Skandinavistik

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Die Skandinavistik (skandinavische Philologie, auch Nordistik oder Nordische Philologie) ist die Wissenschaft, die sich mit den skandinavischen Sprachen, den skandinavischen Literaturen und der skandinavischen Kultur insgesamt beschäftigt.

Das Fach wie auch das Fachstudium sind in ältere und neuere Skandinavistik unterteilt. Die Ältere Skandinavistik umfasst die norröne, d. h. altnordische Literatur und Sprache bis etwa 1500, vor allem aus Island. Die Neuere Skandinavistik umfasst die neueren Literaturen seit der Reformation und die modernen skandinavischen Sprachen.

Die Skandinavistik war fachgeschichtlich gesehen zunächst ein Teilbereich der Germanistik, ist aber heute eine eigenständige Disziplin. Als Begründer der deutschen Skandinavistik gelten Friedrich David Gräter (1768–1830) aus Schwäbisch Hall, Gottlieb Mohnike (1781–1841) aus Grimmen bei Stralsund sowie die Brüder Grimm. Mohnike übersetzte und vermittelte zahlreiche ältere und neuere skandinavische Texte, u. a. Werke von Esaias Tegnér und die altisländische Heimskringla. Gräter veröffentlichte ebenso wie Jacob und Wilhelm Grimm sprachliche und literarische Arbeiten zur altnordischen Literatur und Sprache, insbes. zur Edda, die in der Romantik das Interesse an Skandinavien weckte.

Teilweise überschneidet sich die Skandinavistik mit der Frisistik, der Baltistik und vor allem der Fennistik. So haben viele finnische, bzw. finnländische Schriftsteller ihre Werke auf Schwedisch geschrieben.

In den Nordischen Ländern wird der Begriff Nordistik benutzt, weil Skandinavien im engeren Sinne nur Dänemark, Norwegen und Schweden bezeichnet.

Seit 2003 vertritt in Deutschland ein Fachverband im Fach aktive Wissenschaftler und Studenten. Nordischen Länder

Vifanord ist eine virtuelle Fachbibliothek für Nordeuropa und Ostseeraum

Alle zwei Jahre finden Arbeitstagungen der deutschen Skandinavistik (ATDS) statt. Die Tagungsorte wechseln.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Fachgebiete der deutschsprachigen Skandinavistik- und Nordistikinstitute

  • Die Nordische Philologie der Universität Basel widmet sich wie nur die wenigsten anderen Nordistik-Institute den Färöern.
  • Das Nordeuropa-Institut] an der Humboldt-Universität zählt zu den größten skandinavistischen Instituten Deutschlands.
  • Das Skandinavistische Seminar der Universität Göttingen konzentriert sich besonders auf die Sprachenvermittlung.
  • Der Lehrstuhl Sprachen Nordeuropas und des Baltikums] vermittelt de Kombination aus skandinavischen, ostseefinnischen und baltischen Sprachen in einem integriertem Forschungs- und Lehrprogramm
  • Die Nordische Abteilung (ehemals Nordisches Institut) des Instituts für Fremdsprachliche Philologien der Universität Greifswald ist das älteste skandinavistische Institut (seit 1918) in Deutschland und bietet ergänzend Nordische Geschichte und Fennistik an. Seit 1992 sind seine Mitarbeiter/-innen maßgeblich an der Organisation Veranstaltungsreihe "Nordischer Klang" beteiligt.
  • Das Nordische Institut Kiel legt nicht nur durch das Runenkundeprojekt einen besonderen Runenschwerpunkt, sondern ist auch das größte nordische Institut in Deutschland.
  • Die Skandinavistik/Fennistik der Universität Köln legt als einer der größten deutschen Skandinavistiken einen besonderen Schwerpunkt auf die Vernetzung von Skandinavistik und Fennistik.
  • Das Institut für Nordische Philologie in München bietet eine große Auswahl unterschiedlichster nordistischer Themen.
  • Der Schwerpunkt der Skandinavistik/Nordischen Philologie an der Universität Münster liegt bei der norwegischen Sprachwissenschaft und der modernen Literaturwissenschaft.
  • Die Abteilung für Skandinavistik an der Universität Tübingen setzt einen besonderen Schwerpunkt auf moderne Literatur und Kultur.
  • Die Universität Wien bietet Studien in Skandinavistik bzw. Nordistik an.
  • Die Universität Zürich bietet Nordische Philologie an, außerdem die Universität Basel Nordistik.

Weitere Skandinavistik-Institute bestehen an der Universität Bonn, der Universität Erlangen, der Universität Frankfurt am Main und der Universität Freiburg.

Die Institute in Basel, Freiburg, Strasbourg und Tübingen arbeiten in einem Kompetenznetzwerk zusammen.

[Bearbeiten] Vorkenntnisse für Skandinavistikstudien

Vorkenntnisse einer skandinavischen Sprache sind gewünscht, werden jedoch nicht gefordert. In den ersten Semestern müssen jedoch an den meisten Instituten Kenntnisse im Altnordischen erworben werden. Das Studium der Skandinavistik erfordert an einigen Instituten das mittlere Latinum.

Im Studium muss meistens eine Hauptsprache und eine Nebensprache gewählt werden. Hierbei können die skandinavischen Sprachen frei miteinander kombiniert werden. Im Bachelor-Studium an der HU Berlin tritt neben eine skandinavische Sprache zudem Finnisch.

[Bearbeiten] Berufsaussichten

Die Berufsaussichten von Skandinavisten entsprechen jenen in vielen anderen Geisteswissenschaften: Es kommt auf das Engagement des Einzelnen an. Prinzipiell gibt es gerade heute einen großen Bedarf an Mittlern zwischen Skandinavien und dem deutschsprachigen Raum, schließlich ist Skandinavien eine der erfolgreichsten Wirtschaftsregionen Europas. Entsprechende Stellen werden jedoch selten offen ausgeschrieben, sondern zumeist über informelle Netzwerke vergeben.

In Greifswald werden zudem Lehrkräfte für Schwedisch, in Kiel und Flensburg Lehrkräfte für Dänisch ausgebildet.

[Bearbeiten] Fachzeitschriften

Im Bereich der deutschsprachigen Skandinavistik sind folgende Fachzeitschriften zu nennen:

  • European Journal of Scandinavian Studies (EJSS) (seit 2010 (übergreifendes Heft 2008/2009/2010), seitdem 2 Hefte jährlich; Fortsetzung der Zeitschrift skandinavistik
  • skandinavistik – Zeitschrift für Sprache, Literatur und Kultur der nordischen Länder des Nordischen Instituts in Kiel, begründet 1970, mit Jahrgang 2007 Erscheinen eingestellt [1]
  • Tijdschrift voor Skandinavistiek des Skandinavischen Institut in Amsterdam; teilweise mit deutschsprachigen Beiträgen [2]
  • NORDEUROPAforum, Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur der nordischen Länder des vom Nordeuropa-Instituts in Berlin
  • Norrøna – Zeitschrift für Kultur, Geschichte und Politik der nordischen Länder [3]

[Bearbeiten] Einzelnachweises

  1. Website der Uni Kiel zur Zeitschrift
  2. Website der Tijdschrift voor Skandinavistiek
  3. Website von Norrøna

[Bearbeiten] Weblinks

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