Nové Město pod Smrkem

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Nové Město pod Smrkem
Wappen von Nové Město pod Smrkem
Nové Město pod Smrkem (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Liberec
Fläche: 2892,8459[1] ha
Geographische Lage: 50° 56′ N, 15° 14′ O50.93333333333315.233333333333465Koordinaten: 50° 56′ 0″ N, 15° 14′ 0″ O
Höhe: 465 m n.m.
Einwohner: 3.829 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 463 65
Kfz-Kennzeichen: L
Verkehr
Bahnanschluss: Frýdlant v Čechách–Jindřichovice pod Smrkem
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Pavel Smutný (Stand: 2007)
Adresse: Palackého 280
463 65 Nové Město pod Smrkem
Gemeindenummer: 564265
Website: www.nmps.cz

Nové Město pod Smrkem (deutsch Neustadt an der Tafelfichte) ist eine Stadt mit 3897 Einwohnern (2010) in Tschechien. Sie gehört zum nordböhmischen Okres Liberec.

Geographie[Bearbeiten]

Nové Město pod Smrkem liegt in 465 m ü.M. nördlich des Isergebirges am Fuß der Tafelfichte (Smrk, 1124 m) am Übergang zum Isergebirgsvorland. Östlich erhebt sich der Andělský vrch (Schöbicht, 572 m) und im Norden der Jindřichovický hřeben (Heinersdorfer Rücken) mit dem Hřebenáč (Kohlhübel, 566 m). Die Stadt befindet sich am linken Ufer der Lomnice und wird vom Bach Novoměstský potok durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Melchior von Redern gründete den Ort Böhmisch-Neustadt im Jahr 1584 als Bergstadt für jene sächsischen Bergarbeiter, die in den umliegenden Bergen Kupfer, Eisen und Zinn abbauten. Bereits 1592 verlieh er ihr Stadtrecht und Neustadt erhielt sein Stadtwappen wie auch andere Privilegien wie das Schürfrecht oder das Recht zur Abhaltung eines wöchentlichen Marktes. Der quadratische Marktplatz und die regelmäßig angelegten Straßen erinnern noch an diese Zeit und weisen Ähnlichkeiten zur sächsisch-erzgebirgischen Bergstadt Marienberg auf. Die Stadt "Böhmisch Newstatt" lebte lange Zeit vom Zinnbergbau. Sowohl Gefäße für das Schloss Frýdlant als auch Särge der dort ansässigen Adelsfamilie wurden aus Neustädter Zinn hergestellt. Der Bergbau kam durch den Dreißigjährigen Krieg zum Erliegen. Am Aufstand von 1679 bis 1681 unter Führung des Rückersdorfer Schmiedes Andreas Stelzig beteiligten sich die Bewohner von Neustadt nicht.

Neue Haupterwerbsquelle bildeten Sägewerke, die Lein- und Baumwollspinnerei sowie der Leinwandhandel. 1830 ersetzten Maschinen die Handarbeit in der Textilherstellung bei Ignatz Klinger, dessen Nachfolgeunternehmen die Firma "Textilana" war. Das Klingermausoleum zeugt von dieser Epoche. Des Weiteren wurden Porzellan, Spielzeug und Metallerzeugnisse produziert. Weitere Teile der Bevölkerung verdienten ihren Lebensunterhalt in der Herstellung von bemalten Hausnummern aus Porzellan. Der Ort gehörte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Bezirk Friedland.

Bis zum Zweiten Weltkrieg bildeten Angehörige der deutschen Volksgruppe die Mehrheit in der Stadt (1930: 95,8 %). In den Jahren 1945 und 1946 wurden sie größtenteils vertrieben, einige Familien sind freiwillig in die sowjetische Zone Deutschlands übergesiedelt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1870 1930 1980 1991 2001 2003 2005 2010
Einwohner 4 158 3 442 3 916 3 883 4 018 3 915 3 922 3 897
Evangelische Kirche

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nové Město pod Smrkem besteht aus den Ortsteilen Hajniště (Hegewald), Ludvíkov pod Smrkem (Lusdorf a.d. Tafelfichte) und Nové Město pod Smrkem (Neustadt an der Tafelfichte)[3], die zugleich auch Katastralbezirke bilden[4]. Grundsiedlungseinheiten sind Hajniště, Ludvíkov pod Smrkem, Nové Město pod Smrkem, Podlesí (Waldsaum) und Přebytek (Überschar)[5].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sauerbrunnen
  • Kirche der Heiligen Peter und Paul (Kostel sv. Petra a Pavla, aus dem Jahr 1346 mit einem gotischen Presbyterium) im Ortsteil Ludvíkov
  • Kirche der Heiligen Katharina (Kostel sv. Kateřiny, ursprünglich evangelische Kirche aus dem Jahr 1607, ab 1652 katholisch). Der ursprünglich aus Fachwerk bestehende Bau wurde 1693 mit einem Turm versehen. 1821-1829 erhielt die Kirche nach einem Umbau ihr heutiges Aussehen. Josef Führich aus Chrastava malte das Altarbild. Den Eingangsbereich schmückt ein Eisenkreuz auf einem Steinsockel aus dem Jahre 1816 sowie eine Statue des Heiligen Nepomuk von 1770.
  • Denkmal des Naturwissenschaftlers Gottfried Menzel aus dem Jahr 1880 im Park hinter der Kirche.
Marmor-Obelisk für Gottfried Menzel
  • Evangelische Kirche - ein Bau, aus dem Jahre 1911 mit schlankem Turm nach den Plänen von Otto Bartning. Der Choral Martin Luthers "Ein feste Burg ist unser Gott" sollte Anlass sein, ein eher funktionales Gebäude - bestehend gleichsam aus Kirche und Gemeindesaal - zu schaffen. Die Einweihung wurde am 11. August 1911 gefeiert. Bereits 1928 verzeichnete Neustadt an der Tafelfichte eine eigenständige Gemeinde der Deutschen Evangelischen Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Gebäudekomplex von der Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder übernommen, der ein Zuhause für Aussiedler besonders aus Wolhynien und Sellau bot.
  • Mausoleum der Unternehmerfamilie Klinger (Gebäudeeinweihung 9. und 10. Juli 1901).
  • Sauerbrunnen südlich des Ortes am Hang des Kupferberges (Měděnec), 777 m. Eine Kalziumbrikarbonatquelle mit reichhaltigen Teilen von Eisen und Kohlensäure. Es ist auch ein kleiner Anteil an radioaktiven Materialien enthalten.
  • Ausgangspunkt zu Wanderungen auf die Tafelfichte (Smrk), 1124 m.
  • Die Villa Klinger ist ein schlossartiges Bauwerk, dass 1891 für Ottomar Ignaz Klinger von Klingerstorff erbaut wurde. Sie ist heute wieder im Privatbesitz und wurde restauriert.

Verkehr[Bearbeiten]

Nové Město pod Smrkem liegt an der Bahnstrecke Frýdlant v Čechách–Jindřichovice pod Smrkem.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Gottfried Menzel (1798–1879), Dekan und Naturwissenschaftler
  • Anton Pohl (1870–1939), Gründer des örtlichen Konsum-Vereins, später führender Konsumgenossenschafter Österreichs
  • Alfred Baeumler (1887–1968), Nationalsozialist, Philosoph und Pädagoge
  • Hermann Michel (1888–1965), Mineraloge und Edelsteinspezialist
  • Oskar Ignaz Wilhelm Ottomar Klinger, Inhaber der Firma Ignaz Klinger bis 1934

Literatur[Bearbeiten]

  • Marek Řeháček: Das Isergebirge. Wanderführer durch das Gebirge und seine Umgebung. Kalendář Liberecka, 2003.
  • Mahulena Čejková; Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (Hrsg.): Auf den Spuren reformatorischer Stätten in der Tschechischen Republik. Trilabit, Praha 2011, ISBN 978-80-87098-19-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nové Město pod Smrkem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Lutherburg Evangelische Kirche Nordseite

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/564265/Nove-Mesto-pod-Smrkem
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/564265/Obec-Nove-Mesto-pod-Smrkem
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/564265/Obec-Nove-Mesto-pod-Smrkem
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/564265/Obec-Nove-Mesto-pod-Smrkem