 25. Juni 2009 im Internet Archive): „Mein Vater ist jüdischer Abstammung und überlebte die Konzentrationslager.“
  2. WDR: Schau mich an (Version vom 23. Mai 2009 im Internet Archive), Artikel über den Dokumentarfilm
  3. NoBody’s Perfect – aus der Info zum Film, abgerufen am 7. September 2012
  4. Website Deutscher Filmpreis
  5. Deutsche Filmakademie
  6. Deutsche Filmakademie
  7. Deutscher Filmpreis: Beste Doku ist "NoBody's Perfect"
  8. if award