Westfälische Wilhelms-Universität

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Westfälische Wilhelms-Universität, Münster
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Motto wissen.leben
Gründung 16. April 1780 (–1818)
1902 Wiedergründung
Trägerschaft MIWF NRW (staatlich)
Ort Münster
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Rektorin Ursula Nelles
Studenten 40.800[1] (WS 2012/13)
Mitarbeiter 6.650[1] (WS 2012/13; ohne Hilfskräfte, Lehrbeauftragte und Klinikum)
davon Professoren 549[1] (WS 2012/13)
Jahresetat 558 Mio. Euro[1] (2012)
Website www.uni-muenster.de
Sitz der WWU im Schlossgebäude
Kaiser Wilhelm II., Namensgeber der Universität Münster

Die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster – auch kurz WWU (Münster) oder Uni(versität) Münster genannt – ist mit rund 40.800 Studierenden (Stand: WS 2012/13) und rund 250 Studiengängen in 15 Fachbereichen eine der größten deutschen Universitäten. Ihr Namensgeber war Kaiser Wilhelm II. Die Hochschulleitung und -verwaltung befinden sich im Gebäude des ehemaligen fürstbischöflichen Schlosses.

Überblick[Bearbeiten]

Die Westfälische Wilhelms-Universität ist die fünftgrößte Universität Deutschlands.[2] Rund 7.300 Abschlüsse werden hier pro Jahr erworben (Stand 2010).

Die WWU ist keine Campus-Universität. Ihre 217 Gebäude[3] verteilen sich über das Stadtgebiet von Münster, davon etliche im Bereich zwischen Schlossplatz, wo hauptsächlich die Fachbereiche Biologie und Germanistik zu finden sind, und Domplatz, wo sich unter anderem das Haupthörsaalgebäude, die Universitätsbibliothek, das Juridicum (Fachbereiche Jura und Wirtschaftswissenschaften) sowie die Fachbereiche Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Geschichte/Philosophie, Theologie und Philologie befinden. Das Universitätsklinikum Münster, die Fachbereiche Psychologie und Sportwissenschaft, Mathematik und Informatik, Chemie und Pharmazie, Physik sowie Teile der Geowissenschaften befinden sich westlich des Schlosses in der Nähe des Coesfelder Kreuzes. Weitere Institute sind auf dem Leonardo-Campus, der ehemaligen zwischen 1888 und 1901 erbauten Von-Einem Kavalleriekaserne untergebracht, die sich die Universität mit der Fachhochschule und der Kunstakademie teilt, sowie am Hüfferstift und in der Nähe des Aasees.

Die Westfälische Wilhelms-Universität ist sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Wissenschaft tätig. Das Programm der Universität umfasst ein Exzellenzcluster, elf Sonderforschungsbereiche, neun DFG-Graduiertenkollegs,[2] vier DFG-Schwerpunktprogramme, sechs Graduate Schools, sieben Nachwuchsgruppen und 17 Forschungszentren (Stand 2009).

Die Universität hat Partnerschaftsabkommen mit rund 400 in- und ausländischen Universitäten sowie Doppeldiplom- und Doppelbachelor-Abkommen (u.a. in Philologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften) mit ausländischen Universitäten abgeschlossen. Rund 3.135 ausländische Studenten vor allem aus Osteuropa und Asien stellen etwa acht Prozentder Studierenden an der Universität. Pro Semester studieren gut 2.000 münstersche Studenten im Ausland.

Im Rahmen des Projekts „Junioruni“ können begabte Schüler der 11. und 12. Klasse an Vorlesungen und Kursen der Universität teilnehmen.[4]

Zehn Mal im Jahr veranstaltet die Hochschule mit der „Kinder-Uni Münster“ jeweils 45-minütige Vorlesungen für acht- bis zwölfjährige Schüler.[5][6]

Das Geologisch-Paläontologische Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität

Die Universität betreibt vier öffentliche Museen – das Archäologische, das Geologisch-Paläontologische, das Mineralogische und das Bibelmuseum – sowie einen Botanischen Garten.

Strategische Ausrichtung[Bearbeiten]

Laut ihrem Leitbild strebt die WWU ein starkes Forschungsprofil, hochwertige und vielfältige Studienprogramme, Nachwuchsförderung und die Gleichstellung von Frauen und Männern an.[7]

Geschichte[Bearbeiten]

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Alte Universität bis 1818[Bearbeiten]

Der Vorläufer der heutigen Universität wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. 1612 empfahl der damalige Regens, der Jesuit Matthäus Tympius, in seiner Schrift „Erheblich und wichtige Ursachen warumb in der wollöblichen Statt Münster… eine hochberühmbte Universitet oder Academiam zu fundieren und zu stiften seyn sollen“ die Gründung einer Universität in der Bischofsstadt.

Die Stadt erhielt 1631 von Papst Urban VIII. und Kaiser Ferdinand II. die Gründungsprivilegien für eine Universität. Die Landesstände sagten die Summe von 20.000 Talern zu, doch dieser Versuch scheiterte in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Ein erneuter Versuch betrieben durch Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster, scheiterte 1670 an finanziellen Nöten.

Statue des Franz von Fürstenberg vor dem Fürstenberghaus der Universität am Domplatz

In den 1770er Jahren gelang es Franz Freiherr von Fürstenberg, dem ständigen Vertreter des Kölner Erzbischofs und Bischofs von Münster, Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, die Gründung voranzutreiben. Als Kapital nutzte er den Erlös aus den Auflösungen zweier Klöster in Münster, dem Kloster Liebfrauen-Überwasser und dem Jesuitenkolleg Münster, das von der Aufhebung des Jesuitenordens betroffen war. Nach der Verleihung der Privilegien für eine Landesuniversität durch Papst Clemens XIV. am 28. Mai, beziehungsweise durch Kaiser Joseph II. am 8. Oktober 1773 erfolgte am 16. April 1780 schließlich die feierliche Eröffnung. Ziel der gegründeten Einrichtung sollte die universitäre Ausbildung begabter Einheimischer in den Fakultäten Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaft und Medizin sein, um diese anschließend an die Kölner Universität zu berufen. Erster Kanzler der Universität wurde Franz von Fürstenberg. Das Amt des ersten Rektors bekleidete Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels.

Nachdem Münster 1803 im Zuge der napoleonischen Neuordnung Preußen zugeschlagen worden war, sollte die Universität nach Plänen des Freiherrn vom Stein zu einer der damals modernsten deutschen Universitäten ausgebaut werden. Dies wurde nicht verwirklicht. Vielmehr wurde die Universität Münster nach der Entscheidung der preußischen Regierung vom 18. Oktober 1818 zugunsten der neuen Universität in Bonn aufgehoben. Übrig blieb eine akademische Lehranstalt zur Ausbildung von Geistlichen und Gymnasiallehrern für die Diözese Münster, der 1821 eine Chirurgische Schule zur Seite gestellt wurde. 1843 wurde die Akademische Lehranstalt in Königliche Theologische und Philosophische Akademie umbenannt. Die chirurgische Schule wurde 1849 durch die preußische Regierung geschlossen, da Ärzte von diesem Zeitpunkt an ein Universitätsstudium absolvieren sollten.

Es folgten jahrzehntelange Verhandlungen mit der preußischen Regierung in Berlin. Erster Teilerfolg war die Anerkennung des philologischen Studiums an der Akademie als Vollstudium im Jahr 1858. Hauptstreitpunkt bei der Frage der Wiedererrichtung einer Universität war, dass die damalige katholische Akademie keine evangelischen Studenten aufnehmen wollte. Ab 1875 erhielten auch Protestanten Zugang.

Neugründung 1902[Bearbeiten]

Auf Betreiben von Otto Fürst zu Salm-Horstmar beschloss das preußische Parlament am 11. März 1902 die Neugründung einer juristischen Fakultät in Münster. Dem Beschluss entsprechend erhob Kaiser Wilhelm II. am 1. Juli 1902 die Akademie wieder in den Rang einer Universität. Gelehrt wurde in den Fakultäten Theologie, Philosophie sowie Rechts- und Staatswissenschaft. 1907 erhielt die Universität schließlich durch Kaiser Wilhelm II. ihren heutigen Namen. Ein Jahr später war es auch Frauen gestattet, dort ein Studium aufzunehmen. Im gleichen Jahr wurde der münstersche AStA gegründet. 1914 entstanden die Evangelisch-Theologische Fakultät sowie 1925 die Medizinische Fakultät und das Institut für Leibesübungen.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde 1933 die Selbstverwaltung der Universität eingeschränkt. 26 Angehörige des Lehrkörpers (11,9 %) wurden gekündigt. Vier von ihnen wurden später Opfer des Nationalsozialismus.[8] Jüdische Studenten wurden nicht mehr neu immatrikuliert, einige der noch eingeschriebenen konnten bis 1938 ihr Studium fortsetzen.

Zehn der damals 3.662 in Münster immatrikulierten Studierenden wegen „nichtarischer Abstammung“ aus der Universität ausgeschlossen. Drei Studierende wurden aus politischen Gründen exmatrikuliert. Im Jahr 2000 beschloss der Senat der Universität, diese unrechtmäßigen Vorgänge in einer „Erklärung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu Maßnahmen der Universität während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ bekanntzugeben und für ungültig zu erklären.[9]

Infolge von Kriegszerstörungen wurde der Lehrbetrieb im Wintersemester 1944/45 eingestellt, die Wiedereröffnung erfolgte am 3. November 1945. Nach dem Wiederaufbau des zu großen Teilen zerstörten Schlosses wurde dieses 1954 als Hauptgebäude der Universität eingeweiht.

1948 wurde die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät aus der Philosophischen Fakultät abgetrennt und die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät in die Rechtswissenschaftliche Fakultät und die Wirtschafts- und Staatswissenschaftliche Fakultät gegliedert. 1970 wurde eine neue Struktur mit 19 Fachbereichen eingeführt. Im Jahr 1968 wurde der erste geisteswissenschaftliche Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Fachbereich Geschichte eingerichtet. Im Jahr 1980 wurde die Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe, Abteilung Münster, der Universität angegliedert.

Im Jahr 1983 wurde das neue Universitätsklinikum Münster eröffnet, nachdem die Kapazität der alten Klinikgebäude nicht mehr ausreichte.

Im August 1986 verübte die Untergrundorganisation Rote Zora einen Brandanschlag auf das Institut für Humangenetik an der Westfälischen Wilhelms-Universität, dessen erster Direktor von 1951 bis 1965 der NS-Mediziner Otmar Freiherr von Verschuer gewesen war,[10] und veröffentlichte entwendete Dokumente des Instituts.

1999 wurden die Fachbereiche der Universität in die heutige Anordnung gebracht, der 2004 durch Eingliederung der Münsteraner Abteilung der Musikhochschule Detmold der 15. Fachbereich Musikhochschule angefügt wurde.

Im Sommersemester 2001 nahmen die ersten Schüler in der „Junioruni“ an Vorlesungen und Prüfungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität teil. Hierfür werden Schüler der 11. und 12. Klasse von ihren Schulen nach jeweils eigenen Auswahlkriterien vorgeschlagen und vom Unterricht freigestellt. Teilnahmebescheinigungen und Abschlussprüfungen können im späteren Studium an der WWU anerkannt werden.[4]

Im Jahr 2002 erhielt die Westfälische Wilhelms-Universität eine neue Universitätsverfassung.[11] Sie wurde Ende 2007 noch einmal in größerem Rahmen modifiziert – notwendig geworden durch das Hochschulfreiheitsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Vorgesehen ist nun das neue Gremium des Hochschulrates.[12]

2004 fand zum ersten Mal der Elternalarm statt, bei der Eltern an Führungen und Vorlesungen teilnehmen können.[13]

Nach Einführung von Studiengebühren für Langzeitstudierende sank die Anzahl der Studierenden zum Sommersemester 2004 um etwa 4.000. Aus Protest gegen eine Einführung von generellen Studiengebühren besetzten Studierende im Mai 2006 das Rektorat der Universität im münsterschen Schloss. Als am 17. Januar 2007 das Thema Studiengebühren erneut im Senat behandelt werden sollte, stürmten einige Studenten das Schloss, so dass der Senat mit nur 11 anwesenden von 23 Senatoren nicht beschlussfähig war. Knapp 1000 Studenten protestierten friedlich vor dem Schloss. Beim zweiten Versuch am 20. Januar fand die Senatssitzung auf einem extra durch Polizeischutz gesicherten Gelände des Technischen Hilfswerks statt. Dabei wurde beschlossen, vorerst keine Studiengebühren einzuführen und die Fragestellung zunächst von einer extra eingesetzten Kommission erörtern zu lassen. Bei der abschließenden Senatssitzung zum Thema am 14. März 2007 stimmte der Senat mit zwölf zu elf Stimmen trotz erneuter Demonstrationen für die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 275 Euro pro Semester ab dem Wintersemester 2007/2008. Diese Regelung galt zunächst für zwei Jahre, danach sollte eine Zwischenbilanz gezogen werden. Die Westfälische Wilhelms-Universität war damit – abgesehen von der FernUniversität in Hagen, bei der von jeher das Unterrichtsmaterial kostet – die letzte Universität in Nordrhein-Westfalen, die die Einführung von Studiengebühren beschloss.

Mit Bettina Böhm als Nachfolgerin von Klaus Anderbrügge übernahm im Jahr 2004 erstmals eine Frau in der Geschichte der Universität das Kanzleramt an der Spitze der Verwaltung. Nachfolger wurde am 1. Februar 2008 Stefan Schwartze vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch.

Im Jahr 2007 wurde das Hochschulfreiheitsgesetz eingeführt. Seitdem wird die Universität als Körperschaft des öffentlichen Rechts geführt. Außerdem hat die Kommission zur Aufarbeitung der Geschichte der Universität Münster im 20. Jahrhundert am 12. Juli 2007 ihre Arbeit aufgenommen.[14] Ziel ist eine systematische und lang dauernde Aufarbeitung der Vergangenheit der Universität Münster.[15] Im gleichen Jahr erhielt die Westfälische Wilhelms-Universität ihr heutiges Logo und führte ein Corporate Design ein.

Im Jahr 2008 wurde der Hochschulrat ernannt, der im Hochschulfreiheitsgesetz vorgesehen ist. Erster Vorsitzender war Reinhard Kurth, ehemaliger Präsident des Robert-Koch-Institutes in Berlin.

Siegel der Universität[Bearbeiten]

Siegel der Universität

Das Siegel der Westfälischen Wilhelms-Universität zeigt Maria mit Krone, Zepter und Reichsapfel sowie Jesus Christus auf ihrem Arm, mit der Umschrift "SIGILUM UNIVERSITATIS MON[ASTERIEN]SIS". Es ist seit 1780 das offizielle Siegel der Universität. Davor war es im Besitz des Klosters Liebfrauen-Überwasser. Dieses Kloster wurde 1765 auf Antrag des münsterschen Domkapitels und der Ritterschaft der Stadt Münster aufgehoben, um mit dem Erlös daraus die Gründung der Universität finanzieren zu können.

Während der meisten Zeit des 19. und des ganzen 20. Jahrhunderts war die Universität eine staatliche Behörde und führte daher zunächst das Siegel des preußischen Staates, nach der Gleichschaltung in den 1930er Jahren das Siegel des nationalsozialistischen Staates und anschließend das kleine Siegel des Landes Nordrhein-Westfalen. Durch Erlass des Hochschulfreiheitsgesetzes erhielten die Universitäten in NRW, mit der Umwandlung in öffentlich-rechtliche Körperschaften, ab dem 1. Januar 2007 das Recht, eigene Wappen und Siegel zu führen. Hiervon machte die Westfälische Wilhelms-Universität mit Art. 1 Abs. 3 ihrer Verfassung vom 21. Dezember 2007[16] Gebrauch. Zuvor war der Einsatz des Universitätssiegels dem Rektorat vorbehalten.[17] Das Siegel wird heute in grafisch überarbeiteter Form insbesondere auf Urkunden und anderen offiziellen Dokumenten benutzt. Vereinzelt wird es auf Studentenausweisen und Studienbescheinigungen verwendet.

Die Fachbereiche führen teilweise ihre überlieferten alten (Fakultäts-) Siegel[18], teilweise das Siegel der Universität[19].

Daneben gibt es das Logo der Universität mit dem Schloss als Hauptgebäude in stilisierter Form. Im Jahr 2007 wurde ein neues Logo eingeführt, das das Schloss in abstrahierterer Form darstellt. Ungeachtet einer vergleichsweise breiten Kritik sowohl am neuen Logo als auch daran, wie dessen Einführung kommuniziert wurde, wird es inzwischen als offizielles Logo der WWU verwendet.[20]

Organisation[Bearbeiten]

Gremien und Funktionen[Bearbeiten]

Grundsätzliche Entscheidungen in Forschung und Lehre sowie Entscheidungen, die die Universität in ihrer Gesamtheit betreffen, werden in Münster vom Hochschulrat und vom Rektorat der Universität getroffen. Der Senat ist zuständig für Verfassungsänderungen sowie für die Änderung von Rahmenordnungen der Universität und bestätigt die Wahl des Rektors der Universität sowie der Prorektoren durch den Hochschulrat. Dieser wurde durch das Hochschulfreiheitsgesetz im Jahr 2006 eingeführt, berät das Rektorat und übt die Aufsicht über dessen Geschäftsführung aus. Ihm gehören drei interne und fünf externe Mitglieder an, darunter der Nobelpreisträger Johannes Georg Bednorz und Thomas Middelhoff, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Arcandor AG. Im Senat sitzen sowohl Professoren als auch wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Studierende, wobei letztere statt zwei nur für ein Jahr dem Senat angehören.

Rektorin ist seit dem 1. Oktober 2006 die Juristin Ursula Nelles. Sie vertritt die Universität nach außen. Der Kanzler, seit März 2012 Matthias Schwarte, leitet die Verwaltung, ist Dienstherr aller nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiter und verantwortlich für den Haushalt.

Die Studierenden werden vertreten vom Studierendenparlament und vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA).

Finanzen[Bearbeiten]

Der Etat der Universität (ohne das Universitätsklinikum) belief sich im Jahr 2012 auf circa 558 Millionen Euro. Der Etat des Universitätsklinikum beträgt knapp 700 Millionen Euro. An Drittmitteln wurden 2007 über 81 Millionen Euro eingeworben, eine Steigerung um 13 Millionen gegenüber dem Jahr 2005. Bei den Drittmitteln wurde zwischen 1999 und 2003 ein Anstieg von mehr als einem Drittel erzielt. Neben diesen Mitteln sind Stiftungen eingerichtet, die die Universität ebenfalls finanzieren. Die meisten von ihnen werden vom „Förderkreis Universität Münster“ verwaltet.

Anfang 2012 wurde ein Verlust in Höhe von acht Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2012 prognostiziert.[21] Mitte des Jahres 2012 wurden diese Prognosen auf ein Defizit von zehn Millionen Euro korrigiert.[21] Beim Jahresabschluss 2012 stand überraschend ein Gewinn von 6,94 Millionen Euro zu Buche.[21][22] Grund hierfür war, dass die Universität lediglich drei von neun Millionen Euro des Hochschulpakts I an das Land zurückzahlen musste.[21][22] Eine weitere Million ließ sich durch die Einrichtung eines Mahnwesens erwirtschaften.[21][22]

Der Semesterbeitrag an der Westfälischen Wilhelms-Universität beträgt 213,69 Euro (Stand: Sommersemester 2013).[23] Darin ist der Beitrag für das Semesterticket enthalten. Zum Wintersemester 2007/2008 wurde die Einführung von Studiengebühren beschlossen. Der Studienbeitrag betrug 275 Euro und wurde letztmals zum Sommersemester 2011 erhoben.[24]

Fakultäten und Fachbereiche[Bearbeiten]

Der Fachbereich Mathematik und Informatik
Innenhof des Juridicums
Eingang der Musikhochschule

Die Universität Münster ist 15 Fachbereiche gegliedert (Stand Wintersemester 2011/12):[25]

  • Fachbereich 1: Evangelisch-Theologische Fakultät an der Universitätsstraße mit 894 Studierenden[25]
  • Fachbereich 2: Katholisch-Theologische Fakultät an der Johannisstraße mit 1381 Studierenden[25]
  • Fachbereich 3: Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universitätsstraße im Juridicum und der „Alten UB“ sowie ein Institut auf dem Leonardo-Campus, etwa 4614 Studierende[25]
  • Fachbereich 4: Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universitätsstraße im Juridicum, am Stadtgraben und teilweise auf dem Leonardo-Campus, 4492 Studierende[25]
  • Fachbereich 5: Medizinische Fakultät an der Domagkstraße mit 2936 Studierenden[25]
  • Fachbereich 6: Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften an der Georgskommende und der Scharnhorststraße mit 3869 Studierenden[25]
  • Fachbereich 7: Psychologie und Sportwissenschaft an der Fliednerstraße und am Horstmarer Landweg mit 1742 Studierenden[25]
  • Fachbereich 8: Geschichte/Philosophie am Domplatz mit 3549 Studierenden[25]
  • Fachbereich 9: Philologie an der Schlaunstraße mit 5178 Studierenden[25]
  • Fachbereich 10: Mathematik und Informatik an der Einsteinstraße mit 2436 Studierenden[25]
  • Fachbereich 11: Physik an der Wilhelm-Klemm-Straße mit 1339 Studierenden[25]
  • Fachbereich 12: Chemie und Pharmazie an der Hittorfstraße mit 2.802 Studierenden[25]
  • Fachbereich 13: Biologie am Schlossplatz mit 1636 Studierenden[25]
  • Fachbereich 14: Geowissenschaften an der Heisenbergstraße mit 1623 Studierenden[25]
  • Fachbereich 15: Musikhochschule an der Schorlemer Straße mit 245 Studierenden[25]
  • Fachbereich 16: Elektrotechnik
  • Fachbereich 17: Maschinenbautechnik
  • Fachbereich 18: Bautechnik.

292 Studierende sind in Studiengängen eingeschrieben, die keinem Fachbereich angehören.[25]

Bibliotheken[Bearbeiten]

Die zentrale Bibliothek der Universität ist die Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB), die neben ihrer Rolle als Universitätsbibliothek auch die Regionalbibliothek des Landesteils Westfalen ist. Die ULB, die neben den Studenten auch den Münsteranern zu Verfügung steht, hält circa sechs Millionen Bände wissenschaftlicher Literatur bereit, darunter circa 20.000 laufende Zeitschriften, von denen viele elektronisch verfügbar sind. Das Bibliothekennetz der Westfälischen Wilhelms-Universität enthält neben den Zweigstellen der ULB für die Themen Medizin, Sozialwissenschaften, Chemie und Physik noch circa 155 Fachbibliotheken an den Fachbereichen und Fakultäten und eine Bibliothek im Haus der Niederlande. Das Portal Digibib der ULB ermöglicht die moderne Suche in den Beständen und Suche in Digitalen Bibliotheken und Volltextarchiven.

Externe Gebäude[Bearbeiten]

Die Westfälische Wilhelms-Universität besitzt Gebäude außerhalb von Münster, die als Tagungsstätten vorwiegend für Seminare oder Forschungkolloquien genutzt werden. Das „Landhaus Rothenberge“ bei Wettringen wird von der Erich-Kummer-Stiftung unterhalten. Die „Zafernahütte“ im Kleinwalsertal in Österreich wird seit 50 Jahren genutzt. Fast ebenso lange im Besitz der Universität ist die Wattstation Carolinensiel, die überwiegend von Biologen genutzt wird.

Informationsverarbeitung[Bearbeiten]

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Das Rechenzentrum der Universität wurde 1964 gegründet. Im Jahr 1996 wurde es umorganisiert und wird seitdem als Zentrum für Informationsverarbeitung (ZIV) bezeichnet. In den Fachbereichen wurden zehn dezentrale EDV-Versorgungseinheiten (interne Bezeichnung IVVen) eingerichtet.

Die Aufgaben des ZIV umfassen Planung, Installation, Betrieb und Wartung der universitären EDV- und Kommunikationstechnik einschließlich zentralen Hochleistungsrechnern sowie die betriebsfachliche Aufsicht aller Datenverarbeitungsanlagen der Universität.

Das Rechenzentrum betreibt zudem das Kommunikationsnetz und die Telekommunikationssysteme für das Universitätsklinikum Münster sowie das „Wissenschaftsnetz Münster“ für die Vernetzung mit der Fachhochschule Münster, der Kunstakademie Münster und dem Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin.

Es kooperiert mit dem Deutschen Forschungsnetz (DFN), dem Arbeitskreis der Leiter wissenschaftlicher Rechenzentren in NRW (ARNW), den Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung (ZKI), der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) und dem Ressourcenverbund NRW (RV-NRW).

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Die an der Westfälischen Wilhelms-Universität inzwischen stark durch Drittmittel finanzierte Forschung wird unter anderem über acht Sonderforschungsbereiche und vier Schwerpunktprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft realisiert. Nachwuchsförderung erfolgt unter anderem durch fünf deutsche und fünf internationale Graduiertenkollegs, sieben Graduate Schools, eine NRW-Forschungsschule, 17 Forschungszentren und sieben Sonderforschungsbereiche für Nachwuchsgruppen.

Daneben sind Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität noch an Sonderforschungsbereichen, Schwerpunktprogrammen und Graduiertenkollegs anderer Forschungseinrichtungen beteiligt. Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis wird durch 14 An-Institute und mehrere Zentren gefördert.

Deutsche Forschungsgemeinschaft[Bearbeiten]

Bei den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG finanzierten Sonderforschungsbereichen wird unter anderem die Extrazelluläre Matrix erforscht, in der Mathematik geht es um Gruppen, Geometrie und Aktionen. In der Medizin und den Naturwissenschaften wird an Molekularer Zelldynamik, Molekularer Bildgebung, Multilevel Molecular Assemblies – Structure, Dynamics and Functions und Furcht, Angst und Angsterkrankungen geforscht. Die Historiker sind federführend beim Sonderforschungsbereich Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme. Beteiligt sind unter anderem auch Germanisten, Kunsthistoriker und Juristen.

Als Schwerpunktprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden Globale Differentialgeometrie (Mathematik), Host-Parasite Coevolution Wissenschaft und Öffentlichkeit: das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz (Psychologie) und The first 10 Million Years of the Solar System – a Planetary Materials Approach (Mineralogie) gefördert.

In den Nachwuchsgruppen werden die Wissenschaftler unmittelbar nach der Promotion mit dem Ziel betreut, die Voraussetzungen für eine Lehrtätigkeit an einer Hochschule zu erlangen. In der Politikwissenschaft geht es um Europäische Zivilgesellschaft und Multilevel Governance. In der Psychologie gibt es eine zu Kodierung und Verarbeitung visueller Bewegungsinformation. Die Mathematik-Nachwuchsgruppe beschäftigt sich mit Alexandrov geometry and its applications. Die Historiker beschäftigen sich mit Familienwerten im gesellschaftlichen Wandel und Norm und Narration in antiken Gesellschaften. Gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik wird die Gruppe Theory and ab-initio simulation of plasma turbulence betrieben.

Naturwissenschaften[Bearbeiten]

Hauptgebäude des Fachbereichs Physik
Das „Centrum für Nanotechnologie“ (CeNTech) am Gievenbecker Weg

Am Fachbereich Chemie der Universität Münster existiert das erste deutsch-japanische Graduiertenkolleg mit dem Thema Complex Functional Systems in Chemistry: Design, Development and Applications. Das deutsch-niederländischen Graduiertenkolleg zu dem Thema Erzeugung von supramolekularen Hohlräumen – Containermoleküle, Makrozyklen und verwandte Verbindungen wird durch die Fachbereiche Physik und Chemie unterstützt, während das der Biologie und Medizin Molekulare Grundlagen dynamischer zellulärer Prozesse erforscht. Weitere Kollegs gibt es im traditionell sehr forschungsstarken Bereich der Mathematik mit interdisziplinärer Verbindung zur Physik zum Thema Analytische Topologie und Metageometrie. In der Mathematik sind zwei Max-Planck-Preisträger und fünf Träger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises tätig.

Am Graduiertenkolleg Molekulare Interaktionen von Pathogenen mit biotischen und abiotischen Oberflächen sind die Fachbereiche Biologie, Chemie und Medizin beteiligt. Die Physik hingegen ist zusammen mit europäischen Spitzenhochschulen Teil des europäischen Graduiertenkollegs FANTOM (International Research School for Fundamental and Applied Nuclear and aTOMic physics). Außerdem hat sie zusammen mit der Chemie eine Beteiligung an CeNTech. Zusammen mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin werden internationale Master- und Promotionsstudiengänge angeboten.

Das Institut für Geoinformatik führt gemeinsam mit der Universität Bremen und der University at Buffalo das internationale Graduiertenkolleg „Semantische Integration raumbezogener Information“ durch.

Das Institut für Planetologie ist an Weltraummissionen der ESA und des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Dabei wird es mit mehreren Millionen Euro zur Erforschung des Planeten Merkur im Rahmen von Bepi Colombo und MERTIS gefördert. Ihm obliegt auch die Projektleitung.

Die im Jahre 2001 an der WWU gegründete International Graduate School of Chemistry (NRW Graduate School) ermöglicht ein Promotionsstudium mit PhD-Abschluss innerhalb von drei Jahren.

Geistes- und Gesellschaftswissenschaften[Bearbeiten]

Im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ untersuchen Historiker, Theologen, Juristen, Sozial- und Literaturwissenschaftler das Verhältnis von Religion und Politik von der vorchristlichen Antike bis zur Gegenwart.

Die Graduate School of Politics wurde 2005 im Fachbereich Politikwissenschaft gegründet und ermöglicht ein Promotionsstudium in zwei Jahren. Die Graduate School Practices of Literature wird gemeinsam von den Philologien getragen.

Am Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) wurde eine Graduate School of Communication Science (GSCS) eingerichtet. Das Institut wurde 1919 als Lektorat für Pressekunde gegründet und ist nach eigenen Angaben das älteste kommunikationswissenschaftliche Institut in Nordrhein-Westfalen und das zweitälteste Institut dieser Art in der Bundesrepublik.[26]

Das Centrum für religiöse Studien beschäftigt sich mit interreligiösen und interkulturellen Fragestellungen im Christentum, Judentum und Islam. Mit interreligiösen und interkulturellen Fragestellungen beschäftigt sich das Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraumes. Daneben existieren Sonderforschungs- und Graduiertenkollegs in diesem Bereich.

Das Centrum für Rhetorik bündelt die Bereiche Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis der Germanistik.

Das Haus der Niederlande (rechts)

Die Westfälische Wilhelms-Universität verfügt über mehrere eigene Forschungszentren, so zum Beispiel das Zentrum für Niederlande-Studien im Haus der Niederlande, das sich fächerübergreifend den Niederlanden und Flandern widmet. Zu dem Zentrum gehört das Graduiertenkolleg „Zivilgesellschaftliche Verständigungsprozesse vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Deutschland und die Niederlande im Vergleich“.

Im Bereich der Geschichte existiert ein Graduiertenkolleg zur Gesellschaftlichen Symbolik im Mittelalter. Am Institut für Alte Geschichte und Epigraphik ist die Forschungsstelle Asia Minor ansässig, die sich die das antike Kleinasien erforscht.

Das Internationale Centrum für Begabungsforschung ist eine interdisziplinäre (erziehungswissenschaftliche, soziologische und psychologische) Forschungseinrichtung in Kooperation mit der Katholischen Radboud-Universität Nijmegen mit Standort in Münster. Forschungsschwerpunkte sind die Lehreraus- und -weiterbildung sowie Begabtenförderung und -forschung.

Das virtuelle Graduiertenkolleg der Psychologie beschäftigt sich in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg und der Universität Tübingen mit Knowledge Acquisition and Knowledge Exchange with New Media.

Medizin[Bearbeiten]

Im Bereich der Medizin besteht eine Verzahnung mit dem Universitätsklinikum Münster. Die Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert hier fünf Sonderforschungsbereiche. Daneben bestehen Kooperationen mit der Max-Planck-Gesellschaft, die im Jahre 2001 in Münster ein Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin angesiedelt hat, sowie das als Leibniz-Institut der Universität angegliederte Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung (LIFA). Außerdem existiert noch das Zentrum für Molekulare Biologie. Ein akademisches Lehrkrankenhaus der WWU ist u. a. das Sankt-Elisabeth-Hospital Gütersloh.

Rechtswissenschaften[Bearbeiten]

Das Landeskompetenzzentrum für Informations-,Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) verknüpft Rechtswissenschaftliche Forschung interdisziplinär mit Elementen der Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik. Daneben existieren noch mehrere Rechtswissenschaftliche Zentren, wie das Centre for European Private Law (CEP) oder das Zentrum für Außenwirtschaftsrecht (ZAR). Daneben existieren noch mehrere Forschungsstellen wie Bankrecht, Versicherungswesen, Gewerblicher Rechtsschutz, Chinesisches Recht, das Europäische Forum für Außenwirtschaft, Verbrauchsteuern und Zoll, Münsterische Sozialrechtsvereinigung und Anwaltrecht. Außerdem existieren starke Forschungsstellen zum anglo-amerikanischen, chinesischem, französischen, niederländischen und russischem Recht.

Wirtschaftswissenschaften[Bearbeiten]

Das Gebäude des European Research Center for Information Systems auf dem Leonardo-Campus

Das Institut für Politikwissenschaft und das European Research Center for Information Systems, deren Direktorium das Institut für Wirtschaftsinformatik stellt, sind Mitglied im europäischen Forschungsnetzwerk GARNET.

Die angewandte Forschung der Volkswirtschaftslehre ist im Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung Münster (CAWM) zusammengefasst. Zusätzlich existiert noch das Münster Institut für Computational Economics (Abk. MICE, Volkswirtschaftsinformatik).

Die Forschung der Betriebswirtschaftslehre ist eingeteilt in die Bereiche Accounting Center Münster (ACM), Finance Center Münster (FCM), Marketing Center Münster (MCM)[27] und Centrum für Management (CfM, teilweise mit Stiftungslehrstühlen besetzt), unter denen jeweils mehrere Lehrstühle und Institute zusammengefasst sind. Angeschlossen sind das Institut für Management in Chemie und Pharmazie, das Internationale Centrum für Franchising und Cooperation und das Institut für Ökonomische Bildung.

Interdisziplinäre Forschungszweige[Bearbeiten]

Das 2006 gegründete Zentrum für Wissenschaftstheorie (ZfW) fördert die inhaltliche Vernetzung von Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften. Derzeit sind 10 Fachbereiche der Universität am ZfW beteiligt.

Das Center for Nonlinear Science (CeNos) ist ein interdisziplinäres Zentrum der Mathematik, Physik, Chemie, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften. Es beschäftigt sich mit nicht-linearen komplexen Systemen. Es ist aus DFG-Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs entstanden und soll diese um eine Graduate School und Sonderforschungsbereiche sowie Graduiertenkollegs erweitern.

Das Interdisziplinäre Centrum für Elektronenmikroskopie und Mikroanalyse (ICEM) macht Grundlagenforschung im Bereich der Geowissenschaften.

Das Interdisciplinary Research Center for Cooperative and Functional Nanoscale Systems beschäftigt sich mit Grundlagenforschung zur Nanotechnologie.

Sonstige Forschungsbereiche[Bearbeiten]

Wasser als Rohstoff ist der Forschungsschwerpunkt im Netzwerk Wasser, ein Verbund aus Wissenschaft und Praxis, an dem sich die Westfälische Wilhelms-Universität, das Universitätsklinikum und die Fachhochschule Münster beteiligen.

Externe Kooperationen[Bearbeiten]

Externe Kooperationen gibt es neben den bereits genannten auch mit dem Freiherr-von-Stein Institut des Landkreistages Nordrhein-Westfalen, dem Erich-Schütz Forschungsinstitut, dem Ehrenpreisinstitut für SWIFT-Studien, dem Centrum für Krankenhausmanagement und dem Institut für Wald- und Forstinformatik. Eines der An-Institute ist das Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung der Leibniz-Gemeinschaft. Weitere An-Institute sind die Akademie für manuelle Medizin, das Institut für Agrar- und Forstinformatik, das Institut für Psychologische Psychotherapieausbildung, das Institut für vergleichende Städtegeschichte, das Institut für Westfälische Kirchengeschichte, das Internationales Institut für Wald und Holz NRW und das Nephrologisches Institut.

Europäische Abschlüsse[Bearbeiten]

Ab dem Jahr 1999 setzte die Universität den so genannten „Bologna-Prozess“ mit dem Ziel europaweit vergleichbarer Hochschulabschlüsse um und richtete schrittweise Bachelor-, Master- und PhD-Abschlüsse ein. Neue Studiengänge wurden mit einer Zulassungsbeschränkung belegt.

Bis zum Wintersemester 2006/2007 waren nahezu sämtliche Studiengänge an der WWU umgestellt. Ausnahmen sind, wie auch bundesweit, die Staatsexamen in Medizin, Pharmazie und Rechtswissenschaften. Seit 2007 werden einzelne Studiengänge komplett in Englisch angeboten. Andere Studiengänge enthalten einzelne Vorlesungen, Seminare oder Abschlussarbeiten in Englisch.

Preise und Stipendien[Bearbeiten]

Die Westfälische Wilhelms-Universität vergibt selber oder in Zusammenarbeit mit Firmen Preise an Studierende oder Wissenschaftsnachwuchs. Folgende Preise werden jährlich oder pro Semester vergeben:

  • Forschungspreis: 30.000 Euro an einen Wissenschaftler für exzellente, international anerkannte und aktuelle Leistungen
  • Transferpreis: 15.000 Euro an einen oder mehrere Wissenschaftler für Mitglieder, die außeruniversitär mit Wirtschaft und Praxis kooperieren und Forschungsergebnisse in die Praxis einbinden. Der Preis richtet sich auch an Existenzgründer an der WWU.
  • Dissertationspreise: je 7.500 Euro für herausragende Dissertationen an der WWU. Für jede Fakultät (abgesehen von den theologischen, die den Dissertationspreis jeweils abwechselnd vergeben) wird die jahresbeste Dissertation ausgewählt.
  • Studierendenpreis: 2.500 Euro für außergewöhnliches soziales Engagement von Studierenden
  • Sibylle-Hahne-Preis für Naturwissenschaften, Medizin & Technik: 15.000 Euro.
  • Sibylle-Hahne-Preis für Geistes- & Gesellschaftswissenschaften: 15.000 Euro.
  • Procter & Gamble-Preis für besondere wissenschaftliche Leistungen von Master-/Diplom-/Promotionsstudenten der Chemie und Pharmazie an der WWU
  • Oliver Wyman-AlumniUM-Vordiploms-Award: 1000 Euro für die zehn besten Vordiplomanden eines Semesters an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • Ernst & Young-Preis: 500 Euro für die beste Diplom/Masterarbeit eines Semesters im Bereich Controlling an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • Förderpreis des Instituts für Politikwissenschaft für die drei besten Abschlussarbeiten (1. Platz 300 Euro, 2. Platz 200 Euro, 3. Platz 100 Euro) am Institut für Politikwissenschaft
  • Oliver Wyman-AlumniUM-Master-Award mit Sachpreisen für die drei besten Diplom-/Master-Absolventen an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • Oliver Wyman-Auslandstipendium für Studierende der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • Ludwig-Mülhaupt-Preis: 1000 Euro für herausragende Leistungen in einem Semester an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • Lufthansa Revenue Services Award für herausragende Diplom-/Masterarbeiten im der Wirtschaftsinformatik
  • Harry-Westermann-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster (wird seit 1990 verliehen)
  • Andreas Dombret-Preis für eine herausragende Dissertation, die Wissenschaft und Praxis verbindet, an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • Infineon-Master-Award: 1500 Euro für die beste Diplom- oder Master-Arbeit eines Semesters im Fachbereich Physik (seit April 2007)[28]

Alle zwei Jahre werden folgende Preise vergeben:

  • Lehrpreis: 30.000 Euro an einen Dozenten für herausragende und beispielhafte Leistungen auf dem Gebiet der Lehre
  • Frauenförderpreis: 20.000 Euro für herausragende Projekte und Maßnahmen, um die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern
  • Ernst-Hellmut-Vits-Preis (vom Förderkreis der Universität vergeben): 20.000 Euro für einen hervorragenden wissenschaftlichen Beitrag, durch den „Wege zur geistigen und materiellen Verbesserung des Lebens in der von Wissenschaft und Technik bestimmten Welt gewiesen werden“.

Außerdem vergibt die Westfälische Wilhelms-Universität Stipendien an junge Nachwuchswissenschaftler, die ein erfolgversprechendes Promotionsverfahren aufweisen und somit ihren Lebensunterhalt sichern können.

Medienangebote[Bearbeiten]

Das Hochschulradio für alle münsterschen Hochschulen ist Radio Q. Die Studentenzeitung der Stadt heißt Semesterspiegel und erscheint sieben Mal jährlich in einer Auflage von 3.500 Exemplaren. Die offizielle Zeitung der Westfälischen Wilhelms-Universität „wissen | leben“ richtet sich an alle Hochschulangehörigen und erscheint sieben Mal im Jahr mit einer Auflage von 18.000 Stück. Der AStA gibt die Zeitung Links vorm Schloss in einer Auflage von 3.000 Exemplaren heraus. Der Name leitet sich von der Lage des AStA-Hauptsitzes im ehemaligen Wachhaus links vor dem Schloss ab.

Angebote für Studierende[Bearbeiten]

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Die Westfälische Wilhelms-Universität bietet im Hochschulsport fast 100 Sportarten gegen eine Gebühr an.

Nach einer Vereinbarung der Universität mit dem Studentenwerk Münster, dem deutschen Hochschulsportverband und dem Olympiastützpunkt Westfalen am 25. Februar 2002 darf sich die Universität „Partnerhochschule des Spitzensports“ nennen. Dies beinhaltet eine Förderung studierender Spitzensportler durch eine Beratung bei der Studienplanung und -organisation. Der Hochschulsport richtet alljährlich das größte Breitensportturnier an deutschen Hochschulen, das Nikolausturnier mit rund 2000 Teilnehmern und alle zwei Jahre den hochkarätigen Basketball Nationen-Cup mit verschiedenen Studentennationalmannschaften aus.

Studierende können kostenlos Computerarbeitsplätze der Universität und ein universitätsweites Wireless LAN nutzen, über das Internet drucken, Computercluster der Universität für rechenaufwendige Aufträge nutzen und Computerkurse besuchen. Die meisten Kopierer der Universität sind mit dem Internet vernetzt, was ein gebührenfreies Scannen (wahlweise im pdf- oder tif-Format) von Dokumenten und Büchern und anschließendem Versand an eine uni-interne E-Mail-Adresse erlaubt.

Im Sprachenzentrum der WWU können Studierende aller Fachbereiche knapp 20 verschiedene, teilweise fachspezifische Sprachkurse besuchen und Zertifikate erwerben (zum Beispiel DELE, UNIcert).

Die Universität beherbergt das Studentenorchester Münster, zwei studentische Big Bands, das „Junge Sinfonieorchester“ und Studenten-Chöre wie den „Madrigalchor“ und das „Ensemble 22“. Im Theaterbereich gibt es die „Studiobühne am Domplatz“, das „Theaterlabor“ an der Scharnhorststraße und fremdsprachige Schauspielgruppen wie die „English Drama Group“ oder das „Theater uit de muur“.

In Münster vertretene Studenteninitiativen sind zum Beispiel AEGEE, AIESEC, der Debattierclub, ELSA, MTP, Market Team, move – Studentische Unternehmensberatung, Symposium Oeconomicum Muenster, Students In Free Enterprise (SIFE), Weitblick.

Regelmäßige Studentenfeste sind etwa das JuWi-Fest oder Die WiWi-Party (ehemals WiWis On Rock).

In Münster gibt es ca. 35 Studentenverbindungen.

Mensen[Bearbeiten]

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Die Mensa da Vinci auf dem Leonardo Campus

Das Studentenwerk Münster betreibt fünf Mensen für die Hochschulen der Stadt und gibt dort pro Tag etwa 15.000 Mahlzeiten aus. Außerdem gibt es zehn Bistros und Cafeterien.

Die beiden größten Mensen sind die Mensa am Aasee, ehemals Mensa I, mit Platz für über 1600 Gäste und die Mensa am Ring, ehemals Mensa II, nahe dem Coesfelder Kreuz. Die anderen Mensen befinden sich in der Hüfferstiftung, im Bispinghof und die Mensa da Vinci am Leonardo-Campus.


Angebote für Ehemalige[Bearbeiten]

Der „Alumni Club Münster“ ehemaliger WWU-Studenten veranstaltet Feiern und betreibt ein Internetforum, um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke zu pflegen. Ehemalige können Mentoren für Studenten werden.

Zusätzlich gibt es von Fakultäten und Instituten Vereinigungen und Angebote für Ehemalige.

Persönlichkeiten und Alumni[Bearbeiten]

Die folgenden Listen enthalten eine kurze Auflistung bekannter Persönlichkeiten und ehemaliger Studenten der Universität.

Götz Alsmann schloss 1984 sein Studium der Musikwissenschaften ab
Michail Gorbatschow, seit 2005 Ehrendoktor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
Hanna-Renate Laurien, Ehrendoktorwürde der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU
Jens Lehmann studierte von 1992 bis 1998 VWL
Ulrike Meinhof, 1958 Mitglied im AStA
Georg Milbradt, Student und später Honorarprofessor der WWU
Reinhard Mohn, 2001 Ehrendoktor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der WWU
Ursula Nelles studierte Rechtswissenschaften an der WWU, seit 2006 ihre Rektorin
Josef Ratzinger, von 1963–1966 Professor für Dogmatik

Absolventen und Studenten[Bearbeiten]

Dozenten und Professoren[Bearbeiten]

Ehrendoktoren[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Ulrich Thamer, Daniel Droste, Sabine Happ: Die Universität Münster im Nationalsozialismus. Kontinuitäten und Brüche zwischen 1920 und 1960. 2 Bände, Aschendorff Verlag, Münster, 2012. ISBN 978-3-402-15884-5
  • Lothar Kurz (Hrsg.): 200 Jahre zwischen Dom und Schloß. Ein Lesebuch zu Vergangenheit und Gegenwart der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Münster, 1980. Selbstverlag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Westfälische Wilhelms-Universität – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Website der WWU: Zahlen und Fakten
  2. a b Focus: Uni Münster: „Wissen.Leben“ an der WWU, 31. Dezember 2009
  3. Website der WUU: Uni Münster in Zahlen
  4. a b Website der WWU: Junioruni
  5. Dagmar Bergs-Winkels, Sandra Ludwig: Die Uni in der Kinder-Uni: eine Begleitstudie zur Münsteraner Kinder-Uni. Münster, 2006. ISBN 9783825896966 (Online auf Google Books)
  6. Website der WWU: Kinder-Uni
  7. Website der WWU: Leitbild
  8. Michael Grüttner, Sven Kinas: Die Vertreibung von Wissenschaftlern aus den deutschen Universitäten 1933–1945. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 55 (2007), S. 140 und 182 ff.
  9. Universität Münster: Erklärung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu Maßnahmen der Universität während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, aktualisierte Fassung vom 23. Juni 2010 (PDF; 52 kB)
  10. W. Henn: Von der Eugenik zur Individualmedizin. Anmerkungen zur Erklärung der GfH anlässlich des 75. Jahrestages der Verkündung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“, 22. September 2008. In: Medizinische Genetik. Nr. 3, 2008, S. 327–329
  11. Verfassung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 25. März 2002
  12. Verfassung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 21. Dezember 2007
  13. Website der WWU: Elternalarm
  14. Kommission hat Arbeit aufgenommen
  15. Homepage der Kommission
  16. Verfassung der Westfälischen Wilhelms-Universität (PDF; 445 kB)
  17. Corporate Design Manual der WWU (PDF; 1,1 MB), S. 22.
  18. Ordnung des Fachbereichs 8 Geschichte/Philosophie (PDF), § 4.
  19. Ordnung des Fachbereichs Chemie und Pharmazie (PDF), § 4.
  20. Wahrzeichen in sieben Strichen. In: Westfälische Nachrichten. 20. Juli 2007.
  21. a b c d e Westfälische Nachrichten: Jahresabschluss 2012: Uni macht überraschend Millionen-Gewinn, Münster, Martin Kalitschke, 17. Juli 2013
  22. a b c Münstersche Zeitung: Jahresabschluss: Unerwarteter Geldsegen für die Uni Münster, Münster, Stefan Bergmann, 17. Juli 2013
  23. Website der WWU: Semesterbeitrag
  24. Informationen zum Studienbeitrag auf der Webseite der WWU
  25. a b c d e f g h i j k l m n o p q Website der WWU: Studierendenstatistik nach Fachbereichen, Stand Wintersemester 2011/12
  26. KoWi am Ifk. Institut für Kommunikationswissenschaften. Abgerufen am 22. August 2012.
  27. Marketing Center Münster
  28. Pressemitteilung zur Einführung des Infineon-Master-Award

51.9636111111117.6130555555556Koordinaten: 51° 57′ 49″ N, 7° 36′ 47″ O

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Dieser Artikel wurde am 9. Dezember 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.